Die Frage der Fragen: Welche Unternehmensform passt zu mir und meinem Startup?

Einheitsgrößen gibt es in diesem Bereich nicht, eher gilt es individuelle Kriterien auszuloten, um eine sinnvolle rechtliche Struktur zu schaffen – auf der Dein Unternehmen florieren kann. In diesem Artikel wollen wir auf Einzelunternehmen und Kapitalgesellschaften eingehen.

Es lohnt sich dieses Thema gründlich zu durchleuchten und sich viel Zeit für eine gründliche Recherche zu nehmen. Wir wollen Euch einen ersten Überblick verschaffen.

Inwiefern Deine Idee sinnvoll ist, solltest du an diesem Punkt bereits geprüft haben. Die Wahl der richtigen Unternehmensform ist von ebenso großer Wichtigkeit.

 Unternehmensform abhängig vom Kapital

Wie so häufig hängt die Wahl der richtigen Unternehmensform auch und besonders von monetären Fragen ab. Eine Kapitalgesellschaft trägt diesen Fakt bereits im Namen: ein Mindestmaß an Kapital ist für die Gründung derselben zwingend erforderlich.

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) erfordert ein Startkapital von 25.000 €. Eine AG erfordert das Vorhandensein der doppelten Summe, sprich 50.000 €. Das ist eine erhebliche Summe, die nicht jedem zur Verfügung steht.

Einzelunternehmen eignen sich damit also eher für Gründer mit wenig Stammkapital.

 Unternehmensform Einzelunternehmen

Diese Unternehmensform ist beliebt bei Gründern, die alleine gründen möchten. Die Gründung ist relativ unkompliziert: Es muss kein Stammkapital vorhanden sein und die Kosten für den Eintrag ins Handelsregister belaufen sich auf lediglich 30 €.

Man darf allerdings nicht vergessen, dass man bei dieser Unternehmensform stets mit dem Privatvermögen haftet. Es sei denn, man gründet eine 1-Personen-UG oder eine 1-Personen-GmbH.

UG: Mischform der Kapital- und Einzelgesellschaft.

Eine UG ist eine Sonderform der GmbH, sie kostet allerdings 24.000 € weniger: 1 € reicht zur Gründung aus. In allen anderen Merkmalen gleicht sie der GmbH.

 Unternehmensform Kapitalgesellschaft

Kapitalgesellschaften erfordern Liquidität. Den 1 € für die UG können sicherlich die meisten Gründer aufbringen, das sieht bei 50.000 € für eine UG ganz anders aus. Der Vorteil liegt natürlich ganz klar in der Tatsache, dass die Haftung auf das Firmenvermögen beschränkt ist.

Kapitalgesellschaften zeichnen sich durch folgende Kriterien aus:

Nachteil:

  • Mindestkapitaleinlage für die Gründung erforderlich

Vorteile:

  • Beschränkte Haftung auf das Firmenvermögen
  • Rechtliche Selbstständigkeit als juristische Person 

Kapitalgesellschaften im Einzelnen

Als Kapitalgesellschaft gelten folgende Unternehmensformen:

  • UG – Unternehmergesellschaft: Die UG ist eine Sonderform der GmbH und wird daher auch die kleine GmbH genannt. Man kann ohne großes Startkapital gründen und haftet dennoch nicht mit seinem Privatvermögen – ganz wie bei der herkömmlichen GmbH.
  • GmbH – Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Die GmbH ist die klassische Kapitalgesellschaft für die ein Stammkapital von 25.000 € erforderlich ist und die eine beschränkte Haftung aufweist, wie es der Name schon sagt: Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Außerdem ist eine doppelte Buchführung erforderlich.
  • AG – Aktiengesellschaft: Es muss reichlich Kapital vorhanden sein, um eine AG zu gründen: 50.000 € Stammkapital sind das Minimum für die Gründung eines börsennotierten Unternehmens.

Die Wahl der richtigen Unternehmensform ist immer individuell zu treffen, Fachleute zu konsultieren – immer die richtige Entscheidung. Sich vorab zu informieren ist ein Muss. Im nächsten Artikel der Reihe befassen wir uns ausführlich mit Personengesellschaften.

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