Urlaubszeit ist für die meisten von uns Lesezeit. Daher möchte ich Euch in dieser Woche drei meiner aktuellen Favoriten vorstellen: angefangen mit dem wunderbaren kleinen Buch Karma Business, über das ich mit der Autorin Katja Niedermeier gesprochen habe. Katjas Theorie für ein erfolgreiches und glückliches Business basiert auf uraltem buddhistischen Erfolgswissen, zusammengefasst in drei Regeln und fünf Prinzipien. Sie beschreibt, wie diese Philosophie ihre eigene Existenz gerettet hat, nennt Fall-Beispiele aus Coachings und bietet Aufgaben und Übungen an, um ins Tun zu kommen.

Gründerfreunde:

Liebe Katja,

ich freue mich sehr, dass Du uns und unseren Lesern ein paar Geheimnisse aus Deinem Buch Karma Business verrätst. Du sagst zum Beispiel, spirituelle und wirtschaftliche Weiterentwicklung gehören zusammen. Karma Business nennst Du es.

Katja Niedermeier:

Genau. Mit der Spiritualität verhält es sich nämlich wie mit der Schwerkraft. Wir können sie im Geschäftsleben zwar ignorieren oder als Papperlapapp abtun, aber das Gleichgewicht zu halten gestaltet sich ohne sie um einiges anstrengender. Im Grunde ist jeder Mensch spirituell. Spätestens nämlich wenn du in einem abstürzenden Flieger oder deine geschäftliche Existenz bedroht ist, fängst du an zu beten. Das Streben nach Glück und Wohlstand eint uns Menschen. Und auch wenn es nicht jedem bewusst ist, so ist dieses Streben ein spiritueller Vorgang. Dabei können wir aber nicht auf der einen Seite nach diesen Werten streben und auf der anderen Seite wirtschaftliches, finanzielles Wachstum klein halten wollen, weil alles zusammen gehört. Geld ist zwar nicht der Schlüssel zum Glück, aber es ist ein Vehikel, um unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Großzügigkeit zu fördern.

Gründerfreunde:

Zwei Aspekte haben mich darin besonders angesprochen: Du kennst den Weg zum „Idealkunden“ und Du weißt, wie man von diesem gefunden wird. Viele der Gründerfreunde sind da sicher sehr neugierig. Erzähl doch mal, wie ich meinen idealen Kunden finde – oder noch besser, wie er mich findet.

Katja Niedermeier:

Beginn am besten damit, zu notieren, mit welchen Menschentypen du keinesfalls zusammenarbeiten willst. Dadurch wirst du dir deiner Werte bewusst. Meinungsverschiedenheiten sind kein großes Ding, aber wenn unterschiedliche Werte aufeinander prallen, wird’s echt anstrengend und auch unschön. Es gilt, sich zu überlegen, wie die Person gestrickt ist, die unser Produkt, unseren Service kaufen soll. Ist das ein Mann oder eine Frau? Die Zusammenarbeit kann mit beiden Spaß machen, gestaltet sich aber komplett unterschiedlich und entsprechend unterschiedlich müssen auch die Werbemaßnahmen gestaltet sein, wenn sie nicht ins Leere laufen sollen. Sobald du weißt, wer dein Idealer Karmischer Businesspartner (IKB) ist, weißt du auch, was diese Person am meisten nervt. Wenn du hier ansetzt und dich in diese Person hineinversetzt, wird sie dich auch finden. Dabei ist es übrigens ganz hilfreich „google-bar“ zu sein. Die meisten denken hier aber nicht über den Tellerrand hinaus und verharren im eigenen Wording, anstatt die Wortwahl des IKB zu wählen. „Karmisch“ übrigens deshalb, weil wir mit jedem Kontakt Vibes erzeugen, feinstoffliche Schwingungen, und zwar freudvolle oder übellaunige. Diese werden dann wiederum zu Erlebnissen gleicher Qualität. Also Obacht!

Gründerfreunde:

Wow, spannend. Ich habe da direkt eine Ahnung, was – und wen – du meinst. 

Das zweite wichtige Thema, das viele Freiberufler beschäftigt, ist das Thema Geld: Stichwort Honorarverhandlungen. Theoretisch wissen die meisten, wie Preise gestaltet sein müssen, damit sie gut wirtschaften können und auch, damit sie als Profi ernst genommen werden. In der Praxis schielen sie dann doch nach links und rechts und lassen sich im Preis drücken.

Wie kann man das verhindern?

Katja Niedermeier:

Es ist ein Kinderspiel jemanden im Preis zu drücken, wenn sich diese Person als Konkurrent unter vielen anderen sieht und eine Art Bauchladen vor sich her trägt. Wer z.B. bei Pitches mitmacht, kann auch im Preis gedrückt werden. Wer z.B. Fotoarbeiten sowohl für Bands als auch für Objekte und Hochzeiten anbietet, wird niemals als Experte wahrgenommen werden und ist ebenfalls leicht im Preis zu drücken. Wer jedoch den Schneid besitzt, sich spitz im Markt aufzustellen, dazu ein Alleinstellungsmerkmal für sich herausarbeitet und das eigene Angebot unwiderstehlich treffend für den Idealen Karmischen Businesspartner zu kreieren, der kann auch seine Preise unabhängig von anderen gestalten. Der IKB zahlt immer gerne und prompt. Tut er das nicht, ist es nicht der geeignete IKB. Und es gilt noch etwas zu beachten: Wer sich oft und intensiv mit anderen aus der eigenen Branche vergleicht, dem fällt über kurz oder lang auch Negatives und Nicht-Nachahmenswertes ins Auge. Die kritische Auseinandersetzung mit der „Konkurrenz“ mündet am Ende des Tages jedoch immer in Selbstzweifeln und Verunsicherung. What goes around comes around. Ich empfehle mit den Augen bei sich selbst zu bleiben und wohlwollend, gönnend und freudig die Erfolge der Kollegen (!) zur Kenntnis zu nehmen.

Gründerfreunde:

Ich habe in Deinem Buch auch gelesen, dass Glaubenssätze eine Rolle spielen. Ein Punkt, den ich bisher noch nicht nachvollziehen kann. Ich bin der Meinung, keinen negative Prägung zum Thema Geld zu haben. Ich mag Geld. Ich bin davon überzeugt es zu verdienen. Und ich gebe es auch gerne und großzügig aus. Auch rückblickend entdecke ich keinen negativen Glaubenssatz. Dann müsste mein Konto doch prall gefüllt sein – eigentlich.

Katja Niedermeier.

Hier würde mich interessieren, was bei dir „prall gefüllt“ bedeutet. Nenne eine Zahl und gib dieser Zahl eine Aufgabe. In welchem Bereich soll sie dir dienen? In was willst du investieren? Welche deiner Talente willst du mit dieser Zahl fördern? Wie viel davon soll deiner Gesundheit zu Gute kommen? Was willst du spenden? Geld „will“ konkrete Aufgaben bekommen.

Gründerfeunde:

Den Ansatz kannte ich noch gar nicht. Pläne habe ich – wie wahrscheinlich die meisten Gründer und Selbstständigen – genug.  also, nehmen wir mal an, ich habe doch einen negativen Geld-Glaubenssatz – unterbewusst und tief in mir begraben. Wie finde ich ihn und wie werde ich ihn wieder los? Hast Du Tipps, wie man seine innere Haltung zum Thema Geld ändern kann?

Katja Niedermeier:

Fang damit an, Geld immer „Geld“ zu nennen (nicht etwa Asche, Kohle oder Knete). Und mach dir bewusst, dass sich Geld irgendwie immer ein wenig wie eine Person verhält. Sprichst du negativ oder gleichgültig über Geld, wird es nicht lange bei dir bleiben. Wenn wir Geld wie eine Person behandeln, die uns etwas bedeutet, dann öffnen wir ihr gerne die Tür, kümmern uns um sie, schenken ihr Aufmerksamkeit und vor allem tauschen wir sie nicht unüberlegt gegen etwas ein, das wir nur mal kurz konsumieren wollen.

Nicht selten sitzen auch Prägungen aus der Familie, der Heimat, ja, sogar aus einem unserer Vorleben in unserem Energiesystem. Am besten überprüfst du deine Haltung zu diesem Thema, in dem du dich und deine Gedanken beobachtest. Wann denkst du „Das kann ich mir nicht leisten.“ oder „Wow, das ist aber teuer.“ Was scheint nur für reiche Menschen bestimmt zu sein, nicht aber für dich? Wie wichtig ist es dir, genau das auch zu erleben und was tun „die Reichen“, um das zu erleben? Was nehmen sie in Kauf und an welcher Stelle schreckst du zurück? Was trennt dich von reichen Menschen und in welcher Hinsicht ist dir diese Trennung willkommen?

Gründerfeunde:

Du sagst auch, es gibt für jeden den idealen Kunden. Was kann ich nun tun, um die best-Off-Kundschaft auf mich aufmerksam zu machen? Also Unternehmen, die „wert“schätzen, was ich tue, die mich thematisch herausfordern und mir Aufgaben übertragen, die mich glücklich machen?

Katja Niedermeier:

Das gelingt dir am besten, wenn du dich auf ein Nischen-Gebiet, das dir Freude bereitet, spezialisierst und dir genau hier einen Expertenstatus und Reichweite durch Veröffentlichungen, Interviews, Vorträge, Social Media etc. erarbeitest.

Gründerfreunde:

Fokussierung, eigene Prioritäten und Vorlieben erkennen – und sichtbar werden. Dazu gehört auf kurz oder lang dann auch die richtige Präsentation. Was gehört für Dich zu einem gelungenen Elevator-Pitch dazu? 

Katja Niedermeier.

Im besten Fall besteht der Elevator Pitch aus 3 Teilen: „Bullet„, Ergänzung und „Wow!„. Wenn dich jemand nach deiner beruflichen Tätigkeit fragt, kommt die „Bullet“ deiner natürlichen Antwort am nächsten und wirkt am wenigsten auswendig gelernt. Statt jedoch zu sagen „Ich arbeite als Coach“ wäre „Ich arbeite als Achtsamkeits-Coach und leite Retreats auf Gomera“ oder etwas Ähnliches treffender. Wichtig ist es, sich zu spezifizieren. Steht jemand vor dir, der von deinem Produkt / deiner Dienstleistung profitieren könnte, wird diese Person daraufhin Näheres wissen wollen. In dem Fall erfolgt dann die Ergänzung inklusive IKB, emotionalem Benefit für den Kunden und dem „Wow!“, um den Expertenstatus oder das Alleinstellungsmerkmal zu unterstreichen. Der Elevator Pitch sollte entweder Neugier hinterlassen oder die Hoffnung auf eine Problemlösung darstellen, und er sollte dabei keinesfalls dazu dienen die andere Person voll zu texten.

Liebe Katja, ich danke Dir!

Wer von Euch noch mehr zum Thema Karma Business wissen möchte oder darüber, wie diese Philosophie Katja Niedermeiers eigene Existenz gerettet hat, dem lege ich das Buch dringend ans Herz.

Hier geht´s zum Buch: Karma Business 

Karma Business“ basiert auf uraltem buddhistischen Erfolgswissen, das Katja Niedermeier in drei 3 Regeln und 5 Prinzipien zusammenfasst. Anhand vieler Fall-Beispiele aus Coachings sowie Aufgaben und Übungen zeigt sie machbare Strategien, um ins Tun zu kommen.

 

Der nächste Tagesworkshop KARMA-BUSINESS  findet am 7.10. in Berlin statt. Die Teilnahme kostet 395,- € zzgl. 19% USt.

Weitere Information zum Coaching-Angebot ist auf ihrer Website zu findet Ihr auf Katjas Website: k-acht.com

 

Bildquelle Beitragsbild: k-acht.com / Sylke Gall