HAFERVOLL – wenn ein Großunternehmen ein erfolgreiches Startup kopiert

HAFERVOLL macht Müsliriegel aus Hafer – das klingt erstmal nicht besonders spektakulär. Doch nicht nur die Riegel sind so speziell, dass ein Großunternehmen sie inzwischen nachzuahmen versucht, auch die Geschichte des Gründers Robert Kronekker ist einzigartig. Wir zeichnen seinen Weg vom Basketballass zum Krebspatienten und bis zum erfolgreichen Unternehmer nach.

Sport war immer eines der wichtigsten Bestandteile im Leben von Robert Kronekker, Basketball seine größte Leidenschaft. Im  Sportinternat trainierte er sieben Tage in der Woche, vier Stunden  am Tag. Im Alter von 19 Jahren traten plötzlich die ersten Beschwerden auf. Nach zahlreichen Arztbesuchen dann die Diagnose: Lymphdrüsenkrebs im Endstadium. Für Robert  stand fest: Er werde kämpfen und den Krebs in seinem Knochenmark und den faustdicken Tumor der auf seine Lunge drückt, besiegen! Und tatsächlich: Auch dank dieser Einstellung hat er die Chemotherapie überstanden und mit großer Kraftanstrengung die schwere Krankheit besiegt.

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Robert Kronekker

Eine große Hilfe war ihm dabei die Musik. Als Rapper schrieb er zunächst melancholische und sehr düstere Texte, die sich aber bald wandelten zu positiveren und optimistischen
Werken. Mit dieser Einstellung wollte er auch anderen Krebspatienten ein Vorbild sein  und gewann 2008 den Titel „Kämpfer des Jahres“ bei einer Aktion der Techniker Krankenkasse und des Axel Springer Verlags.

Ein weiteres ihm wichtiges Thema wurde gesunde, ausgewogene Ernährung , die Robert dann zu seinem Beruf gemacht hat. Seine Mission: „Auf dem Markt gibt es so viele Lebensmittel, die vollgestopft sind mit Konservierungsstoffen, Geschmacksverstärkern und Aromen. Es ist meine Pflicht als Ökotrophologe, mein Wissen über Ernährung zu teilen!“. Also gründete er nach seinem Studium zum Ernährungswissenschaftler und langjähriger Erfahrung in der Produktentwicklung mit seinem Kollegen Philip Kahnis im September 2013 die Firma HAFERVOLL.

Als Produktentwickler für Sportnahrungsprodukte musste er zuvor zahlreiche Eiweißriegel unter der Verwendung von chemischen und künstlichen Zutaten entwickeln. Dafür findet er heute drastische Worte: „Mich hat es schlichtweg angekotzt, diesen ganzen Fake-Produkte zu entwickeln und dann abends mit Gefühl einzuschlafen, den Menschen nichts als Abfall verkauft zu haben. Ja, Hafervoll ist ein reines Wutprodukt!“

In England ist er dann auf die Flapjacks aufmerksam geworden, ein traditionelles britisches Produkt. Flapjacks sind gebackene Haferriegel. Im Gegensatz zu herkömmlichen Riegeln, die maschinell gepresst werden, sind die Flapjacks von HAFERVOLL echte Handarbeit. Der Müsliteig wird auf einem Backblech ausgestrichen und bei einem selbstentwickelten mehrstufigen schonendem Erhitzungsprozess goldbraun gebacken. Danach werden die Riegel einzeln geschnitten damit zu handgemachten Unikaten.

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HAFERVOLL und Haferkraft von CORNY: Die Ähnlichkeit ist bestimmt rein zufällig…

HAFERVOLL gibt es in sechs verschiedenen Sorten: Mandel-Rosine, Cashew-Cranberry, Mohn-Aprikose, Kakao-Haselnuss, Banane-Paranuss und Hanf-Sauerkirsch. Jeder Flapjack liefert langfristige Energie aus Vollkorn und mehrfach ungesättigte Fettsäuren und beugt somit Heißhungerattacken vor.

Der Erfolg blieb nicht aus; nach drei Jahren werden die gebackene Hafersnacks nicht nur bei ca. 5000 Händern wie Rewe, Edeka und vielen anderen verkauft, sondern auch in 1300 Filialen der  Drogeriekette Rossmann. Diese Marktpräsenz ist auch den Platzhirschen der Branche nicht verborgen geblieben, wie die bildliche Gegenüberstellung oben zeigt. Die Marke CORNY, die zur Schwartau Gruppe gehört, hat sich bei seinen Haferkraft-Riegeln ziemlich offensichtlich bei HAFERVOLL bedient.

Hier wurde sich nicht nur an stilistischen Elementen orientiert, sondern auch die komplette Farbgebung, die Zutaten und Geschmacksrichtungen und auch der Produktname deutlich nachempfunden. Zudem wechselte die CORNY erstmals von sogenannten Mulitpacks (drei bis sechs Riegel in einem Paket) zu der Einzelriegelverpackung, wie es sie auch bei HAFERKRAFT gibt. Ob das Industrieprodukt allerdings qualitativ mit der Manufakturware mithalten kann, darf bezweifelt werden.

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