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Espresso an der Bar, Märkte voller Gemüse, Berge, Seen und lange Küsten: Italien ist für viele Deutsche das Land, in das sie seit Jahren in den Urlaub fahren und in dem sie irgendwann leben wollen. Als EU-Bürger brauchst du dafür kein Visum. Interessant wird Italien aber vor allem durch drei steuerliche Sonderwege, die es so in kaum einem anderen Land gibt: einen Steuerrabatt für Fachkräfte, die nach Italien ziehen, eine Pauschalsteuer von 7 Prozent für Rentner im Süden und eine Pauschalsteuer für Vermögende. Zwei davon haben sich 2026 geändert, und viele Ratgeber nennen noch die alten Zahlen.

Dieser Ratgeber zeigt dir, was 2026 gilt: wie du dich anmeldest, wie hoch die Einkommensteuer im Regelfall ist, wem die Sonderwege helfen, wie du als Gründer oder Selbständiger in Italien arbeitest, was mit Rente und Krankenversicherung passiert und was das Leben kostet. Alle Zahlen stammen aus amtlichen Quellen, die wir im Text verlinken.

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Auswandern nach Italien: das Wichtigste in Kürze

ThemaRegel 2026Was das für dich heißt
EinreiseFreizügigkeit in der EUkein Visum, keine Arbeitserlaubnis
AnmeldungEintrag im Melderegister der Gemeinde, Steuernummer Codice Fiscaledanach Zugang zum Gesundheitsdienst
Steuerpflichtmehr als 183 Tage im JahrWelteinkommen in Italien
Einkommensteuer23, 33 und 43 Prozent, dazu Region und GemeindeRechenbeispiel weiter unten
Fachkräfte50 Prozent des Einkommens steuerfrei, fünf Jahremit minderjährigen Kindern 60 Prozent
Rentner im Süden7 Prozent auf alle Auslandseinkünfte, neun JahreGemeinden bis 30.000 Einwohner
Vermögende300.000 Euro Pauschalsteuer im Jahr auf Auslandseinkünftefür Zuzug ab 2026
Firmensteuer24 Prozent plus 3,9 Prozent RegionalsteuerDividenden 26 Prozent
Preisniveau98,1 Prozent des EU-DurchschnittsDeutschland 109,1 Prozent
DoppelbesteuerungAbkommen zwischen Deutschland und Italien von 1989regelt auch Renten
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Warum Italien? Was Auswanderer anzieht

Italien bietet auf engem Raum sehr verschiedene Leben: die Alpen und Dolomiten im Norden, die Seen der Lombardei, die Hügel der Toskana und Umbriens, große Städte wie Mailand, Rom, Bologna und Neapel und im Süden Sizilien, Apulien und Kalabrien mit langen Sommern. Der Norden ist wirtschaftlich stark und teuer, der Süden günstiger, aber mit weniger Jobs.

Die Gründe für einen Neuanfang in Italien sind meist Lebensqualität, Klima, Kultur und Küche. Für Gründer ist Mailand das Zentrum der Start-up-Szene, für Rentner sind kleine Orte im Süden durch die Pauschalsteuer interessant geworden. In Südtirol ist Deutsch Amtssprache, das macht den Einstieg für viele leichter. Mehr dazu in unserem Ratgeber Auswandern nach Südtirol.

Einreise und Anmeldung: So ziehst du als Deutscher nach Italien

Italien ist Gründungsmitglied der EU. Als deutscher Staatsangehöriger darfst du ohne Visum einreisen, wohnen, arbeiten, studieren und ein Unternehmen gründen, Italien gehört wie Deutschland zur Eurozone. Aufenthaltsgenehmigungen wie für Menschen aus Drittstaaten brauchst du nicht, ein gültiges Ausweisdokument reicht. Bleibst du länger als drei Monate, beantragst du nach der Ankunft die Eintragung im Melderegister deiner Gemeinde, der Anagrafe. Dafür weist du mit Unterlagen nach, dass du arbeitest, selbständig bist, studierst oder genug Mittel und eine Krankenversicherung hast. Nach der Eintragung bekommst du eine Wohnsitzbescheinigung, die viele Stellen als Bestätigung verlangen.

Schon vorher brauchst du die italienische Steuernummer, den Codice Fiscale. Ohne sie bekommst du kein Bankkonto, keinen Mietvertrag und keinen Handyvertrag. Du beantragst sie bei der Steuerbehörde Agenzia delle Entrate, im Ausland auch über das italienische Konsulat. Visa wie das Elective Residency Visa oder das Visum für digitale Nomaden betreffen dich als Deutscher nicht, sie gelten für Menschen aus Drittstaaten.

Steuern in Italien 2026: der Regelfall

Steuerlich ansässig bist du nach den Worldwide Tax Summaries von PwC zur Ansässigkeit (Stand 23. Juli 2026), wenn du mehr als 183 Tage im Jahr in Italien bist, dort deinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hast oder im Melderegister eingetragen bist. Dann versteuerst du dein Welteinkommen in Italien.

Die Einkommensteuer heißt IRPEF. Nach der Übersicht von PwC zur Einkommensteuer gelten 2026 drei Stufen: 23 Prozent bis 28.000 Euro, 33 Prozent bis 50.000 Euro und 43 Prozent darüber. Dazu kommen ein Zuschlag der Region von meist 1,23 bis 3,33 Prozent und ein Zuschlag der Gemeinde von 0 bis 0,9 Prozent.

Zu versteuerndes EinkommenSteuersatz IRPEF 2026
bis 28.000 Euro23 Prozent
28.000 bis 50.000 Euro33 Prozent
über 50.000 Euro43 Prozent
Zuschlag der Region1,23 bis 3,33 Prozent
Zuschlag der Gemeinde0 bis 0,9 Prozent

Rechenbeispiel: Einkommensteuer in Italien und Deutschland

Die Tabelle rechnet mit demselben zu versteuernden Einkommen in Italien und in Deutschland. Für Italien zeigen wir die Spanne mit dem niedrigsten und dem höchsten üblichen Zuschlag von Region und Gemeinde, ohne die Steuergutschriften für Lohn und Rente, die bei Einkommen bis 50.000 Euro die Steuer senken. Für Deutschland gilt der Grundtarif aus § 32a EStG, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Zu versteuerndes EinkommenItalien mit ZuschlägenFachkraft mit 50 Prozent Rabatt, nur IRPEFDeutschland
30.000 Euro7.469 bis 8.369 Euro, 24,9 bis 27,9 Prozent3.450 Euro4.217 Euro, 14,1 Prozent
60.000 Euro18.738 bis 20.538 Euro, 31,2 bis 34,2 Prozent7.100 Euro14.233 Euro, 23,7 Prozent
90.000 Euro32.007 bis 34.707 Euro, 35,6 bis 38,6 Prozent12.050 Euro26.664 Euro, 29,6 Prozent
Balkendiagramm: Einkommensteuer 2026 in Prozent des zu versteuernden Einkommens. 30.000 Euro: Italien 24,9, Deutschland 14,1. 60.000 Euro: Italien 31,2, Deutschland 23,7. 90.000 Euro: Italien 35,6, Deutschland 29,6
Einkommensteuer 2026 auf dasselbe zu versteuernde Einkommen, Italien IRPEF mit niedrigstem Zuschlag von Region und Gemeinde, ohne Steuergutschriften, Deutschland Grundtarif ohne Solidaritätszuschlag. Quellen: PwC, § 32a EStG, eigene Rechnung

Im Regelfall zahlst du in Italien also mehr Einkommensteuer als in Deutschland. Den Unterschied machen die Sonderwege: Mit dem Rabatt für Fachkräfte liegt die Steuer in allen drei Stufen deutlich unter der deutschen.

Die drei Sonderwege: Fachkräfte, Rentner und Vermögende

Rabatt für Fachkräfte: 50 Prozent des Einkommens steuerfrei

Wer seinen steuerlichen Wohnsitz nach Italien verlegt, kann nach den Angaben der Agenzia delle Entrate zum Regime für Rückkehrer und Zuzügler Lohn und Einkünfte aus selbständiger Arbeit bis 600.000 Euro im Jahr nur zur Hälfte versteuern. Bedingungen: Du warst in den drei Steuerjahren vor dem Umzug nicht in Italien ansässig, du verpflichtest dich, mindestens vier Jahre zu bleiben, du arbeitest den größten Teil des Jahres in Italien, und du bist hochqualifiziert oder spezialisiert im Sinne der italienischen Gesetze. Der Rabatt gilt im Jahr des Umzugs und in den vier folgenden Jahren. Ziehst du mit einem minderjährigen Kind nach Italien, wird nur 40 Prozent des Einkommens besteuert. Wer vor Ablauf von vier Jahren wieder wegzieht, verliert den Vorteil rückwirkend und zahlt Zinsen.

Im Ruhestand nach Italien: 7 Prozent für Rentner im Süden

Wer eine Rente aus dem Ausland bezieht, kann nach den Angaben der Agenzia delle Entrate zur Pauschalsteuer für ausländische Rentner statt der IRPEF pauschal 7 Prozent auf alle Einkünfte aus dem Ausland zahlen, neun Steuerjahre lang. Voraussetzung ist der Umzug in eine Gemeinde mit höchstens 30.000 Einwohnern in Sizilien, Kalabrien, Sardinien, Kampanien, Basilikata, den Abruzzen, Molise oder Apulien oder in bestimmte Erdbebengebiete Mittelitaliens. Die genauen Informationen und Dokumente für den Antrag nennt die Steuerbehörde. Die Grenze lag früher bei 20.000 Einwohnern, seit April 2026 gilt 30.000. Du darfst in den fünf Jahren vor dem Antrag nicht in Italien ansässig gewesen sein.

Bei einer Rente von 30.000 Euro aus Deutschland wären das 2.100 Euro Steuer im Jahr. Ob Deutschland deine Rente zusätzlich besteuert, regelt das Doppelbesteuerungsabkommen je nach Art der Rente, mehr dazu weiter unten. Viele Orte, die in Frage kommen, findest du in unseren Ratgebern zu Sardinien und zu Süditalien.

Pauschalsteuer für Vermögende: 300.000 Euro im Jahr

Für sehr vermögende Zuzügler gibt es eine Pauschalsteuer auf alle Auslandseinkünfte. Nach den Angaben von PwC zu den Neuerungen 2026 hat das Haushaltsgesetz 2026 den Betrag für alle, die ihren Wohnsitz seit Anfang 2026 nach Italien verlegen, auf 300.000 Euro im Jahr erhöht, für Familienmitglieder auf 50.000 Euro. Viele Ratgeber nennen noch 100.000 oder 200.000 Euro, das gilt für Neuankömmlinge nicht mehr.

Weitere Steuern: Kapitalerträge, Krypto und Mehrwertsteuer

Kursgewinne auf Wertpapiere werden nach den Angaben von PwC zur Einkommensermittlung in der Regel mit 26 Prozent besteuert. Für Gewinne aus Kryptowerten gilt seit 2026 ein Satz von 33 Prozent, für Stablecoins in Euro bleibt es bei 26 Prozent. Die Mehrwertsteuer beträgt nach den Angaben zu sonstigen Steuern regulär 22 Prozent, ermäßigt etwa 4 Prozent auf bestimmte Lebensmittel.

Rente und Doppelbesteuerung: was Deutschland noch besteuert

Deutschland und Italien haben ein Doppelbesteuerungsabkommen vom 18. Oktober 1989, in Kraft seit dem 27. Dezember 1992. Es regelt, welcher Staat Gehalt, Gewinne, Mieten, Dividenden und Renten besteuern darf. Grundsätzlich bleiben Renten aus Deutschland nach § 49 EStG beschränkt steuerpflichtig, das Abkommen kann das Besteuerungsrecht aber Italien zuweisen. Zuständig für Rentner im Ausland ist das Finanzamt Neubrandenburg. Gerade wer die 7 Prozent nutzen will, sollte vorher prüfen lassen, welche seiner Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus Betriebsrenten oder aus Beamtenpensionen in Deutschland steuerpflichtig bleiben. Die Besteuerung hängt davon ab, wer die Rente zahlt.

Wegzugsbesteuerung für Gründer. Hältst du mindestens 1 Prozent an einer GmbH oder AG, behandelt das Finanzamt den Wegzug wie einen Verkauf, so § 6 des Außensteuergesetzes. Das gilt, wenn du in den letzten zwölf Jahren mindestens sieben Jahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig warst. Auf Antrag kannst du die Steuer in sieben Jahresraten zahlen, auch bei einem Umzug innerhalb der EU. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Wegzugsbesteuerung und in unserem Beitrag mit wichtigen Tipps zur Rechtslage beim Auswandern aus Deutschland.

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Firma gründen und selbständig arbeiten in Italien

Als Selbständiger mit Pauschalregelung. Italien hat für kleine Selbständige eine eigene Regelung, das Regime forfettario. Nach den Angaben von PwC zu Steuervergünstigungen wird der Gewinn pauschal ermittelt und mit 15 Prozent besteuert, ohne Mehrwertsteuer und ohne Regionalsteuer IRAP. Die Grenze liegt bei 85.000 Euro Einnahmen im Jahr. Für Freelancer und kleine Dienstleister ist das oft der einfachste Start.

Mit einer Firma. Die übliche Rechtsform ist die Società a responsabilità limitata, kurz S.r.l., vergleichbar mit der GmbH. Nach den Angaben von PwC zur Körperschaftsteuer (Stand 13. Juli 2026) zahlt sie 24 Prozent IRES und 3,9 Prozent IRAP. Auf Ausschüttungen werden nach den Quellensteuersätzen bei PwC 26 Prozent fällig.

100.000 Euro Gewinn, voll ausgeschüttetItalien, S.r.l.Deutschland, GmbH
Steuer der Firma27.900 Euro, IRES und IRAP vereinfacht auf den Gewinn29.825 Euro bei Hebesatz 400
Steuer auf die Ausschüttung18.746 Euro, 26 Prozent18.509 Euro, Abgeltungsteuer mit Solidaritätszuschlag
zusammen46.646 Euro48.334 Euro

Die IRAP wird in Wirklichkeit auf eine eigene Bemessungsgrundlage erhoben, die Rechnung ist deshalb eine Näherung. Bei der Firmensteuer liegen Italien und Deutschland nah beieinander. Was beim Gründen im Ausland generell zu beachten ist, liest du in unserem Ratgeber Firma im Ausland gründen.

Remote Work für einen deutschen Arbeitgeber. Wer dauerhaft von Italien aus arbeitet, wird in der Regel in Italien steuer- und sozialversicherungspflichtig. Eine Entsendung oder eine Ausnahmevereinbarung muss der Arbeitgeber vorher klären. Hinweise dazu findest du im Ratgeber Homeoffice im Ausland.

Krankenversicherung und Gesundheitssystem

Die Gesundheitsversorgung läuft über den staatlichen Gesundheitsdienst, den Servizio Sanitario Nazionale (SSN). Wer in Italien gemeldet ist und arbeitet, beantragt die Aufnahme bei der örtlichen Gesundheitsbehörde, der ASL, und wählt einen Hausarzt. Die Qualität ist im Norden meist besser als im Süden, und bei Fachärzten kann es lange Wartezeiten geben. Viele Auswanderer schließen deshalb zusätzlich eine private Versicherung ab.

Rentner mit gesetzlicher Rente aus Deutschland bleiben über das Formular S1 ihrer deutschen Krankenkasse versichert und werden im SSN behandelt. Zwischen dem Ende der deutschen Versicherung und der Aufnahme in Italien darf keine Lücke entstehen.

Arbeiten in Italien

Der Arbeitsmarkt ist zweigeteilt. Im Norden, rund um Mailand, Turin, Bologna und im Nordosten, suchen Firmen Fachkräfte in Industrie, Maschinenbau, IT, Mode, Design und Tourismus. Im Süden sind Jobs knapper und die Löhne niedriger, viele junge Italiener ziehen selbst nach Norden oder ins Ausland. Wer in Italien angestellt arbeiten will, sollte den Job deshalb vor dem Umzug sichern, am besten im Norden oder bei einem internationalen Unternehmen.

Italienisch ist im Berufsleben fast immer Voraussetzung, nur in internationalen Firmen und in Teilen von Mailand reicht Englisch. In Südtirol öffnen Deutschkenntnisse viele Türen, für Stellen im öffentlichen Dienst wird dort Zweisprachigkeit verlangt. Für reglementierte Berufe wie Ärzte, Pflegekräfte, Anwälte oder Lehrer brauchst du eine Anerkennung deiner Ausbildung.

Leben und Alltag: Sprache, Kultur und Bürokratie

Italiener leben stark in der Familie und im Viertel, Mahlzeiten und Gespräche haben ihren festen Platz im Tag. Wer Italienisch lernt, findet schnell Anschluss, wer nur Englisch spricht, bleibt oft außen vor. Die Bürokratie ist berüchtigt: Termine bei Ämtern, Stempel und Papiere brauchen Geduld, vieles läuft inzwischen aber auch digital über die Identität SPID. Plane für die ersten Monate Zeit für Behördengänge ein und nimm im Zweifel Hilfe eines Steuerberaters, eines Commercialista, in Anspruch, der die italienischen Regeln kennt.

Lebenshaltungskosten in Italien: Was kostet das Leben?

Nach den vergleichenden Preisniveaus von Eurostat lag Italien 2024 über alle Konsumausgaben bei 98,1 Prozent des EU-Durchschnitts, Deutschland bei 109,1. Wohnen, Wasser und Energie liegen mit 93,4 deutlich unter Deutschland (113,1), Lebensmittel mit 101,7 etwa gleich (102,7), Restaurants und Hotels mit 106,9 kaum günstiger (112,1). Die Arbeitslosenquote lag laut Eurostat im Jahr 2025 bei 6,1 Prozent, in Deutschland bei 3,8 Prozent.

Balkendiagramm: Preisniveau 2024, EU = 100. Konsum gesamt Italien 98,1, Deutschland 109,1; Wohnen und Energie Italien 93,4, Deutschland 113,1; Restaurants Italien 106,9, Deutschland 112,1
Preisniveau 2024, EU-Durchschnitt = 100. Quelle: Eurostat

Die Durchschnittswerte verdecken große Unterschiede. Mailand, Rom, Florenz und Bozen gehören zu den teuersten Städten, kleine Orte im Süden und im Landesinneren sind deutlich günstiger. Wer mit einem Einkommen aus Deutschland, einer Rente oder einem Remote-Job in den Süden zieht, profitiert am meisten, findet dort aber weniger Jobs.

Wo leben Deutsche in Italien? Die beliebtesten Regionen

  • Südtirol: Deutsch als Amtssprache, Berge, hohe Lebensqualität, aber hohe Preise.
  • Gardasee und Lombardei: nah an Deutschland, mit Mailand als Wirtschaftszentrum.
  • Toskana und Umbrien: Hügel, Weinberge, alte Städte, beliebt bei Ruheständlern und Kreativen.
  • Rom: Hauptstadt mit Kultur und Jobs. Mehr in unserem Ratgeber Auswandern nach Rom.
  • Apulien, Sizilien und Sardinien: lange Sommer, günstige Häuser und die 7 Prozent für Rentner in kleinen Orten.

Wohnung und Haus in Italien

Die Wohnungssuche beginnt am besten mit einer möblierten Wohnung auf Zeit. Mietverträge laufen in Italien oft über mehrere Jahre, verlangt werden eine Kaution und der Codice Fiscale. EU-Bürger dürfen Immobilien ohne Einschränkung kaufen. Die oft beworbenen Häuser für einen Euro sind meist Ruinen mit Sanierungspflicht, die Kosten liegen dann im Umbau. Lass jeden Kaufvertrag von einem Notar und einem unabhängigen Fachmann prüfen.

Checkliste: Auswandern nach Italien Schritt für Schritt

SchrittWas zu tun istWann
1Region zur Probe bewohnen, im Winter und im Sommerein Jahr vorher
2Steuerlage klären: Regelfall, Rabatt für Fachkräfte, 7 Prozent, Rente, Firmasechs bis zwölf Monate vorher
3Wegzugsteuer bei GmbH-Anteilen prüfenvor der Abmeldung
4Codice Fiscale beantragen, Konto eröffnendrei Monate vorher
5Wohnung mieten, zuerst befristetvor dem Umzug
6In Deutschland abmelden, Krankenversicherung und S1 klärenbeim Umzug
7Eintrag ins Melderegister, Aufnahme in den Gesundheitsdienstnach der Ankunft
8Sonderweg mit der ersten Steuererklärung wählenim Jahr nach dem Umzug

Für die ersten Monate hilft ein Konto mit günstigen Überweisungen im Euroraum, Anbieter vergleichst du in unserem Geschäftskonto-Vergleich.

Vorteile und Nachteile beim Auswandern nach Italien

VorteileNachteile
EU-Freizügigkeit, kein VisumEinkommensteuer im Regelfall höher als in Deutschland
50 Prozent Rabatt für Fachkräfte, fünf JahreBürokratie und Italienisch im Alltag
7 Prozent für Rentner in kleinen Orten im Südenweniger Jobs und niedrigere Löhne im Süden
Klima, Kultur, Küche und Landschaftlange Wartezeiten im staatlichen Gesundheitsdienst
Pauschalregelung mit 15 Prozent für kleine SelbständigeFirmensteuer kaum niedriger als in Deutschland
Deutsch als Amtssprache in Südtirolgroße Preisunterschiede zwischen Nord und Süd

Tipps für deinen Neustart in Italien

Die wichtigsten Tipps aus der Erfahrung vieler Auswanderer: Lerne Italienisch, bevor du umziehst. Lebe vor der Entscheidung einen Winter in deiner Wunschregion. Kläre die Steuerpflicht in beiden Ländern, bevor du dich in Deutschland abmeldest. Und rechne bei Ämtern mit Wartezeiten, bring zu jedem Termin Reisepass, Codice Fiscale und Kopien aller Dokumente mit.

Typische Fehler beim Auswandern nach Italien

  • Mit alten Zahlen rechnen: Die Grenze für die 7 Prozent liegt seit April 2026 bei 30.000 Einwohnern, die Pauschalsteuer für Vermögende bei 300.000 Euro.
  • Zu früh wieder wegziehen: Wer den Rabatt für Fachkräfte nutzt und vor vier Jahren geht, zahlt nach.
  • Ohne Codice Fiscale anreisen: Ohne Steuernummer gibt es weder Konto noch Mietvertrag.
  • Das Haus für einen Euro für bare Münze nehmen: Die Kosten stecken im Umbau.
  • Die Rente nicht prüfen lassen: Nicht jede deutsche Rente fällt unter die 7 Prozent und unter das Besteuerungsrecht Italiens.

Fazit: Für wen sich Italien lohnt

Italien lohnt sich für Fachkräfte und Selbständige, die den Rabatt von 50 Prozent nutzen können, für Rentner, die in einen kleinen Ort im Süden ziehen wollen, und für alle, die Lebensqualität höher gewichten als Steuern. Wer ohne Sonderweg kommt, zahlt mehr Einkommensteuer als in Deutschland, lebt aber bei Wohnen günstiger.

Wenn du Alternativen in Südeuropa vergleichst, findest du bei uns Leitfäden zum Auswandern nach Portugal mit IFICI statt NHR, nach Spanien mit Beckham-Regel, nach Kroatien an der Adria, nach Griechenland, nach Malta mit seiner Steuererstattung für Gesellschafter und nach Zypern mit der 60-Tage-Regel. Die Nachbarn im Norden beschreiben unsere Ratgeber zu Österreich und zur Schweiz. Wie Italien im Vergleich mit den anderen Ländern abschneidet, zeigt unsere Übersicht der Auswanderungsziele mit Sonderregeln für Zuzügler.

Häufige Fragen und Antworten zum Auswandern nach Italien

Brauche ich als Deutscher ein Visum für Italien?

Nein. Als EU-Bürger darfst du ohne Visum in Italien leben und arbeiten. Bleibst du länger als drei Monate, trägst du dich im Melderegister deiner Gemeinde ein. Vorher brauchst du den Codice Fiscale.

Wie hoch sind die Steuern in Italien?

Die IRPEF liegt 2026 bei 23 Prozent bis 28.000 Euro, 33 Prozent bis 50.000 Euro und 43 Prozent darüber, dazu kommen Zuschläge von Region und Gemeinde. Bei 60.000 Euro zu versteuerndem Einkommen sind das rund 18.700 bis 20.500 Euro, in Deutschland rund 14.200 Euro.

Wie funktioniert die 7-Prozent-Steuer für Rentner?

Wer eine Rente aus dem Ausland bezieht und in eine Gemeinde mit höchstens 30.000 Einwohnern in einer der acht Regionen im Süden zieht, zahlt neun Jahre lang pauschal 7 Prozent auf alle Auslandseinkünfte. Du darfst in den fünf Jahren davor nicht in Italien ansässig gewesen sein.

Was bringt der Rabatt für Fachkräfte?

Lohn und Einkünfte aus selbständiger Arbeit bis 600.000 Euro werden fünf Jahre lang nur zur Hälfte besteuert, mit minderjährigem Kind nur zu 40 Prozent. Du musst hochqualifiziert sein, vorher drei Jahre außerhalb Italiens gelebt haben und mindestens vier Jahre bleiben.

Wie hoch ist die Pauschalsteuer für Vermögende?

Wer seinen Wohnsitz seit Anfang 2026 nach Italien verlegt, zahlt 300.000 Euro im Jahr auf alle Auslandseinkünfte, für Familienmitglieder 50.000 Euro.

Ist das Leben in Italien günstiger als in Deutschland?

Im Durchschnitt etwas: Das Preisniveau lag 2024 bei 98,1 Prozent des EU-Durchschnitts, in Deutschland bei 109,1. Wohnen ist günstiger, Lebensmittel und Restaurants kosten fast gleich viel. Der Süden ist deutlich günstiger als der Norden.

Kann ich in Italien als Selbständiger arbeiten?

Ja, ohne Genehmigung. Mit dem Regime forfettario zahlst du bis 85.000 Euro Einnahmen pauschal 15 Prozent, ohne Mehrwertsteuer. Größere Vorhaben laufen meist über eine S.r.l.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Quellen abgeglichen und nachgerechnet, Stand Oktober 2026. Er ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall.

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Dennis Weidner ist Gründer und Chefredakteur von Gruenderfreunde.de. Das Portal startete 2013 neben seiner eigenen Selbstständigkeit, gehört bis heute keinem Verlag und wird vom Gründer selbst geführt. Diese Unabhängigkeit entscheidet, worüber hier geschrieben wird und worüber nicht. Sein Weg begann in der Bankenbranche, es folgten rund zehn Jahre Krypto und Online-Marketing. Heute verantwortet er mehrere Gesellschaften in Medien, E-Commerce und KI und arbeitet im Tagesgeschäft mit KI-Agenten. Daher kommen die Themen, über die er schreibt: Finanzierung, Steuern und Bürokratie, Vertrieb und Automatisierung, Standortwahl und Auswandern. Er schreibt über das, was er selbst gemacht hat, Umwege eingeschlossen, und stützt sich auf amtliche Quellen und Kontakte vor Ort. Die Beiträge ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung, sie sollen die eigene Entscheidung vorbereiten. Kontakt und weitere Beiträge über LinkedIn oder dennis-weidner.com.