Nachrichten aus der Startup-Szene drehen sich oft ums große Geld: millionenschwere Investitionen, exponentielles Wachstum, Eroberung von Weltmärkten. Das Social Impact Programm zeigt, dass es auch andere Motive für eine Unternehmensgründung gibt.

Social Entrepreneurs sind eigenwillige Zeitgenossen. Finanzielle Gewinnerzielung steht bei ihnen nicht im Vordergrund, gesellschaftlicher Erfolg dagegen schon, und zwar, wenn es darum geht, ungelöste soziale Aufgaben zu bewältigen, die Lebensbedingungen von Menschen zu verbessern und einen positiven gesellschaftlichen Wandel aktiv zu gestalten. Ihr Engagement und ihre Lösungen gehen dabei über die Grenzen öffentlich finanzierter, sozialer Leistungsangebote hinaus. Sie erschließen neue Ressourcen, sehr häufig in enger Kooperation mit klassischen Unternehmen, und entwickeln neue Finanzierungsmodelle zur Absicherung ihrer Leistungsangebote.

Die social impact gGmbH (vormals iq consult) ist eine Agentur für soziale Innovation und gilt als eines der profiliertesten und erfahrensten Sozialunternehmen in Deutschland. Die Projektentwicklung in den Bereichen Social und Inclusive Entrepreneurship sowie eine europaweite Netzwerkarbeit sind bereits seit 1994 Kerngeschäft. Ein wesentliches Leistungsfeld ist die Förderung von Social Startups und Social Entrepreneurs. Dafür wurde2011 das Social Impact Programm ins Leben gerufen, das seitdem das Zentrum der sozialunternehmerischen Geschäftstätigkeit bildet.

SIL-HamburgImpressionen vom Social Impact Lab Hamburg

Unter dem Label Social Impact finden sich mehrere Programmbausteine:

  • Lab – Co-Working, Coaching, Eventspace, Networking – alles Stichworte, die zum Beispiel das 2013 eröffenete Social Impact Lab Hamburg beschreiben
  • Consult – Consulting zur Professionalisierung und Skalierung von sozialinnovativen Unternehmen
  • Finance – eine Crowdfunding-Plattform für Sozialunternehmen
  • Net – per Online-Ideencheck Schritt für Schritt zum schlüssigen Konzepz
  • Local – neue Konzepte der Regionalentwicklung im ländlichen Raum

Besonders spannend ist der Baustein Social Impact Start, denn hierbei handelt es sich um ein Stipendienprogramm, für das laufend Kandidaten gesucht werden. Das Programm hat Standorte in Berlin, Hamburg, München, Köln, Wien und Zürich und wird unterstützt von SAP und dem Bundesfamilienministerium. Die Stipendiaten erwartet ein umfangreiches Unterstützungspaket im Wert von 12.500 Euro. Bewerben kann man sich online, die hoffungsvollsten Projekte dürfen sich in einem Pitch vorstellen, an dessen Anschluss unmittelbar die endgültigen Teilnehmer verkündet werden. Die nächsten Bewerbungsrunden laufen in Hamburg, wo Anmeldeschluss der 15. April ist, und in Berlin, wo man sich noch bis zum 31. Mai anmelden kann. Einige Zahlen und Fakten zur bisherigen Erfolgsgeschichte:

  • > 500 Bewerbungen
  • 31 Pitches
  • 150 Stipendiatenteams
  • 100 Gründungen
  • 5.720 Beratungs- und Coachingstunden
  • 82 externe Auszeichnungen für die Startups
  • 400 geschaffene Arbeitsplätze / 700 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen
  • ca. 5 Millionen mobilisiertes Kapital

Es sind zudem keineswegs realitätsferne Weltverbesserer, die von Social Impact Start profitieren, sondern durchaus handfeste Startups, die auf dem Markt ihre Chance haben. Über einige von ihnen haben die Gründerfreunde bereits berichtet, etwa über die App Arya, die beim Kampf gegen Depressionen hilft (hier), oder Sofaconcerts, die jedes Wohnzimmer zur Konzertbühne machen (hier). Und es werden bestimmt noch einige hinzukommen.