The Red Bulletin Innovator und Tech Open Air Berlin präsentieren 5 Ideen aus Deutschland, die Dein Leben bereits jetzt verbessern:

Wir optimieren so gerne. Die Gesellschaftt 2.0 ist unermüdlich auf der Suche nach Dingen, die das Leben angenehmer und effizienter machen. Manches davon ist wenig sinnvoll, anderes hingegen macht einfach Spaß wie die folgenden 5 Dinge:

1) Besserer Sex für alle

AMORELIE

Lea-Sophie Cramer, 30, gründete den edlen Onlineshop für Sextoys: Amorelie. Sie leitete bereits mit 23 Jahren das Asiengeschäft bei Groupon. Eine Frau, die viel zu erzählen hat. Perfekt für ein Interview!

5 ideen
Lea-Sophie Cramer, Gründerin von Amorelie.

The Red Bulletin Innovator: Frau Cramer, Sie waren erfolgreiche Managerin für das globale Rabattmarken-Portal Groupon, bevor Sie 2012 einen Onlineshop für Sextoys gründeten. Hatten Sie gar keine Angst, sich Ihren Ruf zu ruinieren?

Lea-Sophie Cramer: Ich hatte keine Angst. Aber klar, bei der ersten Gründung überlegt man immer, ob sie erfolgreich wird. Neun von zehn Startups versagen. Und wenn du scheiterst – noch dazu mit einem Sexshop – kannst du nur noch schlecht bei traditionellen Konzernen anklopfen.

Warum haben Sie es trotzdem gewagt?

Weil Sex das Schönste und Intimste ist, was man tun kann. Gleichzeitig steckte das Thema in der Schmuddelecke fest, weil traditionelle Anbieter es verpasst hatten, die Nachfrage einer neuen Generation zu bedienen. Das hat uns aus unternehmerischer Sicht sehr gereizt.

 „In Japan musstest du männlich, älter und erfahren sein. Ich war 23, Europäerin und Chefin von 800 Männern.“

Bei Groupon haben Sie mit nur 23 Jahren das Asiengeschäft geleitet. Wie haben Sie sich durchgesetzt?

In Japan musst du als erfolgreicher Geschäftsmann männlich, in gehobenem Alter und erfahren sein. Ich war blond, Europäerin und 23. Und Chefin von 800 Männern. Die wichtigste Regel: Du darfst Schwierigkeiten nicht ausweichen. Pack das Problem frontal an! Das überrascht dein Gegenüber und führt häufig zu konstruktiver Weiterarbeit. Ich sagte: „Hallo, ich weiß, ihr wollt mich hier nicht haben. Ich verstehe das.“ Damit hatte ich das größte Problem direkt angesprochen. Das verschaffte mir Respekt.

 Welche Produktinnovationen liegen derzeit im Trend?

Solche, die über WLAN verbunden sind. Es gibt immer mehr Fernbeziehungen. Der Mann hat einen Masturbator, die Frau einen Vibrator. Die Bewegungen werden auf das Gerät des Partners übertragen. Wir sagen ja oft, mit der Digitalisierung gäbe es keine analogen Anwendungen mehr. In unserer Industrie ist das Gegenteil der Fall.

2) Co-Living Spaces, Baby!

ROAM

Co-Living Space? Was ist das? Bisher sagt dieser Begriff den meisten Menschen eher wenig. Das wird sich aber bald ändern: Roam ist das neue Airbnb für Kreative und bietet eben diese Co-Living Spaces an. Das bedeutet, dass man überall auf der Welt leben kann und dann weiterziehen, ohne sich allzu fest binden zu müssen. Kann man aber auch, wenn man will … Es gibt Co-Living Spaces an den aufregendsten Orten der Welt, zum Beispiel in Tokio, Miami, London oder Bali. Die Preise variieren: Los geht es ab 500 Dollar pro Woche bis in extravagante Höhen von 1800 Dollar im Monat. Man hat seine eigenen vier Wände und ist Teil einer Community. Wer sich nicht festlegen will, für den gibt es Roam. Bald auch in Madrid, New York, L. A. und Berlin.

3) Volocopter für alle!

VOLOCOPTER

Der Traum vom Fliegen. In unzähligen Science-Fiction Filmen fliegt der öffentliche Nahverkehr bereits durch die Lüfte. Der Volocopter des Karlsruher Unternehmens e-volo macht diese Fiktion jetzt zur Realität: Das Taxi der Zukunft lässt sich per Joystick steuern und eine elektronische Steuerung übernimmt die Navigation.

Umweltfreundlich ist das futuristische Vehikel auch noch: Seine 18 Rotoren werden von Akkus angetrieben. Das Ultraleicht-Flugzeug erinnert dabei an eine Ameise: Es wiegt selbst nur 450 Kilo, kann aber mehrere hundert Kilo transportieren. Wenn ihr jetzt denkt, das lassen doch die deutschen Behörden niemals zu, dann habt ihr … Unrecht! Die Zulassung ist bereits vorhanden!

4) Regisseur Deines eigenen Virtual Reality Films werden

VIORAMA

Stell dir vor, du stehst im Camp Nou, Barça spielt gegen Real, du klickst die Splash- App, filmst die tobende Crowd, das gewaltige Rund des Stadions, wie Messi auf das Tor zusprintet, und die App montiert aus deinen Aufnahmen ein 360-Grad-Video. Ein weiterer Klick, und du teilst deinen Film auf Facebook und YouTube.

Jetzt sind auch die anderen live dabei, drehen sich mit Hilfe von Navigationspfeilen um die eigene Achse, blicken hinunter auf das Spielfeld oder hinauf in den Himmel. Und kommentieren das, was sie sehen. Splash macht aus deinem Smartphone eine Virtual-Reality-Kamera, aus dir einen Regisseur deiner Erlebnisse und aus Followern dein Publikum. Sehen wir das 360-Grad-Video dann noch in einem VR-Headset, tauchen wir vollends ein in eine Welt, die uns abgedrehter, intensiver und realer erscheinen kann als die Wirklichkeit.

5) Die besten Restaurants finden

FOODGUIDE

Gutes Essen ist wirklich wichtig. Das wissen nicht nur Foodies. Aber was tun, wenn man sich in der Stadt nicht auskennt oder einfach mal Lust auf was Neues hat? Foodguide herunterladen! Tinder für Gourmets. Zur Abwechslung muss man hier entscheiden, ob man die Fotos von Gerichten lecker findet. Ist dem so, markiert man sie unter Favoriten. Wie auch Netflix lernt Foodguide durch deine Bewertungen mehr über deinen Geschmack und zeigt dir im besten Fall nur noch Dinge an, die ganz nach deinem Gusto sind.

Weiteres Highlight: 50.000 Foodie-Brüdern und -Schwestern warten darauf dich zu den kulinarischen Highlights ihrer Stadt zu führen – virtuell natürlich. Obwohl, wer weiß: Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen.

Zehn weitere Ideen, die das Leben bereits jetzt verbessern, wie wissenschaftliche Zusammenarbeit, smarte Einsichten in das eigene Zuhause und gemeinsam Strom sparen lesen Sie im kompletten Artikel in der aktuellen Ausgabe des „THE RED BULLETIN INNOVATOR“ und auf https://www.redbulletin.com.

Text: Sandra Prechtel und Cecile Solkan

Bilder: Katja Hentschel