eatclever – der etwas andere Lieferservice

Viele wittern bei Food-Lieferservices das ganz große Geschäft und fallen dabei nicht selten gehörig auf die Nase. Anders eatclever: Das Hamburger Startup ist behutsam gewachsen und hat sich in seiner Marktnische etabliert. Per Crowdfunding soll jetzt die nächste Stufe gezündet werden.

Seit Ende 2014 liefert eatclever frisch zubereitete, gesunde Gerichte als Mittag- oder Abendessen direkt ins Büro oder nach Hause. Gestartet im Herzen Hamburgs, ist der Service inzwischen in elf weiteren deutschen Städten verfügbar, unter anderem in München, Köln und Frankfurt. Berlin lässt man bisher bewusst außen vor. Die Kunden können derzeit aus rund 30 Gerichten auswählen: von Wraps, Currys und Gerichten aus der Pfanne über Suppen und Salaten bis hin zu gesunden Nachtischen ist alles dabei. Anders als andere Lieferdienste vermittelt eatclever dabei nicht nur auf Provisionsbasis, sondern entwickelt die Gerichte gemeinsam mit Ernährungsprofis.

Die Kunden können zwischen den Kategorien Low Carb, High Protein, Vegetarisch oder Vegan wählen. Bei jedem Gericht gibt es detaillierte Nährwert- und Zutatenangaben. Vertrieben werden die Mahlzeiten exklusiv über Partnerrestaurants; bestellt wird über die Website oder per Telefon. Dies gibt gerade kleinen Restaurants die Möglichkeit, ihre Kapazitäten bestmöglich auszunutzen, um so neue Kunden zu gewinnen.

eatclever expandiert mit CrowdinvestingRobin Himmels, Mohamed Chahin und Marco Langhoff, das Gründerteam von eatclever (Foto: obs/Companisto/Eatclever/PR)

Das bisherige Wachstum des Unternehmens soll nun mit einem Crowdinvesting über die  Crowdinvestingplattform Companisto beschleunigt werden, das am 26. April gestartet ist. „Noch bis Ende des Jahres planen wir 24 zusätzliche Standorte bundesweit, um eatclever so in jede deutsche Großstadt zu bringen“, sagt eatclever-Mitgründer Mohamed Chahin, der den Vertrieb leitet.

Vor allem das jüngste Wachstum von eatclever hat die Expansionspläne bestärkt. „In den letzten Monaten ist unser Umsatz jeweils zwischen 20-40% gewachsen. Mittlerweile haben wir über 15.000 zufriedene Kunden“, so eatclever-Geschäftsführer Marco Langhoff. Das Bestellvolumen lag im März 2016 bei 125.000 Euro. Insgesamt zielt das eatclever-Team darauf ab, bis zu 700.000 Euro an Wachstumskapital durch die Crowd zu erhalten. Je nach Investitionsstufen ist eine App, die Expansion in weitere Städte sowie die Aufnahme neuer Lieferrestaurants geplant. Ab 2017 will eatclever auch im europäischen Ausland starten.

Das aktuelle Wachstum ist auch auf die Leistungen des Startup-erfahrenen CMO Sebastian Klötzing zurückzuführen, den das Unternehmen Mitte 2015 für sich gewinnen konnte: „Vom Crowdinvesting erhoffen wir uns nicht nur eine weitere Steigerung unserer Bekanntheit, sondern auch eine Vielzahl an überzeugten Investoren, die gemeinsam mit uns unsere Vision ‚Gesundes Essen‘ verwirklichen wollen“, so Klötzing. „Wir setzen auf echtes Feelgood-Food anstatt Fast-Food.“

Die Zielgruppe von eatclever legt wert auf gesunde Ernährung und ist bereit, dafür einen entsprechenden Preis zu zahlen. Gleich mehrere Studien zum Thema Ernährungsgewohnheiten und -trends zeigen, dass das Startup auf einen erfolgversprechenden Trend setzt. 2011 gaben in einer Nestle-Studie 45% der Befragten an, dass ihnen die Zeit fehlt, sich nach ihren Vorstellungen zu ernähren. 9% der Bevölkerung leben bereits vegetarisch oder vegan. Der Lieferdienstmarkt in Deutschland wird mit einem Volumen von 4,4 Milliarden Euro beziffert. Laut der Burda Marktstudie „Typologie der Wünsche“, bestellt bisher nur jeder zweite Deutsche Essen. Da besteht also noch viel Potenzial.

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