In Ihrer monatlichen Kolumne teilt Clara Armand-Delille ihre besten Tipps zur Pressearbeit in Eigenregie. Nach Ratschlägen zur Pressemitteilung, zur PR-Arbeit ohne Agentur und zur maximalen Wirkung der eigenen Ankündigung dreht sich der vierte Teil um die  Presseansprache abseits der klassischen Medienmitteilungen.

Kontinuität zahlt sich beim Ausbau des medialen Fußabdrucks aus und hilft bei der Vermarktung des eigenen Start-ups. Dadurch werden nicht nur neue Benutzer, potentielle Investoren oder Partner aufmerksam, sondern die eigene Marke gewinnt auch an Bekanntheit. Ich habe ein paar ausgewählte Möglichkeiten zusammengestellt, mit denen Sie auch unabhängig von Pressemitteilungen im Gespräch bleiben können.

Es ist nicht außergewöhnlich, dass nicht jeden Monat oder jedes Quartal eine große Ankündigung ansteht, die man mit der Presse teilen kann. Jedoch sollte man in diesen Ruhephasen strategisch agieren, um nicht von der Bildfläche zu verschwinden. Auch abseits von großen Neuigkeiten gibt es die Möglichkeit, in den Medien präsent zu sein:

  • Bauen Sie Ihr Profil mit der Geschichte des Unternehmens und der Gründer*innen aus
  • Teilen Sie Ihre Meinung in Kommentaren oder Gastbeiträgen
  • Nutzen Sie Nachrichtenzyklen

Unternehmens- und Gründer*innenprofil

Inspirierende Geschichten oder außergewöhnliche Wege zum Erfolg funktionieren üblicherweise in den Medien sehr gut. Vielleicht hat der*die Gründer*in Ihres Start-ups einen atypischen Weg hinter sich oder eine Managementphilosophie, die sich vom “Üblichen” abhebt. Möglicherweise bietet Ihr Start-up Dienstleistungen an, die als Ziel haben, das Leben einer bestimmten Personengruppe zu verbessern – oder eine Mission und Vision, die unmittelbare und messbare Auswirkungen auf eine Branche oder die Gesellschaft haben. Nutzen Sie diese Punkte und teilen Sie Ihr Profil mit Journalisten*innen, die mit der Branche vertraut sind oder des Öfteren über Gründer*innen-Geschichten geschrieben haben. Artikel, in denen es um Ihre Ziele, Ihren Problemlösungsansatz oder Ihre Strategie und nötige Anpassungen nach einigen Monaten geht, helfen nicht nur dabei Ihre Glaubwürdigkeit zu untermauern, sondern schärfen auch das Profil der Marke. Man erinnert sich besser an ein Unternehmen mit einem Gesicht. Sollte Ihr Start-up schon in Ihrer Branche bekannter sein, können Sie das nutzen, um beispielsweise Gastbeiträge oder Kommentare zu branchenrelevanten Themen abzugehen.

Kommentare und Gastbeiträge

Wie schon kurz angedeutet, sind Gastbeiträge oder Kommentare eine valide Möglichkeit, um kontinuierlich im Mediengeschehen sichtbar zu sein. Langfristig können Sie das beispielsweise über eine Kolumne erreichen, in der Sie Ihre Expertise teilen. Durch die Wahl eines passenden Rahmens oder Mediums können Sie sich als Experte auf Ihrem Gebiet einfacher etablieren und gleichzeitig Interesse und Vertrauen bei potentiellen Investoren oder Kunden aufbauen. Bleiben Sie thematisch mit Ihren Beiträgen in der eigenen Branche und zögern Sie nicht, innovative Sichtweisen zu teilen, um auf Ihr Start-up aufmerksam zu machen und Sie damit in Verbindung zu bringen.

Schreiben Sie einen Gastbeitrag, können Sie zudem sicher sein, dass Ihre Nachricht durch selbst gewählte Worte transportiert wird. Zudem bietet das Format auch Vorteile für Journalisten*innen, die unter dem stetig wachsenden Nachrichtenaufkommen, durch einen fertig geschriebenen Text entlastet werden. Wie man solch einen Beitrag am besten angeht, erfahren Sie im nächsten Beitrag.

Vorhersehen des Nachrichtenzyklus

Auch in den Medien gibt es Jahreszeiten: Einige Themen kehren zuverlässig jährlich um die selbst Zeit zurück. Kennen Sie diese Mechanismen, können Sie diese einfach für sich nutzen. Beispielsweise kann es sinnvoll sein, während heißer Sommertage über das eigene Start-up zu sprechen, dass mithilfe von Satellitenbildern Waldbrände lokalisieren kann, bevor diese unkontrollierbar werden. Ähnlichen Mustern können EdTechs (Start-ups, die sich thematisch rund um das Thema Bildung drehen) folgen: Im Zuge von landesweiten Bildungsstudien hat man die Möglichkeit, die eigenen themenverwandten Unternehmensziele ins Gespräch zu bringen.

Abgesehen von den zu erwartenden Themen gilt es die Branchennews, Neuigkeiten Ihrer Konkurrenten und die Berichterstattung prinzipiell sehr aufmerksam zu verfolgen. So kann man einfach auf tagesaktuelle Themen reagieren. Haben Sie beispielsweise ein Start-up, das sich mit Cybersecurity oder Datensicherheit beschäftigt, sind Sie ein idealer Gesprächspartner, um einen Cyberangriff zu kommentieren, der medial viel Aufmerksamkeit erfährt.

Mit diesen Vorschlägen sollte die Ideenliste für mediale Berichterstattung zwar wachsen, aber noch lange nicht vollständig sein. Halten Sie die Augen offen, um immer wieder neue Gelegenheiten für mediale Berichterstattung zu entdecken!

Viel Erfolg!

Über die Autorin

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Clara Armand-Delille ist selber Gründerin
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