Clevere Ideen hatten die Nordmänner schon immer, und mit Nokia beherrschte ein finnisches Unternehmen viele Jahre den Handymarkt. Die Zeiten sind längst vorbei, doch stattdessen gibt es viele Startups aus Skandinavien, die weltweit Furore machen. Die Gründerfreunde stellen einige der erfolgreichsten vor.

Das bekannteste Internetunternehmen aus Skandinavien ist momentan zweifellos Spotify. 2006 in Stockholm gegründet und Oktober 2008 online gegangen, hatte der Musik-Streamingdienst schon fünf Monate später eine Million Kunden. Seitdem ist das Startup rasant gewachsen, Ende 2014 gab es weltweit bereits 60 Millionen Fans, die über Spotify Musik hörten, davon 15 Millionen, die das kostenpflichtige Abgebot nutzten. Das treibt natürlich den Unternehmenswert in die Höhe; von bis zu zehn Milliarden Dollar ist die Rede, ein Börsengang ist angeblich für 2015 geplant. Doch es gibt nicht nur positive Meldungen zu Spotify: Im Geschäftsjahr 2013 (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) machte das Unternehmen 93 Millionen Dollar Verlust, und die Entscheidung von Amerikas zurzeit erfolgreichster Popsängerin Taylor Swift, ihre Lieder dort nicht mehr streamen zu lassen, sorgte ebenfalls für Sorgenfalten bei den Schweden. Bisher ist allerdings niemand ihres Kalibers diesem Schritt gefolgt.

Angry_Birds

Skandinavien ist eine Hochburg für Videospiele, besonders für Mobile Games. Mojang aus Schweden, die Erfinder des Open-World-Spiels Minecraft wäre da zu nennen; das Startup gehört inzwischen zu Microsoft. Oder Supercell aus Finnland, Schöpfer von Clash of Clans und mittlerweile mehrheitlich in japanischer Hand. Und vor allem Rovio Entertainment. Niklas Hed, Jarno Väkeväinen, und Kim Dikert, drei Studenten der Universität von Helsinki, gewannen 2003 einen von Nokia und HP geförderten Wettbewerb mit dem Spiel King of the Cabbage World. Seitdem entwickelten sie ein Mobile Game nach dem anderen, bis ihnen Ende 2009 mit Nummer 52 der absolute Durchbruch gelang. Angy Birds wurde in verschiedenen Version bisher über zwei Milliardem Mal heruntergeladen. Ein ähnlicher Coup gelang den Finnen seither aber nicht mehr, und Ende 2014 wurde die bevorstehende Entlassung von 130 Mitarbeitern angekündigt; man war offensichtlich zu schnell zu groß geworden. Ungeachtet dessen soll 2016 der erste Angry Birds-Film in die Kinos kommen.

Die norwegische Meltwater Group, die der Legende nach 2001 mit 15.000 Dollar und einer Kaffeemaschine in Oslo loslegte, ist weniger glamourös, aber auf ihrem Gebiet ebenfalls ein Welterfolg. Das Hauptquartier befindet sich heute in San Francisco. Meltwater bietet Online-Intelligence-Lösungen auf der Grundlage einer webbasierten Plattform, die Milliarden digitale Daten analysiert und mehr als 20.000 Unternehmen weltweit dabei unterstützt, ihre Märkte und Kunden besser zu verstehen und sich in der Social Media-Welt zurechtzufinden. Das Unternehmen unterhält Büros in 27 Ländern auf fünf Kontinenten, und der Wachstumsprozess ist noch lange nicht abgeschlossen.

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Endomondo wurde 2007 in Kopenhagen ins Leben gerufen und ist eine Fitness-App, die inzwischen laut Anbieter weltweit über 25 Millionen Freizeitsportler heruntergeladen haben. Mit ihr kann man nicht nur seinen Trainingsplan aufstellen und kontrollieren, sondern auch seine Erfahrung mit anderen Mitgliedern der Endomondo-Community austauschen. Es gibt eine kostenlose Version und eine Bezahlvariante mit zusätzlichen Funktionen. Gerade in den USA wächst das Unternehmen besonders stark und hat sein dortiges Headquarter natürlich in San Francisco.

Noch kein Welterfolg aus Skandinavien ist Klarna, aber der schwedische Anbieter von Zahlungslösungen für Onlineshopbetreiber ist auf dem besten Weg dorthin. Bisher hauptsächlich erfolgreich in Skandinavien, Deutschland, Österreich und den Niederlanden, haben die Stockholmer angekündigt, in diesem Jahr auch auf dem amerikanischen Markt reüssieren zu wollen. Klarna verspricht, mit seinem Leistungspaket den Zahlungsverkehr sowohl für Käufer als auch Verkäufer sicherer und einfacher zu machen und hat damit schon über 45.000 Shops überzeugt, darunter große Namen wie Zara und die schon erwähnten Spotify.