Das Prinzip Tinder: Mit einem Wisch hin oder weg

Die Dating-App Tinder ist ebenso populär wie umstritten. Unbestreitbar brillant aber ist die Idee, Personen oder Dinge mit einer einfachen Fingerbewegung bewerten zu können. Dachten zumindest viele Startups und übernahmen das „Swipe“-Prinzip für ihre Apps. Wir stellen heute die sinnvollsten und skurrilsten „Tinders für…“ vor.

Wie Tinder funktioniert, wissen wohl die meisten: Man bekommt das Bild eines potenziellen Partners auf dem Smartphone gezeigt. Gefällt es nicht, wischt man es nach links weg. Gefällt es, wischt man nach rechts und hofft, dass der oder die andere sich ebenfalls für einen entschieden hat. Nun ist Tinder im Prinzip für alle da – was aber, wenn man nur Menschen mit bestimmten Vorlieben sucht? Zum Beispiel Kiffer? Dann lädt man sich am besten High There! herunter, die App für die Cannabis Community. Aber Vorsicht, vielleicht ist das vermeintliche Date auch ein getarnter Drogenfahnder…

Tindog-phone+pictures

Auch Hunde haben das Bedürfnis nach Zweisamkeit, allerdings sind sie selten in der Lage, ein Smartphone zu bedienen. Insofern ist Tindog (Bild oben) wohl doch eher ein Angebot für Menschen, auch wenn dort Hunde um die Zuneigung der Nutzer buhlen. Aber es gilt ja nicht selten die Regel, dass sich die Tiere und ihre Herrchen und Frauchen mit der Zeit immer ähnlicher werden, und Hunde gelten sowieso als ein ideales Mittel, um einen unverbindlichen Flirt zu starten. Nicht nur im Park, mit Tindog jetzt eben auch in der virtuellen Welt. Betreiber der App ist übrigens holidog, das auch als Airbnb für Hunde bezeichnet werden kann.

Als Tinder für Jobs haben wir kürzlich bereits das skandinavische Startup SelfieJobs vorgestellt. Auch Truffls aus Berlin funktioniert nach der bekannten Methode. Jobsuchende wischen die passenden Angebote nach rechts, die Unternehmen erhalten ein anonymisiertes Profil des Bewerbers, und wenn dieses dann passt, nimmt das klassische Bewerbungsverfahren mit persönlichen Gesprächen und den üblichen Formalitäten seinen Gang.

tripnary

Reisen werden gern genutzt, um neue Leute kennenzulernen. Mit Tripr soll das noch einfacher werden, zumal man mit dieser App Urlaubsbekanntschaften schon im Vorfeld planen kann, was die App von Tinder unterscheidet, das auf spontane Treffs ausgerichtet ist. Und auch für Reiseziele gibt es ein Angebot mit dem Swipe-Prinzip: Tripnary (Bild oben) zeigt Fotos von Sehnsuchtsorten, und die Nutzer entscheiden, welche in die Auswahl für die nächste Reise kommen. Gebucht werden kann dann ebenfalls über die App.

Ganz offen als Tinder für Mode bezeichnet sich schon auf der Startseite Swipy, ein Startup aus dem hessischen Butzbach. Mit der App können die Nutzer Kleidungsstücke nach dem Zufallsprinzip oder aus bestimmten Kategorien anschauen und bei Gefallen gleich über Partnershops bestellen.

Viele Hörer entscheiden schon nach wenigen Sekunden, ob ihnen ein Musikstück gefällt oder nicht, ob sie es noch länger hören oder in ihre Playlist aufnehmen möchten. Konsequenterweise gibt es daher auch Tinder für Musikstücke, und das in verschiedenen Ausführungen: Choosic ist schon etwas länger erhältlich, The Best Song hat gerade eine Betaversion gelauncht. Und sicherlich gibt es in den unendlichen Weiten der App-Stores noch viele weitere Tindervarianten, die alle nach dem klassischen Märchenmotto funktionieren: „Die Guten ins Töpfchen, dich Schlechten ins Kröpfchen“. Fehlt nur noch das Tinder für Tinders, mit der man die sinnvollen von den überflüssigen Anwendungen trennen kann.

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