Das Prinzip Airbnb funktioniert bei Mensch und Tier

Erfolgreiche Geschäftsmodelle finden zumeist schnell Nachahmer oder inspirieren Unternehmen, sich selbst als „Abc für Xyz“ zu bezeichnen. Tinder ist so eine Referenz (wir berichteten), und auch Airbnb wird immer wieder als Vergleichsgröße herangezogen. Die Gründerfreunde nennen einige Beispiele.

Airbnb wurde 2008 in San Francisco gegründet. Der Name ist eine Abkürzung von Airbedandbreakfast (Luftmatratze und Frühstück), wie das Unternehmen ursprünglich hieß. Mit der Idee, Übernachtungen in Privathaushalten zu vermitteln und damit Hotels und Ferienwohnungen Konkurrenz zu machen, wurde Airbnb schnell zum Welterfolg und ist mittlerweile in mehr als 190 Ländern am Start.

Wenn sich ein Geschäftsmodell durchsetzt, ist meist Rocket Internet nicht weit, um mit einem sehr ähnlichen Konzept auf den Markt zu kommen. So 2011 geschehen mit Wimdu, von manchen wenig schmeichelhaft als Airbnb-Klon bezeichnet. Wimdu hat sich zwar etabliert, blieb aber  immer im Schatten des großen Vorbilds. Anfang dieses Jahres wurde das Management ausgetauscht. An der Spitze stehen mit Arne Kahlke und Sören Kress jetzt zwei Manager, die ElitePartner gegründet und Parship zum Erfolg geführt haben. Sie setzen auf mehr Professionalität und weniger WG-Feeling, um sich von Airbnb zu unterscheiden.

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Screenshot der Webseite von Holidog

Was bei Menschen funktioniert, kann auch für Hunde nicht verkehrt sein. Dachte sich der Franzose Julien Muller und gründete 2012 Holidog. Nun kommt kein Hund von sich aus auf den Gedanken, sich irgendwo einzuquartieren. Ziegruppe von Holidog sind vielmehr Reisende, die ihre Lieblinge nicht mit in den Urlaub nehmen können und eine geeignete Bleibe für sie suchen. Die gibt es nicht nur in Frankreich, sondern auch in Belgien, das von Anfang an dabei war, und mittlerweile auch in den USA, in Österreich, England, Deutschland, Spanien, Italien, der Schweiz, den Niederlanden, Brasilien, Australien und Neuseeland. Zumindest in Deutschland versucht sich mit Schnuff & Co ein Mitbewerber, der, wie der Name andeutet, zwar hauptsächlich Hundebesitzer anspricht, aber auch andere Tierfreunde.

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Projektleiter Dr. Jan Wergin, Opel-Marketingchefin Tina Müller und Schauspielerin Bettina Zimmermann stellen CarUnity vor.

Was ist, neben dem Hund, der beste Freund des Menschen? Richtig – das Auto! Jedenfalls in Deutschland, wo die Vorstellung, sein Auto, wenn auch nur kurzfristig, wildfremden Menschen zu überlassen, nicht allen behagt. Trotzdem ist das französische Startup Drivy mit diesem Konzept auch hierzulande schnell durchgestartet (mehr dazu hier). Dass das Airbnb-Prinzip also ebenso bei Kraftfahrzeugen funktioniert, hat auch Opel erkannt und das kürzlich gelaunchte CarUnity unterstützt. Dabei hat die Carsharing-Plattform alle Marken im Angebot, nicht nur die Rüsselsheimer.

Als Airbnb für Mahlzeiten ist Eatwith bezeichnet worden. Hier quartiert man sich bei Fremden nicht gleich ein, sondern kommt nur zum Essen vorbei. Gegründet wurde Eatwith 2012 in Tel Aviv von Guy Michlin und Shemer Schwarz und sprach Israelreisende an, die die landestypische Küche und darüber hinaus das Land selbst besser kennenlernen wollten. Mittlerweile befindet sich der Hauptsitz in San Francisco. Im Angebot sind über 150 Gastgeber in Städten auf allen fünf Kontinenten, mit Schwerpunkten in den USA, Italien und Spanien. Deutschland ist mit Berlin und Köln vertreten.

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Bei ShelfSailor geht es steil bergauf.

Vorerst beschränkt auf Hamburg ist das Angebot von Shelfsailor. Das junge Startup vermittelt Lager- und Stauraum von privat an privat und steht damit im Wettbewerb mit großen Selfstorage-Unternehmen. Das funktioniert in der Hansestadt schon ganz gut und hat Potenzial, als Airbnb für Lagerfläche auch international populär zu werden. Mit Uber konnte zudem ein Marketingpartner gewonnen werden, der seinerseits schon sprichwörtlich geworden ist. Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte.

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