Schweizer Startups wollen China erobern

Nach der erfolgreichen ersten Ausgabe des venture leaders China-Programms 2014 steht nun die Schweizer Startup-Nationalmannschaft fest, welche diesen Oktober den chinesischen Markt erobern will. Das Programm bietet zehn Startups aus den unterschiedlichsten Hightech-Branchen eine zehntägige Reise in die Wirtschaftsmetropolen Peking, Shanghai und zum ersten Mal Shenzhen.

«Kein Unternehmer kann Asien noch ignorieren, besonders jetzt, wo China und weitere asiatische Länder ein starkes Wirtschaftswachstum verzeichnen. China ist ein sehr komplexer und herausfordernder Markt, der Marktchancen,  Weltklasse-Know-how in der Produktion und im Supply-Chain-Management sowie einen wettbewerbsfähigen Pool von Talenten bietet. Mit venture leaders China lernen Schweizer Startups, wie sie ihre Businesschancen auf diesem schnell wachsenden Markt optimal nutzen», erklärt Pascal Marmier, CEO von swissnex China. swissnex ist ein öffentliches Schweizer Wissenschaftsnetzwerk.

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Die Teilnehmer von 2014 konnten bereits Erfolge in China erzielen. So auch Wulf Glatz (Bild oben), CEO von greenTEG, ein Züricher Unternehmen, das unter anderem Wärmeflusssensoren produziert.  Er konnte im Mai vier chinesische Vertriebspartner gewinnen: «Wir wollten eine Vorstellung davon bekommen, was der ideale Zeitpunkt und die beste Strategie ist, um auf dem chinesischen Markt durchzustarten. Die Reise und die Kontakte,  die wir vor Ort knüpfen konnten, bestärkten uns, den nächsten Schritte zu tun und die ersten Termine bei Kunden und Vertriebspartnern zu vereinbaren.»

Auch 2015 präsentieren die ausgewählten Startups eine enorme Bandbreite Schweizer Innovationskraft, welche  durch mehrere Events in China sichtbar gemacht werden soll: «Die Produkte und Dienstleistungen unserer Gewinner reichen von neuen Windenergie-Technologien über innovative Lösungen für den regionalen Anbau von Treibhaus-Salaten bis hin zu revolutionären Mikroskopen, die eine dreidimensionale Beobachtung von lebenden Zellen ermöglichen, und neuen Systemen für eine schnellere  Erkennung von Krankheitserregern in Trinkwasser und Lebensmitteln», erklärt Jordi Montserrat, Geschäftsführer von venturelab, dem Initiator der Chinareise.

Die Mitglieder der Schweizer Startup-Nationalmannschaft für China

Arik Zucker, Qvanteq AG
Qvanteq entwickelt neuartige bioaktive Stent-Technologien (kleine Gittergerüste für verengte Arterien zur Durchblutungsförderung  z. B. gegen Herzinfarkte), um nachteilige Effekte zu reduzieren, welche mit den heute verwendeten Gefässstützen einher gehen. Mit der Technologie ist ein schnelles und kontrolliertes Einheilen möglich,  wodurch Wiederverengungs- und Thrombose-Risiken reduziert werden.

Benoit de Combaud, CombaGroup SA
Das  2011  gegründete Unternehmen CombaGroup hat eine Technik entwickelt für Gewächshäuser, in denen Salate ganzjährig wachsen. Sie verbraucht hundertmal weniger Wasser und zehnmal weniger Fläche und  reduziert zudem  den CO2-Ausstioß um mehr als die Hälfte verglichen mit herkömmlichen Anbaumethoden.

Christoph Wartmann, Nexiot AG 
Der Bedarf im Bereich des Internets der Dinge und der Maschine-zu-Maschine-Kommunikation steigt derzeit rasant.  Fünfzig bis siebzig Milliarden Geräte sollen bis 2025 miteinander verbunden werden. Nexiot kreiert dafür unterhaltsfreie Module mit globaler Abdeckung und einer offenen Integrationsplattform.


Dieses Video erklärt die Technologie von TwingTec

Corey Houle, TwingTec AG 
TwingTec entwickelt und vermarktet eine neue Technologie zur Windenergienutzung. Mithilfe einer Art Fesseldrachen werden starke und zuverlässige Winde in grösseren Höhen genutzt und am Boden in elektrische Energie umgewandelt. Die Technologie ermöglicht eine deutliche Kostenreduzierung von Windenergie bei verbesserter Umweltverträglichkeit und kann neue und schwer zugängliche Standorte sowohl auf dem Land als auch vor der Küste wirtschaftlich nutzbar machen.

Edin Balic, SwiSS-9 GmbH
Swiss-9 entwickelt und vermarktet eine Nassbeschichtung für Glasflächen, die einfach zu reinigen, schmutzabweisend  und antireflektierend ist.

RQmicro©TinaSturzenegger_4_neuHans-Anton Keserue, rqmicro LLC
rqmicro stellt ein System her, das Krankheitserreger in Wasser und Lebensmitteln in Rekordzeit erkennen kann. Das Produkt besteht aus einem Gerät und Test-Kits, mit denen gefährliche Bakterien in weniger als einer Stunde nachgewiesen werden können. (Foto links: Hans-Anton Keserue und Daniel Schaffhauser, ©Tina Sturzenegger)

Mark Forster, Adello Group AG
Adello verspricht Werbungtreibenden, ihre Zielgruppen besonders präzise zu erreichen und setzt dabei auf Big Data und eine „Deep Learning-Technologie“. Mehr als 500 Werbepartner aller Branchen, vom Einzelhandel über Hersteller von Luxusautos bis hin zu Finanzdienstleistern vertrauen auf Adellos selbstlernende Technologie für die unterschiedlichsten Werbekampagnen.

Martin Ebner, Battrion AG 
Battrion entwickelt eine Fertigungstechnologie für Lithium-Ionen-Batterien, die eine Verdoppelung  der Ladegeschwindigkeit bei Beibehaltung von Energiedichte und Lebensdauer anstrebt.  Die Technologie ist mit den  gängigen Industrieprozessen kompatibel und kann bei bestehenden Anlagen nachgerüstet werden.

Qifan Zhang, Nanolive SA 
Nanolive ist es gelungen, lebende Zellen erstmalig im dreidimensionalen Raum schadenfrei zu mikroskopieren – ein wichtiger Meilenstein für Forschung und Bildung aber auch für die Pharma- und Kosmetikindustrie.

Thomas C. Fessard, SpiroChem AG
SpiroChem unterstützt Pharma-,  Agrochemie- und Biotechnologie-Unternehmen und bietet diesen die Möglichkeit, ihre medizinischen Forschungsaktivitäten mithilfe innovativer Molekülen voranzutreiben und somit die Entwicklung neuer Medikamente zu ermöglichen.

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