Frank Thelen ist Seriengründer, Tech-Investor und Juror bei der Prime-Time Fernsehshow “Die Höhle der Löwen”. Kurz vor dem Start der neuen Staffel der Gründer-Show hat er seine Autobiografie “Startup-DNA. Hinfallen, aufstehen, die Welt verändern” im Murmann Verlag veröffentlicht. Doch darin berichtet der Investor nicht nur über seine bewegte Zeit als Gründer, sondern erklärt auch, welche digitalen Themen uns zukünftig bewegen werden. In unserem Interview spricht Frank Thelen über seine Autobiografie, seine Startup-DNA und sein Verständnis von Erfolg.

Frank, deine Autobiografie hat den Titel „Startup-DNA“. Was ist für dich eine Startup-DNA?

Alle Menschen streben in ihrem Leben nach Zufriedenheit. Die meisten hierzulande sind zufrieden, wenn Sie einen 9to5 Job haben, ein schönes Auto und einen tollen Jahresurlaub. Dann gibt es aber die, die etwas gestalten, die etwas ändern, etwas gründen, die ihren Fußabdruck hinterlassen wollen und auch das Risiko nicht scheuen – das sind die, die eine Startup-DNA haben, man könnte auch Unternehmer-Gen sagen. Meine Startup-DNA verdanke ich übrigens meinem Großvater. Der war eigentlich Landwirt, hat aber auch geschickt mit Grundstücken gehandelt. Das Unternehmerische liegt also in der Familie.

Ich glaube übrigens, dass viele Menschen eine Startup-DNA haben – sie haben sie nur noch nicht aktiviert.

Kannst du aufgrund deiner Erfahrungen heute Niederlagen besser verkraften als früher?

Sicher, ich habe selber Niederlagen erlebt und stand Anfang der 2000er vor der Privatinsolvenz. Das sind Erfahrungen fürs Leben, die einen härten und die einen lehren, immer wieder aufzustehen und weiterzumachen. Aber natürlich ist eine Niederlage, ein Scheitern, nie etwas Schönes, das man anstreben sollte. Doch wenn es eine Niederlage gibt, soll man die richtigen Schlüsse daraus ziehen und es beim nächsten Mal besser machen.

 Was bedeutet für dich heute Erfolg?

Am wichtigsten ist für mich, dass ich meine Erfahrungen an Gründer weitergeben und ihnen helfen kann, ihre Visionen umzusetzen. Klar, das Geld spielt dabei auch eine Rolle, aber ich bin mir sicher, dass mein Wissen und mein Netzwerk noch wichtiger sind. Neues entstehen und wachsen zu lassen, anderen zu helfen, ihre Startup-DNA auszuleben – das ist für mich Erfolg. Erfolg ist für mich aber auch, nicht mehr nur getrieben zu sein, sondern auch mal mit seiner Familie abschalten zu können und die Dinge nicht so verbissen zu sehen. Ich würde aber lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass die finanzielle Sicherheit dabei hilft. Erfolg nur über eine Sache zu definieren, greift jedenfalls zu kurz. Erfolgreich ist man, wenn man mit allen Seiten seines Lebens zufrieden ist.

Du schreibst in deiner Autobiografie auch über „Die Höhle der Löwen“ und dein Verhältnis zu den anderen Investoren. Habt ihr außerhalb der Sendung auch zueinander Kontakt?

Ja natürlich. Allein schon durch gemeinsame Investments, über die man sich natürlich regelmäßig austauscht. Auch sonst gibt es immer mal wieder Gelegenheiten, wo man sich gegenseitig um Rat fragt. Und dass ich mit Judith und ihrem Mann befreundet bin, ist ja spätestens seit ihrem Auftritt bei “Let’s Dance” kein Geheimnis mehr.

Wie bewertest du die Qualität der pitchenden Startups über die Jahre hinweg – sind die Gründer besser und innovativer geworden?

Die Qualität der Pitches hat sich im Lauf alles in allem verbessert, die Gründer haben gelernt und sind in ihrer Vorstellung professioneller geworden. Ob unbedingt immer innovativer steht auf einem anderen Blatt. Für meinen Geschmack hatten wir in letzter Zeit zu viele Startups, bei denen nur auf den schnellen Massenmarkt statt auf Innovation oder Qualität gesetzt wurde. Um es klar zu sagen: in die inzwischen schon legendäre Katzenkloschaufel würde ich nicht investieren. Und letztlich entscheiden ja wir Löwen durch unsere Investments, was Erfolg hat und was nicht – und das hat ja wiederum eine Signalwirkung. Eigentlich haben wir es also in der Hand. Man muss aber auch ehrlicherweise sagen, den nächsten Elon Musk oder Daniel Wiegand werde ich wahrscheinlich nicht bei DHDL treffen.

Mit deinem Buch blickst du nicht nur auf dein Leben zurück, sondern schreibst auch über die Themen, die du zukünftig für wichtig hältst. Kann dir deine TV-Präsenz auch bei deren Umsetzung helfen?

Natürlich. Die TV-Prominenz und die daraus resultierende Bekanntheit helfen mir, meine Ideen und Gedanken einem breiteren Publikum vorstellen zu können. Sonst hätte ich auch sicher nicht das Buch geschrieben. Und wenn ich damit einige Menschen bewegen kann, sich über Blockchains, KI, Roboter und die Herausforderungen der Zukunft Gedanken zu machen, hat sich das schon gelohnt. Und wenn ich in dem ein oder anderen seine Startup-DNA aktivieren kann, ist das ein Traum.

Frank Thelen Buch

Über das Buch:

Frank Thelen – Die Autobiografie

Startup-DNA. Hinfallen, aufstehen, die Welt verändern

Murmann Verlag

Erschienen am 27. August 2018, 288 Seiten

https://shop.murmann-verlag.de/de/item/frank-thelen-die-autobiografie-startup-dna