Morgen beginnt in Berlin die re:publica, eine der weltweit größten Konferenzen zu den Fragen der digitalen Gesellschaft. An drei Tagen wird über 300 Stunden Programm geboten. Die Gründerfreunde sind dabei und fassen vorab die wichtigsten Themenschwerpunkte zusammen.

Die re:publica steht in diesem Jahr unter dem Motto „Finding Europe“, das aus vielen Perspektiven beleuchtet wird, auch buchstäblich bei der Internet-of-Things-Lichtinstallation „Finding Europe With Lights“, die den Veranstaltungsort STATION-Berlin (Bild oben) in den europäischen Farben erstrahlen lässt. In den Sessions werden unter anderem religiöse und kulturelle Identitäten Europas thematisiert, der digitale Kulturraum Europa und seine netzpolitischen Besonderheiten ausgelotet und die Diversität dieses Kontinents betont. Ebenso stehen Einwanderung und europäische Asylpolitik auf der Agenda.

Die auch räumlich zusammen mit der re:publica durchgeführte MEDIA CONVENTION Berlin präsentiert sich in diesem Jahr besonders umfangreich und vielseitig. Auf drei Bühnen finden am 5. und 6. Mai zahlreiche Veranstaltungen rund um Film, Fernsehen, Plattformen, Digitalisierung, Regulierung und neue Journalismusformate statt. Inhaltlich geht es vor allem um das Spannungsfeld zwischen kreativen und technologischen Prozessen: um Algorithmen, soziale Netzwerke, Bewegtbildstrategien, die Generation YouTube, Video on Demand und um die Zukunft des Fernsehens.

re-publica facts-neuZahlen und Fakten zur re:publica 2015

Im Rahmen der re.publica gibt es zahlreiche so genannte Subkonferenzen; so kann man sich unter der Überschrift Zukunftsstadt an der Schnittstelle von Technologie, Gesellschaft und Nachhaltigkeit auf die Suche nach der Stadt von morgen machen. Dazu wird es einen eigene Veranstaltungsreihe mit Diskussionsrunden und Workshops geben.
Seit Jahren fester Bestandteil ist die re:health, die sich der Frage widmet, wie die Gesellschaft mit der Digitalisierung im Bereich der Gesundheit umgeht und welche Möglichkeiten sich dadurch ergeben.

Unter dem Oberbegriff Wearables wird die Verschmelzung von Mode und Technologie immer wichtiger. Auf der FASHIONTECH BERLIN werden Berührungspunkte zwischen den beiden bisher weitgehend voneinander unabhängigen Bereichen aufgezeigt: neue Arbeitsweisen, aktuelle Trends und innovative Projekte rund um Gadgets, Hacking und Design. Hier wird unter anderem Thomas Andrae (Director of 3M New Ventures) über neueste Entwicklungen im Bereich Internet of Things und Wearables sprechen.

Eine weitere Subkonferenz ist das Global Innovation Gathering (GIG), das bereits zum dritten Mal Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Asien, Afrika und Lateinamerika versammelt, die ihre innovativen, nicht zwingend von Technik getriebenen Projekte auf der re:publica präsentieren. Ermöglicht wird das GIG, das sich zudem als ganzjährig funktionierendes Netzwerk begreift, durch die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Zum allerersten Mal gibt es mit dem re:cord Musicday einen Schwerpunkttag Musik auf der re:publica. Big Data, Streaming-Dienste, Open Source und viele andere spannende Themen werden am 7. Mai auf dieser neuen Subkonferenz diskutiert. Ein Highlight ist hier der Auftritt der Gründerin des Music Tech Fest, Michela Magas, die über Big Data in der Talentschmiede von Plattenfirmen sprechen wird.

schlussfeierSchlussfeier der re:publica 2014

Selbstverständlich gibt es auch auf der re:publica 2015 zahlreiche Sessions, die sich mit dem großen Themenkomplex Netzpolitik befassen. Getreu dem Motto Finding Europe werden Überwachung, Verschlüsselung, Urheberecht, Netzneutralität und digitale Bürgerrechte im europäischen Kontext beleuchtet. Besonders spannend zu werden verspricht der Vortrag des Soziologen Zygmunt Bauman, der seine Überlegungen zur Kontrollgesellschaft auf den Punkt bringt und dabei den neuesten Stand der Technik berücksichtigt.

Unter der Überschrift re:learn geht es um neue Bildungsansätze und den Umgang von Kindern mit dem Netz. Weitere Themen sind etwa die Überwachung im Bildungssystem, Reality Gaming in der Schule, Familie 2.0, politische Bildung auf YouTube oder auch die ethische Dimension des Programmierens mit Sessions zu „Code + Ethik“ und „Critical Technology Education”.

Die Mobilität der Zukunft sicher und komfortabel zu gestalten, sich in neue Konzepte hineinzudenken, aber auch Vorhandenes zu hinterfragen, das ist die Mission der Subkonferenz re:think mobility, die Daimler zusammen mit seiner Mobilitätssparte moovel ausrichtet. Wie kommunizieren eigentlich Mensch und Maschine in der Zukunft? Welchen Beitrag kann die Gesellschaft leisten, damit das Zusammenleben funktioniert? Lässt sich Technik über Gesten- und Sprachsteuerung intuitiver nutzen? So lauten einige der Fragen, die in Expertenrunden aufgeworfen und diskutiert werden.

Die rechtliche Lage zu Social Media und anderen Plattformen im Netz ist häufig verwirrend und einigen auch immer noch schlichtweg unbekannt. Um das zu ändern, gibt es auf der re:publica zum ersten Mal das Law Lab. In acht Sessions und Workshops geben erfahrene Juristinnen und Juristen eine Einführung in die wichtigsten rechtlichen Aspekte rund um das Internet.

#rp15 re-ader Cover

Erstmalig in Kooperation mit der Berliner Zeitung und erneut mit der Self-Publishing Plattform epubli sowie der Deutschen Journalistenschule in München (DJS) gibt es zur re:publica auch in diesem Jahr wieder das schnellste Buch der Welt: den re:publica re:ader. Angeleitet von den erfahrenen Redakteurinnen und Redakteuren der Berliner Zeitung produzieren die Journalistenschüler und -schülerinnen live vor Ort, in einem Newsroom in der STATION-Berlin, für jeden Konferenztag einen umfassenden re:ader. In diesem E-Magazin werden die wichtigsten Themen der re:publica multimedial mit Artikeln, Videobeiträgen, O-Tönen, Bildergeschichten und nicht zuletzt News aus der Twittersphäre aufbereitet.

Über Nacht wird der re:ader von epubli veröffentlicht und ist schon am nächsten Morgen in den gängigen E-Book-Shops verfügbar. Bereits in den letzten beiden Jahren wurde das Projekt sehr erfolgreich durchgeführt. So wurde der re:ader im vergangenen Jahr über 8000 Mal heruntergeladen.