Die Wirtschaft verlagert sich zunehmend ins Netz. Das kann man an verschiedenen Beispielen sehen. Der Umsatz von Amazon und anderen größeren Onlinehändlern steigt täglich, während immer weniger Leute in Läden einkaufen gehen. Eintrittskarten zu Events werden immer häufiger über das Internet verkauft und sind direkt digital anwendbar. Auch der E-Book-Markt wird in Europa immer bedeutsamer.

Als Unternehmer bietet sich jetzt die Möglichkeit, diesem Trend zu folgen und seine eigenen Dienstleistungen ebenfalls im Netz anzubieten. Wer noch keine direkte Geschäftsidee hat, sollte jetzt hellhörig werden: in diesem Artikel beschäftigen wir uns damit, wie Sie im Internet Geld verdienen können oder Ihr bestehendes Modell in die digitale Welt bringen.

So klappt der Weg in die Digitalisierung

Das muss beachtet werden, bevor es losgeht

Wenn Sie mit dem Onlinebusiness starten wollen, sollten Sie zunächst die entsprechende Infrastruktur schaffen. Informieren Sie sich beim Finanzamt oder einem Steuerberater, unter welcher Kategorie Ihr neues Vorhaben fällt. Möchten Sie freiberuflich, als Gewerbetreibender arbeiten oder gar eine eigene Gesellschaft gründen? All diese Fragen sollten Sie an dieser Stelle zumindest einmal überdacht haben. Wenn Sie im Netz ins Ausland verkaufen wollen (was wahrscheinlich häufig der Fall sein wird) sollten Sie sich auch hier Informieren, wie der Stand mit der Umsatzsteuer ist. In der Europäischen Union beispielsweise hat sich zur Erleichterung der Steuerabführung das MOSS (Mini one Stop Shop) Verfahren entwickelt. Überlegen Sie bei der Gründung bereits, ob Sie dieses Anwenden möchten, denn es wird zum jetzigen Zeitpunkt im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung abgefragt und kann dort auch direkt beantragt werden.

Das nächste ist die Trennung der Konten. Wenn Sie Freiberufler oder Einzelunternehmer sind, dann können Sie ohne Probleme auch Ihr eigenes privates Bankkonto für die Zahlungsabwicklung nutzen. Wenn Sie aber mit mehreren Einnahmen aus verschiedenen Quellen rechnen, ein größeres Gewerbe planen oder hier gar eine Gesellschaft mit mehreren Personen gegründet haben, empfiehlt sich ein spezielles Geschäftskonto. Auf diesem Bankkonto, das nur dem unternehmerischen Zweck dient, werden auch nur Zahlungen für das Unternehmen abgewickelt. Gerade für die Gründung von juristischen Personen (z. B. UG, GmbH oder auch AG) ist ein gesondertes Konto ohnehin Pflicht. Wichtig für die Entscheidung ist aber auch die Übersicht. Schließlich muss für Sie bei der Steuererklärung klar erkennbar sein, welche Vorfälle geschäftlich und welche privat getätigt wurden.

Wie soll die Digitalisierung genau aussehen?

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Das Internet und die digitale Welt bieten unendlich viele Möglichkeiten für Unternehmer, ein Geschäft aufzubauen oder es zumindest in die digitale Welt zu übertragen. Aus diesem Grund sollten Sie bei der Digitalisierung Ihres Geschäftsmodells nach Plan vorgehen.

Übertragung eines klassischen Geschäftsmodells in die digitale Welt

Wenn Sie ein bereits bestehendes klassisches Geschäftsmodell digital machen wollen, ist in der Regel eine eigene Website immer der erste Anlaufpunkt. Das gilt nicht nur für die Übertragung von klassischen Modellen ins Netz, sondern auch generell. Schließlich ist die eigene Website der Dreh- und Angelpunkt der digitalen Strategie. Sie können hier Ihre Kanäle in den sozialen Medien verlinken, mehr Informationen über sich und Ihr Unternehmen hinterlegen oder auch einen eigenen Webshop eröffnen. Ihre eigene Website wird auch von Ihnen verwaltet. Das bedeutet, dass Sie Ihre Strategie nicht komplett neu beginnen müssen, wenn sich beispielsweise Gesetze ändern oder bestimmte soziale Netzwerke Funktionen abschalten. Sollte eine Gesetzesänderung der Fall sein, können Sie ganz einfach Ihre eigene Seite anpassen und die bisherige Strategie weiter verfolgen.

Überlegen Sie sich als nächsten Schritt, was Sie konkret machen möchten oder was Sie genau für die Digitalisierung Ihres Geschäftsmodells brauchen.
Als Beispiel können wir annehmen, dass Sie Produkte produzieren und diese bisher in einem eigenen Ladengeschäft angeboten haben. Der erste Schritt zur Schaffung der Infrastruktur ist Ihre eigene Website, wo Sie direkt einen Onlineshop für Ihre Produkte anlegen können. Als Nächstes schauen Sie sich nach weiteren Handelsmarktplätzen um. Diese Marktplätze haben den Vorteil, dass sie bereits über eine breite Zahl an Nutzern verfügen. Diese Marktplätze sind beispielsweise eBay oder Amazon. Hier können Sie als Händler Ihre Produkte ebenfalls anbieten. Sie sind durch die Marktplatzstrategie also nicht nur von den Besuchen auf Ihrer eigenen Website abhängig. Im besten Fall schaffen Sie es sogar, dass Sie Nutzer von Amazon oder eBay auf Ihre eigene Seite locken.

Angebot von digitalen Produkten

Dass Sie eine eigene Website nutzen sollten, gilt wie bereits beschrieben, für jedes digitalisierte Geschäftsmodell. Aus diesem Grund sollte dieser Punkt auch hier Ihre erste Anlaufstelle sein. Wenn Sie digitale Produkte anbieten wollen wie beispielsweise Videos on demand, E-Books oder Onlinekurse haben Sie ebenfalls verschiedene Möglichkeiten. Auch hier gibt es bereits Anbieter und Marktplätze, die eine größere Reichweite haben. Amazon bietet mit seinem Kindle-Shop eine gute Plattform für Autoren, die E-Books anbieten wollen. Die Plattform Skillshare ermöglicht es neuen Tutoren, ihre eigenen Videokurse hochzuladen und anzubieten. Diese Plattformen haben den Vorteil, dass sich die Verkäufe bereits aus einer vorhandenen Community generieren. So ist Skillshare beispielsweise ein Abo-Modell, das je nach geschauter Zeit dem Hersteller des Kurses eine Provision zahlt. Sollten Sie ohne digitale Vorerfahrungen mit digitalen Produkten durchstarten wollen, sind die Marktplätze eine erste Anlaufstelle um den möglichen Erfolg zu testen.

Andere digitale Produkte wie beispielsweise Software können sie zum Kauf auf Ihrer Website anbieten. Sollte der Aufwand des Hostings für die Kaufabwicklung zu groß sein, gibt es aber auch hier die Möglichkeit, Shops von anderen Anbietern in den eigenen Shop zu integrieren. Der Shopanbieter Digistore wäre hier beispielsweise eine erste Anlaufstelle.

Der Vertrieb von Apps

Apps sind natürlich auch digitale Produkte, jedoch sollten wir die mobilen Applikationen gesondert betrachten. Schließlich haben Apps einige Besonderheiten.

Die Nutzer kaufen ihre Apps in bestimmten Appstores. Nur wer sich einen Zugang in einen Appstore verschafft, ist auch in der Lage, Verkäufe zu erzielen. Andernfalls wird es nahezu unmöglich, Apps zu verkaufen. Das Wichtigste schon beim Planen von Apps ist, sich mit den Gegebenheiten der Appstores und den entsprechenden Anforderungen auseinanderzusetzen. So bereitet man sich als Anbieter darauf vor und vermeidet bereits in der frühen Planungsphase böse Überraschungen.
Die App sollte natürlich sauber programmiert sein und möglichst frei von Fehlern und sogenannten Bugs. Ein weiterer Punkt ist das Finanzierungsmodell. Wie wollen Sie mit der App Geld verdienen?

Es gibt die Möglichkeit, direkt beim Download einen Betrag zu verlangen. Geld kommt entsprechend dann rein, sobald diese im Store gekauft und heruntergeladen wird. Sie können auch In-App-Käufe anbieten. Diese sind zusätzliche Käufe innerhalb der App (z.B. der Kauf von zusätzlichen Funktionen). Damit verbunden ist auch die Idee, Ihre eigentliche Offline Dienstleistung per App anzubieten oder einen Onlineshop auf diese App zu bespielen. Ein weiteres klassisches Finanzierungsmodell für mobile Applikationen ist natürlich auch die Ausstattung mit Werbung. Hier erhält der Entwickler der App eine Provision, wenn dem Nutzer eine Werbeanzeige angezeigt wird oder er sogar auf diese Anzeige klickt. Manchmal sind diese Werbungen auch mit Affiliate-Aktionen verbunden. Diese ermöglichen den Erhalt einer Provision, wenn über den Klick auf die Werbeanzeige ein Kauf zustande gekommen ist.

Die Aufmerksamkeit auf sich ziehen

Wenn Sie ein Business in der digitalen Welt starten ist es elementar, dass Sie auch wahrgenommen werden. Im Grunde gilt das natürlich für jedes Geschäftsmodell. Schließlich soll auch ein Geschäft in der Offlinewelt gefunden werden und muss daher auf sich aufmerksam machen. In der Onlinewelt ist dies noch einmal ein entscheidender weiterer Schritt. Schließlich ist gerade das Internet der Ort, an dem jeder um die Aufmerksamkeit seiner Zielgruppe buhlt. Im ersten Moment ist das natürlich ein sehr attraktiver Werbemarkt: durch die Entwicklungen im Bereich Big Data können Zielgruppen direkt gefiltert werden. Wenn Sie also beispielsweise auf Facebook eine Kampagne starten wollen, können Sie direkt bei der Planung der Anzeigenkampagne Ihre konkrete Zielgruppe aussuchen. Sie können im Detail auswählen, welche Eigenschaften die Menschen haben sollen, denen Ihre Werbung angezeigt werden soll. Ein Ansatz ist beispielsweise, dass Sie auswählen, was diese Kunden bereits gekauft haben. Folgend wollen wir Ihnen ein paar weitere Aspekte mit auf die Hand geben, wie Sie im Internet die Aufmerksamkeit auf sich lenken können.

Die Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Wie bereits mehrfach erwähnt, sollten Sie für Ihr Geschäft auch dringend eine eigene Website angelegt haben. Wenn Kunden im Netz nach Angeboten wie Ihrem suchen, werden sie vermutlich als Erstes eine Suchmaschine nutzen um sich Angebote anzeigen zu lassen. Aus diesem Grund ist es wichtig für den Erfolg Ihres Geschäfts, dass Sie möglichst weit oben in den Suchbegriffen aufgeführt werden. Das schaffen Sie durch die sogenannte Suchmaschinenoptimierung (oder englisch: search engine optimization (SEO)). Der Inhalt Ihrer Seite muss folglich so angepasst werden, dass Suchmaschinen wie Google, Bing, Yahoo und Co die Seite auch für das Thema passend einstufen. Hier gibt es mehrere Komponenten, die diese Einstufung beeinflussen können. Zu Beginn schauen wir uns die vorerst wichtigsten an.

Zum einen muss der Inhalt ganz klar als passend erkannt werden. Wenn Sie bei der Suche nach einem bestimmten Begriff oben angezeigt werden wollen, müssen Sie in jedem Fall auch relevante Inhalte bieten. Demzufolge sollte das Suchwort (Keyword) mehrmals in dem Text vorkommen. Achten Sie aber darauf, dass Sie dieses Wort trotz allem nicht zu oft verwenden. Dieser Umstand wird Keyword-Spamming genannt und wird von den Suchmaschinen abgestraft. Es ist daher auch sinnvoll, dass Sie Synonyme für dieses Suchwort einsetzen. Die Suchmaschinenalgorithmen sind mittlerweile intelligent genug, dass sie Verbindungen zu dem Wort herstellen und die Synonyme auch als eine Abwandlung des Keywords verstehen. Bilder sollten auf Ihrer Website ebenfalls vorhanden sein. Im besten Fall nutzen Sie hier auch Bilder, die Sie selber angefertigt haben. Da Stockfotografien von mehreren Websites genutzt werden, können diese mittelfristig einen negativen Einfluss auf Ihre Suchmaschinenoptimierung haben. Dieser Umstand wird dann als copied Content bezeichnet.

Die Verweildauer der Nutzer hat ebenfalls einen Einfluss auf Ihr Ranking in den Suchmaschinen. Grundsätzlich gilt, dass eine Seite besser gestellt wird, wenn diese auch länger genutzt wird. Diese Kennzahl bekommen Sie korrigiert, indem Sie Ihren Nutzern das geben, was sie suchen. Wenn Ihre Nutzer beispielsweise nach einem Rezept suchen sollten und dies auf Ihrer Seite finden, werden sie es sich tatsächlich mit größter Wahrscheinlichkeit durchlesen. Das erhöht die Dauer der Nutzung Ihrer Seite.

Social-Media-Marketing

Heutzutage wird die Verwendung von Social Media als das absolute Must-have eine Onlinestrategie gesehen. Grundsätzlich ist diese Aussage nicht falsch, jedoch muss man einiges beachten, damit die Social Media Strategie nicht floppt.
Zunächst sollten Sie sich darüber informieren, ob sich Ihre Zielgruppe auch auf den Plattformen bewegt, die Sie nutzen wollen. Schauen Sie sich also die Demografie Ihrer Zielgruppe an und vergleichen Sie sich mit der Demografie der sozialen Netzwerke, die für Sie infrage kommen.

Wichtig ist hierbei auch, dass Sie regelmäßig neue Inhalte liefern können. Konzentrieren Sie sich darauf, dass Sie mindestens zweimal pro Woche in Ihren sozialen Medien neue Inhalte posten können. Wenn Sie ein visuelles Medium wie beispielsweise Bilder nutzen möchten, bieten sich Instagram und Pinterest an. Sollten Sie eher Texte veröffentlichen wollen, können Sie diese auf Facebook oder Twitter veröffentlichen. Wichtig für den Algorithmus der Netzwerke ist in erster Linie, dass Sie häufig und regelmäßig Inhalte posten und diese auch aktiv von Nutzern gelesen werden. Eine Komponente für den Algorithmus ist beispielsweise die Anzahl der Likes (gefällt mir-Angaben) oder auch der Kommentare zu einem Beitrag.

Sollten Sie ein soziales Netzwerk direkt zum Werben nutzen wollen, dann empfiehlt es sich in jedem Fall dort auch einen Firmenaccount anzulegen, der regelmäßig gepflegt wird. Hier haben Sie auch die Möglichkeit, Ihre Zielgruppe besser herauszufiltern.

Wichtig bei dem Nutzen von Social Media ist aber auch, dass sie die Plattformen dafür nutzen, Ihre Fans auf Ihre Seite zu locken und somit Ihre gesamte digitale Strategie zu verbinden. Die sozialen Netzwerke sind hervorragend dafür geeignet, um Imagekampagnen zu starten und Pressearbeit zu leisten. Die Option für die Pressearbeit bietet in erster Linie das Netzwerk Twitter.

Fazit

Es gibt viele Wege in die Digitalisierung. Das Wichtigste ist grundsätzlich, dass Sie einen Plan haben und bereits vor dem Start Ihr Ziel kennen. Erstellen Sie zunächst Ihre eigene Webpräsenz. Die eigene Website wird der Kern der Strategie zur Digitalisierung sein, denn hier haben Sie die größten Gestaltungsmöglichkeiten. Vor diesem Hintergrund ist es auch wichtig, dass Sie diese Gestaltungsmöglichkeiten auch nutzen. Wenn es sich anbietet, dass Sie auf Ihrer eigenen Seite einen Shop einrichten, dann sollten Sie diesen auch in jedem Fall auf Ihre Seite bringen. Machen Sie sich zudem Gedanken über die Finanzierung des Geschäftsmodells und überlegen Sie, wie Sie am besten im Internet auf sich aufmerksam machen können.

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