Spielend Gutes tun, ohne dabei etwas zahlen zu müssen – wer würde dazu schon nein sagen? Darauf setzt das Team von Charity GamesLAB und entwickelt gerade ein Spiel, dessen Werbeeinnahmen zu einem großen Teil an Kinder in Not gehen sollen. Per Crowdfunding werden noch Geldgeber gesucht.

Wer regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel nutzt, kennt das Bild: Überall beugen sich Menschen über ihre Handys, um Kurzmeldungen zu verschicken, ihre E-Mails zu checken oder schnell eine Runde Candy Crush oder Angry Birds zu spielen. Für Sohrab Shojaei Khatouni (Bild unten), der treibenden Kraft von Charity GamesLAB, sind das potenzielle Wohltäter, denn seine Idee ist es, den Gameboom zu nutzen, um praktisch nebenbei Spendengelder einzusammeln. Dabei wird die App für das Spiel kostenlos sein, die Einnahmen entstehen einzig und allein durch moderat geschaltete Werbung. Möchte der Spieler beispielsweise einen bestimmten Bonus bekommen, kann er dieses durch das Anschauen eines kurzen Werbeclips erreichen. Das kostet ihn nichts und bringt trotzdem Geld in die Spendenkasse.

sohrab-portraet

70% der so erwirtschafteten Gewinne gehen an Hilfsprojekte, die restlichen 30% sollen in die Entwicklung neuer Spiele reinvestiert werden, um die Charity Games langfristig am Laufen zu halten und auszubauen. Auf der Internetseite des Charity GamesLABs können Interessierte jederzeit den aktuellen Spendenstand verfolgen. Kooperationspartner ist Save the Children Deutschland e.V., Teil der nach eigenen Angaben größten unabhängigen Kinderrechtsorganisation der Welt. Bereits 1919 in London gegründet, unterstützt Save the Children in mittlerweile 120 Ländern Projekte, die die Rechte von Kindern stärken und ihnen in Notsituationen helfen sollen.

Smarty

Smarty ist eine der Figuren aus dem Charity Game, das gerade entsteht

Mittlerweile arbeitet ein zehnköpfiges Team, das seinen Stammsitz an der TU Hamburg-Harburg hat und von der Hochschule auch tatkräftig unterstützt wird, an dem Spiel, das kindgerecht und gewaltfrei ist, aber auch Erwachsene ansprechen soll. Bei „Snook Skyrider“ geht es um eine Gruppe putziger Kreaturen, die ihr Shuttle wieder startklar kriegen und dabei allerlei Abenteuer bestehen müssen. Der Aufwand, ein solches Spiel zu entwickeln und zu vermarkten, ist natürlich groß, zumal das Ergebnis alle Standards normaler kommerzieller Games erfüllen wird – schließlich soll es Spaß machen und nicht nur ein Vehikel für Wohltätigkeit sein.

Um das Projekt zu vollenden, ist also Geld erforderlich, das folgendermaßen eingesetzt werden soll:

  • 14.000 Euro werden benötigt für: Coding, Refactoring, Testphase und die Integration in allen gängigen Plattformen – kurz gesagt: die Fertigstellung des ersten Charity Games.
  • 27.000 Euro sind angesetzt für die Vermarktung des Charity Games in 10 verschiedenen Ländern.

Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, läuft noch bis zum 3. Juni eine Crowdfunding-Kampagne bei Startnext. Unterstützer können sich zum Beispiel besondere Versionen des Spiels sichern oder sich mit einer eigens für sie kreierten Figur verewigen. Noch ist die Fundingschwelle längst nicht erreicht, doch Sohrab ist von seiner Idee überzeugt und wird sich auch von kurzfristigen Rückschlägen nicht beirrren lassen – dafür ist ihm die gute Sache viel zu wichtig.