Datensicherheit war auch 2014 eines der heißesten Themen, gerade wenn es um Daten ging, die irgendwo in einer Cloud gespeichert sind. Mit Boxcryptor hat das Augsburger Startup Secomba ein geniales Verschlüsselungsprogramm auf den Markt gebracht und dafür den Deutschen Gründerpreis gewonnen.

Auf ihre preisgekrönte Geschäftsidee kamen die Wirtschaftsjuristin Andrea Pfundmeier und der Informatiker Robert Freudenreich eher zufällig. Zwar waren beide von Beginn an entschlossen, mit etwas Eigenem Erfolg zu haben, doch der Heurekamoment stellte sich erst ein, als sie 2011 für ein Projekt Dokumente im Internet abspeichern wollten und feststellen mussten, dass es keine Möglichkeit gab, die Daten zuvor zu verschlüsseln. Gleich machten sie sich daran, das Problem für sich zu lösen. So entstand ein Prototyp des Programms Boxcryptor, den sie auch gratis im Netz zur Verfügung stellten. Das Prinzip ist simpel: Boxcryptor erstellt ein virtuelles Laufwerk auf dem Computer. Jede Datei, die man hier in einem verschlüsselten Ordner abgespeichert, wird automatisch im Hintergrund einzeln verschlüsselt und in dem Zielordner (z.B. bei Dropbox) abgelegt. Boxcryptor verwendet die sicheren AES-256 und RSA Verschlüsselungslogarithmen.

Boxcryptor_header

Innerhalb einer Woche erreichte das Programm 1.000 Downloads. Spätestens jetzt wurde klar, dass Boxcryptor in eine große Marktlücke gestoßen war. Das war quasi die Geburtsstunde der Secomba GmbH, die von da an rasch wuchs. Das Team rührte die Werbetrommel, entwickelte eine ausgefeilte Version von Boxcryptor und holte mit Agile Partners einen finanzstarken Investor ins Boot. So konnten sie sich gegen die weltweite Konkurrenz durchsetzen. Kein anderes Programm läuft bei allen relevanten Plattformen und Cloudanbietern und ist dabei so einfach zu bedienen, dass es auch für Privatanwender und Kleinunternehmen geeignet ist. Die Basisversion ist nach wie vor gratis, für die kostenpflichtige Premiumvariante haben sich schon über 20.000 Nutzer entschieden.

Die anhaltende Diskussion um die Datensicherheit im Netz und in der Cloud, die durch die NSA-Affäre oder die Leaks von Nacktfotos Prominenter noch befeuert wurde, trägt sicherlich zum Erfolg von Boxcryptor bei. Die Hälfte der Anwender kommt aus Deutschland, doch auch in den USA setzten viele auf die Sofware made in Germany. Ein vorläufiger Höhepunkt in der Erfolgsgeschichte war sicherlich die Verleihung des Deutschen Gründerpreises in der Kategorie StartUp im September 2014 an die Secomba GmbH. Die bedeutenste Auszeichnung ihrer Art wird vom stern, den Sparkassen, dem ZDF und Porsche unterstützt und findet ein dementsprechend großes Medienecho.

Gruenderpreis„Der Gewinn des Deutschen Gründerpreises uns viele positive Rückmeldungen eingebracht“, bestätigt das Unternehmen den Gründerfreunden. „So wurden wir dadurch auch von Leuten wahrgenommen, die sich sonst vielleicht nicht in der IT-Szene bewegen oder sich bisher nicht für Datensicherheit und Verschlüsselung interessiert haben. Als junges Unternehmen konnten wir natürlich auch sehr von den mit dem Sieg verbundenen Preisen profitieren: Wir durften uns sowohl mit einem ZDF-Medientraining fit für die Kamera machen als auch mit Hilfe eines Consultingteams von Porsche Consulting ausgewählte Prozesse in unserem Unternehmen durchleuchten und optimieren. All das hat uns großen Spaß gemacht und uns für neue Herausforderungen gestärkt.“

Der Ausblick auf die Zukunft des Unternehmens fällt dementsprechend optimistisch aus: „Motiviert durch viel positives Feedback wollen wir auch im neuen Jahr 2015 weiter wachsen – wir möchten noch mehr Kunden aus verschiedenen Ländern für die Sicherung ihrer Daten in der Cloud sensibilisieren und sie für unsere Lösung Boxcryptor begeistern. Außerdem wollen wir unser Team ausbauen, denn selbstverständlich haben wir noch einige Produktideen im Bereich Cloud Security und wollen diese so schnell wie möglich dem Markt zu Verfügung stellen. Man darf also gespannt sein, was das Jahr 2015 mit sich bringt.“

Oben: Andrea Pfundmeier und Robert Freudenreich beim Deutschen Gründerpreis (Foto: Franziska Krug)

 

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