»MEIN ZIEL IST …«

 

Wie kommt man von der Idee zum Ziel? Wo sind die Hemmschwellen? Woher rührt die Blockade, die uns an der Umsetzung hindert? Und was kann ich tun, um meine Visionen zu realisieren? Eine Antwort darauf gibt Reverse Engineering. „Du musst Dein zukünftiges Ich treffen“, sagt zumindest Laura Malina Seiler, Coach und Host des #1 Podcasts „Happy, Holy & Confident”. Mit Gründerfreunde sprach sie über ihre persönliche Manifestationsformel. Denn: „Deine Gedanken erschaffen deine Realität.“

Wie kommt es eigentlich, dass so viele Gründer eine Idee erst einmal Ewigkeiten mit sich herumschleppen, bevor sie überhaupt ins Handeln kommen?

Laura:

„Es gibt dafür meiner Meinung nach zwei Hauptgründe. Der eine ist, dass man noch an der eigenen Kompetenz zweifelt. Dass man sich sagt: ‚Ich bin noch nicht bereit. Das noch dieses Gefühl da ist von: ‚Ich muss erst noch eine bestimmte Ausbildung machen‘, oder ‚ich brauche noch dies oder das‘ – dieses Gefühl von: ‚Ich bin einfach noch nicht ready‘. Die Sache ist allerdings die, dass dieses Gefühl nie kommen wird. Denn dein Gehirn und dein Körper haben nur die eine Aufgabe: Dafür zu sorgen, dass du überlebst. Und in dem Moment, in dem du überlegst die Komfortzone zu verlassen, wird auf jeden Fall in deinem Hirn und deinem Körper, deinem gesamten System, der Notstand ausgerufen. Dass du auf die Idee kommen könntest etwas zu ändern – das will dein Körper nicht und das will auch dein Gehirn nicht. Denn dein Gehirn ist nicht dazu da, dass du glücklich bist, sondern dass du überlebst.

Ich beobachte bei vielen Leuten, dass sie auf das Gefühl warten, auf die Stimme, die da sagt: ‘Ich bin jetzt bereit, um loszugehen‘. Aber dieses Gefühl wird niemals kommen. Das Gefühl kommt erst nachdem du losgegangen bist – mit jedem Schritt, den du machst, mit jeder Erfahrung, mit jedem Wissen, dass du neu dazu bekommst, dadurch dass du losgegangen bist, dadurch bekommst du erst das Gefühl von ‚ich bin Ready‘. Aber es ist selten vorher schon da. Dieses Warten darauf ist es aber, was die meisten davon abhält.

… und der zweite Hauptgrund?

Laura:

Der zweite Grund, dafür, dass Leute nicht gründen, ist, dass sie sich vergleichen: Mit Leuten, die schon da sind, wo sie gern hinmöchten, und das nicht positiv, sondern negativ. Sie sehen nicht, was die Person alles schon bewerkstelligt hat, um an diesen Punkt zu kommen. Sie sehen nur, wie toll der- oder diejenige ist – und dann sehen sie sich selbst. Dabei sind sie den Weg bis zu diesem Punkt einfach noch nicht gegangen. Wir wollen erst die Möhre, vor dem Ziel. Aber so funktioniert das Spiel halt nicht. Erst, wenn du bestimmte Schritte gemacht hast, wirst du auch zu der Persönlichkeit, zu der du am Anfang hinaufgeschaut hast.

Und dann gibt es noch einen dritten Punkt, nämlich, dass es an unternehmerischem Grundwissen mangelt. Dadurch fühlen sich viele sicherlich auch unsicher und hadern loszugehen. Insbesondere, wenn man selbst aus einem ganz anderen Umfeld kommt, also nicht aus einer Unternehmer-Familie oder so, dann fällt es umso schwerer, sich die eigentliche Vision richtig vorzustellen.

Und wie können es angehende Gründer dann schaffen, die oben genannten inneren Hürden und Ängste zu überwinden und ihre Träume zu realisieren?

Laura:

„Eine ganz tolle Sache, die ich auch als Coaching-Tool bei mir liebe und sehr gern einsetze, ist das Reverse Engineering. Dabei geht es darum, sich mental in einen Moment zu begeben, in dem du es geschafft hast: Du hast dein Unternehmen an den Start gebracht, es gab dabei auch schwierige Phasen aber auch gute, du hast vielleicht im ersten Jahr schon ein kleines Team aufgebaut, hast dein eigenes Office, deine Produkte verkauft, deine Dienstleistung angeboten. Jetzt geh einfach mal in dieses Gefühl; an den Ort und die Zeit, wo du sagen kannst, du bist schon der erfolgreiche Unternehmer. Und dann schau in dich hinein und frag dich: ‚wie fühlt sich das an?‘. Wie sprichst du? Was denkst du?

„Du musst dein zukünftiges Ich treffen“

Wenn du siehst, wie diese Person handelt und denkt, dann verlierst du auch die Angst. Du bist schon die erfolgreiche Unternehmerin. Wenn du dir das vorstellen kannst, was du jetzt alles weißt, wie du über dich denkst. Wenn du wirklich eine Reise in die Zukunft machst und dein zukünftiges Ich triffst. Dann verlierst du die Angst, denn du bist ja schon da.

Und dann, wenn du dieses Bild vor dem inneren Auge hast, diese Energie in deinem Körper spürst, wie es sich anfühlt, voller Vertrauen zu sein und voller Stolz und Freude, dann gehst du einen Schritt weiter und überlegst rückwärts: Wie bin ich denn vorgegangen – damals im Jahr 2017? Was war der erste Schritt – und der zweite – und der dritte …? Wenn du aus der Zukunft zurückblickst, liegt das gegenwärtige Problem hinter dir. Dann siehst du die Dinge aus eine ganz anderen Perspektive. Das ist ein ganz tolles Tool, um Ängste geringer werden zu lassen und Vertrauen in sich aufzubauen.

Es hilft dabei übrigens, sich ganz viele kleine Zwischenziele vorzunehmen und vorzustellen. Die Kunst ist es, die kleinen Schritte zu gehen. Schritt für Schritt, Schritt für Schritt, wie Beppo, der Straßenkehrer in „Momo“. Das Große und Ganze, deine Vision, solltest du im Hinterkopf haben, aber in diesem Moment konzentriere dich einfach auf den nächsten Schritt.

Außerdem ist es wichtig, limitierende Glaubenssätze aufzulösen: ‚Das kann ich nicht‘. ‚Ich bin nicht gut genug‘. ‚Mir fehlt das Wissen‘. ‚Ich hab es nicht verdient, erfolgreich zu sein,‘ davon sollte man sich im Idealfall so schnell wie möglich lösen, denn wenn dein Unternehmen schneller wächst als deine Persönlichkeit, wird es dir ab einer gewissen Stelle über den Kopf wachsen. : Was denke ich eigentlich über mich selbst? Und funktioniert das Bild, das ich von mir selbst habe, um als Unternehmer erfolgreich zu sein?“ Das sind wichtige Fragen.

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Und wie kann man die eigenen Glaubenssätze finden?

Laura:

„Die Glaubenssätze kannst Du an deinen Ergebnissen sehen. Beispielsweise, wenn du immer im Minus bist auf dem Konto, wirst du wahrscheinlich keinen positiven Geldglaubenssatz haben. Aus allen Ergebnissen im Außen kannst du die dahinterstehenden Glaubenssätze ablesen, wenn du dich damit ein bisschen beschäftigst. Es reicht ja schon, sich selbst mal beim Denken zuzuhören. Und dann frag dich, ob diese Glaubenssätze für Dich funktionieren und für das, wo du gern hinmöchtest.

„Deine Gedanken erschaffen deine Realität.“

Wenn deine Gedanken nicht positiv sind und nicht darauf ausgerichtet, was du daraus machen möchtest, dann wird das wahrscheinlich auch nicht funktionieren. Dann wirst du dich immer selbst sabotieren.“

Anders herum gibt es ja so etwas wie einen Fahrplan. Eine Manifestationsformel, die dir dabei hilft, deine Gedanken auf das Wesentliche zu lenken.

Laura:

„Ja. Die beinhaltet letztendlich, dass du etwas aus der gedanklichen Welt in die reale Welt holst. Dass etwas mani-fest wird, handfest in der Realität. Am Anfang steht der Gedanke. Die Vision.

Der erste Schritt der Manifestationsformel ist es dann, dir über das klar zu werden, was du möchtest. Die meisten sind nun aber sehr unkonkret. Du musst ganz genau wissen und Idealfall ganz konkret formulieren, was, wann, wo, mit wem und wie du vorhast. Wie soll es in der Zukunft aussehen? Beispielsweise: ‚Heute in einem Jahr, am 26.6.2018, habe ich ein erfolgreiches Unternehmen, in dem und dem Bereich, mit drei bis fünf Mitarbeitern, ein wunderschönes Büro an der Spree …‘ – so detailliert wie möglich: „Das machen wir, den und den Umsatz und Gewinn erzielen wir“ – und zwar in der Gegenwart und positiv formuliert. Das ist der erste wichtigste Schritt beim Manifestieren.

Beim zweiten Schritt geht es dann darum noch zu schauen, was mich noch davon abhält. Was sind meine behindernden Gedanken, wo zweifele ich an mir, wo denke ich noch, dass ich nicht gut genug bin. Und an dieser Stelle ist es unfassbar wichtig, ehrlich zu sich zu sein und zu schauen, wo ich mir selber gerade noch Steine in den Weg lege.

Im dritten Schritt der Manifestationsformel geht es darum, zu schauen, ob ich die Bedingungen dafür erfüllen möchte – gerade beim Gründen. Bin ich bereit, Nächte durchzuarbeiten, einen Kredit aufnehmen zu müssen, mich hoch zu verschulden? Bin ich bereit für die schwierigen Phasen, die es sicherlich geben wird? Oder dafür, noch einmal die Uni zu besuchen oder nochmal einen Kurs zu machen? Und ganz ehrlich, die meisten Menschen sind nicht bereit für solche Bedingungen zu arbeiten. Weil all das anstrengend ist. Aber wenn die Antwort ‚ja‘ lautet: Dann los: Tu es.

Im vierten Schritt überlegst du dir die ersten Schritte: Was brauchst du, um Deine Vision umzusetzen? Was steht am Anfang? Und dann ist es das Schönste, in diese tiefe, tiefe Dankbarkeit zu gehen und deine Energie auf dieses Level zu heben, in dem alles schon da ist, in dem du alles schon geschafft hast. Weil du in dem Moment anders sprichst, du handelst anders. Du triffst kraftvollere Entscheidungen und du bist voller Vertrauen. Diese Dankbarkeit, in der du dich in einem Jahr siehst, gibt dir so viel Power und Energie, dass du dein Unternehmen in die richtigen Bahnen lenken wirst.

Im fünften Schritt geht es dann auch ein stückweit darum loszulassen. Ich weiß jetzt, was in einem Jahr los sein wird, aber jetzt bin ich voll und ganz in der Gegenwart. Und im Hier und Jetzt gebe ich 100 Prozent. Du musst einfach die Balance finden. Alles geben zu wollen, dann aber auch loszulassen, loszugehen und zu erschaffen. Das ist die Energie, die Du brauchst.

Wer noch mehr über Laura Malina Seiler erfahren möchte oder konkrete Beispiele sucht, wie die Manifestationsformel zum Erfolg geführt hat, findet auf www.lauraseiler.com weitere Informationen und natürlich in dieser „Happy, holy & confident“-Folge.