Manche Unternehmen, über die wir auf gruenderfreunde.de berichten, sind zwar schon etwas länger am Markt, aber auf die eine oder andere Weise immer wieder interessant für uns. Am liebsten aber sind uns die Startups, die quasi gerade geschlüpft sind – wie  Studybees, das wir heute vorstellen.

Überfüllte Studiengänge, enormer Notendruck, Ellenbogenmentalität – der Stress im Studium ist so groß wie nie zuvor. Trotzdem finden Studierende nur vereinzelt geeignete Nachhilfe. Im Gegensatz dazu ist das Konzept der privaten Nachhilfe für Schüler schon lange etabliert. Die nimmt gemäß einer Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung  jeder 4. Schüler in Deutschland in Anspruch. Hier gilt es also, für Studierende eine große Lücke zu füllen. Das Team des jungen Unternehmens Studybees aus Mannheim (Baden-Württemberg) weiß aus eigener Erfahrung: auch Studierende können jede Unterstützung gebrauchen, um die Studienzeit erfolgreich zu überstehen. Deswegen vermittelt Studybees auf einer Onlineplattform Nachhilfetutoren für alle Studiengänge an deutschen Hochschulen.

Seit diesem Herbst läuft das Projekt in einer Pilotphase in der Rhein-Neckar-Region. SAP, der größte europäische Softwarehersteller, gehört zu den Unterstützern. Auf der Plattform können Studierende ihre Universität, ihren Studiengang und den Kurs, in dem sie Schwierigkeiten haben (z.B. „Grundlagen der Statistik“), auswählen und erhalten dann eine Übersicht der verfügbaren Tutoren. Dabei erhalten sie nicht einfach nur allgemeine Nachhilfe – beispielsweise in Mathe – sondern spezifisch in den Kursen ihrer Hochschule, in denen sie Schwierigkeiten haben. Das macht Studybees möglich, indem es Mitstudierende findet, die genau diesen Kurs schon einmal besucht haben und daher die besonderen Anforderungen kennen. Da Kursinhalte von Hochschule zu Hochschule stark variieren, kann nur so sichergestellt werden, dass die Tutoren die Studierenden optimal auf die Prüfung vorbereiten. Das Geschäftsprinzip ist ganz einfach: Studybees erhält bei erfolgreicher Vermittlung die Gebühr für die erste Nachhilfestunde, alles weitere machen die beiden Parteien dann unter sich aus.

Julia Hetzel, Geschäftsführerin von Studybees, erklärt: „Vielen ist gar nicht bewusst, welchem Druck Studenten tagtäglich ausgesetzt sind. Bei vielen Klausuren sind Durchfallquoten von 40 bis 60 Prozent ganz normal, und im Schnitt bricht jeder 4. Bachelorstudent sein Studium vorzeitig ab. Wir wollen aktiv dazu beitragen, diese Situation zu verbessern. Unser Portal studybees.de ist erst seit kurzem online, aber wir konnten schon innerhalb weniger Tage Tutoren für über 60 Kurse der Uni Mannheim gewinnen. Wir freuen uns, damit schon viele Studenten bei der Prüfungsvorbereitung unterstützen zu können.“

Noch beschränkt sich der Service von Studybees auf die Rhein-Neckar-Region und Universitätsstädte wie Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe, aber dabei soll es nicht bleiben. Nächstes Jahr will Studybees angreifen und Schritt für Schritt deutschlandweit Fuss fassen. Schon jetzt können sich Studierende aus der ganzen Republik melden und somit ihren Beitrag dazu leisten, einen Überblick über den Bedarf zu bekommen, auch wenn akut noch keine Nachhilfe vermittelt werden kann.

Das sind die Studybees

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von links nach rechts: Alexandra Slabskaia (Business Development), Julia Hetzel (Geschäftsführung, Finanzen und HR), Fabian Klein (Produktmanagement)