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Malta ist das kleinste Land der EU und für viele Deutsche trotzdem das naheliegendste Ziel im Mittelmeer: Englisch ist Amtssprache, bezahlt wird in Euro, und als EU-Bürger brauchst du weder Visum noch Arbeitserlaubnis. Wer als Gründer, Selbständiger oder Unternehmer über das Auswandern nach Malta nachdenkt, landet aber schnell bei einer Frage, die über alles andere entscheidet: Was bleibt nach Steuern übrig, auf Malta und in Deutschland?
Dieser Leitfaden ordnet beides ein. Du findest die Steuersätze für 2026 mit Rechenbeispielen, das Non-Dom-System, die Firmengründung mit dem Erstattungssystem, die deutschen Wegzugsregeln, Mieten in Sliema und St. Julian’s, die Krankenversicherung und einen Plan Schritt für Schritt. Dazu die Nachteile, die Auswanderer nach dem ersten Sommer am häufigsten nennen.

Malta auf einen Blick: die Zahlen für Auswanderer
Auf Malta lebten am 1. Januar 2025 laut Eurostat 574.250 Menschen. 45.771 davon hatten die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Landes, 123.167 kamen aus Staaten außerhalb der EU. Zusammen sind das 168.938 Ausländer oder 29,4 Prozent der Bevölkerung. Du ziehst also in eines der internationalsten Länder Europas, und die Expats-Community ist entsprechend groß.
| Thema | Malta | Was das für dich heißt |
|---|---|---|
| Amtssprachen | Maltesisch und Englisch | Behörden, Verträge und Arbeit laufen auf Englisch |
| Währung | Euro | kein Wechselkursrisiko zu Deutschland |
| Aufenthalt für Deutsche | EU-Freizügigkeit | kein Visum, Anmeldung ab drei Monaten Aufenthalt |
| Einkommensteuer 2026 | 0 bis 35 Prozent | 35 Prozent ab 60.001 Euro zu versteuerndem Einkommen |
| Körperschaftsteuer | 35 Prozent | nach Erstattung an Gesellschafter oft 5 Prozent |
| Mehrwertsteuer | 18 Prozent | Regelsatz, ermäßigte Sätze für einzelne Güter |
| Straßenverkehr | Linksverkehr | Umgewöhnung beim Autofahren |
Land, Leute und Geschichte
Malta ist eine Inselgruppe zwischen Sizilien und Nordafrika: die Hauptinsel Malta, die grünere Schwesterinsel Gozo und das fast unbewohnte Comino. Die Geschichte prägt den Alltag bis heute. Bis 1964 war Malta britische Kolonie, seit 2004 gehört das Land zur EU, seit 2008 zahlt man mit dem Euro. Daher kommen Englisch als zweite Amtssprache und der Linksverkehr. Untereinander sprechen die Malteser meist Maltesisch, eine semitische Sprache mit vielen italienischen und englischen Lehnwörtern. Kultur und Lebensstil sind mediterran und katholisch geprägt, mit Dorffesten im Sommer und einem engen Familienzusammenhalt.
Voraussetzungen: Wer nach Malta auswandern darf
Rechtlich ist der Umzug für Deutsche einfach. Die Hürden liegen nicht beim Einreisen, sondern bei der Anmeldung, beim Wohnsitz und bei der Steuer.

Deutsche und andere EU-Bürger
Als deutscher, österreichischer oder schweizerischer Staatsbürger reist du mit Personalausweis oder Reisepass ein. Wer länger als drei Monate auf Malta leben oder arbeiten will, muss seinen Aufenthalt bei der Behörde Identità über das Expatriates-Portal registrieren und erhält dann eine maltesische Aufenthaltskarte (eResidence Card), so die Identità in ihren Fragen und Antworten für EU-Bürger. Für kürzere Aufenthalte ist keine Registrierung nötig. Arbeitest du angestellt oder selbständig, muss die Tätigkeit zusätzlich bei Jobsplus, der maltesischen Arbeitsverwaltung, gemeldet sein.
Die Aufenthaltskarte ist mehr als eine Formalie. Sie ist der Nachweis, dass du auf Malta wohnst, und ohne sie wird es schwer, ein Bankkonto zu eröffnen, einen Mietvertrag zu registrieren oder die Steueransässigkeit gegenüber dem deutschen Finanzamt zu belegen.
Partner aus Nicht-EU-Staaten: Nomad Residence Permit
Für Menschen ohne EU-Pass, die ortsunabhängig für ausländische Arbeitgeber oder Kunden arbeiten, gibt es das Nomad Residence Permit für digitale Nomaden. Laut Residency Malta brauchst du dafür ein Bruttoeinkommen von mindestens 42.000 Euro im Jahr, also 3.500 Euro im Monat, eine Krankenversicherung mit Deckung in der EU, einen Miet- oder Kaufvertrag auf Malta und ein Führungszeugnis. Für Deutsche selbst ist das Programm nicht gedacht, sie brauchen es dank Freizügigkeit nicht. Interessant wird es, wenn dein Partner oder Mitgründer etwa aus den USA oder Großbritannien kommt.
Global Residence Programme für hohe Auslandseinkünfte
Wer vor allem von Einkünften aus dem Ausland lebt, kann sich pauschal besteuern lassen. Im Global Residence Programme zahlst du auf Auslandseinkünfte, die du nach Malta überweist, 15 Prozent Steuer, mindestens aber 15.000 Euro im Jahr. Voraussetzung ist eine Immobilie für mindestens 275.000 Euro oder eine Miete von mindestens 9.600 Euro im Jahr, das sind 800 Euro im Monat; in einigen Regionen gelten niedrigere Schwellen (PwC Worldwide Tax Summaries).
Steuern auf Malta: was Selbständige und Gründer zahlen
Malta gilt als Steuerparadies, weil zwei Regeln zusammenkommen: das Non-Dom-System für Privatpersonen und das Erstattungssystem für Gesellschaften. Beides ist legal und EU-konform, wirkt aber nur, wenn dein Lebensmittelpunkt wirklich auf der Insel liegt.
Einkommensteuer 2026: Tarif und Rechenbeispiele
Wer auf Malta ansässig ist, zahlt Einkommensteuer nach einem Stufentarif. Für Alleinstehende gelten im Jahr 2026 laut PwC diese Sätze; die Steuer ergibt sich aus Einkommen mal Steuersatz minus Abzugsbetrag:
| Zu versteuerndes Einkommen | Steuersatz | Abzugsbetrag |
|---|---|---|
| bis 12.000 € | 0 % | 0 € |
| 12.001 bis 16.000 € | 15 % | 1.800 € |
| 16.001 bis 60.000 € | 25 % | 3.400 € |
| ab 60.001 € | 35 % | 9.400 € |
Nachgerechnet heißt das: Bei 30.000 Euro zahlst du 4.100 Euro Einkommensteuer, im Schnitt 13,7 Prozent. Bei 60.000 Euro sind es 11.600 Euro oder 19,3 Prozent, bei 100.000 Euro 25.600 Euro oder 25,6 Prozent. Für Verheiratete und Eltern gibt es eigene Tarife mit höheren Freibeträgen, die Malta für Familien mit Kindern ab 2026 schrittweise anhebt.
Selbständige zahlen zusätzlich Sozialversicherung: 15 Prozent des Nettoeinkommens aus dem Vorjahr, nach oben gedeckelt (PwC, andere Steuern). Damit bist du im öffentlichen Gesundheits- und Rentensystem Maltas versichert.
Non-Dom: Ansässig, aber nicht domiziliert
Malta unterscheidet zwischen Wohnsitz (residence) und Domizil (domicile), also der dauerhaften Heimat. Als Deutscher bist du nach dem Umzug in der Regel ansässig, aber nicht domiziliert. Dann versteuerst du auf Malta nur Einkünfte aus Malta und Auslandseinkünfte, die du nach Malta überweist (Remittance Basis). Auslandseinkünfte, die im Ausland bleiben, besteuert Malta nicht.
Seit einigen Jahren gibt es dafür eine Untergrenze: Wer im Vorjahr mindestens 35.000 Euro Auslandseinkünfte hatte und sie nicht vollständig nach Malta geholt hat, zahlt mindestens 5.000 Euro Steuer im Jahr (PwC). Ein Beispiel: Du lebst von 100.000 Euro Dividenden auf einem Depot in Luxemburg und überweist davon nichts nach Malta. Dann zahlst du auf Malta 5.000 Euro Mindeststeuer, aber nicht 25.600 Euro nach Tarif.
Genau diese Vorzugsbehandlung hat einen deutschen Haken, dazu weiter unten mehr beim Wegzug.
Digitale Nomaden und Fachkräfte
Einkünfte aus ortsunabhängiger Arbeit unter dem Nomad Residence Permit besteuert Malta pauschal mit 10 Prozent, im ersten Jahr in der Regel gar nicht. Für hochqualifizierte Angestellte gibt es seit dem Umbau der früheren Expat-Regel einen Pauschalsatz von 15 Prozent ab einem Bruttogrundgehalt von 65.000 Euro im Jahr, für fünf Jahre mit Verlängerung (PwC). Typische Berufe dafür sind Finanzdienstleistungen, Online-Glücksspiel, IT und Luftfahrt.
Firma gründen auf Malta: Limited, Kosten und 5 Prozent Steuer
Die übliche Rechtsform ist die Private Limited Liability Company, kurz Ltd. Das maltesische Gesellschaftsrecht (Companies Act, Kapitel 386) verlangt ein genehmigtes Stammkapital von mindestens 1.164,69 Euro (Artikel 72), von dem bei Ausgabe der Anteile mindestens 20 Prozent eingezahlt sein müssen (Artikel 87). Bar auf dem Konto brauchst du zur Gründung also nur 232,94 Euro. Eingetragen wird die Gesellschaft beim Malta Business Registry; die Registergebühr richtet sich nach dem Stammkapital, dazu kommen Kosten für Gesellschaftsvertrag, Bankkonto und einen örtlichen Company Secretary.
Das Erstattungssystem: von 35 auf 5 Prozent
Auf dem Papier zahlt jede maltesische Gesellschaft 35 Prozent Körperschaftsteuer. Schüttet sie den Gewinn aus, bekommen die Gesellschafter einen Teil davon zurück, je nach Art der Einkünfte sechs Siebtel, fünf Siebtel oder zwei Drittel (PwC, Einkommensermittlung). Bei 100 Euro Handelsgewinn zahlt die Gesellschaft 35 Euro, der Gesellschafter erhält 30 Euro erstattet, übrig bleiben 5 Euro Steuer. Bei Zinsen und Lizenzen wird fünf Siebtel erstattet, also 25 Euro, und die Last liegt bei 10 Prozent.

Seit September 2025 gibt es eine Alternative: Gesellschaften können statt des Erstattungssystems eine endgültige Steuer von 15 Prozent wählen, erstmals für Gewinne des Jahres 2024. Wer sich dafür entscheidet, bleibt mindestens fünf Jahre gebunden, Erstattungen an die Gesellschafter gibt es dann nicht (PwC, Körperschaftsteuer). Für Gründer, die Gewinne in der Firma lassen wollen, kann das einfacher sein als der Umweg über Ausschüttung und Erstattung.
| Modell | Steuer der Gesellschaft | Erstattung an Gesellschafter | Belastung |
|---|---|---|---|
| Handelsgewinn, Regelfall | 35 % | 6/7 = 30 Prozentpunkte | 5 % |
| Zinsen und Lizenzen | 35 % | 5/7 = 25 Prozentpunkte | 10 % |
| Final Tax (wählbar seit 2025) | 15 % | keine | 15 % |
Warum die Malta-Ltd aus Deutschland heraus nicht funktioniert
Die 5 Prozent setzen voraus, dass du wirklich auf Malta lebst und die Firma dort geführt wird. Sitzt die Geschäftsleitung in Deutschland, also der „Mittelpunkt der geschäftlichen Oberleitung“ nach § 10 AO, ist die Gesellschaft nach § 1 KStG in Deutschland voll körperschaftsteuerpflichtig. Und wer in Deutschland wohnt und an einer maltesischen Gesellschaft mit passiven Einkünften beteiligt ist, landet bei der Hinzurechnungsbesteuerung: Als niedrig besteuert gilt eine Belastung unter 15 Prozent, und in die Rechnung fließen ausdrücklich die Erstattungen ein, die Malta bei einer Ausschüttung gewährt (§ 8 Abs. 5 AStG).
Wie eine Auslandsgesellschaft generell aufgesetzt wird, steht in unserem Leitfaden Firma im Ausland gründen. Wer Beteiligungen bündeln will, findet im Beitrag über die eigene Holding die deutsche Variante, und der EU-Gründungsvergleich zeigt, wo in der EU es sonst Steuervorteile und Zuschüsse gibt.
Wegzug aus Deutschland: drei Regeln, die teuer werden können
Der wichtigste Teil der Auswanderung nach Malta passiert in Deutschland. Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Malta von 2001 regelt, welcher Staat was besteuern darf; seit 2025 gilt es in der durch das multilaterale BEPS-Übereinkommen geänderten Fassung. Es schützt dich aber nur, wenn du nach Abkommen auf Malta ansässig bist, also dort deine ständige Wohnung und deinen Lebensmittelpunkt hast. Eine behaltene Wohnung in Deutschland kann das kippen.
Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG
Hältst du mindestens 1 Prozent an einer Kapitalgesellschaft, etwa an deiner GmbH (§ 17 EStG), und warst du in den letzten zwölf Jahren mindestens sieben Jahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig, behandelt das Finanzamt deinen Wegzug wie einen Verkauf der Anteile zum gemeinen Wert (§ 6 AStG). Du zahlst Steuer auf einen Gewinn, den du nie kassiert hast. Auf Antrag lässt sich die Steuer in sieben gleichen Jahresraten zahlen, zinslos, in der Regel aber nur gegen Sicherheitsleistung. Kehrst du innerhalb von sieben Jahren zurück, kann der Anspruch unter Bedingungen wieder entfallen.
Erweiterte beschränkte Steuerpflicht nach § 2 AStG
Diese Regel betrifft gerade Malta. Wer als Deutscher in den letzten zehn Jahren mindestens fünf Jahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig war, in ein Land mit niedriger Besteuerung zieht und weiter wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland hat, bleibt zehn Jahre lang mit allen nicht ausländischen Einkünften in Deutschland steuerpflichtig, sobald diese 16.500 Euro im Jahr übersteigen (§ 2 AStG). Als niedrig gilt ausdrücklich auch eine „Vorzugsbesteuerung“ gegenüber der allgemeinen Besteuerung, und genau so lässt sich das Non-Dom-System lesen. Wer Mieteinnahmen, eine Beteiligung oder ein Geschäft in Deutschland behält, sollte das vor dem Umzug durchrechnen lassen.
Abmeldung und Lebensmittelpunkt
Melde dich beim Einwohnermeldeamt ab, sobald du umziehst, und sammle Belege für dein Leben auf Malta: Mietvertrag, Aufenthaltskarte, Stromrechnungen, Arztbesuche, maltesisches Bankkonto. Wer im Streitfall mit dem Finanzamt nur eine Briefkastenadresse auf der Insel vorweisen kann, verliert. Zur Abgrenzung zwischen Arbeiten aus dem Ausland und echtem Wegzug hilft unser Beitrag Homeoffice im Ausland.
Lebenshaltungskosten auf Malta im Vergleich zu Deutschland
Malta ist im Durchschnitt günstiger als Deutschland, aber nicht überall. Die vergleichenden Preisniveaus von Eurostat für 2024 zeigen das deutlich: Über alle Konsumausgaben liegt Malta bei 93,1 (EU-Durchschnitt = 100), Deutschland bei 109,1. Das Leben auf Malta ist damit rund 14,7 Prozent günstiger. Lebensmittel sind dagegen 9,3 Prozent teurer als in Deutschland, weil fast alles importiert wird. Restaurants und Hotels kosten rund 20,9 Prozent weniger.

| Bereich (Index EU = 100, 2024) | Malta | Deutschland |
|---|---|---|
| Konsumausgaben gesamt | 93,1 | 109,1 |
| Lebensmittel und alkoholfreie Getränke | 112,2 | 102,7 |
| Restaurants und Hotels | 88,7 | 112,1 |
| Verkehr | 82,6 | 109,7 |
| Wohnen, Wasser, Strom, Gas | 80,1 | 113,1 |
Der niedrige Wert beim Wohnen täuscht für Zuzügler, denn er bildet den ganzen Bestand ab, auch Eigentum und alte Mietverträge. Wer neu kommt, zahlt Marktmieten, und die sind in den beliebten Vierteln hoch.
Mieten in Sliema, St. Julian’s und St. Paul’s Bay
Die maltesische Housing Authority wertet alle registrierten Mietverträge aus. Für neue Verträge im ersten Halbjahr 2024 lag die mittlere Monatsmiete (Median) einer Wohnung mit zwei Schlafzimmern in Sliema bei 1.300 Euro, mit drei Schlafzimmern bei 1.600 Euro. In St. Paul’s Bay im Norden, dem Ort mit den meisten Mietverträgen, waren es 800 und 900 Euro. Am teuersten sind Sliema, St. Julian’s und Swieqi, auf der Schwesterinsel Gozo liegen die Mieten meist niedriger. 41 Prozent der neuen Verträge lagen über 1.000 Euro im Monat, und im Schnitt stiegen die Mieten binnen eines Jahres um 6,8 Prozent.

Für die Wohnungswahl heißt das: Wer in Sliema oder St. Julian’s mit Meerblick, Restaurants und kurzen Wegen zu den Büros der Finanz- und Gaming-Branche leben will, zahlt dafür. Valletta ist schön, aber eng und mit wenig Wohnraum. Ruhiger und günstiger wohnt man im Norden um St. Paul’s Bay und Mellieħa oder auf Gozo, wo sich viele Familien und Rentner niederlassen. Welche Orte die besten sind, hängt also weniger vom Budget allein ab als vom Lebensstil: Nachtleben und Büro um die Ecke oder Ruhe und Natur.

Krankenversicherung auf Malta
Malta hat ein öffentliches Gesundheitssystem, das über die Sozialversicherung finanziert wird. Sobald du auf Malta arbeitest und Beiträge zahlst, bist du dort versichert. Die Europäische Krankenversicherungskarte deiner deutschen Kasse deckt nur vorübergehende Aufenthalte wie den Urlaub ab, nicht den Umzug. Viele Auswanderer schließen zusätzlich eine private Krankenversicherung ab, weil private Kliniken kürzere Wartezeiten haben.
Rentner mit gesetzlicher Rente aus Deutschland bleiben unter Umständen in ihrer deutschen Krankenkasse versichert. Für die Behandlung auf Malta stellt die Kasse dann die Bescheinigung S1 aus, mit der du dich auf Malta einschreibst, so das Merkblatt für Rentner mit Wohnort im Ausland der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland.
Diejenigen, die sich für eine Reise nach Malta interessieren und noch eine Versicherung suchen, können sich das folgende Angebot ansehen.
Als Rentner nach Malta auswandern
Für Rentner ist eine Regel im Doppelbesteuerungsabkommen entscheidend: Renten aus der gesetzlichen deutschen Sozialversicherung darf nach Artikel 18 Absatz 2 nur Deutschland besteuern, auch wenn du auf Malta wohnst. Betriebsrenten und private Renten fallen dagegen unter Absatz 1 und werden im Wohnsitzstaat, also auf Malta, besteuert (synthetisierte Fassung des Abkommens beim BMF). Wer vor allem von der gesetzlichen Rente lebt, spart durch den Umzug also keine Steuer auf diese Rente, profitiert aber vom milderen Klima und vom niedrigeren Preisniveau.
Leben auf Malta: Vorteile und Nachteile aus Erfahrung
In Foren und Erfahrungsberichten fällt auf, wie oft der Urlaubseindruck und der Alltag auseinanderliegen. Malta ist ein dicht besiedelter Inselstaat, keine Ferienanlage. Diese Punkte entscheiden darüber, ob Auswanderer bleiben:
Vorteile
- Englisch als Amtssprache: Behörden, Schulen, Arbeit und Alltag funktionieren ohne Maltesischkenntnisse.
- EU-Mitglied mit Euro: Konto, Krankenversicherung, Führerschein und Freizügigkeit bleiben einfach.
- Kurze Wege: Flüge nach Deutschland dauern rund zweieinhalb bis drei Stunden, und auf der Insel ist alles nah beieinander.
- Internationale Community: Fast drei von zehn Einwohnern sind Ausländer, Anschluss an andere Expats findest du schnell.
- Klima: milde Winter, viele Sonnentage, das Mittelmeer vor der Tür.
- Familien: Schulen unterrichten auf Englisch und Maltesisch, viele Auswandererfamilien wählen Privatschulen mit englischem Unterricht.
- Steuern: für Unternehmer und Vermögende mit Auslandseinkünften eines der günstigsten Länder der EU.
Nachteile
- Verkehr: Staus auf den Hauptstraßen, Linksverkehr und ein Busnetz, das zu Stoßzeiten an seine Grenzen kommt.
- Baustellen und Lärm: In beliebten Vierteln wird ständig gebaut, ruhiges Wohnen kostet Aufpreis.
- Mieten: in Sliema und St. Julian’s auf dem Niveau deutscher Großstädte, mit steigender Tendenz.
- Sommer: Hitze und Luftfeuchtigkeit von Juni bis September, dazu wenig Grün auf der Insel.
- Lebensmittel: teurer als in Deutschland, weil das meiste importiert wird.
- Bürokratie: Termine bei Behörden und Banken brauchen Geduld, Kontoeröffnungen für Firmen besonders.
Wer unsicher ist, ob Malta passt, sollte vor der Entscheidung einen Winter und einen Sommer auf der Insel verbringen. Als Alternative im Mittelmeer lohnt der Vergleich mit Zypern, das ähnlich englischsprachig und steuerlich interessant ist: Auswandern nach Zypern.
Checkliste: Auswandern Malta in acht Schritten
- Steuerlage klären: Beteiligungen über 1 Prozent, Immobilien und Einkünfte in Deutschland auflisten und mit einem Steuerberater § 6 und § 2 AStG durchrechnen.
- Probewohnen: einige Wochen in Sliema, St. Julian’s, im Norden oder auf Gozo wohnen, bevor du dich festlegst.
- Wohnung mieten: Mietvertrag abschließen und darauf achten, dass der Vermieter ihn bei der Housing Authority registriert.
- In Deutschland abmelden: Wohnsitz beim Einwohnermeldeamt abmelden, Krankenkasse, Banken und Finanzamt informieren.
- Bei Identità registrieren: Aufenthalt über das Expatriates-Portal anmelden, Termin für die biometrischen Daten wahrnehmen, Aufenthaltskarte abholen.
- Arbeit oder Selbständigkeit anmelden: Beschäftigung oder Selbständigkeit bei Jobsplus melden und eine maltesische Steuernummer beantragen.
- Konto und Versicherung: maltesisches Bankkonto eröffnen, Krankenversicherung klären, bei Rentnern das S1 der deutschen Kasse.
- Firma gründen, falls nötig: Ltd beim Malta Business Registry eintragen, Geschäftsführung und Buchhaltung auf Malta aufsetzen.
Wie Malta gegen Zypern, Irland, Bulgarien und weitere Ziele abschneidet, zeigt unser Vergleich der Auswanderungsländer mit Steuern und Kosten.
Häufige Fragen zum Auswandern nach Malta
Kann man als Deutscher nach Malta auswandern?
Ja. Als EU-Bürger brauchst du weder Visum noch Arbeitserlaubnis. Wer länger als drei Monate bleibt, registriert seinen Aufenthalt bei Identità und erhält eine maltesische Aufenthaltskarte.
Wie viel Geld braucht man, um auf Malta zu leben?
Bei den Lebenshaltungskosten ist die Miete die größte Einzelposition: Für eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern lag der Median neuer Verträge im ersten Halbjahr 2024 in Sliema bei 1.300 Euro, in St. Paul’s Bay bei 800 Euro. Insgesamt liegt das Preisniveau rund 14,7 Prozent unter dem deutschen, Lebensmittel sind aber teurer.
Warum gilt Malta als Steuerparadies?
Wegen zweier Regeln: Non-Doms versteuern Auslandseinkünfte nur, wenn sie nach Malta überwiesen werden, und Gesellschafter maltesischer Firmen bekommen nach einer Ausschüttung bis zu sechs Siebtel der Körperschaftsteuer erstattet. So sinkt die Last auf Handelsgewinne von 35 auf 5 Prozent.
Welche Steuern zahlen Selbständige auf Malta?
Einkommensteuer nach Tarif, 2026 von 0 Prozent bis 12.000 Euro bis 35 Prozent ab 60.001 Euro, dazu 15 Prozent des Vorjahres-Nettoeinkommens als Sozialversicherung, gedeckelt. Auf Umsätze kommt in der Regel die Mehrwertsteuer von 18 Prozent.
Wie hoch sind die Kosten für die Firmengründung auf Malta?
Das Mindeststammkapital einer Ltd beträgt 1.164,69 Euro, davon müssen 20 Prozent, also 232,94 Euro, eingezahlt sein. Hinzu kommen die Registergebühr beim Malta Business Registry und die Kosten für Gesellschaftsvertrag, Bankkonto und Company Secretary.
Wie viele Ausländer leben auf Malta?
Am 1. Januar 2025 waren es 168.938 von 574.250 Einwohnern, also 29,4 Prozent: 45.771 aus anderen EU-Staaten und 123.167 aus Staaten außerhalb der EU.
Lohnt sich Malta für Rentner?
Steuerlich bei der gesetzlichen Rente kaum, denn die darf nach dem Doppelbesteuerungsabkommen nur Deutschland besteuern. Betriebs- und Privatrenten besteuert Malta. Für viele Rentner sprechen eher Klima, Englisch und die Nähe zu Deutschland.
Was sind die größten Nachteile beim Auswandern nach Malta?
Verkehr, Baulärm, hohe Mieten in den beliebten Vierteln und heiße Sommer. Steuerlich ist der größte Fehler ein halber Umzug: Wer Wohnung, Firma oder Geschäftsleitung in Deutschland behält, verliert die Vorteile und riskiert die erweiterte Steuerpflicht nach § 2 AStG.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. Jede Zahl wurde vor der Veröffentlichung gegen die im Text verlinkte Quelle geprüft.
Stand: Oktober 2026
Foto: Uferpromenade von Sliema von Txllxt TxllxT, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons


















