Blendle: Der Digitalkiosk bekommt den scoop Award

Hand aufs Herz: Wer liest schon eine Zeitschrift von vorne bis hinten komplett durch. Andererseits haben viele Magazine und Zeitungen interessante Artikel, nur will man deswegen nicht gleich alle Ausgaben erwerben. Hier setzt der Digitalkiosk Blendle an und bietet jounalistische Beiträge einzeln zum Kauf an. Dafür gibt es jetzt den scoop Award 2015.

Mit einem Klick ausgewählte Artikel aus verschiedenen Zeitungen und Magazinen kaufen: Diesen Service bietet der Digitalkiosk Blendle seinen Nutzern. Für dieses clevere Geschäftsmodell erhält Blendle-Mitgründer Marten Blankesteijn während des scoopcamps am 1. Oktober in Hamburg den scoop Award 2015. Der Preis wird zum zweiten Mal vergeben und zeichnet besondere Leistungen an der Schnittstelle zwischen journalistischen Inhalten und Technologie aus.

Marten_neuMarten Blankesteijn, Mitgründer von Blendle (Foto: Leonard Fäustle)

„Mit Marten Blankesteijn überreichen wir den scoop Award  einem Unternehmer, der es geschafft hat, guten Journalismus ins digitale Zeitalter zu heben“, sagt Meinolf Ellers, Geschäftsführer der dpa-infocom GmbH und Mitinitiator des scoopcamps. Gemeinsam mit Alexander Klöpping hat Marten Blankesteijn Blendle im Jahr 2013 in den Niederlanden als Plattform für den Kauf einzelner Magazin- und Zeitungsartikel ins Leben gerufen und damit vor allem die Zielgruppe unter 35 Jahren erreicht. Seit kurzem ist Blendle in Deutschland in der Betaphase, der offizielle Start auf dem deutschen Markt soll noch im Herbst 2015 erfolgen. Die Plattform bietet Beiträge zum Preis von wenigen Cent- oder Eurobeträgen an – mit Geld-zurück-Garantie, falls der Artikel nicht gefällt.

„Die Frage danach, wie sich Journalismus künftig refinanzieren lässt, kann man in ihrer Bedeutung kaum überschätzen. Wir brauchen deshalb solche innovativen Bezahlmodelle, die es Leserinnen und Lesern ermöglichen, für spannende Themen und journalistische Berichte Geld zu bezahlen“, bekräftigt Dr. Carsten Brosda, Bevollmächtigter des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg für Medien, die Entscheidung für den Preisträger. Das Angebot bietet Vorteile für Leser und Verlage: Während Nutzer nur den Inhalt bezahlen, den Sie auch lesen wollen, erreichen Verlage mit der Präsenz auf der Plattform auch Anwender, die von sogenannten Bezahlschranken in Onlinemedien abgeschreckt werden.

Über das scoopcamp

Das scoopcamp ist die Innovationskonferenz für Medien. Seit 2009 lädt Hamburg@work – und seit 2014 nextMedia.Hamburg – jährlich zusammen mit der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH mehr als 250 Experten, Entscheider und Innovatoren der Medien- und Digitalbranche zur Diskussion über Trends und aktuelle Themen an der Schnittstelle zwischen Redaktion, Programmierung und Produktentwicklung ein. Im Fokus stehen Themen wie „Data Journalism“, „Social Media“ und „New Storytelling“ in digitalen Medien.

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