orderbird, Anbieter von iPad-Kassensystemen für die Gastronomie, initiiert und veranstaltet den „Gastro-Gründerpreis 2014“: Fünf Geschäftsideen erhalten ein Komplettpaket im Wert von 10.000 Euro. In diesem Zusammenhang verrät das Team vom Gastro-Gründerpreis sieben wertvolle Tipps, die man beim Gründen eines Cafés beachten sollte.

Gastro-Gründerpreis 2014

Bis Ende Juni 2014 konnten Bewerbungen eingereicht werden. Eine Fachjury ermittelt in diesen Tagen die fünf Gewinner, am 5. Oktober werden diese schriftlich benachrichtigt. Die Jury besteht aus Experten der Gastronomie– und Gründerszene, die den Gewinnern später auch als Mentoren zur Seite stehen: Erich Nagl (Etl Adhoga), Alexander Thürer (Fizzz), Holger Spielberg (Paypal Deutschland), Radoslav Pavlov (Busexpress, ehemals P1), Thomas Clark (Gründerinitiative Enable2start/Energy Awards), Hendrik Borgmann (Borgmann 1772) und Jakob Schreyer (Orderbird).

Die fünf überzeugendsten Konzepte werden mit einem Komplettpaket im Wert von je über 10.000 Euro unterstützt. Darin enthalten sind u.a. 5.000 Euro Startkapital, die Betreuung durch einen eigenen Mentor, einem dreitägigen Barista-Kompakt-Kurs an der Berliner School of Coffee und einer eintägigen Gründungsberatung durch die Steuerberatung für die Gastronomie Etl Adhoga.

Außerdem dürfen sich die Gewinner über ein Kassensystem von Orderbird inklusive iPad und Jahreslizenz, einem Warengutschein des Getränkespezialisten für die Gastronomie Ifbi über 1.000 €, einem Red-Bull-Spezialpaket für Gründer und der medialer Unterstützung durch Berichterstattung im Gastronomie-Fachmagazin Fizzz freuen.

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Widmen wir uns nun aber den sieben Tipps fürs eigene Café!

 

1. Der Geschäftsplan: Vorbereitung ist alles

Eine gute Vorbereitung zahlt sich aus – das gilt erst recht für das eigene Café. Aus dem reinen Gründungswunsch entwickelt sich eine langfristig tragende Geschäftsidee. Dafür legt der Gründer eine Leitvision und klare Ziele für die Zukunft seines Unternehmens fest. Hierbei hilft ein Geschäftsplan, um Konzept, Organisation und Marketing zu beschreiben sowie Investitionen und Finanzierung gegenüberzustellen. Daraus leiten sich der finanzielle Bedarf sowie die erwarteten Erträge ab.

Für potenzielle Geldgeber bildet der Businessplan einen roten Faden für die Entwicklung des Unternehmens und zeigt Perspektiven für eine Finanzierung auf. Zudem gibt er direkt Auskunft zur angestrebten Zielgruppe, der Lage und der Abgrenzung zum Wettbewerb durch ein schlüssiges Konzept.

2. Die Auswahl der Location: Die Lage macht’s

Es klingt so einfach und banal, aber gerade bei einem ortsgebundenen gastronomischen Betrieb entscheidet die Lage oft über Erfolg oder Misserfolg. Eine perfekte Location ist leicht für Gäste zu erreichen und verfügt über viel Laufkundschaft, ganz besonders in den Morgenstunden. Denn so bringt sie direkt die eigene Kundschaft vor die Tür. Bevor ein Mietvertrag unterschrieben wird, lohnt es sich, den Ort an verschiedenen Zeiten und Tagen zu beobachten.

Dabei offenbart sich schnell, ob es genügend potenzielle Kunden gibt, ob die Laufkundschaft vom ersten Eindruck zur visierten Zielgruppe passt und wie der Wettbewerb aufgestellt ist. Bietet die Immobilie genügend Raum für Außenwerbung, eine adäquate Bestuhlung, Platz für Produktionsflächen, Laufwege und Lagerräumlichkeiten? Perfekt! Dann nichts wie zuschlagen und fleißig um die Miete oder Pacht handeln. Übrigens erzielen Ecklagen in der Regel ein Drittel mehr Umsatz als eingeschlossene Reihenimmobilien.

3. Formelle Gründung: Den Kampf im Papierkrieg gewinnen

Insbesondere in der Gastronomie werden Gründer zum Unternehmensstart mit einer Hülle und Fülle gesetzlicher Vorschriften und Auflagen überrannt – von Hygienevorschriften, Gaststättenverordnungen, Bauvorschriften, und, und, und. Diese beeinflussen beispielsweise stark die Wahl der Immobilie, das Angebot und damit auch die Finanzplanung. Beispielsweise erfordert der Ausschank von alkoholischen Getränken eine Konzession.

Um hier den Überblick zu behalten, empfiehlt sich direkt von Anfang an eine auf Gastronomie spezialisierte Gründungsberatung. Die Industrie- und Handelskammern bieten für einen schmalen Taler sehr gute Vorbereitungskurse an, damit sich Unternehmer nicht im Bürokratie-Dschungel verirren. Eine fundierte Beratung in der Gründungsphase erspart spätere Belastungen durch erforderliche Umbauten und ähnliches.

4. Finanzierung: Über die Startfinanzierung hinausdenken

In der Gründungsphase dreht sich alles um die Startfinanzierung. Gute Anlaufstellen für die Finanzierung sind lokale Banken und regionale Fördermöglichkeiten, aber auch die Familie und Freunde können sich in die Café-Gründung als Investoren einbringen. Je besser das Wissen über die Café-Branche, den Wettbewerb, über attraktive Nischenmärkte wie beispielsweise Zusatzeinnahmequellen durch mobile Café-Bikes oder Kurse für Kaffee-Gourmets ist, desto überzeugender lässt sich eine Finanzierung gewinnen.

Doch gerade für Gründer sind die beiden Punkte Refinanzierung und Geldfluss (Cash-flow) unerlässlich: Was sind die geplanten Umsatzbringer, die Renner und Penner des Geschäfts, wann sind große Zahlungen für Anschaffungen fällig?

5. Klare Prozesse und Organisation

Dort, wo auf kleiner Fläche Großes vollbracht wird, sichern klare Prozessabläufe, Verfahrensanweisungen und Zuständigkeiten einen runden Arbeitsablauf. Inspirationsquellen für die Organisation im eigenen Café liefert die Systemgastronomie, die mit viel Struktur ihren wirtschaftlichen Erfolg und Wachstum sicherstellt.

Effiziente Zubereitungsprozesse und kurze Laufwege sollten vorher mit Hilfe von Skizzen und Testläufen vor Ort erörtert werden, um gegebenenfalls Umbauten noch vor der Eröffnung vorzunehmen. Für eine einheitliche Qualität und eine standardisierte Zubereitung der Speisen und Getränke leistet ein Handbuch mit Rezepturen und Zubereitungsweise für Mitarbeiter gute Dienste.

6. Die Qual der Auswahl: Dein Produkt lebt von Produkten

Was macht ein Café so besonders? Die Atmosphäre, der Service, das Warenangebot machen hier den Unterschied. Hier gilt es zu scheinen und zu strahlen. Mit den Speisen und Getränken definiert sich bereits der unternehmerische Erfolg. Schmeckt es den Gästen und sind Wareneinsatz und Preise gut kalkuliert, klingelt es auch in der Kasse. Gerade beim Rösten und Zubereiten von Kaffee sind Lieferanten Gold wert, denn die individuelle braune Bohne und gutes Equipment sichern langfristig exzellente Qualität und das unvergleichliche Geschmackserlebnis.

Gute Lieferanten bieten Preisnachlässe auf Großeinkäufe und eine schnelle portofreie Lieferung in einem vorgegebenen Zeitfenster an. Einige locken Gastronomiebetriebe sogar mit besonderen Preisvorteilen, um eine dauerhafte Lieferantenbeziehung aufzubauen.

7. Marketing: Auf dem Weg zu den ersten Stammgästen

Wenn alle Hausaufgaben gemacht und alle Höhen und Tiefen durchgestanden sind, kommt der große Tag: die Eröffnung. Doch wie auf das neue Café aufmerksam machen? Oft wird das Einfachste vergessen: Ganz einfach in der Umgebung Flyer austeilen, Anwohner und Unternehmen in der Umgebung zur Eröffnung einladen. Je nach Zielgruppe bieten sich anfangs Gutscheine an, wobei gerade Rabatte vorsichtig und zeitlich begrenzt eingesetzt werden sollten.

Ein entscheidender Kanal eröffnet sich über das Internet – das Café bei Google Maps eintragen, eine eigene Website und eine Facebook-Seite, um über das eigene Angebot und Highlights zu informieren. Zusätzliche Absatzpotenziale bieten sich durch Kooperationen, Sonderveranstaltungen oder auch Cateringangebote.

Tagtäglich berät Irena Markovic angehende Café-Inhaber bei der Berlin School of Coffee. Irena Markovics Tipp: „Oft reicht der Blick über den eigenen Tellerrand, um zu sehen, was sich die Gäste eigentlich wünschen. Kundenorientierung muss sich im Angebot und Service spiegeln. So lassen sich Gäste begeistern und als Stammkunden gewinnen.“ Für den Gründer bedeutet der Wechsel ins Unternehmertum oft eine große Umstellung: „Das Gründerdasein im Café-Bereich zeichnet sich stark durch das Management einer Person, also einer ,One-Man-Show‘ aus – von der Auswahl und dem Führen des Teams, der Buchführung, dem Einkauf, den Rezepturen und natürlich bis hin zum täglichen Geschäft.„, erklärt Irena Markovic.

 

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