Das Thema Mental-Health wird in der Gesellschaft und auf dem Markt immer präsenter. Der Vorhang wird angehoben und offenbart die essenzielle Relevanz eines Themas, das noch immer ein deutliches Joch des Tabus auf seinen Schultern trägt. Angesichts der Tatsache, dass mehr als 650 Millionen Menschen weltweit unter psychischen Problemen leiden, wird es auch höchste Zeit. So schlägt nun auch diese Branche erste Wellen nach Deutschland. Doch das Bewusstsein für mentale Gesundheit zieht auch weltweit immer mehr Aufmerksamkeit auf sich. Darum ist es nicht weit hergeholt, dass diese Nische genutzt wird und zahlreiche Mental-Health Startups entstehen. 

Um nun also einen ersten Überblick darüber zu gewinnen, welche Mental-Health Startups wie den Markt revolutionieren, haben wir eine erste Liste mit den Top 5 Mental Health Startups für euch erstellt. 

Startup Radar: 5 revolutionäre Mental Health Startups

MindDoc

Gründer: Felix Frauendorf & Max Goering

MindDoc, das erste Mental Health Startup auf unserer Liste, kommt tatsächlich, man glaube es kaum, aus Deutschland. Es wurde im Oktober 2016 von Felix Frauendorf und Max Goering gegründet, um Menschen dabei zu helfen, die Symptome einer Depression frühzeitig zu erkennen. Das ganze funktioniert über eine App, die sowohl für iOS-, als auch für Android-Geräte im App-Store zum Download zur Verfügung steht. Die Nutzer*innen beantworten über einen Zeitraum von zwei Wochen täglich Fragen zu ihrem psychischen und physischen Wohlbefinden. In diesem Prozess wird die psychologische, emotionale und physische Gesundheit der Nutzer*innen verfolgt, um auf der Grundlage der Antworten die psychische Gesundheit der Betroffenen personalisiert zu bewerten. Dies gibt den Nutzer*innen die Möglichkeit die Symptome zu erkennen und bietet einen Ausgangspunkt für Gespräche mit Therapeuten, Psychologen und diversen anderen medizinischen, qualifizierten Fachkräften. Mittlerweile wird MindDoc von über einer Million Nutzer weltweit verwendet, um ihre psychische Gesundheit zu stärken.

Braive

Gründer: Hermine Bonde Jahren & Henrik H. Jahren

Braive ist ein in Oslo ansässiges Startup, das personalisierte Behandlungsprogramme, Online-Kurse und E-Learning Tools zu internetgestützter kognitiver Verhaltenstherapie (iCBT) anbietet. Co-Founder Henrik H. Jahren gründete das norwegische Startup im Jahr 2015, um seinen Patient*innen mit psychischen Problemen durch neue Technologien auch online weiterhelfen zu können. Die bei Braive verwendeten Behandlungsprogramme basieren auf laufender Forschungszusammenarbeit mit Hochschulen und dem Gesundheitssektor und werden sowohl als Einzel-, als auch als Gruppen-Sitzungen angeboten. Die Programmkategorien des Startups sind unterteilt in Traurigkeit, Verlust und Trauma; Sorge und Angst und Stress und Erholung. Darüber hinaus können Nutzer*innen auf der Homepage bereits selbst einen Mental-Health-Check durchführen, dessen Vorgang Schritt für Schritt auf der Website erläutert wird. 

BetterHelp

Gründer: Alon Matas & Danny Bragonier

Eines der wohl bekanntesten Mental-Health Startups ist BetterHelp. Zwar wurde das Unternehmen bereits 2013 gegründet und überschreitet mittlerweile die Größen-Ordnung eines Startups, jedoch sollte es als Pionier der Mental-Health Startups, und eines der ersten seiner Art, in diesem Artikel definitiv genannt werden. Gegründet wurde BetterHelp in Mountain View, Kalifornien von Alon Matas und Danny Bragonier, bevor es schließlich von Teladoc Inc. übernommen wurde. Das Unternehmen ist eines der ersten Mental-Health Startups gewesen, das bezahlbare, private therapeutische Online-Behandlungen „für jedermann“ angeboten hat. Die Nutzer*innen werden mit einem von 23.000 lizenzierten Therapeuten gematcht und können diesem 24/7 über die dazugehörige App oder den Web-Browser, von überall aus, schreiben. Für den Fall, dass Therapeut*in und Patient*in nicht kompatibel sind, kann vom Nutzer aus jederzeit ein neuer Therapeut angefordert werden. Zu den Kooperations-Partnern von BetterHelp gehören unter anderem The New York Times, WSJ, FOX5 und Chicago Tribune.

Moment Pebble

Gründer: Charles Cadbury

Bei Moment Pebble handelt es sich um ein in London ansässiges Mental-Health Startup, das 2018 von Charles Cadbury gegründet wurde. Es bietet eine simple Lösung, dem Geist einen Moment der Ruhe zu schenken, damit Energie und Wohlbefinden regeneriert werden können. Das Produkt von Moment Pebble ist ein steinförmiges Gerät, welches lediglich umgedreht werden muss, um zu leuchten und Nutzer*innen mittels einer 30-Sekündigen Lichtsequenz durch eine kurze, beruhigende Atemübung zu führen. Dies soll Körper und Geist dabei helfen, sich zu erholen und neue Kraft zu tanken. Gerade für Personen, die oft unterwegs sind und in ihrer Mittags-Pause schnell und simpel eine gesundheitlich aufbauende Atemübung durchführen wollen, eignet sich dieses Produkt gut. 

Flow Neuroscience

Gründer: Daniel Mansson und Erik Rehn

Flow Neuroscience bietet eine neue, medikamentenfreie und zu Hause anwendbare Behandlung für Depressionen an. Diese Behandlung besteht aus einem Hirnstimulations-Headset, welches kombiniert mit einem KI-gestützten App-Therapieprogramm angewendet wird. Das Headset wendet dabei eine Hirnstimulationstechnik an, die als transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) bekannt ist. Durch sie wird ein sanftes elektrisches Signal an den Kopf der Patient*innen abgegeben, welches, laut des in Schweden ansässigen Startups, dabei helfen soll, Depressionssymptome deutlich zu verringern oder sie sogar ganz zu beseitigen. Allerdings soll darauf geachtet werden, dass es zunächst für sechs Wochen verwendet wird und eine therapeutische Behandlung bei einem lizenzierten Psychologen keineswegs ersetzt. 

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