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Zukunftsforschung, auch Futurologie genannt, ist die systematische und kritische Untersuchung möglicher künftiger Entwicklungen auf technischem, wirtschaftlichem und sozialem Gebiet. Für Startups ist das mehr als ein Gedankenspiel: Jede Gründung wettet darauf, dass ein Problem morgen größer ist als heute. Wer weiß, welche Entwicklungen die bekannten Zukunftsforscher für wahrscheinlich halten, prüft die eigene Idee gegen mehr als das Bauchgefühl. Die Angaben zu Personen und Institutionen haben wir im Oktober 2026 auf deren eigenen Websites nachgeprüft.

Bekannte Zukunftsforscher im Überblick

NameHerkunftInstitution heuteSchwerpunkt
Matthias HorxDeutschlandHorx Future GmbHMegatrends, Gesellschaft, Zukunftsbild
Sven Gábor JánszkyDeutschland2b AHEAD ThinkTank, Chairman und GeschäftsführerZukunft von Unternehmen, Arbeit, KI
Eike WenzelDeutschlandInstitut für Trend- und Zukunftsforschung (ITZ), GründerLebensstile, Nachhaltigkeit, Megatrends
Horst OpaschowskiDeutschlandOpaschowski Institut für Zukunftsforschung, HamburgFreizeit, Lebensqualität, Gesellschaft
Kevin KellyUSAWired (Mitgründer), The Long Now FoundationTechnik und ihre langfristigen Folgen
Peter DiamandisUSAXPRIZE Foundation, Gründerexponentielle Technologien, Langlebigkeit
Michio KakuUSACity College of New YorkPhysik der Zukunft
Richard FloridaUSAVanderbilt University, University of TorontoStädte und kreative Klasse
Brian SolisUSAServiceNow, Head of Global Innovationdigitale Transformation, Kundenerlebnis
Stand Oktober 2026, Angaben von den Websites der Personen und Institute.

Zukunftsforscher aus Deutschland

Matthias Horx

Matthias Horx ist der bekannteste Name der deutschen Trendforschung. Nach eigener Darstellung ist die Familie Horx eine „Zukunftsforscher-Familie, die jetzt in die zweite Generation geht“, deren Arbeit mit den Anfängen der Trendforschung in den 1990er Jahren begann (horx.com). Bekannt wurde er mit Büchern und Vorträgen über Megatrends und über die Frage, wie Gesellschaften mit Krisen umgehen. Wer mit Megatrends arbeitet, stößt auch auf das Zukunftsinstitut in Frankfurt am Main, das eine frei herunterladbare Megatrend-Map veröffentlicht und heute von Harald Gatterer geführt wird.

Sven Gábor Jánszky

Sven Gábor Jánszky leitet als Chairman und Geschäftsführer den 2b AHEAD ThinkTank in Leipzig. Das Institut arbeitet mit einem Team aus Zukunftsforschern und Strategen für Unternehmen, die wissen wollen, wie sich ihre Branche in zehn Jahren verändert, und bietet Programme zu Foresight und künstlicher Intelligenz an.

Eike Wenzel

Eike Wenzel ist Gründer des Instituts für Trend- und Zukunftsforschung (ITZ), das nach eigener Angabe das erste Trendforschungsunternehmen in Deutschland ist, das an einer Hochschule angesiedelt ist. Sein Leitsatz: „Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, aber Zukunft lässt sich planbar machen.“ Im August 2026 erschien sein Buch „Lebensstile 2040. 11 Lebensstil-Trends für Wirtschaft und Gesellschaft“.

Horst Opaschowski

Horst Opaschowski lehrte von 1975 bis 2006 an der Universität Hamburg und leitete von 2007 bis 2010 die Stiftung für Zukunftsfragen. 2014 gründete er mit seiner Tochter, der Bildungsforscherin Irina Pilawa, das Opaschowski Institut für Zukunftsforschung in Hamburg (opaschowski.de). Seine Stärke sind repräsentative Befragungen dazu, wie die Deutschen leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen wollen.

Internationale Zukunftsforscher

Kevin Kelly

Kevin Kelly hat 1993 das Magazin Wired mitgegründet und war in den ersten sieben Jahren dessen Executive Editor, heute trägt er dort den Titel Senior Maverick (kk.org). Er ist Co-Vorsitzender der Long Now Foundation, die langfristiges Denken fördern will, und betreibt die Empfehlungsseite Cool Tools. Bekannt sind seine Bücher „What Technology Wants“ und „The Inevitable“, sein jüngstes heißt „Excellent Advice for Living“.

Peter Diamandis

Peter Diamandis ist Arzt, Gründer und Executive Chairman der XPRIZE Foundation, die Wettbewerbe mit hohen Preisgeldern für technische Durchbrüche ausschreibt. Er hat die Singularity University mitgegründet und nach eigener Angabe mehr als 25 Unternehmen gegründet oder mitgegründet (diamandis.com). Sein Thema: exponentielle Technologien und eine Welt des Überflusses, wie im Buch „Abundance“.

Michio Kaku

Michio Kaku ist theoretischer Physiker und hat den Henry-Semat-Lehrstuhl für theoretische Physik am City College of New York inne (mkaku.org). Er gilt als Mitbegründer der Stringfeldtheorie und erklärt in Büchern wie „Physics of the Future“ und „The Future of the Mind“, welche Technik die Physik in den nächsten Jahrzehnten möglich macht.

Richard Florida

Richard Florida ist Stadtforscher, Distinguished University Professor an der Vanderbilt University und emeritierter Professor der University of Toronto (creativeclass.com). Mit „The Rise of the Creative Class“ prägte er die These, dass Städte wirtschaftlich stark werden, wenn sie kreative und technisch qualifizierte Menschen anziehen. Für Gründer ist das eine Hilfe bei der Frage, welcher Standort passt.

Brian Solis

Brian Solis ist Digitalanalyst und Autor und arbeitet heute als Head of Global Innovation bei ServiceNow, wo er die Innovationszentren des Unternehmens verantwortet (briansolis.com). Seine Bücher, etwa „The End of Business as Usual“, handeln davon, wie digitale Technik das Verhalten von Kunden verändert.

Wie Zukunftsforscher arbeiten

Seriöse Zukunftsforschung sagt nicht voraus, was passiert, sondern beschreibt, was passieren könnte und woran man es früh erkennt. Die wichtigsten Werkzeuge sind Trend- und Megatrendanalysen, Szenarien mit mehreren denkbaren Zukünften, Expertenbefragungen in mehreren Runden (Delphi-Methode) und Befragungen der Bevölkerung. Der Unterschied zwischen Trend- und Zukunftsforschung ist fließend: Trendforscher schauen stärker auf Konsum und Lebensstile der nächsten Jahre, Zukunftsforscher auf längere Zeiträume.

Was Gründer von Zukunftsforschern mitnehmen

Für die eigene Geschäftsidee helfen Zukunftsforscher auf drei Wegen. Erstens als Frühwarnsystem: Welche Entwicklung macht mein Produkt in fünf Jahren überflüssig? Zweitens bei der Marktgröße, denn ein Megatrend ist ein Argument für wachsende Nachfrage, wie wir im Beitrag Marktvolumen berechnen zeigen. Drittens als Anstoß für Experimente: Eine Annahme über die Zukunft wird erst wertvoll, wenn man sie früh am Markt testet, so wie es die Methode Lean Startup beschreibt. Wer mit einer Idee dann losgeht, findet die ersten Schritte in unserem Ratgeber Selbstständig machen.

Häufige Fragen zu Zukunftsforschern

Was machen Zukunftsforscher?

Zukunftsforscher untersuchen systematisch mögliche Entwicklungen in Technik, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie arbeiten mit Trendanalysen, Szenarien und Expertenbefragungen und beraten damit Unternehmen, Verbände und Politik.

Wer sind die bekanntesten Zukunftsforscher in Deutschland?

Zu den bekanntesten zählen Matthias Horx, Sven Gábor Jánszky vom 2b AHEAD ThinkTank, Eike Wenzel vom Institut für Trend- und Zukunftsforschung und Horst Opaschowski, der das Opaschowski Institut für Zukunftsforschung in Hamburg gegründet hat.

Wer ist Eike Wenzel?

Eike Wenzel ist Zukunftsforscher und Gründer des Instituts für Trend- und Zukunftsforschung (ITZ). Er beschäftigt sich mit Lebensstilen, Nachhaltigkeit und Megatrends, sein Buch „Lebensstile 2040“ erschien im August 2026.

Wer ist Kevin Kelly?

Kevin Kelly hat 1993 das Magazin Wired mitgegründet und war dort sieben Jahre Executive Editor. Er ist Co-Vorsitzender der Long Now Foundation und schrieb unter anderem „What Technology Wants“ und „The Inevitable“.

Was ist der Unterschied zwischen Trendforschung und Zukunftsforschung?

Die Grenze ist fließend. Trendforschung schaut meist auf Konsum und Lebensstile der nächsten Jahre, Zukunftsforschung auf längere Zeiträume und arbeitet stärker mit Szenarien und wissenschaftlichen Methoden.

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