Du spielst mit dem Gedanken, nach Malta auszuwandern? Damit bist du nicht allein. Die kleine Mittelmeerinsel zieht jedes Jahr tausende Auswanderer aus dem deutschsprachigen Raum an – und das aus guten Gründen: über 300 Sonnentage im Jahr, EU-Mitgliedschaft, Englisch als Amtssprache und ein Steuersystem, das gerade für Unternehmer, digitale Nomaden und Krypto-Investoren extrem attraktiv ist.
In diesem Guide erfährst du alles, was du wissen musst, wenn du Auswandern Malta ernsthaft in Erwägung ziehst – von der Anmeldung über das Non-Dom-System bis zu den Lebenshaltungskosten und den steuerlichen Stolperfallen, die du auf jeden Fall vermeiden solltest.
Warum Auswandern nach Malta?
Malta vereint mehrere Faktoren, die in dieser Kombination kaum ein anderes EU-Land bietet. Du profitierst von einem mediterranen Klima, einer englischsprachigen Verwaltung und einer der niedrigsten effektiven Steuerbelastungen in der Europäischen Union – ohne dass du die EU verlassen musst.

Besonders interessant ist die Insel für folgende Gruppen:
- Unternehmer und Selbstständige: Durch das maltesische Erstattungssystem kannst du die Körperschaftsteuer effektiv auf 5 Prozent senken.
- Krypto-Investoren: Langfristige Krypto-Gewinne können in Malta steuerfrei sein – mehr dazu weiter unten.
- Digitale Nomaden: Mit dem Nomad Residence Permit gibt es ein eigenes Programm, das legalen Aufenthalt und steuerliche Vorteile kombiniert.
- Rentner: Das Malta Retirement Programme erlaubt eine pauschale Besteuerung von 15 Prozent auf nach Malta überwiesene Renten.
- Vermögende Privatpersonen: Es gibt keine Vermögensteuer und keine klassische Erbschaftsteuer.
Auswandern Malta: Die rechtlichen Voraussetzungen
Bevor du deinen Wegzug planst, solltest du wissen, welche formalen Schritte auf dich zukommen. Als EU-Bürger ist der Prozess deutlich einfacher als für Drittstaatsangehörige – aber unterschätzen solltest du ihn trotzdem nicht.
EU-Bürger: Freizügigkeit nutzen
Als deutscher, österreichischer oder schweizerischer Staatsbürger brauchst du kein Visum für Malta. Du kannst mit Personalausweis oder Reisepass einreisen und dich dauerhaft niederlassen. Das EU-Recht auf Freizügigkeit gibt dir das Recht, in Malta zu leben, zu arbeiten und ein Unternehmen zu gründen.
Anmeldung bei Identità
Wenn du länger als drei Monate auf Malta bleiben willst, musst du dich bei der maltesischen Behörde Identità (vormals Identity Malta Agency) registrieren. Dort beantragst du eine EU Registration Certificate, die als offizieller Nachweis deines Wohnsitzes dient. Außerdem brauchst du:
- eine maltesische ID Card: Sie dient gleichzeitig als Steuernummer-Träger und wird im Alltag bei Banken und Arztterminen abgefragt.
- eine Tax ID: Diese beantragst du beim Inland Revenue Department.
- eine Sozialversicherungsnummer: Pflicht, sobald du in Malta arbeitest oder selbstständig bist.
- eine Meldeadresse: ohne Wohnadresse kannst du in Malta weder ein Konto eröffnen noch dich registrieren.
Aufenthalt für Nicht-EU-Bürger
Bist du kein EU-Bürger, brauchst du eine Aufenthaltsgenehmigung. Malta bietet dafür mehrere Programme an, darunter das Nomad Residence Permit für digitale Nomaden, das Global Residence Programme für vermögende Privatpersonen und Programme für Investoren. Die Anforderungen, etwa Mindesteinkommen oder Immobilieninvestitionen, variieren je nach Programm deutlich.
Steuern in Malta: Das Non-Dom-System verstehen
Der wichtigste steuerliche Vorteil beim Auswandern Malta heißt Non-Dom-Status – offiziell „resident but not domiciled”. Dieses System unterscheidet sich grundlegend von der deutschen Welteinkommensbesteuerung und ist der Hauptgrund, warum Malta für viele so attraktiv ist.

Remittance Basis: So funktioniert die Besteuerung
Als Non-Dom in Malta wirst du nur auf Einkünfte besteuert, die du entweder in Malta erzielst oder die du tatsächlich nach Malta überweist. Auslandseinkünfte, die auf einem ausländischen Konto verbleiben, sind in Malta vollständig steuerfrei – und müssen dort nicht einmal in der Steuererklärung angegeben werden.
Ein Beispiel: Du verdienst 5.000 Euro monatlich aus einer ausländischen Tätigkeit und überweist davon nur 2.500 Euro nach Malta für deine Lebenshaltungskosten. Besteuert werden in Malta dann nur diese 2.500 Euro – die anderen 2.500 Euro bleiben unangetastet.
Mindeststeuer und Schwellenwerte
Ganz steuerfrei wirst du allerdings nicht. Wer jährlich Auslandseinkünfte von mindestens 35.000 Euro erzielt, muss in Malta eine Mindeststeuer von 5.000 Euro pro Jahr zahlen – auch wenn er gar nichts nach Malta überweist. Diese Mindeststeuer ist der Preis für den Non-Dom-Status.
Wegzugsbesteuerung in Deutschland beachten
Wenn du aus Deutschland nach Malta auswanderst und du Anteile an Kapitalgesellschaften von mindestens einem Prozent hältst, greift die deutsche Wegzugsbesteuerung. Innerhalb der EU – also auch bei einem Umzug nach Malta – kann diese Steuer auf Antrag zinslos gestundet werden, was den Schritt erheblich erleichtert.
Zusätzlich solltest du wissen: Da Malta für deutsche Steuerzahler als Niedrigsteuerland gilt, kann die sogenannte erweitert beschränkte Steuerpflicht greifen. Sie verlängert die deutsche Besteuerung bestimmter Einkünfte für bis zu zehn Jahre nach dem Wegzug. Eine fundierte steuerliche Beratung vor dem Auswandern ist also Pflicht, kein Luxus.
Krypto-Steuern beim Auswandern Malta
Malta wird nicht ohne Grund als „Blockchain-Insel” bezeichnet. Das Land hat früh klare Regeln für Kryptowährungen geschaffen und bietet ein Steuermodell, das gerade für Krypto-Investoren und Trader spannend ist.
Langfristige Investments: Steuerfrei
Hältst du Bitcoin, Ethereum oder andere Kryptowährungen langfristig als Privatperson, wertet die maltesische Steuerbehörde das in der Regel als Buy-and-Hold-Strategie. Solche Gewinne aus dem Verkauf nach längerer Haltedauer können als Wertaufbewahrungsmittel eingestuft werden – und sind dann steuerfrei. Eine Kapitalertragsteuer wie in vielen anderen Ländern gibt es nicht.

Daytrading und gewerblicher Handel
Anders sieht es aus, wenn du regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht handelst. Daytrading und gewerblicher Krypto-Handel werden in Malta als geschäftsmäßige Tätigkeit eingestuft und unterliegen dem regulären Einkommensteuersatz von bis zu 35 Prozent. Über eine maltesische Gesellschaft mit passender Holdingstruktur lässt sich dieser Satz allerdings effektiv auf 5 Prozent senken.
Mining, Staking und DeFi
Erträge aus Mining, Staking, Lending und ähnlichen Aktivitäten gelten in Malta als Einkünfte aus Kryptowährungen. Wenn diese Erträge keinen Bezug zu Malta haben und nicht nach Malta überwiesen werden, fallen sie unter die Remittance Basis – und sind damit für Non-Doms steuerfrei. Wichtig ist aber: Die Quelle der Einkünfte muss tatsächlich außerhalb Maltas liegen.
Lebenshaltungskosten in Malta
Beim Thema Auswandern Malta unterschätzen viele die Lebenshaltungskosten. Insgesamt liegen sie etwa 10 bis 20 Prozent unter dem deutschen Durchschnitt – aber das ist eine grobe Vereinfachung. Bei Mieten und importierten Waren sieht die Realität anders aus.
Mieten und Wohnungssuche

In begehrten Lagen wie Sliema, St. Julian’s oder Valletta sind die Mietpreise in den letzten Jahren stark gestiegen und liegen mittlerweile auf dem Niveau deutscher Großstädte. Konkret musst du mit folgenden Größenordnungen rechnen:
- WG-Zimmer: ab etwa 300 bis 500 Euro im Monat
- Einzimmerwohnung in zentraler Lage: zwischen 800 und 1.500 Euro
- Vollmöblierte 50-qm-Wohnung in der Stadt: rund 1.600 Euro pro Monat
- Unmöblierte Wohnung im Landesinneren: ab etwa 600 Euro
Ein wichtiger Punkt: Etwa 78 Prozent der Wohnungen sind vollmöbliert. Du sparst dir also den Möbelkauf, hast aber weniger Auswahl bei der Einrichtung.
Lebensmittel, Transport und Alltag
Lokale Produkte und Restaurants sind in Malta meist günstiger als in Deutschland. Importierte Waren können hingegen deutlich teurer ausfallen – bei manchen Produkten bis zu 300 Prozent Aufschlag. Der öffentliche Nahverkehr ist günstig und subventioniert: Ein Monatsticket kostet rund 26 Euro. Für Körperpflege- und Haushaltsartikel zahlst du allerdings 20 bis 40 Prozent mehr als in Deutschland.
Für einen komfortablen Lebensstil als Einzelperson solltest du etwa 1.500 bis 2.000 Euro monatlich einplanen, ohne Urlaube oder größere Anschaffungen.
Krankenversicherung und Gesundheitsversorgung
Malta hat ein duales Gesundheitssystem mit öffentlichen und privaten Anbietern. Als EU-Bürger kannst du übergangsweise mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) auf die Insel kommen. Sobald du dort registriert bist und Sozialversicherungsbeiträge zahlst, hast du Anspruch auf das öffentliche System.

Viele Auswanderer entscheiden sich zusätzlich für eine private Krankenversicherung, weil die Wartezeiten und der Komfort in privaten Einrichtungen besser sind.
Auswandern Malta: Schritt für Schritt
Damit der Wegzug reibungslos verläuft, solltest du in dieser Reihenfolge vorgehen:
- Steuerliche Beratung einholen: Klär vor dem Wegzug ab, ob die Wegzugsbesteuerung greift und wie du den Lebensmittelpunkt sauber verlagerst.
- Wohnung in Malta sichern: Ohne Meldeadresse läuft nichts. Eine Anmietung ist auch schon vor dem tatsächlichen Umzug möglich.
- In Deutschland abmelden: Polizeiliche Abmeldung beim Einwohnermeldeamt und steuerliche Abmeldung beim Finanzamt. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung dokumentiert, dass alle Abgaben bezahlt sind.
- In Malta registrieren: Innerhalb von drei Monaten bei Identità anmelden, ID Card und Tax ID beantragen.
- Konto eröffnen: Maltesische Banken sind bei der Kontoeröffnung tendenziell streng – plane Zeit für die Dokumentation ein.
- Krankenversicherung klären: EHIC ist nur eine Übergangslösung; finde frühzeitig eine dauerhafte Lösung.
Häufige Stolpersteine beim Auswandern Malta
Nicht jeder, der nach Malta auswandert, kommt steuerlich besser weg. Diese Fehler solltest du unbedingt vermeiden:
- Pro-forma-Wegzug: Wenn du dich weiterhin überwiegend in Deutschland aufhältst und dort Wohnung, Familie und Lebensmittelpunkt behältst, erkennt das Finanzamt den Wegzug nicht an.
- Immobilien in Deutschland: Behältst du eine Immobilie in Deutschland, läufst du Gefahr, weiterhin als unbeschränkt steuerpflichtig zu gelten.
- Hybride Strukturen ohne Substanz: Konstruktionen mit ausländischen Gesellschaften ohne reale Substanz auf Malta werden seit 2026 zunehmend kritisch geprüft – teilweise rückwirkend.
- Kunden überwiegend in Deutschland: Wenn dein Geschäft fast ausschließlich auf deutsche Kunden ausgerichtet bleibt, kann Deutschland weiterhin Steuern erheben.
- Keine echte Präsenz: Die 183-Tage-Regel ist nur ein Anhaltspunkt. Entscheidend ist der tatsächliche Lebensmittelpunkt – also wo du wohnst, arbeitest und sozial verankert bist.
Häufig gestellte Fragen zum Auswandern Malta
Brauche ich als Deutscher ein Visum für Malta?
Nein. Als EU-Bürger brauchst du weder Visum noch Aufenthaltsgenehmigung im klassischen Sinn. Nach drei Monaten musst du dich allerdings bei Identità registrieren.
Wie lange muss ich pro Jahr in Malta sein?
Für die steuerliche Ansässigkeit gilt grundsätzlich die 183-Tage-Regel. Aber Vorsicht: Aus deutscher Sicht zählt nicht die reine Tagezahl, sondern der Lebensmittelpunkt. Wer in Deutschland weiterhin eine Wohnung oder enge persönliche Bindungen hat, bleibt schnell unbeschränkt steuerpflichtig.
Sind Krypto-Gewinne in Malta wirklich steuerfrei?
Für langfristige private Investments ja – sofern sie als Buy-and-Hold-Strategie eingestuft werden. Daytrading und gewerblicher Handel werden hingegen besteuert, lassen sich aber über eine maltesische Gesellschaft auf effektiv 5 Prozent reduzieren.
Was kostet das Leben in Malta im Vergleich zu Deutschland?
Insgesamt etwa 10 bis 15 Prozent günstiger – mit klaren Ausnahmen: Mieten in Top-Lagen sind auf deutschem Großstadtniveau, importierte Waren teils deutlich teurer.
Lohnt sich Auswandern Malta auch ohne hohes Einkommen?
Steuerlich am meisten profitieren Personen mit deutlichen Auslandseinkünften oder einem maltesischen Unternehmen mit Gewinnen ab etwa 250.000 Euro. Wer „nur” wegen des Wetters auswandern will, sollte die Lebenshaltungskosten realistisch kalkulieren – die Insel ist nicht so günstig wie ihr Ruf.
Fazit: Lohnt sich Auswandern Malta für dich?
Auswandern Malta kann für die richtige Zielgruppe ein echter Gewinn sein – steuerlich, klimatisch und lebensqualitativ. Besonders Unternehmer, Krypto-Investoren und vermögende Privatpersonen finden auf der Insel Bedingungen, die in der EU einzigartig sind. Gleichzeitig ist Malta kein steuerliches Paradies für Gelegenheitsauswanderer: Du brauchst echten Aufenthalt, eine saubere Verlegung deines Lebensmittelpunkts und im Zweifel eine professionelle Beratung.
Wenn du diese Voraussetzungen erfüllst und bereit bist, dich auf das maltesische Leben einzulassen, kann der Schritt eine der besten Entscheidungen deines Lebens sein. Bereitest du den Wegzug aber halbherzig vor, drohen rückwirkende Steuerfestsetzungen und Doppelbesteuerung – Szenarien, die jeden Vorteil zunichtemachen.







