PhraseApp macht fit für die Internationalisierung

Ein magisches Wort für Startups heißt „Skalieren“, und oft ist damit auch gemeint, sich auf internationalen Märkten zu behaupten. Auf den Weg dorthin gilt es viele Hindernisse zu meistern. Über einige von ihnen hilft die Übersetzungssoftware des Hamburger Startups PhraseApp.

Die Software PhraseApp löst das Problem vieler Unternehmen mit dem Ziel der Internationalisierung, indem es eine zentrale Anwendung für Programmierer und Übersetzer liefert. Per API lässt es sich leicht in jede Umgebung integrieren und verkürzt die gesamte Aufwandszeit für Unternehmen um mehr als 50% bei verbesserter Übersetzungsqualität, verspricht das Unternehmen.

Um die Sprache der Zielkunden und User zu sprechen, ist die Lokalisierung von Inhalten eines der zentralen Erfolgsfaktoren, wenn es um internationale Expansion geht. Doch gerade bei der Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten – Übersetzern, Programmieren und Produktmanagern ­- entstehen viele Fehlerquellen, da kein einheitliches System genutzt wird. Bisher wurde versucht, diese Herausforderung meist mit einer Vielzahl an Excel­Dateien zu meistern, die gesammelt und weiter an die Entwickler geschickt wurden. Diese mussten im Anschluss die Dateien in das Lokalisierungs­format extrahieren, das die benutzte Software verwendet. Ergebnis dieses Prozesses waren oftmals Layout­probleme und fehlerhafte Übersetzungen bis hin zu kaputtem oder fehlerhaftem Code. Der Übersetzungsprozess musste hierbei solange wiederholt werden, bis ein ansprechendes Ergebnis erzielt werden konnte.

frederik_vollertFrederik Vollert, einer der Gründer von PhraseApp

Dies war für Wolfram Grätz, Tobias Schwab und Frederik Vollert der Grund, PhraseApp zu starten. Es begann alles 2011 bei Rocket Internet: Oliver Samwer stellte das Team vor eine große Herausforderung, als er das Ziel setzte, das Wohnungsportal Wimdu in knapp 20 Sprachen zu übersetzen, und zwar möglichst innerhalb eines Monats. „Es gab keine Software am Markt, die dieser Aufgabe gerecht wurde. Also haben wir einfach selbst Tools gebaut, um schneller übersetzen zu können und den Prozess zu verwalten. Wir haben es allerdings dann doch nicht in nur einem Monat geschafft. Aber in weniger als zwei“, so Frederik Vollert. Der Gedanke lag nahe, dass viele andere Startups vor dem gleichen Problem stehen. Während die Gründer neben Wimdu auch Firmen wie Wunderlist, Locafox und Axel Springer in der Softwareentwicklung unterstützten, arbeiteten sie parallel weiter mit ihrem Entwicklungsteam in Hamburg an ihrer Idee für eine umfassende Lokalisierungsplattform – das Ergebnis war PhraseApp.

Das ging auch ohne Fremdkapital: PhraseApp ist komplett über Bootstrapping finanziert und hat mittlerweile einen Jahresumsatz von knapp einer Million Euro erreicht. Der Markt ist groß – viele Unternehmen streben eine internationale Ausrichtung an. Zeit, korrekte Umsetzung und die richtige Strategie bei der Wahl der Zielmärkte und Sprachen sind dabei die wichtigsten Ressourcen. PhraseApp hat mittlerweile mehr als 500 Unternehmen in über 30 Ländern als Kunden – zu ihnen zählen Bosch, Meetup, Xing, SecretEscapes, ​ MyTaxi, Jimdo, Kreditech, Outfittery und BlaBlaCar. Ein weiteres Erfolgsbeispiel: Familo, der Location-­Messenger (nicht nur) für Familien, konnte mit PhraseApp seine Expansion in andere Länder vorantreiben und seine Nutzerzahl inzwischen auf über eine Million steigern.

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