Was ist Revenue-Based Financing? Wie funktioniert es, wie sicher ist es und welche Idee steckt eigentlich dahinter? Genau das haben wir uns bei gruenderfreunde.de auch gefragt. Also haben wir einen Leitfaden erstellt, der euch alles zu dem Thema: Revenue-Based Financing erklären soll. 

Eine Definition: Was ist Revenue-Based Financing?

Ursprünglich in den USA entstanden wird nun auch in Deutschland zunehmend  Gebrauch von der alternativen Art der Finanzierung in der Wirtschaft gemacht.

Beginnen wir zunächst mit dem Begriff an sich, welcher aus dem Englischen stammt. Übersetzt werden kann diese Bezeichnung in etwa mit den deutschen Begriffen Umsatz-basierte Finanzierung oder Einnahmen-bezogene Finanzierung. Sowohl die erste, als auch die zweite Übersetzung machen jedoch deutlich, worum es bei dem Thema geht. Besonders für junge Startups ist dieses Thema relevant und interessant, da sie meist noch nicht über ein großes Eigenkapital verfügen. 

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Laut Definition ist Revenue-Based Financing oder auch die Umsatz-basierte Finanzierung eine Art von Finanzkapital für kleine oder mittelständische Unternehmen. Bei dieser Art der Finanzierung bringen Investoren Kapital in ein Unternehmen ein und erhalten im Gegenzug einen festen Prozentsatz der laufenden Bruttoeinnahmen. Dabei basieren die Zahlungen allerdings auf der Grundlage der Geschäftseinnahmen, welche in der Regel als Tages oder Monatseinnahmen gemessen werden. 

Wie funktioniert Revenue-Based Financing? 

Beschäftigen wir uns also nun mit der relevantesten Frage von allen: Wie funktioniert Revenue-Based Financing überhaupt? Nun, die Antwort zu der Frage ist äußerst komplex und dennoch nicht allzu kompliziert, wenn die grundlegenden Punkte erst einmal geklärt sind. 

Revenue-Based Financing (RBF) funktioniert folgendermaßen: Der RBF Investor investiert in ein Unternehmen, welches ihm im Gegenzug eine prozentuale Beteiligung an den Umsätzen zahlt. Diese Zahlungen erfolgen so lange, bis sie insgesamt die Höhe einer zuvor abgemachten Summe erreicht haben. Kurz und gut bedeutet dies: Ein Startup/Unternehmen erhält eine Investition und zahlt im Gegenzug prozentuale Anteile des Umsatzes an den Investor zurück. Grundlegend sollte demnach gesichert sein, dass das Unternehmen zum Zeitpunkt der Investition bereits über stetig wachsende und belastbare Umsätze verfügt. 

So funktioniert Revenue-Based Financing
austin distel @unsplash.com

Diverse Formen des Revenue-Based Financings

Es sollte ebenfalls nicht vergessen werden, dass es durchaus unterschiedliche Formen des Revenue-Based Financings gibt. Dabei dreht es sich besonders um sowohl den Finanzierungszeitraum, als auch die eigentliche Verwendung der Finanzierung selbst. Im Großen und Ganzen können dabei zwei Kategorien erfasst werden, welche die einzelnen Fälle leicht differenzieren können. Hier kann zwischen kurzfristigen und langfristigen RBF-Investments unterschieden werden. 

  • Langfristige RBF-Investments: Hierbei handelt es sich um Wachstumsinvestments von größeren, längerfristigem Umfang, welche durch Venture-Capital-Investoren getätigt werden. Als Kriterium gilt hierbei, dass die Größe der Investments mindestens 6 Monatsumsätze mit einschließt und sich in etwa im 7-stelligen Bereich aufhält. Dabei werden in der Regel die gängigen Kosten des Unternehmens über ein gesamtes Jahr, oder länger, abgesichert und es kann langfristig in das Wachstum des Unternehmens investiert werden. Dabei kann die Rückzahlung bis zu 5 Jahre betragen. 
  • Kurzfristige RBF-Investments: Kurzfristige und kleine RBF-Investments, welche sich speziell für die Finanzierung von Working Capital, als Factoring einzelner Kundenverträge oder aber als saisonale Verkaufsspitzen eignen. Dabei handelt es sich ungefähr um 1-3 Monatsumsätze, die in den meisten Fällen entweder 5- oder 6-stellig sind. Der Unterschied liegt nicht lediglich in der Größe der Summe, sondern ebenfalls im Zeitraum der Rückzahlung. So müssen kurzfristige, kleine RBF-Investments oft innerhalb weniger Wochen (höchstens innerhalb 12 Monaten) zurückgezahlt werden. 

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