Es ist Freitag und wir sind zurück mit unserem Querschnitt Fintech. Kryptowährungen kommen langsam aber sicher in der Mitte an, wenn sogar Armin Maiwald, Sendung mit der Maus-Urgestein, unseren Kleinsten erklärt, was es damit auf sich hat. Das Video ist aber auch für Erwachsene interessant, daher wollen wir es Euch natürlich nicht vorenthalten:

Ansonsten berichten wir diese Woche über Lendstar sowie das Investoren-Netzwerk primeCROWD. Das ewige Vorbild Schweden nutzt Blockchain ab sofort für Grundbucheintragungen und ICOs werden zu häufig verschwenderisch eingesetzt –Omise zeigt jetzt, dass es auch anders geht. Beginnen wir unseren Überblick mit Lendstar, dem Höhle der Löwen Startup:

Münchner Fintech Startup Lendstar sammelte siebenstelligen Betrag ein

Das Münchner Fintech-Startup Lendstar konnte in seiner jüngsten Finanzierungsrunde einen siebenstelligen Betrag zur Finanzierung des weiteren Wachstums einsammeln. Dies gab das Unternehmen Ende der vergangenen Woche in einer Pressemeldung bekannt.

Lendstar bezeichnet sich selbst mit seiner App als deutschen Marktführer für soziale P2P-Payments. Über die Lendstar-App können sich Nutzer zum Beispiel gegenseitig Geld senden oder leihen. Des Weiteren können Nutzer die App mit ihrem persönlichen Girokonto verbinden und so Geld an Freunde oder die Familie überweisen. Paypal lässt grüßen. Einer breiten Öffentlichkeit wurde das junge Startup durch die Teilnahme an der Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ bekannt. Damals investierte Jochen Schweizer in die Gründer aus München.

kryptowährungenCEO und Gründer Christopher Kampshoff freut sich insbesondere darüber, dass nicht nur die App von den Nutzern gut angenommen wird, sondern es Lendstar ebenfalls gelang ein tragfähiges Geschäftsmodell in einer Marktnische zu etablieren, die bisher als schwer zu monetarisieren galt. Zahlreiche Banken zeigten in der jüngeren Vergangenheit Interesse an einer Kooperation. Mittlerweile bietet Lendstar in Zusammenarbeit mit sieben verschiedenen Banken die App in einer Co-Branding-Variante an.

PrimeCROWD punktet mit neuem Lead Investoren- Modell und verhilft FOEX zu sechsstelligem Investment

primeCROWD, das im Dezember 2015 gegründete Investoren Netzwerk, verbindet Investoren mit ausgewählten Startup Unternehmen. Ein neues Lead Investoren-Modell soll die Erfolgsquoten und Investitions-Volumina der Startups weiter optimieren. Beim IT Startup FOEX hat es jedenfalls schon mit einem hohen, sechsstelligen Investment von tecnet und BaseTech geklappt. Markus Kainz, CEO und Gründer von primeCROWD sagte dazu:

Mit unserem neuen Lead Investoren-Modell erhalten jetzt alle die Möglichkeit, sich an der Seite von erfolgreichen Business Angels und erfahrenen Branchenexperten an Startups zu beteiligen”,

Momentan führt primeCROWD auch mit internationalen Venture Capital Fonds entsprechende Gespräche.

Ergebnisse der Universität Harvard und des MIT beweisen, dass erfahrene Investoren die Erfolgschancen eines Startups in den ersten vier Jahren um 27 Prozent erhöhen. Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit für weitere Finanzierungsrunden um 44 Prozent.

Schweden: Grundbuchamt Lantmäteriet trägt seit kurzem Grundstücke und Eigentümer über Blockchain ein

Bereits seit über einem Jahr ist bekannt, dass Schweden an einer Blockchain-Lösung für die Verwaltung von Grundbucheinträgen forscht. Das Grundbuchamt war bereits fortschrittlich digitalisiert, allerdings verspricht man sich von der Umstellung auf Blockchain noch mehr Effizienz.

Jährlich fallen für Bürokratie und Betrugsfälle um die 100 Millionen Euro an, die man so hofft einsparen zu können. Wie so oft bei Blockchain und Fintech generell, sind die Banken überaus interessiert an dem Projekt. Zwei schwedische Banken sind bereits in das Projekt involviert. Auch in Deutschland experimentiert man mit Blockchain, wie wir im Querschnitt der letzten Woche bereits erwähnten, testet Daimler gerade ein Blockchain Projekt.

Für das schwedische Projekt lieferte das Startup Chromaway die Blockchain. Allerdings handelt es sich hierbei um eine private und nicht um eine öffentliche Blockchain.

Auch in anderen Ländern experimentiert man mit Blockchains. Besonders dort, wo viel Korruption herrscht, ist der Einsatz einer nicht manipulierbaren Blockchain-Lösung sinnvoll: In einigen Ländern Zentral- und Südamerikas wird an einer Blockchain-Einführung gearbeitet. So ist von Honduras und Brasilien bekannt, dass sie Blockchain-Projekte in der Richtung verfolgen.

Thailand: Fintech Startup Omise zeigt verantwortlichen Umgang mit ICO auf

ICO als alternative Fundraising Methode brachte dieses Jahr mehr als 500 Millionen US Dollar ein. Allerdings völlig umreguliert und ungeprüft: Unfertige Produkte und dubiose Teams verschlangen gigantische Summen.

Ein Startup zeigt jedoch, dass man auch verantwortungsvoll mit einem ICO umgehen kann:

Omise, ein thailändisches Fintech Startup, sammelte in einer ICO Finanzierungsrunde 25 Millionen Dollar ein. Dadurch wurde Omise zur ersten bereits fest etablierten Tech-Company, die sich für eine Finanzierung dieser Art entschieden hat.

Die Firma hat bereits 20 Millionen Dollar von traditionellen VCs erhalten und richtete den Token Sale aus, um eine dezentralisierte Zahlungsplattform entwickeln zu können: Omise Go. Das Projekt soll die disruptive Revolution des Tech-Startups werden. Die Idee dahinter ist, dass Omise Go-Nutzer die Möglichkeit haben sollen, ihr Kapital ohne die Existenz eines Bankkontos zu investieren und zu transferieren. Dafür fallen keinerlei Transaktionsgebühren an. Neben Peer-to-Peer payments, möchte das Startup auch Partner animieren, die Plattform zu nutzen und das System außerdem anderen Playern der Branche zugänglich machen.

Omise Go befindet sich noch im Entwicklungsstadium und soll frühestens Ende nächsten Jahres auf den Markt kommen, einzelne Services und damit verbundene Produkte werden allerdings bereits für Q4 2017 erwartet. Omise Go wird auf OMG basieren, die wiederum  auf ERC20 basiert und in diesem ICO verkauft wurde.