Wohl die Nachricht der Woche: Smava bringt einen Kredit mit -0,4 % effektivem Jahreszins auf den Markt – eine Wahnsinns-Marketingaktion! Und damit herzlich willkommen zum aktuellen Querschnitt Fintech.

Seit Montag können Kreditnehmer bei smava einen Ratenkredit mit negativem Zinssatz abschließen. Der Kreditnehmer bekommt Geld geschenkt, wenn er sich welches leiht. Konkret hat das Vergleichsportal Smava in Zusammenarbeit mit der Fidor Bank das von Verbraucherschützern argwöhnisch beäugte Kreditangebot gestrickt.

Deutliches Signal an Verbraucher

Das heißt im Klartext: Wer einen Kredit in Höhe von 1.000 Euro aufnimmt, muss nur 994 Euro zurückzahlen. „So günstig konnte man noch nie Geld leihen“, erklärt Alexander Artopé, Gründer und Geschäftsführer des Kreditvergleichsportals smava. Argument des Unternehmens: Mit dem Angebot sensibilisiere smava Verbraucher für die erheblichen Preisunterschiede zwischen günstigen Online- und teureren Filial-Krediten. Der von smava seit 2015 angebotene 0-Prozent-Kredit sei der erste Schritt, heißt es in der offiziellen Presseerklärung. Mit dem Negativzins-Kredit folge nun ein noch deutlicheres Signal.

Smava-Gründer Alexander Artopé lockt Kunden mit Zinsgeschenk.

 

Hintergrund: Die Deutschen wissen nicht, dass sie zu viel für Kredite zahlen

So zahlten Verbraucher deutschlandweit im Jahr 2016 mehr als 2,4 Milliarden Euro Zinsen zu viel. Das belegen auch Daten der Deutschen Bundesbank, der Schufa und des Bankenfachverbands: „Das muss nicht sein. Mit dem Negativzins-Kredit wollen wir Verbraucher zum Vergleichen motivieren“, so Artopé. Aktuell lassen sich mithilfe von smava zeitgleich Kredite von mehr als 25 Banken vergleichen. Einen so umfassenden Überblick kann eine einzelne Filial-Bank nicht bieten.

Und ein weiteres Plus habe das Startup in Petto: Der Negativzins-Kredit sei nicht nur der günstigste Online-Kredit, sondern auch schnell. Das Geld werde unmittelbar nach erfolgreicher digitaler Beantragung automatisiert ausgezahlt.

Freier Verwendungszweck hilft Geld zu sparen

Der Verwendungszweck des Negativzins-Kredits ist freigestellt. Der Kredit hat einen Nettokreditbetrag von 1.000 Euro mit einer Laufzeit von 36 Monaten und einem effektiven Jahreszins von -0,4 Prozent. Den Negativzins-Kredit gibt es ausschließlich über das Kreditvergleichsportal smava.de. Er wird von der Fidor Bank bereitgestellt. Verbraucher können ihn beispielsweise nutzen, um deutlich teurere Dispokredite abzulösen. Für diese fallen aktuell im Schnitt 8,5 Prozent Zinsen an. „Mit unserer -0,4-Prozent-Finanzierung helfen wir Verbrauchern, die hohen Dispo-Zinsen zu vermeiden“, erklärt Artopé.

Kredit nur bei ausreichender Bonität 

Trotz Negativzins bleibt ein Kredit eine ernst zu nehmende Verbindlichkeit, die beglichen werden muss. Deshalb wird der Negativzins-Kredit nur an Verbraucher vergeben, die das Geld zurückzahlen können.

 

Bargeld gegen bitcoints: Schweizer Privatbank steigt in Blockchain-Asset-Management ein

Barguthaben gegen Bitcoins: Die Schweizer Privatbank Falcon setzt ab sofort auf Kryptowährungen. Ihre Kunden dürfen ihr Geld zukünftig in Bitcoins anlegen. Egal, ob beim Online-Banking oder direkt beim Bankberater: jetzt bietet die Schweizer Privatbank Falcon ihren Kunden an Bitcoins direkt über das Geldinstitut zu beziehen. Damit sei man laut Falcon-Angaben die erste Schweizer Privatbank, die ihren Kunden eine Blockchain-Asset-Management-Lösung anbiete. Im Foyer des Schweizer Hauptsitzes in Zürich steht seit neuestem ein Bitcoin-Geldautomat. Zugänglich zu den üblichen Geschäftszeiten der Bank.

 

ERGO bündelt künftig auf dem Start-up Campus „Factory Berlin“ Innovationsprojekte

Bereits seit 2013 ist das Unternehmen in Berlin mit dem Innovation Lab und Start-up Kooperationen aktiv. Ab sofort möchte ERGO diese Aktivitäten an einem Standort bündeln, um Innovationen noch schneller umzusetzen.

„Wir wollen Trends und Chancen rascher erkennen“, sagt Mark Klein, Chief Digital Officer der ERGO Group. „Dabei hilft uns unser Know-how an einem einzigen Standort mit starken Partnern konsequent umzusetzen.“

CEO und Gründer der Factory Berlin, Udo Schloemer ergänzt: „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit ERGO als einem Partner, der das Potenzial von Innovationen und Digitalisierung erkennt und es gemeinsam mit Mitgliedern der Factory Gemeinschaft nutzen möchte.“

Das Innovationsmanagement ist Teil der ERGO Digital Ventures AG, die unter dem Dach der ERGO Group AG für alle Digital- und Direktaktivitäten der Gruppe einschließlich des Tochterunternehmens ERGO Direkt zuständig ist. Die Gesellschaft nimmt eine Treiberrolle für Innovation und digitale Transformation ein. Die Trennung vom traditionellen Geschäft und der Managementfokus auf das digitale Geschäft sollen es erleichtern, neue Ideen schnell umzusetzen. Mit der Ansiedlung aller Direkt- und Digitalaktivitäten unter einem Dach geht ERGO in der Versicherungsbranche konsequent einen eigenen, neuen Weg.

Zum Wochenende kommt außerdem noch eine kleine Lektüre-Empfehlung:

 

Die Digitalisierung kommt einer Revolution gleich, denn sie verändert das Leben der Menschen ähnlich nachhaltig wie die erste industrielle Revolution. Obwohl die FinTechs Teil dieser Entwicklung sind, geht vielen von ihnen die revolutionäre Schlagkraft jedoch ab.Von Disruption kann nur in seltenen Fällen gesprochen werden, so eine weit verbreitete These. Warum dies nicht zwangsläufig so kommen muss und vieles Weitere zum Thema liefert das Original Paper: „Disruptive Geschäftsmodelle von FinTechs: Grundlagen, Trends und Strategieüberlegungen“, erschienen bei Springer Fachmedien Wiesbaden.