Nach der re:publica und der Cube gab es diese Woche ein weiteres spannendes Event in Berlin für Freunde der virtuellen Realität. Auf der Asia Pacific Week ging es neben Themen wie FinTech, AI, Smart Cities und Social Entrepreneurship, natürlich auch um Virtual Reality.

Simon Bjoergvin Veredonvon von der Akademie für digitale Bildung brachte in seinem Vortrag den aktuellen Entwicklungsstand von Virtual Reality auf den Punkt und betonte die „schier endlosen Möglichkeiten“ bei denen VR in Zukunft eine Rolle spielen könnte. Die folgenden drei Anwendungsbeispiele fanden wir besonders spannend.

VR in der Medizin

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten wie Virtual Reality in der Medizin zum Einsatz kommen könnte. Laut Veredonvon wird die neue Technik vor allem in der Chirurgie Anwendung finden. Hier könnte sie für Trainingszwecke verwendet werden – entsprechende Versuche finden bereits statt – und würde Medizinstudenten, die bisher an plastischen Figuren üben, ein realistisches Übungsszenario am virtuellen Patienten ermöglichen. Selbst komplizierte Operationen am Gehirn könnten so realistisch dargestellt und geübt werden.

Aber auch bei real stattfindenden Operationen könnte es bald virtuell zugehen. Vor allem für komplizierte chirurgische Eingriffe gibt es weltweit oft nur wenige Ärzte, die über die nötige Expertise verfügen. Mit Hilfe von VR-Brillen und entsprechenden Kameras wird es in Zukunft möglich sein, ihr Fachwissen zu multiplizieren. Die Chirurgen könnten so virtuell an einer Operation teilnehmen und den tatsächlich operierenden Arzt unterstützen.

Asia Pacific Week 2017 - Simon Bjoergvin Veredonvon
Simon Bjoergvin Veredonvon referiert über Virtual Reality auf der Asia Pacific Week 2017

 VR in der Bildung

Die Anwendungsbeispiele für VR in der Bildung, die Veredonvon vorstellt, sind mindestens genau so spannend. Schon heute gibt es zahlreiche Online Universitäten, in denen Studenten aus aller Welt an Video-Vorlesungen teilnehmen können. Durch Virtual Reality könnten solche Vorlesungen nicht nur sehr viel realistischer auf die Studierenden wirken, sondern auch auf revolutionäre Art und Weise Lernprozesse beschleunigen.

Bei vielen technischen Studiengängen sieht Veredonvon großes Potential für den Einsatz von VR. Computermodelle von Bauteilen oder Maschinen könnten so in der virtuellen Vorlesung dreidimensional dargestellt, auseinandergenommen und betrachtet werden. Da solche Modelle heutzutage ohnehin zur Produktion notwendig, und daher vorhanden sind, müssten sie lediglich in die virtuelle Vorlesung eingebunden werden.

VR als Sales-Tool

Auch im Bereich Sales birgt Virtual Reality viel Potential. BMW, Volvo und Audi konnten dieses bereits auf eindrucksvolle Weise veranschaulichen. Alle drei Autohersteller haben Pilotprojekte gestartet in denen potentielle Kunden die Kaufentscheidung mit Hilfe von virtueller Realität erleichtert werden soll. Dazu befinden sie sich in einer Art virtuellem Autohaus, indem sie ihr Wunschauto „live“ konfigurieren und mit individuellen Ausstattungswünschen versehen können.

Audi ging sogar schon einen Schritt weiter und verknüpfte das visuelle Erlebnis der VR-Brille mit dem haptischen Erlebnis wirklich im Cockpit des Autos zu sitzen. Die virtuelle Fahrt fühlt sich dank dieser Technik besonders real an und ermöglich unter anderem die Simulation von Gefahrensituationen. Im Auto integrierte Assistenzsystemen, die in gefährlichen Situationen ausgelöst werden, können so ausprobiert und getestet werden.

Virtual Reality ist faszinierend – daran lässt auch Simon Bjoergvin Veredonvon in seinem Vortrag auf der Asia Pacific Week keine Zweifel. Wird die Technik also nach dem Internet, ohne das heutzutage kaum noch jemand leben möchte, der nächste Meilenstein der Entwicklung werden? In Anbetracht der schier endlosen Anwendungsmöglichkeiten, die über weit über Gaming und Entertainment reichen, ist dies ein wahrscheinliches Szenario.