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Fjorde, Nordlicht, kurze Wege in die Natur und Löhne, die deutlich über den deutschen liegen: Norwegen zieht jedes Jahr Menschen aus Deutschland an, die mehr wollen als einen Urlaub im Norden. Wer wirklich auswandert, trifft auf ein Land mit hoher Lebensqualität und einem starken Sozialstaat, aber auch auf Preise, die selbst Schweizer staunen lassen, lange dunkle Winter und eine Sprache, ohne die du auf Dauer kaum Anschluss findest.
Die Gedanken ans Auswandern beginnen oft im Urlaub. Damit aus dem Abenteuer keine teure Erfahrung wird, lohnt sich eine gute Vorbereitung: Welche Möglichkeiten hast du im Land, was kostet das Leben dort, und wie sieht deine Situation nach dem Umzug steuerlich aus?
Dieser Ratgeber beantwortet diese Fragen und führt dich durch alles, was beim Auswandern nach Norwegen zählt: Einreisebestimmungen und Anmeldung, Personnummer, Arbeit und Löhne, Firma gründen, Steuern mit Rechenbeispiel, Krankenversicherung, Lebenshaltungskosten und Mieten in Oslo, Bergen, Trondheim und Stavanger. Alle Zahlen stammen aus amtlichen norwegischen und deutschen Quellen, Stand Oktober 2026. Wenn du dich vorab allgemein über rechtliche Fragen beim Wegzug informieren willst, lies unseren Beitrag mit Tipps zur Rechtslage beim Auswandern aus Deutschland.

Auswandern Norwegen: das Wichtigste in Kürze
| Thema | Regel 2026 | Was das für dich heißt |
|---|---|---|
| Einreise | Norwegen gehört zum Europäischen Wirtschaftsraum und zum Schengen-Raum | kein Visum, keine Arbeitserlaubnis |
| Anmeldung | Registrierung bei der Polizei ab drei Monaten Aufenthalt | Ausweis und Nachweis über Arbeit, Firma oder Mittel |
| Personnummer | Umzugsmeldung beim Finanzamt ab sechs Monaten | ohne Nummer kein Bankkonto, kein Arzt, kein Mietvertrag |
| Einkommensteuer | 22 Prozent plus Stufensteuer von 1,7 bis 17,8 Prozent | Rechenbeispiel weiter unten |
| Sozialabgabe | 7,6 Prozent auf den Lohn, 10,8 Prozent für Selbständige | darin steckt die Krankenversicherung |
| Firmensteuer | 22 Prozent | Aksjeselskap ab 30.000 Kronen Stammkapital |
| Durchschnittslohn | 62.070 Kronen im Monat im Jahr 2025 | rund 5.790 Euro |
| Preisniveau | 134,1 Prozent des EU-Durchschnitts | Deutschland 109,1 Prozent |
| Arbeitslosigkeit | 4,5 Prozent im Jahr 2025 | Deutschland 3,8 Prozent |
| Doppelbesteuerung | Abkommen zwischen Deutschland und Norwegen | Steuer wird nur einmal fällig |
Umgerechnet wird in diesem Ratgeber mit dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 9. Oktober 2026: 1 Euro = 10,7155 Kronen.
Einreisebestimmungen: Kann ich als Deutscher einfach nach Norwegen ziehen?
Ja. Norwegen ist kein Mitglied der Europäischen Union, gehört aber zum Europäischen Wirtschaftsraum. Für dich als Deutschen gilt deshalb die Freizügigkeit: Du brauchst weder Visum noch Arbeitserlaubnis, darfst sofort arbeiten, eine Firma gründen oder studieren. Für die Einreise reicht der Personalausweis.
Bleibst du länger als drei Monate, musst du dich nach dem norwegischen Ausländergesetz registrieren lassen. Die Registrierung nach § 117 erledigst du online bei der Ausländerbehörde UDI und anschließend persönlich bei der Polizei. Du weist nach, dass du in Norwegen angestellt bist, selbständig arbeitest, studierst oder genug eigenes Geld hast. Das Aufenthaltsrecht selbst ergibt sich aus § 112. Nach fünf Jahren rechtmäßigem Aufenthalt erhältst du nach § 115 ein Daueraufenthaltsrecht. Die norwegische Staatsbürgerschaft ist eine eigene Frage mit längerer Wartezeit und Sprachnachweis.
Personnummer. Wer länger als sechs Monate in Norwegen leben will, meldet den Umzug nach den Vorgaben der norwegischen Steuerverwaltung beim Einwohnerregister. Dafür gehst du zu einer Identitätskontrolle beim Finanzamt. Danach erhältst du die elfstellige Personnummer, das fødselsnummer. Ohne diese Nummer läuft in Norwegen fast nichts: Bankkonto, BankID für Online-Behörden, Hausarzt, Mietvertrag und Gehaltszahlung hängen daran. Wer kürzer bleibt, bekommt eine D-Nummer. Buche den Termin früh, in Oslo und Bergen sind die Wartezeiten lang.
Arbeiten in Norwegen: Chancen, Löhne und Sprache
Der norwegische Arbeitsmarkt ist stabil. Die Arbeitslosenquote lag laut Eurostat im Jahr 2025 bei 4,5 Prozent, in Deutschland bei 3,8 Prozent. Die Löhne sind hoch: Nach dem Statistikamt SSB verdienten Beschäftigte im Jahr 2025 im Schnitt 62.070 Kronen im Monat, rund 5.790 Euro, 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn gibt es nicht, in einigen Branchen gelten für allgemeinverbindlich erklärte Tariflöhne.
Gute Chancen haben Fachkräfte in Pflege und Medizin, Ingenieure, Elektriker und andere Handwerker, Informatiker und Beschäftigte in der Energiewirtschaft rund um Stavanger und Bergen. Das Jobangebot findest du über das Arbeitsamt NAV, über die europäische Jobbörse EURES und direkt bei den Arbeitgebern. In der Pflege und in vielen Handwerksberufen musst du deine deutsche Ausbildung anerkennen lassen. Ohne anerkannte Ausbildung bleiben dir dort nur Hilfstätigkeiten. In Forschung, Informatik und internationalen Firmen kommst du anfangs mit Englisch aus, im Gesundheitswesen und im Kundenkontakt erwarten Arbeitgeber Norwegisch.
Die Arbeitskultur unterscheidet sich von der deutschen: flache Hierarchien, Duzen bis zur Chefin, Feierabend um vier und wenig Verständnis für Stress und Überstunden. Viele Auswanderer berichten aus eigener Erfahrung, dass sie Zeit für Familie und Freizeit gewonnen haben. Die Kehrseite: Entscheidungen fallen im Konsens und dauern länger.
Selbständig und Firma gründen in Norwegen
Enkeltpersonforetak. Die einfachste Form ist das Einzelunternehmen, das Enkeltpersonforetak. Du meldest es beim Register in Brønnøysund an, ein Mindestkapital gibt es nicht, du haftest aber mit deinem Privatvermögen. Auf den Gewinn zahlst du Einkommensteuer und nach der Übersicht der Steuerverwaltung 10,8 Prozent Sozialabgabe statt 7,6 Prozent wie Angestellte.
Aksjeselskap. Für eine Firma mit beschränkter Haftung gründest du ein Aksjeselskap, kurz AS, vergleichbar mit der GmbH. Das Stammkapital beträgt nach § 3-1 des Aktiengesetzes mindestens 30.000 Kronen, rund 2.800 Euro. Die Gesellschaft zahlt nach den Körperschaftsteuerangaben von PwC (Stand 25. Juni 2026) 22 Prozent auf den Gewinn. Schüttest du aus, wird die Dividende beim Gesellschafter nach PwC mit dem Faktor 1,72 hochgerechnet und mit 22 Prozent besteuert, effektiv also mit 37,84 Prozent.
Ein Beispiel mit 100.000 Euro Gewinn, voll ausgeschüttet: Das AS zahlt 22.000 Euro Körperschaftsteuer, auf die Dividende von 78.000 Euro fallen 29.515 Euro an, zusammen 51.515 Euro. Eine deutsche GmbH zahlt bei einem Hebesatz von 400 Prozent rund 29.825 Euro, die Abgeltungsteuer auf die Ausschüttung kostet 18.509 Euro, zusammen 48.334 Euro. Ein kleiner Freibetrag auf die Dividende, das skjermingsfradrag, ist hier nicht berücksichtigt. Norwegen ist für Gründer also kein Steuerparadies, lockt aber mit einem großen Markt für Dienstleistungen und hoher Kaufkraft.
Mehrwertsteuer. Sobald dein Umsatz in zwölf Monaten 50.000 Kronen übersteigt, musst du dich laut PwC für die Mehrwertsteuer registrieren. Der Regelsatz liegt bei 25 Prozent. Wie du ein Unternehmen von Anfang an sauber aufstellst, liest du in unserem Ratgeber Ein neues Unternehmen richtig aufbauen, und was beim Gründen außerhalb Deutschlands generell zu beachten ist, in Firma im Ausland gründen.
Steuern in Norwegen 2026
In Norwegen bist du nach den Angaben von PwC (Stand 3. September 2026) unbeschränkt steuerpflichtig, wenn du dich in zwölf Monaten mehr als 183 Tage oder in 36 Monaten mehr als 270 Tage im Land aufhältst. Dann versteuerst du dein Welteinkommen. Das System hat zwei Säulen:
- Auf das allgemeine Einkommen, also Lohn, Gewinn und Kapitalerträge nach Abzügen, zahlst du pauschal 22 Prozent.
- Auf den Bruttolohn kommt die Stufensteuer, das trinnskatt, hinzu.
- Dazu zahlst du die Sozialabgabe trygdeavgift von 7,6 Prozent auf den Lohn.
Nach der Tabelle der Steuerverwaltung gelten 2026 diese Stufen:
| Bruttolohn 2026 | Stufensteuer |
|---|---|
| bis 226.100 Kronen | 0 Prozent |
| 226.101 bis 318.300 Kronen | 1,7 Prozent |
| 318.301 bis 725.050 Kronen | 4,0 Prozent |
| 725.051 bis 980.100 Kronen | 13,7 Prozent |
| 980.101 bis 1.467.200 Kronen | 16,8 Prozent |
| ab 1.467.201 Kronen | 17,8 Prozent |
Vom Lohn ziehst du pauschal den Mindestabzug von 46 Prozent ab, höchstens 95.700 Kronen, und den persönlichen Freibetrag von 114.540 Kronen. Was das in Euro heißt, zeigt unsere Rechnung für Ledige ohne weitere Abzüge. Zum Vergleich steht der deutsche Tarif nach § 32a EStG mit Solidaritätszuschlag, nach Abzug des Arbeitnehmer-Pauschbetrags, aber ohne Sozialabgaben:
| Bruttolohn | Norwegen Steuer | Norwegen mit Sozialabgabe | Deutschland Steuer |
|---|---|---|---|
| 50.000 Euro | 7.642 Euro, 15,3 Prozent | 11.442 Euro, 22,9 Prozent | 10.118 Euro, 20,2 Prozent |
| 80.000 Euro | 16.638 Euro, 20,8 Prozent | 22.718 Euro, 28,4 Prozent | 22.137 Euro, 27,7 Prozent |
| 120.000 Euro | 31.803 Euro, 26,5 Prozent | 40.923 Euro, 34,1 Prozent | 40.878 Euro, 34,1 Prozent |

Der Unterschied steckt im Detail: In Norwegen ist die Krankenversicherung in den 7,6 Prozent bereits enthalten. In Deutschland kommen auf die Steuer noch Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung hinzu. Für Angestellte mit mittlerem Einkommen bleibt in Norwegen deshalb meist mehr vom Brutto übrig. Dazu kommt eine Besonderheit, die viele Auswanderer übersehen: Norwegen erhebt als eines der wenigen Länder Europas eine Vermögensteuer. Für 2025 lag der Satz der Gemeinden laut PwC bei 0,525 Prozent auf das Nettovermögen über 1,76 Millionen Kronen, dazu kommt ein staatlicher Anteil.
Was Deutschland nach dem Wegzug noch besteuert
Deutschland und Norwegen haben ein Doppelbesteuerungsabkommen. Es regelt, welcher Staat Lohn, Gewinne, Mieten, Dividenden und Renten besteuern darf. Mieteinnahmen aus einer Wohnung in Deutschland bleiben in Deutschland steuerpflichtig.
Hältst du mindestens 1 Prozent an einer GmbH oder AG, löst der Umzug die Wegzugsteuer nach § 6 AStG aus: Der Wertzuwachs deiner Anteile wird versteuert, als hättest du verkauft. Betroffen ist, wer in den letzten zwölf Jahren mindestens sieben Jahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig war. Die Steuer kann auf Antrag in sieben Jahresraten gezahlt werden. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Wegzugsbesteuerung für Gründer. Typische Fehler bei der Steuer, die auch nach dem Umzug Geld kosten, haben wir in fünf häufigen Steuerfehlern von Gründern gesammelt.
Krankenversicherung und Gesundheit
Wer in Norwegen wohnt oder arbeitet, ist in der Regel Mitglied der staatlichen Volksversicherung folketrygden. Die Beiträge zahlst du über die Sozialabgabe von 7,6 Prozent, eine eigene Krankenkasse wie in Deutschland gibt es nicht. Jeder Einwohner bekommt einen Hausarzt, den fastlege, über den die Überweisung zum Facharzt läuft.
Für Arztbesuche und Medikamente zahlst du Eigenanteile. Nach den Angaben von helsenorge ist die Summe 2026 auf 3.278 Kronen im Jahr begrenzt, rund 306 Euro. Danach erhältst du eine Befreiungskarte, und Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen seit dem 1. August 2026 gar nichts mehr. Zahnbehandlungen bezahlen Erwachsene weitgehend selbst. Bis die Mitgliedschaft greift, schützt dich die Europäische Krankenversicherungskarte bei vorübergehendem Aufenthalt.
Lebenshaltungskosten in Norwegen: Wie viel Geld braucht man?
Norwegen ist teuer. Nach den Preisniveaus von Eurostat für 2024 liegt das Land beim privaten Konsum bei 134,1 Prozent des EU-Durchschnitts, Deutschland bei 109,1. Lebensmittel kosten 131,2 gegen 102,7, Restaurants und Hotels 140,0 gegen 112,1. Bei Alkohol und Tabak liegt Norwegen mit 205,3 doppelt so hoch wie Deutschland mit 99,6. Bei den Lebenshaltungskosten überraschend günstig ist dagegen der Bereich Wohnen und Energie mit 99,9 gegen 113,1, weil Strom aus Wasserkraft lange billig war.

Die Miete ist trotzdem der größte Posten. Nach der Mietmarktstatistik von SSB kostete eine Zweizimmerwohnung im Jahr 2025 im Schnitt:
| Stadt | Durchschnittsmiete Zweizimmerwohnung 2025 | in Euro |
|---|---|---|
| Oslo und Bærum | 15.260 Kronen | rund 1.424 Euro |
| Bergen | 11.870 Kronen | rund 1.108 Euro |
| Trondheim | 11.850 Kronen | rund 1.106 Euro |
| Stavanger | 11.400 Kronen | rund 1.064 Euro |
| ganz Norwegen | 11.790 Kronen | rund 1.100 Euro |
Für die Wohnung verlangen Vermieter meist eine Kaution, nach dem norwegischen Mietgesetz höchstens sechs Monatsmieten auf einem Sonderkonto in deinem Namen, dazu Personnummer und Arbeitsvertrag. Viele Neuankömmlinge wohnen deshalb die ersten Monate möbliert zur Untermiete. Kann man mit 1.000 Euro im Monat in Norwegen leben? Allein für die Miete reicht das in den großen Städten nicht. Plane für die ersten drei Monate ein Polster aus Kaution, Miete und Lebenshaltungskosten ein, bis das erste norwegische Gehalt kommt.
Leben in Norwegen: Städte, Natur und Alltag im Land der Fjorde
Die Wahl des Ortes bestimmt dein Leben in Norwegen stärker als in Deutschland, weil die Entfernungen groß sind. Oslo ist Hauptstadt, Arbeitsmarkt und internationalster Ort des Landes, unser Ratgeber zum Leben und Arbeiten in Oslo geht ins Detail. Bergen an der Westküste ist Universitätsstadt und Tor zu den Fjorden, aber auch eine der regenreichsten Städte Europas. Trondheim ist Technik- und Studentenstadt, Stavanger das Zentrum der Energiewirtschaft. Weiter im Norden, in Tromsø, erlebst du Polarnacht und Mitternachtssonne.
Die Natur ist kein Klischee, sondern Teil des Alltags. Das Jedermannsrecht erlaubt Wandern und Zelten fast überall, und Skifahren gehört zur Kultur wie bei uns der Sonntagsspaziergang. Die Kehrseite sind die Winter: Im Norden geht die Sonne wochenlang nicht auf, und auch in Oslo ist es im Dezember nur wenige Stunden hell. Viele Deutsche unterschätzen das im ersten Jahr.
Das Volk gilt anfangs als zurückhaltend. Freundschaften entstehen über Vereine, Sport und den Arbeitsplatz, selten spontan. Wer früh Norwegisch lernt, kommt schneller an.
Erfahrungen deutscher Auswanderer: typische Schwierigkeiten und Hürden
Die Erfahrungen vieler Auswanderer ähneln sich. Die ersten Hürden sind praktisch: Ohne Personnummer kein Bankkonto, ohne Bankkonto kein Mietvertrag, ohne Wohnung keine feste Adresse. Wer das weiß, plant die Reihenfolge und bringt etwas Geduld mit. Die zweite Hürde ist die Wohnung selbst. In Oslo melden sich auf eine gute Wohnung oft viele Leute, und Vermieter wählen gern Personen mit norwegischem Arbeitsvertrag.
Die größten Herausforderungen sind aber selten die Formulare. Viele Deutsche berichten, dass sie die Kultur unterschätzt haben: Norweger sind freundlich, aber privat, und Small Talk mit Fremden ist selten. Dazu kommen die Lebenshaltungskosten, die das Budget der ersten Monate schneller aufzehren als gedacht, und der erste Winter. Wer diese Schwierigkeiten kennt, kann gegensteuern: Sprachkurs vor dem Umzug, ein Verein für Sport oder Musik, ein Puffer auf dem Konto. Norwegen ist seit Jahren ein Land der Einwanderung, und die Situation für Deutsche ist im Vergleich mit Menschen aus anderen Teilen der Welt einfach: Die Sprache ist verwandt, die Kultur nah, die Wege kurz.
Sprache, Schule und Familie
Fast alle Norweger sprechen gut Englisch. Trotzdem ist Norwegisch der Schlüssel zu Arbeit, Behörden und Freundschaften. Viele Gemeinden bieten Kurse an, und für Deutsche ist die Sprache gut zu lernen, weil Grammatik und Wortschatz verwandt sind.
Für Familien ist Norwegen attraktiv: Die Elternzeit ist lang, Kindergärten sind bezahlbar, und die öffentliche Schule ist kostenlos. Unterrichtet wird auf Norwegisch, in Oslo, Bergen und Stavanger gibt es auch internationale und deutsche Schulen gegen Schulgeld. Ein Studium an staatlichen Hochschulen kostet für Bürger aus dem Europäischen Wirtschaftsraum keine Studiengebühren. Wie du einen Umzug mit Kindern vorbereitest, liest du in unserer Anleitung zum Auswandern mit Kindern.
Als Rentner nach Norwegen auswandern
Als deutscher Rentner kannst du nach Norwegen ziehen, wenn du ausreichende Mittel und eine Krankenversicherung nachweist. Die deutsche Rente wird ins Ausland gezahlt. Wie sie besteuert wird, regelt das Doppelbesteuerungsabkommen, je nach Art der Rente unterschiedlich. Ob man als Rentner in Norwegen gut leben kann, hängt vor allem vom Einkommen und vom Alter ab, ab dem du umziehst: Bei einem Preisniveau von 134 Prozent des EU-Durchschnitts reicht eine durchschnittliche deutsche Rente allein kaum, um die Lebenshaltungskosten in der Stadt zu decken. Viele deutsche Rentner verbringen deshalb nur den Sommer in Norwegen und behalten den Wohnsitz in Deutschland. Lass die Steuerfolgen vor dem Umzug prüfen.
Auswandern nach Norwegen: Schritt für Schritt
| Schritt | Was zu tun ist | Wann |
|---|---|---|
| 1 | Norwegen außerhalb der Saison besuchen, Ort wählen | ein Jahr vorher |
| 2 | Norwegisch lernen, mindestens Grundkurs | so früh wie möglich |
| 3 | Job suchen oder Kunden sichern, Ausbildung anerkennen lassen | sechs Monate vorher |
| 4 | Wegzugsteuer und Doppelbesteuerung prüfen | vor der Abmeldung |
| 5 | Lebenshaltungskosten durchrechnen, Polster für Kaution und drei Monate ansparen | vor dem Umzug |
| 6 | In Deutschland abmelden, Versicherungen anpassen | beim Umzug |
| 7 | Registrierung bei UDI und Polizei | in den ersten drei Monaten |
| 8 | Umzug beim Finanzamt melden, Personnummer und BankID | in den ersten Wochen |
| 9 | Hausarzt wählen, Steuerkarte prüfen, Firma registrieren | nach der Personnummer |
Der wichtigste unter allen Tipps aus vielen Auswandererberichten: Plane dein erstes Jahr mit mehr Geld und mehr Geduld als gedacht. Die Formalitäten sind einfach, das Ankommen dauert. Ein zweiter Tipp betrifft die Wohnung: Such die erste Wohnung erst vor Ort und nimm für den Anfang eine möblierte Untermiete. Und behalte das Thema Steuern im Blick, bevor du dich in Deutschland abmeldest, denn eine Auswanderung lässt sich nicht rückwirkend steuerlich reparieren.
Vorteile und Nachteile: Lebensqualität, Kosten und Herausforderungen
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| hohe Löhne, Durchschnitt 62.070 Kronen im Monat | Preisniveau 134 Prozent des EU-Durchschnitts |
| Freizügigkeit, kein Visum | Mieten in Oslo um 1.400 Euro für zwei Zimmer |
| Krankenversicherung in der Sozialabgabe enthalten | Vermögensteuer auf größere Vermögen |
| Natur, Sicherheit und hohe Lebensqualität | lange, dunkle Winter |
| Work-Life-Balance und flache Hierarchien | Freundschaften brauchen Zeit |
| Studium ohne Gebühren | Ausschüttungen aus der Firma hoch besteuert |
Wenn du Alternativen im Norden vergleichst: Nebenan liegen Schweden und Dänemark mit seinem flexiblen Arbeitsmarkt, dazu Finnland. Noch weiter draußen warten Island mit eigener Krone und Fischerei, die Färöer-Inseln und Grönland. Wer hohe Löhne sucht, aber lieber Deutsch spricht, findet bei uns den Leitfaden zum Auswandern in die Schweiz mit Kantonssteuer und Bewilligung. Und wer Englisch und niedrigere Firmensteuern sucht, schaut nach Irland oder über den Atlantik nach Kanada mit Express Entry und bis nach Australien.
Wie Norwegen bei Lohnsteuer und Preisen gegen Schweden, Dänemark und weitere Ziele abschneidet, zeigt unser Ländervergleich mit Lohnsteuer und Preisniveau.
Häufige Fragen und Antworten zum Auswandern nach Norwegen
Was braucht man, um nach Norwegen auszuwandern?
Als Deutscher reicht der Personalausweis. Bleibst du länger als drei Monate, registrierst du dich bei UDI und Polizei und weist Arbeit, Selbständigkeit, Studium oder ausreichende Mittel nach. Bei mehr als sechs Monaten meldest du den Umzug beim Finanzamt und erhältst die Personnummer.
Brauche ich ein Visum für Norwegen?
Nein. Norwegen gehört zum Europäischen Wirtschaftsraum und zum Schengen-Raum. Deutsche dürfen ohne Visum einreisen, arbeiten und eine Firma gründen.
Wie hoch ist das durchschnittliche Einkommen in Norwegen?
Nach dem Statistikamt SSB lag der durchschnittliche Monatslohn im Jahr 2025 bei 62.070 Kronen, rund 5.790 Euro. Männer verdienten im Schnitt 65.610 Kronen.
Wie hoch sind die Steuern in Norwegen?
Auf das allgemeine Einkommen zahlst du 22 Prozent, auf den Bruttolohn kommt eine Stufensteuer von 1,7 bis 17,8 Prozent und eine Sozialabgabe von 7,6 Prozent. Bei 80.000 Euro Brutto sind das zusammen 28,4 Prozent. Firmen zahlen 22 Prozent.
Ist der Lebensstandard in Norwegen höher als in Deutschland?
Die Löhne sind höher, die Preise auch. Das Preisniveau liegt laut Eurostat bei 134,1 Prozent des EU-Durchschnitts, in Deutschland bei 109,1. Wer in Norwegen arbeitet, hat meist mehr Kaufkraft. Wer mit deutschem Einkommen oder deutscher Rente lebt, hat weniger.
Welche Berufe sind in Norwegen gefragt?
Gesucht werden vor allem Pflegekräfte und Ärzte, Ingenieure, Handwerker wie Elektriker, Informatiker und Fachkräfte in der Energiewirtschaft. In der Pflege brauchst du eine Anerkennung und Norwegischkenntnisse.
Kann man als deutscher Rentner nach Norwegen auswandern?
Ja, mit ausreichenden Mitteln und Krankenversicherung. Die deutsche Rente wird nach Norwegen gezahlt, die Besteuerung regelt das Doppelbesteuerungsabkommen. Wegen der hohen Preise reicht eine durchschnittliche Rente allein aber selten.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten amtlichen Quellen abgeglichen und nachgerechnet, Stand Oktober 2026. Er ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.




















