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Viel Sonne, der Atlantik vor der Tür und ein Land, das Fremden offen begegnet: Portugal gehört zu den beliebtesten Zielen für Auswanderer aus Deutschland. Lissabon und Porto ziehen Gründer und digitale Nomaden an, die Algarve und die Silberküste Rentner, und auf Madeira und den Azoren leben Menschen, die Natur und Ruhe suchen. Als EU-Bürger brauchst du für das Auswandern nach Portugal kein Visum. Was sich in den letzten Jahren geändert hat, sind die Steuern: Das alte Programm für Nichtansässige gibt es für Neuankömmlinge nicht mehr, und die Mieten in Lissabon und Porto liegen heute auf deutschem Großstadtniveau.

Dieser Ratgeber zeigt dir, was 2026 gilt: wie du dich anmeldest, wie hoch die Einkommensteuer ist und wem das Nachfolgeprogramm IFICI hilft, wie du als Gründer oder Selbständiger in Portugal arbeitest, was mit Rente und Krankenversicherung passiert und was das Leben kostet. Alle Zahlen stammen aus amtlichen Quellen, die wir im Text verlinken.

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Auswandern Portugal: das Wichtigste in Kürze

ThemaRegel 2026Was das für dich heißt
EinreiseFreizügigkeit in der EUkein Visum, keine Arbeitserlaubnis
AnmeldungAnmeldebescheinigung nach drei Monatenvorher Steuernummer NIF beantragen
Steuerpflichtab 183 Tagen oder mit ständiger WohnungWelteinkommen in Portugal
Einkommensteuer12,5 bis 48 Prozent, über 80.000 Euro plus 2,5 ProzentRechenbeispiel weiter unten
IFICI20 Prozent auf begünstigte Tätigkeiten, zehn Jahrenicht für Rentner, Antrag bis 15. Januar
Firmensteuer19 Prozent, kleine Firmen 15 Prozent auf die ersten 50.000 EuroDividenden pauschal 28 Prozent
Preisniveau85,0 Prozent des EU-DurchschnittsDeutschland 109,1 Prozent
MietenLissabon 17,22 Euro je QuadratmeterLandesdurchschnitt 9,50 Euro
DoppelbesteuerungAbkommen zwischen Deutschland und Portugal von 1980gilt auch für Madeira und die Azoren
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Warum Portugal? Was Auswanderer anzieht

Portugal verbindet ein mildes Klima mit einer stabilen Demokratie, dem Euro und der Sicherheit der EU. Lissabon und Porto haben sich zu Zentren für Start-ups, Tech-Firmen und Remote Worker entwickelt, mit Coworking, internationalen Schulen und vielen Flügen nach Deutschland. Außerhalb der Städte ist das Leben ruhiger und günstiger, an der Algarve und an der Silberküste gibt es große Gemeinschaften von Auswanderern aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden.

Die Portugiesen gelten als freundlich, geduldig und gastfreundlich, und viele Jüngere sprechen gut Englisch. Für den Alltag mit Behörden, Vermietern und Handwerkern lohnt es sich trotzdem, Portugiesisch zu lernen. Die Gründe für einen Neuanfang in Portugal sind so verschieden wie die Menschen: Sonne für den Lebensabend, ein günstigerer Standort für das eigene Online-Geschäft, Surfen am Atlantik oder ein neues Abenteuer mit der Familie.

Einreise und Anmeldung: So ziehst du als Deutscher nach Portugal

Portugal ist Mitglied der EU. Als deutscher Bürger darfst du ohne Visum einreisen, wohnen, arbeiten, studieren und ein Unternehmen gründen. Bleibst du länger als drei Monate, meldest du dich bei der Câmara Municipal, der Gemeindeverwaltung deines Wohnorts, und erhältst die Anmeldebescheinigung für EU-Bürger. Den Antrag stellst du nach den Vorgaben der Migrationsbehörde AIMA zur Anmeldung von EU-Bürgern innerhalb von 30 Tagen nach Ablauf der ersten drei Monate. Die Bescheinigung gilt fünf Jahre, danach kannst du den Daueraufenthalt beantragen.

Noch vor der Anmeldung brauchst du die portugiesische Steuernummer, den Número de Identificação Fiscal (NIF). Ohne sie bekommst du kein Bankkonto, keinen Mietvertrag, keinen Stromvertrag und keinen Handyvertrag. Danach folgen die Sozialversicherungsnummer NISS und die Anmeldung beim Gesundheitszentrum deines Wohnorts.

Eine Aufenthaltsgenehmigung im engeren Sinn brauchst du als EU-Bürger nicht. Visa wie das D7 für Bezieher passiver Einkommen, das D8 für digitale Nomaden oder das Golden Visa betreffen dich als Deutscher nicht. Sie gelten für Menschen aus Drittstaaten, etwa für einen Partner, der keinen EU-Pass hat.

Steuern in Portugal 2026

Steuerlich ansässig bist du, wenn du dich mehr als 183 Tage im Jahr in Portugal aufhältst oder dort eine Wohnung hast, die du als ständigen Wohnsitz nutzt. Dann versteuerst du dein Welteinkommen in Portugal. Die Einkommensteuer heißt IRS und steigt nach den Worldwide Tax Summaries von PwC (Stand 3. Oktober 2026) in neun Stufen von 12,5 auf 48 Prozent.

Zu versteuerndes EinkommenSteuersatz 2026
bis 8.342 Euro12,5 Prozent
8.342 bis 12.587 Euro15,7 Prozent
12.587 bis 17.838 Euro21,2 Prozent
17.838 bis 23.089 Euro24,1 Prozent
23.089 bis 29.397 Euro31,1 Prozent
29.397 bis 43.090 Euro34,9 Prozent
43.090 bis 46.566 Euro43,1 Prozent
46.566 bis 86.634 Euro44,6 Prozent
über 86.634 Euro48 Prozent

Über 80.000 Euro kommt ein Solidaritätszuschlag von 2,5 Prozent hinzu, über 250.000 Euro von 5 Prozent. Angestellte zahlen dazu 11 Prozent ihres Bruttolohns in die Sozialversicherung, Arbeitgeber 23,75 Prozent, so die Übersicht von PwC zu sonstigen Abgaben. Auf Madeira und den Azoren gelten niedrigere regionale Sätze, die Einzelheiten stehen in unserem Ratgeber zum Auswandern nach Madeira mit 30 Prozent weniger Einkommensteuer.

Rechenbeispiel: Einkommensteuer in Portugal und Deutschland

Die Tabelle rechnet mit demselben zu versteuernden Einkommen in Portugal und in Deutschland. Für Deutschland gilt der Grundtarif aus § 32a EStG, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Zu versteuerndes EinkommenPortugal, Festlandmit IFICI, 20 ProzentDeutschland
30.000 Euro6.260 Euro, 20,9 Prozent6.000 Euro4.217 Euro, 14,1 Prozent
60.000 Euro18.318 Euro, 30,5 Prozent12.000 Euro14.233 Euro, 23,7 Prozent
90.000 Euro32.063 Euro, 35,6 Prozent18.000 Euro26.664 Euro, 29,6 Prozent
Balkendiagramm: Einkommensteuer 2026 in Prozent des zu versteuernden Einkommens. 30.000 Euro: Portugal 20,9, Deutschland 14,1. 60.000 Euro: Portugal 30,5, Deutschland 23,7. 90.000 Euro: Portugal 35,6, Deutschland 29,6
Einkommensteuer 2026 auf dasselbe zu versteuernde Einkommen, Portugal Festland ohne IFICI mit Solidaritätszuschlag, Deutschland Grundtarif ohne Solidaritätszuschlag. Quellen: PwC, § 32a EStG, eigene Rechnung

Das Ergebnis überrascht viele: Ohne Sonderprogramm zahlst du auf dem Festland in allen drei Stufen mehr Einkommensteuer als in Deutschland. Der Vorteil Portugals liegt bei den Kosten für das Leben, nicht beim Steuertarif. Anders sieht es aus, wenn du IFICI nutzen kannst oder jünger als 35 Jahre bist.

IFICI statt NHR: das Programm für Fachkräfte und Gründer

Das frühere Programm für Nichtansässige (NHR) mit seinen Pauschalsätzen auf Renten nimmt keine neuen Teilnehmer mehr auf. Sein Nachfolger heißt Incentivo Fiscal à Investigação Científica e Inovação, kurz IFICI. Nach dem Merkblatt der portugiesischen Steuerbehörde zahlst du damit zehn Jahre lang 20 Prozent auf Einkünfte aus begünstigten Tätigkeiten, etwa in Forschung, Lehre, in Start-ups oder in bestimmten hochqualifizierten Berufen. Einkünfte aus dem Ausland sind in der Regel steuerfrei.

Voraussetzung ist, dass du in den fünf Jahren zuvor nicht in Portugal ansässig warst. Den Antrag stellst du im Steuerportal bis zum 15. Januar des Jahres nach deinem Zuzug, das bestätigt auch die Übersicht von PwC zu Steuervergünstigungen. Renten sind anders als beim alten NHR nicht begünstigt. Viele ältere Ratgeber nennen noch die Frist 31. März oder den Pauschalsatz von 10 Prozent auf Renten, beides gilt für Neuankömmlinge nicht mehr.

IRS Jovem: weniger Steuern bis 35 Jahre

Wer höchstens 35 Jahre alt ist, profitiert nach derselben Übersicht von PwC vom IRS Jovem. Lohn und Einkünfte aus selbständiger Arbeit sind in den ersten zehn Jahren teilweise steuerfrei: im ersten Jahr zu 100 Prozent, im zweiten bis vierten zu 75 Prozent, im fünften bis siebten zu 50 Prozent und im achten bis zehnten zu 25 Prozent. Die Befreiung ist 2026 auf 29.542,15 Euro im Jahr begrenzt. Für junge Gründer, Freelancer und Angestellte ist das ein spürbarer Vorteil.

Kapitalerträge, Dividenden und Kursgewinne

Dividenden, Zinsen und Kursgewinne werden nach den Angaben von PwC zur Einkommensermittlung pauschal mit 28 Prozent besteuert. Du kannst stattdessen den normalen Tarif wählen, was sich bei kleinen Einkommen lohnen kann. Wer Aktien kürzer als 365 Tage hält und insgesamt mehr als 86.634 Euro verdient, muss die Gewinne in den normalen Tarif einrechnen.

Im Ruhestand nach Portugal: Rente und Doppelbesteuerung

Viele Ruheständler zieht es für den Lebensabend an die Algarve oder an die Silberküste. Steuerlich gilt für sie das portugiesische Steuersystem wie für alle anderen Einwohner. Deutschland und Portugal haben ein Doppelbesteuerungsabkommen, das am 15. Juli 1980 unterzeichnet wurde und auch für Madeira und die Azoren gilt. Es regelt, welcher Staat Gehalt, Gewinne, Mieten, Dividenden und Renten besteuern darf. Bei Renten unterscheidet das Abkommen zwischen gesetzlichen Renten, Betriebsrenten und Beamtenpensionen. Grundsätzlich bleiben Renten aus Deutschland nach § 49 EStG beschränkt steuerpflichtig, das Abkommen kann das Besteuerungsrecht aber dem neuen Wohnsitzstaat zuweisen. Zuständig für Rentner im Ausland ist das Finanzamt Neubrandenburg. Wer als Rentner auswandert, sollte die eigene Lage vorher durchrechnen lassen.

Wegzugsbesteuerung für Gründer. Hältst du mindestens 1 Prozent an einer GmbH oder AG, behandelt das Finanzamt den Wegzug wie einen Verkauf, so § 6 des Außensteuergesetzes. Das gilt, wenn du in den letzten zwölf Jahren mindestens sieben Jahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig warst. Die zinslose Stundung ohne Ende, die ältere Ratgeber für Umzüge innerhalb der EU versprechen, gibt es seit 2022 nicht mehr. Heute kannst du die Steuer auf Antrag in sieben Jahresraten zahlen, und das gilt für Portugal genauso wie für einen Umzug nach Hongkong oder Liechtenstein. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Wegzugsbesteuerung.

Führst du eine deutsche GmbH von Portugal aus weiter, kann der Ort der Geschäftsleitung nach Portugal wandern, mit Folgen für die Steuerpflicht der Firma. Diese Frage gehört vor dem Umzug zum Steuerberater.

Firma gründen und selbständig arbeiten in Portugal

Als Selbständiger. Viele Auswanderer arbeiten in Portugal nicht mit einer Firma, sondern als Selbständige oder Freiberufler. Du meldest deine Tätigkeit beim Finanzamt an und stellst Rechnungen über das Steuerportal aus, die sogenannten Recibos Verdes. Liegen deine Einnahmen im Vorjahr unter 200.000 Euro, kannst du die vereinfachte Besteuerung nutzen. Dann versteuerst du laut PwC bei den in einer Liste genannten freien Berufen nur 75 Prozent deiner Einnahmen, bei anderen Dienstleistungen 35 Prozent. Den vollen Abschlag bekommst du nur, wenn du Ausgaben in Höhe von 15 Prozent der Einnahmen nachweist.

Dazu kommt die Sozialversicherung: Selbständige zahlen nach der Übersicht von PwC 21,4 Prozent, berechnet auf 70 Prozent der Einnahmen aus Dienstleistungen. Ein Beispiel: Von 60.000 Euro Honorar sind 45.000 Euro steuerpflichtig. Darauf fallen auf dem Festland rund 11.650 Euro Einkommensteuer an, die Sozialbeiträge betragen 8.988 Euro im Jahr.

Mit einer Firma. Die übliche Rechtsform ist die Sociedade por Quotas, kurz Lda., vergleichbar mit der GmbH. Nach den Angaben von PwC zur Körperschaftsteuer (Stand 24. Juli 2026) zahlen Firmen auf dem Festland 19 Prozent, kleine und mittlere Unternehmen auf die ersten 50.000 Euro Gewinn 15 Prozent. Im Landesinneren gilt für kleine Firmen ein Satz von 12,5 Prozent, auf Madeira und den Azoren gelten eigene Sätze.

100.000 Euro Gewinn, voll ausgeschüttetPortugal, kleine Lda.Deutschland, GmbH
Steuer der Firma17.000 Euro29.825 Euro bei Hebesatz 400
Steuer auf die Ausschüttung23.240 Euro, 28 Prozent18.509 Euro, Abgeltungsteuer mit Solidaritätszuschlag
zusammen40.240 Euro48.334 Euro

Die Rechnung lässt Zuschläge der Gemeinden außen vor. Was beim Gründen im Ausland generell zu beachten ist, liest du in unserem Ratgeber Firma im Ausland gründen. Weitere Ratgeber für Selbständige und Gründer findest du auf der Startseite von Gründerfreunde.

Auswandern nach Portugal: Anmeldung, Steuern, IFICI und Kosten für Deutsche

Remote Work für einen deutschen Arbeitgeber. Wer dauerhaft von Portugal aus arbeitet, wird in der Regel in Portugal steuer- und sozialversicherungspflichtig. Eine Entsendung oder eine Ausnahmevereinbarung muss der Arbeitgeber vorher klären. Hinweise dazu findest du im Ratgeber Homeoffice im Ausland.

Krankenversicherung und Gesundheitssystem

Die Gesundheitsversorgung in Portugal ruht auf einem staatlichen Gesundheitsdienst, dem Serviço Nacional de Saúde (SNS). Als angemeldeter Einwohner hast du Zugang, die Leistungen sind kostenlos oder mit geringen Zuzahlungen verbunden. Die Wartezeiten bei Fachärzten und Operationen können lang sein, deshalb schließen viele Auswanderer zusätzlich eine private Versicherung ab.

Arbeitest du in Portugal, bist du dort sozialversichert. Rentner mit gesetzlicher Rente aus Deutschland bleiben über das Formular S1 ihrer deutschen Krankenkasse versichert und werden im SNS behandelt, als wären sie dort versichert. Zwischen dem Ende der deutschen Versicherung und der Anmeldung in Portugal darf keine Lücke entstehen, sonst zahlst du Arztrechnungen selbst.

Lebenshaltungskosten in Portugal: Was kostet das Leben?

Die Lebenshaltungskosten in Portugal liegen unter dem deutschen Niveau, aber nicht in allem. Nach den vergleichenden Preisniveaus von Eurostat lag Portugal 2024 über alle Konsumausgaben bei 85,0 Prozent des EU-Durchschnitts, Deutschland bei 109,1. Restaurants und Hotels sind mit 75,5 rund ein Drittel günstiger als in Deutschland (112,1), Lebensmittel kosten mit 101,5 dagegen fast so viel (102,7). Wohnen, Wasser und Energie liegen bei 80,1, in Deutschland bei 113,1. Die Arbeitslosenquote lag laut Eurostat im Jahr 2025 bei 6,0 Prozent, in Deutschland bei 3,8 Prozent.

Balkendiagramm: Preisniveau 2024, EU = 100. Konsum gesamt Portugal 85,0, Deutschland 109,1; Lebensmittel Portugal 101,5, Deutschland 102,7; Gastronomie Portugal 75,5, Deutschland 112,1
Preisniveau 2024, EU-Durchschnitt = 100. Quelle: Eurostat

Den größten Unterschied machen die Mieten, und sie hängen stark vom Ort ab. Nach der Auswertung der amtlichen Mietstatistik durch das Statistikamt der Region Madeira lag die mittlere Miete bei neuen Verträgen in den zwölf Monaten bis März 2026 in Lissabon bei 17,22 Euro je Quadratmeter, in Cascais bei 16,50, in Oeiras bei 15,42 und in Porto bei 14,29 Euro. Im Landesdurchschnitt waren es 9,50 Euro. Im ersten Quartal 2026 lagen die Regionen zwischen 14,38 Euro im Großraum Lissabon und 6,08 Euro im Alentejo.

Region, 1. Quartal 2026Miete neuer Verträge je Quadratmeter70 Quadratmeter im Monat
Großraum Lissabon14,38 Euro1.007 Euro
Madeira11,97 Euro838 Euro
Halbinsel Setúbal11,35 Euro795 Euro
Algarve10,71 Euro750 Euro
Portugal gesamt9,46 Euro662 Euro
Norden mit Porto7,96 Euro557 Euro
Zentrum mit Coimbra6,52 Euro456 Euro
Alentejo6,08 Euro426 Euro
Balkendiagramm: Miete neuer Verträge je Quadratmeter im 1. Quartal 2026. Großraum Lissabon 14,38 Euro, Madeira 11,97, Algarve 10,71, Portugal gesamt 9,46, Norden mit Porto 7,96, Zentrum 6,52, Alentejo 6,08
Mittlere Miete neuer Mietverträge je Quadratmeter, 1. Quartal 2026. Quelle: INE, Auswertung des Statistikamts der Region Madeira

Wie viel Geld du brauchst, hängt also vor allem vom Wohnort ab. Wer in Lissabon oder Porto mieten will, zahlt fast so viel wie in einer deutschen Großstadt. In Mittelportugal, im Alentejo oder im Landesinneren kommt man mit deutlich weniger aus. Die Löhne vor Ort sind niedrig, wer seine Kosten mit einem deutschen Einkommen, einem Remote-Job oder einem eigenen Geschäft deckt, profitiert am meisten vom Preisniveau.

Wo leben Deutsche in Portugal? Die beliebtesten Regionen

  • Lissabon und Cascais: Hauptstadt mit Start-up-Szene, Jobs, internationalen Schulen und den höchsten Mieten des Landes. Mehr im Ratgeber Auswandern nach Lissabon.
  • Porto: zweitgrößte Stadt mit kreativer Szene, Universität und etwas niedrigeren Kosten. Mehr im Ratgeber Leben und Arbeiten in Porto.
  • Algarve: Küste im Süden mit viel Sonne, Golfplätzen und vielen Rentnern aus Nordeuropa. Im Sommer voll, im Winter ruhig.
  • Silberküste und Mittelportugal: Orte wie Nazaré, Caldas da Rainha oder Coimbra, ruhiger und günstiger als die Städte.
  • Madeira und die Azoren: Inseln mit niedrigeren Steuern, mehr dazu in unseren Ratgebern zu Madeira und den Azoren mitten im Atlantik.

Wohnung finden in Portugal

Mietverträge laufen oft über mehrere Jahre, verlangt werden eine Kaution und oft Mieten im Voraus. Für die Unterschrift brauchst du die NIF, viele Vermieter wollen außerdem einen Einkommensnachweis oder einen Bürgen. Suche zuerst eine möblierte Wohnung für die ersten Monate und schau dir die Gegend in Ruhe an, bevor du einen langen Vertrag unterschreibst. EU-Bürger dürfen in Portugal Immobilien ohne Einschränkung kaufen.

Auswandern nach Portugal: Schritt für Schritt

SchrittWas zu tun istWann
1Region zur Probe bewohnen, im Winter und im Sommerein Jahr vorher
2Steuerlage klären: IRS, IFICI, IRS Jovem, Rente, Firmasechs bis zwölf Monate vorher
3Wegzugsteuer bei GmbH-Anteilen prüfenvor der Abmeldung
4NIF beantragen, Konto in Portugal eröffnendrei Monate vorher
5Wohnung mieten, zuerst befristetvor dem Umzug
6In Deutschland abmelden, Krankenversicherung und S1 klärenbeim Umzug
7Anmeldebescheinigung bei der Câmara Municipal, NISS, Gesundheitszentrumnach drei Monaten
8IFICI beantragen, wenn deine Tätigkeit begünstigt istbis 15. Januar des Folgejahres

Für die ersten Monate hilft ein Konto mit günstigen Überweisungen im Euroraum, Anbieter vergleichst du in unserem Geschäftskonto-Vergleich. Wer mit Kindern umzieht, findet Hinweise im Ratgeber mit Kindern auswandern.

Vorteile und Nachteile beim Auswandern nach Portugal

VorteileNachteile
EU-Freizügigkeit, kein VisumEinkommensteuer ohne Sonderprogramm höher als in Deutschland
mildes Klima und AtlantikküsteMieten in Lissabon und Porto auf Großstadtniveau
Preisniveau 85,0 Prozent des EU-Durchschnittsniedrige Löhne vor Ort
IFICI mit 20 Prozent für Fachkräfte und Gründerkeine Steuervorteile mehr für neue Rentner
IRS Jovem für alle bis 35 Jahrelange Wartezeiten im staatlichen Gesundheitsdienst
Firmensteuer für kleine Firmen 15 ProzentBürokratie und Portugiesisch im Alltag

Tipps für deine Entscheidung

Bevor du dich für Portugal entscheidest, helfen ein paar Tipps aus der Erfahrung vieler Auswanderer. Lerne die Sprache, mindestens bis zu einfachen Gesprächen: Im Alltag, bei Behörden und mit Nachbarn öffnet Portugiesisch mehr Türen als Englisch. Die Kultur ist herzlich, aber langsamer als in Deutschland, Termine und Bürokratie brauchen Geduld. Für die Lebensqualität zählt vor allem der Ort: Ein Haus mit Garten im Alentejo bedeutet ein anderes Leben als eine Unterkunft mitten in Lissabon. Die Sicherheit im Alltag erleben die meisten Auswanderer als hoch, ähnlich wie in anderen Ländern im Westen Europas.

Wer langfristig bleiben will, kann nach einigen Jahren den Daueraufenthalt beantragen. Die Staatsbürgerschaft ist ein eigener, längerer Weg mit eigenen Regeln, die sich in den letzten Jahren geändert haben. Die aktuellen Informationen dazu gibt die Migrationsbehörde AIMA.

Typische Fehler beim Auswandern nach Portugal

  • Mit dem alten NHR rechnen: Wer 2026 zuzieht, bekommt keine 10 Prozent auf Renten mehr. IFICI begünstigt nur bestimmte Tätigkeiten.
  • Die IFICI-Frist verpassen: Der Antrag muss bis zum 15. Januar des Jahres nach dem Zuzug gestellt sein.
  • Die Mieten unterschätzen: Lissabon und Porto kosten fast so viel wie deutsche Großstädte.
  • Ohne NIF anreisen: Ohne Steuernummer bekommst du weder Konto noch Mietvertrag.
  • Die Krankenversicherung lückenhaft lassen: Zwischen deutscher Versicherung und SNS darf keine Lücke entstehen.

Fazit: Für wen sich Portugal lohnt

Portugal passt zu Menschen, die mit einem Einkommen aus Deutschland oder einem Online-Geschäft günstiger und mit mehr Sonne leben wollen, zu jungen Gründern bis 35 Jahre und zu Fachkräften, die IFICI nutzen können. Für Rentner ist Portugal weiter ein schönes Ziel, aber kein Steuerparadies mehr. Wer in Lissabon leben will, braucht ein deutsches Budget.

Wenn du Alternativen in Südeuropa vergleichst, findest du bei uns Leitfäden zum Auswandern nach Spanien mit Beckham-Regel, zu den Kanaren mit eigener Sonderzone, zu Italien, zu Malta mit seiner Steuererstattung für Gesellschafter und zu Zypern mit der 60-Tage-Regel. Wer lieber in den Alpen lebt, liest die Ratgeber für Österreich und die Schweiz. Alle Länder mit Steuern, Aufenthalt und Preisniveau nebeneinander zeigt unser Vergleich der Auswanderungsländer für Deutsche.

Häufige Fragen und Antworten zum Auswandern nach Portugal

Brauche ich als Deutscher ein Visum für Portugal?

Nein. Als EU-Bürger darfst du ohne Visum in Portugal leben und arbeiten. Bleibst du länger als drei Monate, meldest du dich bei der Gemeinde an und erhältst die Anmeldebescheinigung. Vorher brauchst du die Steuernummer NIF.

Wie hoch sind die Steuern in Portugal?

Die Einkommensteuer steigt 2026 von 12,5 auf 48 Prozent, über 80.000 Euro kommt ein Solidaritätszuschlag hinzu. Bei 60.000 Euro zu versteuerndem Einkommen zahlst du auf dem Festland rund 18.300 Euro, in Deutschland rund 14.200 Euro. Firmen zahlen 19 Prozent, kleine Firmen 15 Prozent auf die ersten 50.000 Euro.

Gibt es das NHR-Programm noch?

Für Neuankömmlinge nicht. Der Nachfolger IFICI besteuert begünstigte Tätigkeiten zehn Jahre lang mit 20 Prozent und stellt viele Auslandseinkünfte frei. Renten sind nicht begünstigt, der Antrag muss bis zum 15. Januar des Folgejahres gestellt werden.

Lohnt sich Portugal für Rentner?

Wegen des Klimas und der niedrigeren Preise für viele ja, steuerlich aber nicht mehr so wie früher. Renten werden nach dem normalen Tarif besteuert, ob Deutschland zusätzlich zugreift, regelt das Doppelbesteuerungsabkommen je nach Art der Rente. Über das Formular S1 bleibst du krankenversichert.

Was kostet eine Wohnung in Portugal?

Bei neuen Mietverträgen lag die mittlere Miete in den zwölf Monaten bis März 2026 in Lissabon bei 17,22 Euro je Quadratmeter, in Porto bei 14,29 Euro und im Landesdurchschnitt bei 9,50 Euro. Für 70 Quadratmeter in Lissabon sind das rund 1.200 Euro im Monat.

Was ist IRS Jovem?

Ein Steuervorteil für alle bis 35 Jahre. Lohn und Einkünfte aus selbständiger Arbeit sind in den ersten zehn Berufsjahren teilweise steuerfrei, im ersten Jahr voll, danach zu 75, 50 und 25 Prozent, höchstens bis 29.542,15 Euro im Jahr 2026.

Kann ich in Portugal eine Firma gründen?

Ja, als EU-Bürger ohne Genehmigung. Die übliche Form ist die Lda., vergleichbar mit der GmbH. Viele Auswanderer starten aber als Selbständige mit Recibos Verdes und der vereinfachten Besteuerung.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Quellen abgeglichen und nachgerechnet, Stand Oktober 2026. Er ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall.

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Gründerfreunde
Dennis Weidner ist Gründer und Chefredakteur von Gruenderfreunde.de. Das Portal startete 2013 neben seiner eigenen Selbstständigkeit, gehört bis heute keinem Verlag und wird vom Gründer selbst geführt. Diese Unabhängigkeit entscheidet, worüber hier geschrieben wird und worüber nicht. Sein Weg begann in der Bankenbranche, es folgten rund zehn Jahre Krypto und Online-Marketing. Heute verantwortet er mehrere Gesellschaften in Medien, E-Commerce und KI und arbeitet im Tagesgeschäft mit KI-Agenten. Daher kommen die Themen, über die er schreibt: Finanzierung, Steuern und Bürokratie, Vertrieb und Automatisierung, Standortwahl und Auswandern. Er schreibt über das, was er selbst gemacht hat, Umwege eingeschlossen, und stützt sich auf amtliche Quellen und Kontakte vor Ort. Die Beiträge ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung, sie sollen die eigene Entscheidung vorbereiten. Kontakt und weitere Beiträge über LinkedIn oder dennis-weidner.com.