Jeder, der sich schon einmal mit Finanzen auseinandergesetzt hat, weiß, wie wichtig Buchhaltung für ein gut funktionierendes Unternehmen ist. Besonders in der Anfangszeit ist es essentiell, einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu behalten. Etablierte Firmen haben entweder einen externen Steuerberater oder eine interne Buchhaltungsabteilung, die sich um derlei Finanzierungsaspekte kümmern. Bei Jungunternehmern scheitert die Finanzierung solcher Investitionen allerdings meistens am Budget. Als Alternative zum teuren Fachpersonal können Startups auf eine Buchhaltungssoftware zurückgreifen, die nicht nur Arbeitsschritte erleichtert, sondern auch den richtigen Umgang mit den eigenen Finanzen gewährleistet. In diesem Gastbeitrag vergleichen wir vier Softwareprogramme, die für Neugründer hilfreich sind.

Warum Buchhaltung für ein Unternehmen so wichtig ist

Nicht alle Gründer kommen ursprünglich aus der Finanzbranche, daher fehlt es oft an notwendigem Know-how. Mit einer bedienungsfreundlichen Buchhaltungssoftware können unerfahrene Unternehmer nicht nur die eigenen Kenntnisse erweitern, sondern auch jegliche Geschäftsvorfälle lückenlos aufzeigen. Dafür sind folgende Komponenten sehr wichtig:

  • Fixkosten, wie Mietausgaben, Lohnzahlungen und Betriebsausgaben

  • Kundengeschäfte und Lieferantenkosten

  • Warenein- und –ausgänge

  • Neuanschaffungen sowie Aufnahme von Krediten

Da es sich nach einer Neugründung um ein kleines Unternehmen handelt, muss zunächst nur eine einfache Buchführung vorgenommen werden. Solange der jährliche Umsatz unter 600.000 Euro und der Gewinn unter 60.000 Euro liegt, wird eine „simple“ Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) durchgeführt.

Vier Buchhaltungsprogramme für junge Unternehmen im Vergleich

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: In erster Linie gewährleistet eine solche Software den permanenten Überblick über die laufenden Kosten ebenso wie über das Firmenvermögen. Dadurch ersparen sich Gründer nicht nur den Steuerberater, sondern ebenfalls viel Zeit und Geld.

Wenn Unternehmen ihre Arbeitsprozesse durch eine Buchhaltungssoftware rationalisieren wollen, ist die Auswahl groß und die Entscheidung fällt schwer. Auf dem Markt gibt es viele adäquate Tools, die einen Unternehmer bei der Buchhaltung unterstützt. Für Neugründer interessant sind unserer Meinung nach Lexware, Fastbill, Candis und Debitoor.

Lexware buchhalter 2017

Candis

Fastbill

Debitoor

Preis

Ab 12,90 Euro mtl.

Ab 26 Euro mtl.

Ab 9,00 Euro mtl.

Ab 4, 00 Euro mtl.

Testversion

30 Tage

Kostenlose Demoversion

Kostenloser Probemonat

7 Tage

Cloud

Lösung als separates Programm erhältlich

Lexware buchhalter 2017

Mit der Buchhaltungssoftware Lexware buchhalter 2017 bekommen Startups ein bedienungsfreundliches Programm, welches auch Anfängern einen guten Einstieg in die Buchhaltung gewährt. Dank voreingestellter Anwenderunterstützung sowie durch die einfache Bedienung können folgende Posten spielend leicht erledigt werden:

  • Einnahmen-Überschuss-Rechnung
  • Doppelte Buchführung inklusive Jahresabschluss sowie Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
  • Betriebswirtschaftliche Auswertungen
  • Integriertes Online-Banking
  • Datenaustausch mit ELSTER und DATEV
  • Fehlerfreie Buchführung durch den Betriebsprüfer-Modus und das GoBD-Testat

Praktisch an diesem Modell ist die Tatsache, dass es nicht nur für Startups geeignet ist, die eine EÜR machen müssen. Wenn das Unternehmen wächst und später zu einer Doppelten Buchführung verpflichtet ist, müssen Unternehmer kein neues Programm kaufen.

Wer sich langfristig an Lexware buchhalter binden möchte, kann auch den Einmalkauf (184,90 Euro) nutzen, statt monatlich einen fixen Betrag zu zahlen. Der Hersteller bietet außerdem zusätzlich zu dieser Version auch eine Cloud-Lösung an.

Hier geht’s zur Software!

Candis

Hierbei handelt es sich um eine Softwarelösung von einem Hersteller, der noch nicht so lange auf dem Markt ist. Das Buchhaltungsprogramm automatisiert Finanzprozesse und reduziert dadurch sowohl den Zeit- als auch den Kostenaufwand. Es unterscheidet sich schon dadurch von anderen Softwarelösungen, weil hier mit Künstlicher Intelligenz und Machine Learning gearbeitet wird. Dadurch müssen Unternehmer keine Rechnung mehr manuell eingeben, weil das Programm alle relevanten Daten auslesen kann. Es erfolgt gewissermaßen eine permanente Synchronisation aller Finanzpunkte, wodurch ein viel besserer Überblick über alle Konten und Vorgänge gewährleistet wird. Candis bietet ein Programm von Gründern für Gründer an, welches die Digitalisierung langfristig weiter vorantreiben und Prozesse vereinfachen wird.

Das gibt es über die Software zu wissen:

  • Cloudbasierte Software-Lösung
  • Rechnungen werden einfach und bequem eingelesen
  • Verbindung zu allen Konten und Zahlungsanbietern
  • Erstellung von Zahlungsvorlagen
  • DATEV-Export
  • Automatische Verbuchung von Rechnungen

Neben der Buchhaltungssoftware bietet Candis außerdem einen kostenlosen Online-Kurs zu dem Thema „Finanzprozesse optimieren“ an, wodurch der Einstieg in die Thematik erleichtert wird. Wer dennoch Fragen hat, findet auf der Webseite des Unternehmens einen ausführlichen Fragen-Antwort-Katalog. Geeignet ist dieses Programm nicht nur für Startups, sondern auch für mittelständische und große Betriebe.

Fastbill

Die Software des Online-Rechnungsdienstes Fastbill ist bestens geeignet, wenn Unternehmer ihren Rechnungen Herr werden wollen. Ihr Umfang mag zwar nicht sehr groß sein, beinhaltet aber folgende Komponenten:

  • Unbegrenzt Rechnungen und Angebote verfassen
  • Belege erfassen
  • Online Bezahlservice durch die Kooperation mit Paypal
  • Anpassung der Rechnungsvorlagen an das eigene Corporate Design
  • Erstellung eines Monatsreports
  • DATEV-konformer Export
  • Banking

Fastbill punktet jedoch als adäquates Verwaltungsprogramm mit der zusätzlichen Möglichkeit, die Rechnungen in einer App einzuscannen. Als Cloud-Lösung ist Fastbill für Startups sehr gut geeignet. Sobald es allerdings über das bloße Verwalten von Rechnungen hinausgeht, werden Unternehmen auf andere Lösungen zurückgreifen müssen.

Debitoor

Das Buchhaltungs- und Rechnungsprogramm von Debitoor glänzt durch seine Einfachheit. Die Software wird in verschiedenen Versionen angeboten: XS, S, M und L. Die günstige XS-Variante ist bestens geeignet für junge Unternehmen, wird bei schnellem Wachstum der Firma aber nicht lange nutzbar sein. Sie umfasst lediglich das Verfassen von 100 Rechnungen pro Jahr. Positiv ist dagegen, dass Debitoor einen Überblick über die zuletzt ausgestellten Rechnungen liefert, ebenso wie gesetzeskonforme Vorlagen, die das Erstellen von Rechnungen erleichtert. Durch die direkte Verbindung zur Bank können Unternehmen ihre Zahlungen schnell ausführen und anschließend speichern. Eine gute Option für Anfänger ist der umfangreiche Support des Herstellers.

Der Inhalt im Überblick:

  • Ist eine cloudbasierte Lösung

  • Rechnungsstellung, zuzüglich Rechnungsvorlagen in verschiedenen Sprachen sowie Währungen

  • Beinhaltet einen DATEV-Export

  • EÜR, GuV und Bilanzrechnung sind möglich

  • Banking

Fazit

Egal, für welches Programm sich Jungunternehmen entscheiden, alle vier vorgestellten Buchhaltungsmodelle sind leicht verständlich und für Einsteiger geeignet. Die Kosten sind bei allen erschwinglich. Lexware, Candis, Fastbill und Debitoor bieten eine kostenlose Testversion an, um ihre Programme auf Herz und Nieren zu prüfen. Schließlich muss das Angebot den Bedürfnissen der Firmen entsprechen. Besonders Fastbill hat den Nachteil, dass man mit diesem Tool nur Rechnungen schreiben kann, während die anderen ein größeres Angebotsspektrum anbieten. Alle Modelle sind sowohl monatlich als auch jährlich buchbar, wobei Lexware auch einen Komplettkaufpreis anbietet.



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