Fair Trade gilt zuweilen als ehrenwert, aber langweilig  – dabei geht es auch chic und modisch. Das beweist der Onlineshop amodini, der fair gehandelte und handgemachte Produkte aus aller Welt vertreibt. Die Gründerfreunde haben die beiden Frauen, die in jeder Beziehung hinter amodini stehen, in Hamburg besucht.

Stolz präsentieren Sophie Neuhaus (im Bild oben rechts) und ihre Geschäftspartnerin Michaela Reutter das Sortiment ihres Onlineshops amodini.  Für die Zeit vom 4. bis 6. Dezember hat ihr Pop-Up-Store Unterschlupf gefunden im Laden von Henry Christ, einem befreundeten Modelabel. Wer am Wochenende in Hamburg ist, sollte unbedingt  im Hanse Viertel vorbeischauen, denn alle Produkte aus den Bereichen Accessoires und Home Decor sind nicht nur wunderschön anzusehen und hervorragende Weihnachtsgeschenke, dahinter steckt auch eine vorbildliche Idee. Jedes Teil muss drei Kriterien erfüllen:

  1. Handgemacht
    Keine Massenanfertigung, sondern von begabten Kunsthandwerker/-innen hergestellte Einzelstücke.
  2. Fair Trade
    Gerechte Entlohnung, keine Zwangs- oder KInderarbeit und vernünftige Arbeitsbedingung sind Grundvoraussetzungen.
  3. Soziales Engagement
    Darüber hinaus wird auf zusätzliche Sozialleistungen auch für die Familie, Bildungs- und Aufklärungsarbeit und die Bekämpfung sozialer Missstände geachtet.

Die Einhaltungen all dieser Kriterien ist oft nicht ganz einfach. „Da fliegen manchmal mehr Funken, als man es bei uns gewohnt ist“, beschreibt Gründern Sophie bildhaft die Arbeitsbedingungen vor Ort, die nicht immer europäischen Wunschvorstellungen entsprechen, aber für dortige Verhältnisse schon vorbildlich sind. Sie selbst hat einige Projekte in Indien besucht, andere Partner haben sie per Skype und Internet von ihrer Lauterkeit überzeugt oder können ein seriöses Siegel vorweisen. Das Internet war auch ein wichtiges Instrument bei der Suche nach geeigneten Anbietern. Inzwischen kommen bereits Hersteller von selbst auf amodini zu, der Name hat sich offensichtlich international herumgesprochen.

In amodini steckt nicht nur jede Menge Herzblut, sondern auch eigenes Geld der Gründerinnen, denn einen Finanzier im Hintergrund haben sie nicht. So schreibt das Geschäft noch keine schwarzen Zahlen, auch wenn sich der Kundenkreis seit der Gründung im Mai dieses Jahres über die anfänglichen Freunde und Verwandten längst ausgedehnt hat. Mittlerweile arbeitet man mit 18 Anbietern von drei Kontinenten zusammen, und Sophie ist optimistisch, dass sich ihre Idee weiter durchsetzen wird und bald auch Gewinne erzielt werden können. Zu gönnen wäre es allen Beteiligten!

amodini-product-shotJedes Produkt erzählt eine Geschichte: Der Kissenbezug stammt von der peruanischen Frauenkooperative Awamaki, die hilft, Familien aus der Armut zu befreien. Die Tasche von O My Bag aus Kalkutta wurde unter hohen ökologischen und sozialen Standards produziert. Für die Armreifen vorne links hat das Label Article 22 aus Laos Metallreste von Bomben aus dem Vietnamkrieg verwendet. Die Armbänder von Sasa Designs aus Kenia haben gehörlose Kunsthandwerkerinnen gefertigt. Es lohnt sich, auf der Webseite von amodini mehr über all das zu lesen!

Über amodini

Die Geschichte von amodini begann im Frühjahr 2013 mit einer Reise nach Indien, während der die Gründerin Sophie Neuhaus bei der gemeinnützigen indischen Nichtregierungsorganisation Sambhali Trust mit Sitz in Jodhpur einen Freiwilligendienst leistete. In dem kleinen Dorf Setrawa in der Wüste Thar unterrichtete sie Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen in Englisch und Mathematik und half so mit, insbesondere den dort lebenden „unberührbaren“ Mädchen einen Zugang zu Bildung zu verschaffen.

Während dieser Zeit erlebte sie, welche positiven Auswirkungen die etablierten „Women Empowerment“-Projekte des Sambhali Trusts auf die indischen Frauen und ihre Familien haben. Die vielfältigen Eindrücke dieser Reise haben Sophie tief berührt und ihr Leben verändert. Nach ihrer Rückkehr beschloss sie, ihre bisherige Arbeitsstelle in einem großen Wirtschaftsberatungsunternehmen aufzugeben und ihren Teil zur Unterstützung von Frauen in Entwicklungsländern beizutragen. Daraus entstand die Idee, ästhetisch schöne und modische Produkte in hoher Qualität in Deutschland zu verkaufen, die von Menschen und insbesondere Frauen in Entwicklungsländern unter Fair Trade-Bedingungen hergestellt werden.

Sophie nannte ihre Firma „amodini“, was auf Indisch „glückliches Mädchen“ bedeutet. Zusammen mit ihrer Freundin und ersten Mitarbeiterin Michi, einer Grafikdesignerin, begann sie, weltweit nach geeigneten Projekten und Produkten zu suchen. Der Online-Shop startete am 2. Mai 2014.