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Viele Leute kennen Madeira aus dem Urlaub, von der Landschaft mit Steilküsten und Wanderwegen. Für Auswanderer ist es die Insel, auf der das Klima stimmt, der Euro gilt und die Steuern niedriger sind als auf dem portugiesischen Festland. Als autonome Region darf Madeira eigene Steuersätze festlegen, und davon macht die Regionalregierung 2026 so stark Gebrauch wie nie: Die Einkommensteuer liegt in allen Stufen 30 Prozent unter den Sätzen des Festlands, die Körperschaftsteuer bei 13 statt 19 Prozent, und in der Freihandelszone zahlen lizenzierte Firmen nur 5 Prozent. Wer nach Madeira auswandern will, sollte die Zahlen aber genau kennen, denn viele Ratgeber nennen noch die Sätze von 2024.
Dieser Leitfaden zeigt dir, was 2026 gilt: wie hoch die Steuern auf Madeira wirklich sind, für wen sich die Freihandelszone (MIBC) lohnt, was das Steuerprogramm IFICI bringt, welche Schritte vor und nach dem Umzug anstehen und was das Leben auf der Insel kostet. Als Bürger Deutschlands, Österreichs oder der Schweiz brauchst du dafür kein Visum. Alle Zahlen stammen aus amtlichen Quellen, Stand Oktober 2026.

Auswandern nach Madeira: das Wichtigste in Kürze
| Thema | Regel 2026 | Was das für dich heißt |
|---|---|---|
| Aufenthalt | EU-Freizügigkeit, Anmeldung nach drei Monaten bei der Gemeinde | Personalausweis reicht, kein Visum |
| Steuernummer (NIF) | Pflicht für Konto, Mietvertrag und Vertrag mit Behörden | erster Schritt, noch vor dem Umzug |
| Einkommensteuer (IRS) | 8,75 bis 33,6 Prozent | 30 Prozent unter dem Festland mit 12,5 bis 48 Prozent |
| IFICI | 20 Prozent auf begünstigte Einkünfte, zehn Jahre | nur für bestimmte qualifizierte Tätigkeiten |
| Körperschaftsteuer | 13 Prozent, KMU 10,5 Prozent auf die ersten 50.000 Euro | Festland 19 Prozent |
| Freihandelszone MIBC | 5 Prozent für lizenzierte Firmen | Lizenz bis Ende 2026, Vorteil bis 2033 verlängert |
| Mehrwertsteuer | 22 Prozent, ermäßigt 12 und 4 Prozent | Festland 23, 13 und 6 Prozent |
| Mindestlohn | 980 Euro im Monat | Festland 920 Euro |
| Doppelbesteuerung | DBA Deutschland und Portugal vom 15. Juli 1980 | gilt auch für Madeira |
Aufenthalt und Anmeldung: Was du als EU-Bürger brauchst
Madeira gehört zu Portugal und damit zur EU. Du darfst dort ohne Genehmigung leben, arbeiten und ein Unternehmen gründen. Bleibst du länger als drei Monate, meldest du dich bei der Câmara Municipal, der Gemeindeverwaltung deines Wohnorts, und erhältst die Anmeldebescheinigung für EU-Bürger. Den Antrag stellst du nach den Vorgaben der Migrationsbehörde AIMA innerhalb von 30 Tagen nach Ablauf der ersten drei Monate. Die Bescheinigung gilt fünf Jahre, danach kannst du den Daueraufenthalt beantragen.
Noch vor der Anmeldung brauchst du die portugiesische Steuernummer, den Número de Identificação Fiscal (NIF). Ohne sie bekommst du kein Bankkonto, keinen Mietvertrag und keinen Handyvertrag. Du beantragst sie beim Finanzamt in Funchal oder online. Für Nicht-EU-Bürger, etwa einen Partner aus einem Drittstaat, gelten eigene Visa wie das Visum für Bezieher passiver Einkommen (D7) oder für digitale Nomaden (D8).
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Steuern auf Madeira 2026: Steuersatz, Unterschiede zum Festland und IFICI
Wer mehr als 183 Tage im Jahr in Portugal verbringt oder dort seine ständige Wohnung hat, ist steuerlich ansässig und versteuert sein Welteinkommen in Portugal. Mit Wohnsitz auf Madeira gilt der regionale Tarif, und hier liegen die größten Unterschiede zum Festland. Laut der Steuerverwaltung der Region wendet Madeira 2026 erstmals in allen neun Stufen den höchstmöglichen Abschlag von 30 Prozent auf die Sätze des Festlands an, die Grenzen der Stufen sind um 3,51 Prozent gestiegen. Auch die pauschalen Steuern auf Zinsen und Dividenden aus Portugal liegen 30 Prozent unter dem Festland.
| Zu versteuerndes Einkommen 2026 | Festland | Madeira |
|---|---|---|
| bis 8.342 Euro | 12,5 Prozent | 8,75 Prozent |
| 8.342 bis 12.587 Euro | 15,7 Prozent | 10,99 Prozent |
| 12.587 bis 17.838 Euro | 21,2 Prozent | 14,84 Prozent |
| 17.838 bis 23.089 Euro | 24,1 Prozent | 16,87 Prozent |
| 23.089 bis 29.397 Euro | 31,1 Prozent | 21,77 Prozent |
| 29.397 bis 43.090 Euro | 34,9 Prozent | 24,43 Prozent |
| 43.090 bis 46.566 Euro | 43,1 Prozent | 30,17 Prozent |
| 46.566 bis 86.634 Euro | 44,6 Prozent | 31,22 Prozent |
| über 86.634 Euro | 48 Prozent | 33,6 Prozent |
Die Stufen des Festlands stammen aus den Worldwide Tax Summaries von PwC (Stand 3. Oktober 2026), die Sätze für Madeira sind daraus mit dem Abschlag von 30 Prozent berechnet. Über 80.000 Euro kommt ein Solidaritätszuschlag von 2,5 Prozent hinzu, über 250.000 Euro von 5 Prozent.
Was heißt das in Euro? Die Tabelle rechnet mit demselben zu versteuernden Einkommen in Portugal und in Deutschland. Für Deutschland gilt der Grundtarif aus § 32a EStG, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.
| Zu versteuerndes Einkommen | Madeira | Portugal Festland | Deutschland |
|---|---|---|---|
| 30.000 Euro | 4.382 Euro (14,6 Prozent) | 6.260 Euro (20,9 Prozent) | 4.217 Euro (14,1 Prozent) |
| 60.000 Euro | 12.823 Euro (21,4 Prozent) | 18.319 Euro (30,5 Prozent) | 14.233 Euro (23,7 Prozent) |
Bei kleineren Einkommen ist Madeira also nicht günstiger als Deutschland, erst ab mittleren Einkommen wird der Unterschied spürbar. Auf dem Festland zahlst du in beiden Fällen deutlich mehr. Dazu kommen Sozialabgaben: Angestellte zahlen 11 Prozent ihres Bruttolohns, Arbeitgeber 23,75 Prozent ohne Obergrenze, so die Übersicht von PwC.
IFICI statt NHR. Das frühere Programm für Nichtansässige (NHR) nimmt keine neuen Teilnehmer mehr auf. Sein Nachfolger trägt den Namen Incentivo Fiscal à Investigação Científica e Inovação (IFICI). Nach dem Merkblatt der portugiesischen Steuerbehörde zahlst du damit zehn Jahre lang 20 Prozent auf Einkünfte aus begünstigten Tätigkeiten, etwa in Forschung, Lehre, in Start-ups oder in bestimmten hochqualifizierten Berufen. Einkünfte aus dem Ausland sind in der Regel steuerfrei. Voraussetzung ist, dass du in den fünf Jahren zuvor nicht in Portugal ansässig warst. Den Antrag stellst du im Steuerportal bis zum 15. Januar des Jahres nach deinem Zuzug. Renten sind anders als beim alten NHR nicht begünstigt.
Kapitalertragsteuer, Zinsen und Krypto. Zinsen, Dividenden und Kursgewinne werden in Portugal pauschal mit 28 Prozent besteuert. Auf Madeira gilt für diese Quellensteuern auf Erträge aus Portugal der Abschlag von 30 Prozent, der Steuersatz sinkt damit auf 19,6 Prozent. Gewinne aus Kryptowährungen sind steuerfrei, wenn du sie länger als 365 Tage gehalten hast, sonst zahlst du ebenfalls 28 Prozent. Eine Vermögensteuer gibt es nicht.
Mehrwertsteuer. Die Mehrwertsteuer ist auf Madeira niedriger als auf dem Festland. Nach der Übersicht der Finanzverwaltung gelten 22 Prozent als Normalsatz, 12 Prozent als Zwischensatz und 4 Prozent als ermäßigter Satz, auf dem Festland 23, 13 und 6 Prozent.
Grundsteuer und Immobilien. Wer ein Haus oder eine Wohnung besitzt, zahlt jährlich eine Grundsteuer (IMI) von 0,3 bis 0,45 Prozent des Katasterwerts. Beim Kauf von Immobilien fällt Grunderwerbsteuer (IMT) von bis zu 7,5 Prozent an, dazu 0,8 Prozent Stempelsteuer. EU-Bürger dürfen Grundstücke und Gebäude ohne Einschränkung kaufen.
Firma gründen auf Madeira: Freihandelszone MIBC und Regelsteuer
Für Gründer gibt es auf Madeira zwei Steuerwelten. Die erste ist die normale Körperschaftsteuer der Region. Laut PwC (Stand 24. Juli 2026) liegt der Körperschaftsteuersatz auf Madeira bei 13 Prozent statt 19 Prozent auf dem Festland. Kleine und mittlere Unternehmen zahlen auf die ersten 50.000 Euro Gewinn 10,5 Prozent. Dazu kann eine Gemeindesteuer (Derrama) von bis zu 1,5 Prozent kommen, für Gewinne über 1,5 Millionen Euro ein regionaler Zuschlag.
Die zweite ist die Freihandelszone, das Madeira International Business Centre (MIBC). Firmen mit einer Lizenz der Betreibergesellschaft SDM zahlen dort 5 Prozent Körperschaftsteuer auf Gewinne aus internationalen Geschäften. Neue Lizenzen gibt es bis Ende 2026. Laut der Betreibergesellschaft des MIBC hat das portugiesische Parlament am 20. November 2025 beschlossen, dass lizenzierte Firmen den Satz von 5 Prozent bis 2033 nutzen dürfen, fünf Jahre länger als bisher.

Die Steuervorteile haben Bedingungen, die die Europäische Kommission als Beihilferegeln vorgibt. Die Firma muss auf Madeira Arbeitsplätze schaffen und halten, bei wenigen Stellen zusätzlich in Anlagen investieren. Die Zahl der Mitarbeiter bestimmt, bis zu welcher Gewinnhöhe der Satz von 5 Prozent gilt. Gewinne aus Geschäften mit Kunden in Portugal fallen nicht darunter. Eine Briefkastenfirma ohne Personal und Büro auf der Insel bekommt den Vorteil nicht, und wer die Bedingungen später nicht erfüllt, muss nachzahlen.
Für viele kleine Gründer ist deshalb die normale Gesellschaft mit 13 oder 10,5 Prozent der einfachere Weg. Die übliche Rechtsform ist die Sociedade por Quotas (Lda.), vergleichbar mit der GmbH. Wie in Deutschland kostet die Ausschüttung an dich als Privatperson noch einmal Steuer. Was beim Gründen im Ausland generell zu beachten ist, liest du in unserem Ratgeber Firma im Ausland gründen.
Diejenigen, die sich für eine Reise nach Madeira interessieren und noch eine Versicherung suchen, können sich das folgende Angebot ansehen.
Selbständig auf Madeira: Freiberufler und vereinfachte Besteuerung
Viele Auswanderer arbeiten auf Madeira nicht mit einer Firma, sondern als Selbständige oder Freiberufler. Du meldest deine Tätigkeit beim Finanzamt an und stellst Rechnungen über das Steuerportal aus, die sogenannten Recibos Verdes. Liegen deine Einnahmen im Vorjahr unter 200.000 Euro, kannst du die vereinfachte Besteuerung nutzen. Dann versteuerst du laut PwC bei den in einer Liste genannten freien Berufen nur 75 Prozent deiner Einnahmen, bei anderen Dienstleistungen 35 Prozent. Den vollen Abschlag bekommst du allerdings nur, wenn du Ausgaben in Höhe von 15 Prozent der Einnahmen nachweist, etwa über Sozialbeiträge, Miete oder eine Pauschale.
Dazu kommt die Sozialversicherung. Selbständige zahlen nach der Übersicht von PwC 21,4 Prozent, berechnet auf 70 Prozent der Einnahmen aus Dienstleistungen. Ein vereinfachtes Beispiel: Von 60.000 Euro Honorar sind 45.000 Euro steuerpflichtig. Darauf fallen auf Madeira rund 8.160 Euro Einkommensteuer an, auf dem Festland wären es rund 11.650 Euro. Die Sozialbeiträge betragen 8.988 Euro im Jahr.
Für Remote-Arbeiter mit einem Arbeitgeber in Deutschland gilt: Wer dauerhaft von Madeira aus arbeitet, wird in der Regel in Portugal steuer- und sozialversicherungspflichtig. Eine Entsendung oder eine Ausnahmevereinbarung muss der Arbeitgeber vorher klären. Die Wirtschaft und damit der Arbeitsmarkt vor Ort hängen stark am Tourismus, dazu kommen Bau, Landwirtschaft und eine wachsende IT-Branche.
Doppelbesteuerung und Wegzug aus Deutschland
Deutschland und Portugal haben ein Doppelbesteuerungsabkommen, das am 15. Juli 1980 unterzeichnet wurde und auch für Madeira gilt. Es regelt, welcher Staat Gehalt, Gewinne, Mieten, Dividenden und Renten besteuern darf. Bei Renten unterscheidet das Abkommen zwischen gesetzlichen Renten, Betriebsrenten und Beamtenpensionen. Wer als Rentner auswandert, sollte die eigene Lage deshalb vorher prüfen lassen.
Wegzugsbesteuerung für Gründer. Hältst du mindestens 1 Prozent an einer Kapitalgesellschaft, etwa an deiner GmbH, behandelt das Finanzamt den Wegzug wie einen Verkauf zum gemeinen Wert, so § 6 des Außensteuergesetzes. Das gilt, wenn du in den letzten zwölf Jahren mindestens sieben Jahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig warst. Viele ältere Ratgeber versprechen bei einem Umzug innerhalb der EU eine zinslose Stundung ohne Ende. Diese Regel gibt es seit 2022 nicht mehr. Heute kannst du die Steuer auf Antrag in sieben Jahresraten zahlen, meist gegen Sicherheit, und das gilt für Madeira genauso wie für einen Umzug nach China, Uruguay oder Liechtenstein. Kehrst du innerhalb von sieben Jahren zurück, entfällt die Steuer unter Bedingungen. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Wegzugsbesteuerung für Gründer.
Behältst du eine Firma in Deutschland und führst sie von Madeira aus, kann der Ort der Geschäftsführung und damit der Geschäftsleitung nach Portugal wandern. Das hat Folgen für die Steuerpflicht der Firma, deshalb gehört diese Frage vor den Umzug zum Steuerberater. Allgemeine Hinweise findest du auch in unserem Beitrag Auswandern: wichtige Tipps zur Rechtslage.
Lebenshaltungskosten auf Madeira
Im Vergleich ist Portugal insgesamt deutlich günstiger als Deutschland, das Leben auf Madeira aber nicht in allem. Nach den vergleichenden Preisniveaus von Eurostat lag Portugal 2024 über alle Konsumausgaben bei 85,0 (EU-Durchschnitt = 100), Deutschland bei 109,1. Restaurants und Hotels sind rund ein Drittel günstiger, Lebensmittel kosten dagegen fast so viel wie in Deutschland. Auf der Insel kommt hinzu, dass vieles per Schiff geliefert wird.

Den größten Posten machen die Mieten aus, und ihre Entwicklung zeigt steil nach oben. Laut dem Statistikamt der Region lag die mittlere Miete bei neuen Verträgen in Funchal im ersten Quartal 2026 bei 13,65 Euro pro Quadratmeter, 14,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Funchal gehört damit zu den teuersten Städten Portugals, nur Lissabon, Cascais, Oeiras, Sines und Porto lagen über zwölf Monate höher. Im Landesdurchschnitt waren es 9,46 Euro.
| Posten | Wert | Quelle oder Hinweis |
|---|---|---|
| Miete neuer Verträge, Funchal | 13,65 Euro pro Quadratmeter | DREM, 1. Quartal 2026 |
| Miete 70-Quadratmeter-Wohnung, Funchal | rund 955 Euro im Monat | berechnet aus dem Mittelwert |
| Miete neuer Verträge, ganz Madeira | 11,82 Euro pro Quadratmeter | DREM, zwölf Monate bis März 2026 |
| Miete neuer Verträge, Portugal | 9,46 Euro pro Quadratmeter | DREM, 1. Quartal 2026 |
| Mindestlohn Madeira | 980 Euro im Monat | Regionaldekret 1/2026/M |
| Preisniveau Konsum, Portugal | 85,0 (Deutschland 109,1) | Eurostat 2024 |
Der Mindestlohn auf Madeira liegt nach dem Regionaldekret 1/2026/M seit Januar 2026 bei 980 Euro im Monat, auf dem Festland bei 920 Euro. Die Gehälter vor Ort sind entsprechend niedrig. Wer seine Kosten mit einem deutschen Einkommen, einem Remote-Job oder einer eigenen Firma deckt, profitiert vom Preisniveau. Wer auf einen lokalen Job angewiesen ist, rechnet besser vorsichtig.

Leben auf Madeira: Orte, Klima und Gesundheit
Funchal ist die Hauptstadt mit der besten Infrastruktur, Krankenhaus, Schulen, Marina und den meisten Jobs, aber auch den höchsten Mieten. Westlich davon liegen Câmara de Lobos und Ribeira Brava, ruhiger und pendelnah. Ponta do Sol an der Westküste wurde 2021 als erstes Digital Nomad Village bekannt, mit Coworking und einer internationalen Gemeinschaft. Calheta im Westen ist sonnig und ruhig, Santa Cruz und Machico im Osten liegen nah am Flughafen. Die Nachbarinsel Porto Santo hat einen langen Sandstrand und sehr wenig Trubel.
Das Klima ist ganzjährig mild, im Süden der Insel sonniger als im feuchteren Norden. In den Bergen wird es deutlich kühler. Ein Auto ist auf der steilen Insel fast immer nötig, Busse fahren vor allem rund um Funchal. Viele Portugiesen auf Madeira sprechen Englisch, im Alltag und bei Behörden hilft dir Portugiesisch aber sehr. Nach den Erfahrungen vieler Auswanderer findet man über die Gruppe der Remote-Arbeiter in Funchal und Ponta do Sol schnell Anschluss.
Für die Gesundheitsversorgung ist auf Madeira der regionale Gesundheitsdienst SESARAM zuständig. Mit der Anmeldung als Einwohner hast du Zugang zum öffentlichen System, für einen Facharzt musst du aber teils lange warten. Viele Auswanderer schließen deshalb zusätzlich eine private Krankenversicherung ab. In den ersten Wochen bis zur Anmeldung brauchst du eine Übergangslösung, die Europäische Krankenversicherungskarte deckt nur vorübergehende Aufenthalte ab.
Schritt für Schritt nach Madeira auswandern
| Zeitpunkt | Was du tust | Hinweis |
|---|---|---|
| 6 bis 12 Monate vorher | Steuerlage klären: IRS, IFICI, Firma auf Madeira oder in Deutschland | bei GmbH-Anteilen Wegzugsbesteuerung prüfen |
| 3 bis 6 Monate vorher | NIF beantragen, Bankkonto vorbereiten, Wohnung suchen | Funchal ist knapp, Westen und Osten günstiger |
| vor dem Umzug | Wohnsitz in Deutschland abmelden, Versicherungen anpassen | Übergangskrankenversicherung abschließen |
| nach 3 Monaten | Anmeldebescheinigung bei der Câmara Municipal | innerhalb von 30 Tagen |
| ab Zuzug | steuerlichen Wohnsitz beim Finanzamt auf Madeira eintragen | erst dann gilt der regionale Tarif |
| bis 15. Januar des Folgejahres | IFICI beantragen, wenn deine Tätigkeit begünstigt ist | Frist nicht verpassen, sonst ist der Vorteil weg |
| für Gründer | Firma gründen oder MIBC-Lizenz bei der SDM beantragen | Lizenzen nur noch bis Ende 2026 |
Weitere Informationen zum Thema findest du in unseren Länderratgebern. Unsere Tipps aus der Beratung: Rechne mit den echten Sätzen von 2026 und nicht mit den Versprechen alter Ratgeber, plane die Wohnung früh und kläre die Wegzugsbesteuerung, bevor du dich in Deutschland abmeldest.
Madeira: Vorteile und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| mildes Klima das ganze Jahr | hohe und stark steigende Mieten in Funchal |
| EU-Mitglied mit Euro, kein Visum für Deutsche | niedrige Löhne vor Ort |
| Einkommensteuer 30 Prozent unter dem Festland | bei kleinen Einkommen kaum günstiger als Deutschland |
| Körperschaftsteuer 13 Prozent, im MIBC 5 Prozent | MIBC nur mit Personal und Investition auf der Insel |
| gute Internetanbindung und Gemeinschaft von Remote-Arbeitern | Insellage: teurere Importwaren, Flugausfälle bei starkem Wind |
| sicher, überschaubar, gute Wanderwege und Natur | Facharzttermine im öffentlichen System mit Wartezeit |
Wer Portugal auf dem Festland vorzieht, findet in unserem Leitfaden zum Auswandern nach Portugal die allgemeinen Regeln, für Städte wie Porto gibt es eigene Ratgeber. Die zweite autonome Region des Landes beschreiben wir im Beitrag über das Auswandern auf die Azoren. Ähnlich mild ist das Klima auf den spanischen Kanarischen Inseln vor Afrika.
Wenn dich vor allem die niedrigen Steuern für Unternehmer interessieren, lohnt der Vergleich mit anderen Inselstaaten der EU: Malta mit seiner Steuererstattung für Gesellschafter und Zypern mit der 60-Tage-Regel. Englischsprachig und mit 12,5 Prozent Körperschaftsteuer ist Irland als Auswanderungsziel, und wer das Gegenteil von Sonne sucht, liest unseren Leitfaden zum Leben und Arbeiten auf Island.
Steuern und Kosten von Madeira im Vergleich mit den Kanaren, Malta und weiteren Zielen findest du in unserer Übersicht beliebter Auswanderungsziele.
Häufige Fragen zum Auswandern nach Madeira
Brauche ich ein Visum, um nach Madeira auszuwandern?
Nein. Als Deutscher darfst du als EU-Bürger ohne Visum auf Madeira leben und arbeiten. Du brauchst eine portugiesische Steuernummer (NIF) und meldest dich nach drei Monaten bei der Gemeinde an.
Wie hoch sind die Steuern auf Madeira?
Die Einkommensteuer liegt 2026 zwischen 8,75 und 33,6 Prozent und damit in allen Stufen 30 Prozent unter dem Festland. Firmen zahlen 13 Prozent Körperschaftsteuer, kleine Firmen auf die ersten 50.000 Euro Gewinn 10,5 Prozent, lizenzierte Firmen in der Freihandelszone 5 Prozent. Die Mehrwertsteuer beträgt 22 Prozent.
Ist Madeira wirklich günstiger als Deutschland?
Bei der Einkommensteuer erst ab mittleren Einkommen: Mit 60.000 Euro zu versteuerndem Einkommen zahlst du auf Madeira rund 12.800 Euro, in Deutschland rund 14.200 Euro. Das allgemeine Preisniveau in Portugal liegt rund 22 Prozent unter dem deutschen, die Mieten in Funchal sind aber hoch.
Was ist das MIBC und für wen lohnt es sich?
Das Madeira International Business Centre ist die Freihandelszone der Insel. Lizenzierte Firmen zahlen 5 Prozent Körperschaftsteuer auf Gewinne aus internationalen Geschäften, bis 2033. Dafür müssen sie auf Madeira Arbeitsplätze schaffen. Es lohnt sich vor allem für Firmen mit internationalen Kunden und echtem Personal vor Ort.
Gilt das Steuerprogramm IFICI auch auf Madeira?
Ja. IFICI gilt in ganz Portugal. Wer eine begünstigte Tätigkeit ausübt und in den fünf Jahren davor nicht in Portugal ansässig war, zahlt zehn Jahre lang 20 Prozent auf diese Einkünfte. Der Antrag muss bis zum 15. Januar des Jahres nach dem Zuzug gestellt werden.
Kann ich als Rentner nach Madeira auswandern?
Ja, ohne Visum. Steuerliche Sonderregeln für Rentner gibt es aber nicht mehr: Renten werden nach dem regionalen Tarif versteuert, IFICI begünstigt sie nicht. Wie deine deutsche Rente besteuert wird, hängt von ihrer Art ab und regelt das Doppelbesteuerungsabkommen.
Wie teuer ist eine Wohnung in Funchal?
Neue Mietverträge lagen im ersten Quartal 2026 im Mittel bei 13,65 Euro pro Quadratmeter. Für eine Wohnung mit 70 Quadratmetern ist das ein Betrag von rund 955 Euro im Monat. Im Westen und Osten der Insel ist es günstiger.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten amtlichen Quellen abgeglichen und nachgerechnet, Stand Oktober 2026. Er ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.



















