Lange Zahlungsziele, schlechte Zahlungsmoral oder Auftragsflaute – Finanzielle Engpässe können gerade in Gründungssituationen schnell gefährlich werden. Matthias Bommer, Initiator des Dresdner Start-ups Rechnung48 und Inhaber der Elbe-Factoring GmbH und der Elbe-Finetrading GmbH stellt Finanzierungsmöglichkeiten für Gründer und Freiberufler vor.

Motivation und innovative Ideen bilden das Rückgrat einer jeden Unternehmensgründung. Ohne eine gesicherte Finanzierung steht die Unternehmung auf wackeligen Füßen. Zu Beginn gibt ein ausführlicher Businessplan Orientierung. Zu beachten ist, dass der dort abgebildete Finanzierungsbedarf jedoch regelmäßig den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden sollte. Während zu Beginn vor allem das Startkapital eine Herausforderung darstellt, wollen sowohl die Anfangs- und Wachstumsphasen als auch mögliche Durststrecken überbrückt werden. Daneben müssen regelmäßig Investitionen getätigt werden und der Lebensunterhalt gesichert sein. Angebote für Finanzierungsmöglichkeiten gibt es viele. Welche die Richtige ist, hängt von der individuellen Situation und dem Bedarf ab. Eigenkapital, Förderprogramme, Leasing und Unternehmensbeteiligung sind einige von vielen Alternativen, die herkömmliche Finanzierungslinien ergänzen und vor allem die Liquidität erhöhen. Auch Factoring als Finanzierungslösung hat sich in Deutschland mittlerweile etabliert und ist nun auch für Gründer und Freelancer zu einer echten Option geworden.

Klassische Finanzierungsarten für Gründer und Freiberufler

Nicht jeder Gründer verfügt über ausreichend Eigenkapital. In diesem Fall gilt es Alternativen zu finden. Oberste Prämisse: Rechtzeitig Informationen einholen und prüfen, ob die jeweiligen Finanzierungsvoraussetzungen erfüllt werden und die Bedingungen zum eigenen Vorhaben passen! Hier vor allem das Kleingedruckte lesen. Augenmerk sollte auf Vertragslaufzeiten, Ausstiegsoptionen und auf den Kosten liegen. Vor allem wenn zusätzliche Sicherheiten fehlen, tun sich Banken schwer, bestehende Kreditlinien zu erweitern oder neue Kredite zu vergeben. Staatliche Förderprogramme punkten neben deutlich günstigeren Kreditkonditionen mit flexibleren Rückzahlungsmodalitäten. Darüber hinaus bieten Sie häufig rückzahlungsfreie Anlaufphasen. Förderprogramme sind jedoch rechtzeitig zu beantragen, meist noch vor Beginn des Vorhabens. Ebenso bringt die Antragsstellung Zeitaufwand mit sich.

Abhängig von Branche und Finanzierungsanlass kann es Sinn machen, die herkömmlichen Finanzierungslinien in Form von Fremdkapital zu erweitern. Zu den Klassikern gehören Leasing und Beteiligungskapital. Für innovative, technologiekonzentrierte Gründungsideen ist es mittlerweile üblich, sich einen Investor ins Boot zu holen. Private Equity-Gesellschaften beteiligen sich über Venture Capital an der Unternehmung und bringen neben Erfahrung auch oftmals Branchenwissen mit sich. Interessant für Gründer und Freiberufler können auch Leasing-Verträge sein. Heute kann fast alles geleast werden – vom Firmenwagen über Büroeinrichtungen und Maschinen bis zu Anlagen. Der Neukauf dieser Arbeitsgeräte bindet Kapital, das an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden kann.

Neue, innovative Finanzierungsformen

Ein neue Art der bankenunabhängigen Finanzierung stellt Finetrading dar. Finetrading-Dienstleister bieten die Einkaufsfinanzierung für Waren an. Der Ablauf ist schnell und unbürokratisch. Der Unternehmer handelt mit seinem Lieferanten die Warenbestellung aus. Im Anschluss bestellt jedoch der Finetrader die Ware. Der Lieferant sendet die Ware direkt zum Unternehmer, der die ordnungsgemäße Warelieferung überprüft. Nach positiver Bestätigung stellt der Lieferant seine Rechnung an den Finetrader. Dieser bezahlt die Rechnung sofort unter Ausnutzung von Skonto. Nun stellt das Finetrading-Unternehmen von seiner Seite die Rechnung gegenüber dem Unternehmer mit einem Zahlungsziel von bis zu 90 Tagen. Der Unternehmer bezahlt die Rechnung flexibel innerhalb des eingeräumten Zahlungsziels. Die Liquidität wird deutlich entlastet. Der Einsatz von Finetrading ist gerade für Projektgeschäfte sinnvoll. Diese bedingen oftmals Vorkasse bei den Lieferanten und lange Vorlaufzeiten. Die Umsetzung von Finetrading erfolgt zeitnah. Bankübliche Sicherheiten werden nicht verlangt. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich projektorientiert, d.h. dem Unternehmer muss ein konkreter Auftrag seines Kunden vorliegen bzw. sich in Anbahnung befinden.
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Eine weitere Finanzierungsalternative bietet Factoring. Die Finanzierungsform war bisher mittelständischen Firmen und Großunternehmen ab Umsatzgrößen von 500.000 Euro aufwärts vorenthalten. Seit Kurzem bieten spezialisierte Factoring-Gesellschaften wie die Elbe-Factoring GmbH mit Rechnung48 ihren Bezahlservice auch für Gründer, Selbständige und Freiberufler an. Der Ablauf ist schnell und einfach: Der Unternehmer erbringt seine Leistung und erstellt die Rechnung. Diese versendet er wie bisher an seine Kunden und parallel an den Bezahlservice. Die eingereichten Rechnungen werden vom Factor nach positiver Bonitätsprüfung innerhalb von 48 Stunden zu 100 Prozent vorfinanziert, abzüglich einer Servicegebühr. Darüber hinaus übernimmt die Factoring-Gesellschaft das Ausfallrisiko der angekauften Forderungen. Der Unternehmer kann sich auf sein Tagesgeschäft konzentrieren, denn das Mahnwesen wird ebenso übernommen. Liquidität ist schnell und unmittelbar nach erbrachter Leistung verfügbar. Zahlungseingänge erfolgen damit regelmäßig und planbar. Außenständen gehören der Vergangenheit an. Sicherheiten seitens des Unternehmers werden nicht benötigt und die Umsetzung erfolgt binnen weniger Tage.

Fazit: Mit einer guten Finanzierungsstruktur und einem sinnvollen Finanzierungsmix tun fehlende Sicherheiten, lange Zahlungsziele und Außenstände nicht mehr weh. Mit den richtigen Finanzierungspartnern steht dem Erfolg der Unternehmung nichts im Wege. Wächst die Finanzierungslösung dann auch noch mit, sind die Weichen in Richtung Zukunft gestellt. Unser Rat: Informieren Sie sich genau und lassen Sie sich beraten. Einen guten Finanzierungspartner erkennen Sie auch an der Beratungsleistung!

Über den Autor

Elbefactoring-Portrait-Bommer Matthias Bommer schloss sein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Mainz ab und startete seine Karriere im Factoring-Markt als Vorstandsmitglied einer börsennotierten Factoring-Gesellschaft. Im Anschluss baute er als Geschäftsführer für eine Finanzierungsgesellschaft die eigenständige Factoringtochter auf. Seit 2012 ist Bommer Geschäftsführer und Mitgesellschafter der Elbe-Factoring GmbH mit Sitz in Dresden. Das Unternehmen fokussiert sich im Rahmen des Full-Service-Factoring auf mittelständische Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 10 Mio. EUR. Im Juni 2014 wurde das Onlineprodukt Rechnung48 für Gründer, Freiberufler, Selbstständige und Freelancer gelauncht.