Wer ein eigenes Unternehmen gründet, ist am Anfang noch völlig unbekannt. Viele Startups setzen deshalb auf Werbemittel, die sogenannten Giveaways, um sich einen Namen zu machen und direkt positiv im Gedächtnis von (potenziellen) Kunden, Geschäftspartnern & Co zu bleiben. Aber wie sinnvoll ist diese Maßnahme wirklich und welche Giveaways eignen sich dafür überhaupt?

Die Digitalisierung hat die Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert. Auch für Existenzgründer und junge Unternehmen hat das in puncto Marketing zahlreiche Umbrüche mit sich gebracht. Werbung findet nun vermehrt digital statt. Anstelle von klassischen Testimonials, werden jetzt „Influencer“ eingesetzt. Und statt klassischen Stellenanzeigen in der Tageszeitung, werden Mitarbeiter über Active Sourcing gewonnen – um nur einige Beispiele von vielen zu nennen. Interessant ist, dass diese Entwicklung scheinbar an einem klassischen Marketinginstrument vorbeigegangen ist: dem guten, alten Werbeartikel.

Giveaways

Deutsche Unternehmen setzen nach wie vor auf haptische Werbeartikel

Auch viele Werbegeschenke sind mittlerweile digitalisiert. Rabattcodes, Online-Gutscheine oder die Teilnahme an Gewinnspielen durch das Teilen eines Facebook-Beitrages sind beliebte Mittel von jungen sowie etablierten Unternehmen, um mehr Bekanntheit im World Wide Web zu generieren. Dennoch ist der haptische Werbeartikel noch lange nicht vom Aussterben bedroht. Im Gegenteil: Er erfreut sich gerade jetzt steigender Beliebtheit – quasi als Gegenbewegung zur Digitalisierung. Demnach ist der Umsatz der Werbeartikel-Branche in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und liegt mittlerweile deutlich über drei Milliarden Euro. Damit liegen die Werbeartikel hinsichtlich ihrer Einnahmen auf dem zweiten Platz, direkt hinter der TV-Werbung und damit noch deutlich vor dem Online-Sektor. Zwar setzen auch Großunternehmen nach wie vor auf Werbeartikel und treiben den Umsatz durch große Stückzahlen in die Höhe, jedoch lassen die Statistiken erkennen, dass die kleinen Giveaways vor allem bei KMU sowie Startups eine zunehmend wichtige Rolle spielen.

Warum setzen Startups für ihr Marketing auf Werbeartikel?

Zwar können und sollen Giveaways im Marketing-Mix nicht alleine stehen, dennoch liegt deren Bedeutung angesichts der zitierten Zahlen auf der Hand: Nur wenige Startups haben ausreichend Budget für TV-Werbung. Die Werbeartikel stellen somit eine deutlich günstigere und flexiblere Form der Bekanntheitssteigerung dar – bei gleichzeitig höherer Wirkung als das Influencer-Marketing oder andere Online-Werbung. Demnach setzen 69 Prozent der deutschen Startups (auch) Werbeartikel für ihr Marketing ein, weil sie davon ausgehen, dass sich diese positiv auf ihre Bekanntheit sowie ihr Image bei der Zielgruppe auswirken. 80 Prozent gehen von einem nachhaltigen Effekt aus, weil der Werbeartikel immer wieder verwendet wird. Zudem bieten diese ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis, vor allem – aber längst nicht nur – für Startups mit begrenztem Budget. Denn 42 Prozent der Startups setzen Streuartikel mit einem Stückpreis von bis zu zehn Euro ein. 35 Prozent nehmen nur weniger als einen Euro pro Stück in die Hand und 16 Prozent sind bereit, bis zu 35 Euro zu zahlen.

Für Giveaways muss der Zeitpunkt stimmen

Dass Giveaways für das Marketing eines neu gegründeten Unternehmens sinnvoll sind, ist also unumstritten. Jedoch kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an. Erst einmal muss schließlich das Geschäftsmodell stehen. Das Unternehmen muss am Markt agieren und als solches erkennbar sein. Es braucht ein Corporate Design und eine Webseite. Wo nämlich noch keine Marke ist, kann deren Bekanntheit auch durch Werbemittel nicht gesteigert werden. Sobald das Startup also an die Öffentlichkeit tritt und seine erste Marketing-Offensive startet – zu diesem Zeitpunkt können und sollten auch erstmalig Werbeartikel Einsatz finden. Vor allem für (Fach-) Messen sowie das persönliche Netzwerken bei Seminaren, Workshops, Gründertreffen & Co sind diese optimal geeignet. Doch auf die Frage nach dem „Wann“ folgt jene nach dem „Was“: Welche Werbeartikel sind für die Steigerung der eigenen Bekanntheit bei der Zielgruppe sowie eine positive Imagebildung sinnvoll?

Worauf kommt es bei einem Werbeartikel wirklich an?

Genau genommen kommt es bei einem „guten“ Werbeartikel auf drei Faktoren an:

  1. Qualität
  2. Nützlichkeit
  3. Originalität

Die Qualität ist das A und O für das hauseigene Image. Wer Werbeartikel in schlechter Qualität verteilt, weckt auch bei den Empfängern wie potenziellen Kunden oder Geschäftspartnern die Erwartung von schlechter Qualität, wenn es um die eigenen Produkte und Dienstleistungen geht. Werbeartikel müssen deshalb unbedingt hochwertig sein, denn sie werden direkt mit dem Startup assoziiert. Aus diesem Grund wählen viele deutsche Unternehmen eben doch den Werbeartikel für neun Euro, anstatt jenen für 56 Cent.

Damit der Werbeartikel auch tatsächlich zum Einsatz kommt, und zwar so oft wie möglich, muss er nützlich sein. Ein USB-Stick oder Kugelschreiber liegt beispielsweise oft auf dem Schreibtisch oder wird in der Handtasche mitgeführt und sticht dem Beschenkten somit immer wieder ins Auge – beziehungsweise das Logo, der Slogan, die Webseite oder was auch immer aufgedruckt ist. Zuletzt sollte das Giveaway zum Unternehmen passen. Wer beispielsweise Getränke vertreibt, kann Trinkflaschen oder Tassen als Werbeartikel verschenken. Ein IT-Dienstleister wählt vielleicht den USB-Stick und eine Versicherungsgesellschaft den Kugelschreiber, mit welchem der Kunde direkt seine Verträge unterschreiben kann. Werbeartikel und Unternehmen beziehungsweise dessen Produkte oder Dienstleistungen sollten also einen direkten Zusammenhang erkennen lassen.

Giveaways

Die beliebtesten Werbeartikel von deutschen Startups

Der letzte Punkt ist die Originalität: Je ausgefallener ein Werbeartikel ist, umso mehr Aufmerksamkeit wird ihm geschenkt und desto eher bleibt seine Botschaft im Gedächtnis. Dennoch sollte er – wie bereits erwähnt – auch nützlich sein, um nicht ungenutzt in der Schublade zu verschwinden. Aus diesem Grund erfreuen sich sowohl Dauerbrenner wie die Kaffeetasse oder der Kugelschreiber nach wie vor großer Beliebtheit als auch ausgefallene Giveaways wie ein Kitchen-Cube oder Untersetzer aus Schiefer. Ganz oben auf der Liste stehen bei deutschen Startups zudem T-Shirts, Kalender, Taschen, Bürozubehör, USB-Sticks sowie Caps. Schlussendlich muss aber jedes Unternehmen selbst das am besten geeignete Werbemittel finden, welches zu seinem Image passt, qualitativ hochwertig, originell und für die spezifische Zielgruppe nützlich ist