Das Nutzen von Cloud-Diensten hat einen großen Vorteil. Der Zugriff auf die eigenen Daten ist von überall möglich. Allerdings liegen die eigenen Dateien auf fremden Servern. In Puncto Privatsphäre müssen Nutzer deshalb Abstriche machen. Nicht mit der revolutionären Cloud-Box namens uSpace von Uniki. Der private Server mit eigenem App-Store ist kinderleicht zu bedienen und richtet sich selbst ein. Private Datenhoheit ist also gar nicht so kompliziert. Wir haben uns mit einem der Gründer, Matthias Bollwein, des Münchner Startups über Gründerthemen unterhalten.

GF: Erläutere unseren Lesern kurz, warum Du gegründet hast und was Du genau machst?

MB: Es gibt nichts Befriedigenderes, als etwas zu entwickeln, was einen großen Nutzen hat. Die Unternehmensgründung ist ein Weg dazu. Wir bei Uniki sind ein Software-Hersteller mit einer Leidenschaft für Privatsphäre.

Mit uSpace, dem einfachsten und sichersten Server der Welt, ermöglichen wir bequeme und moderne Online-Zusammenarbeit bei maximalem Datenschutz – ohne Kompromisse. Man kann damit Dateien im Team austauschen und synchronisieren, Kalender und Kontakte teilen, (Video-)chatten oder sich über den integrierten App-Store seine ganze Unternehmensinfrastruktur mit Projektmanagement, Kundenkartei usw. zusammenstellen.

GF: Warum hast Du dich für den Bereich Cloud entschieden?

MB: In den letzten Jahren haben wir einen beängstigenden Anstieg an Datenskandalen und Angriffen auf Nutzerdaten erlebt. Unternehmen und Privatpersonen nutzen immer mehr Cloud-Dienste und bezahlen für die Bequemlichkeit bereitwillig mit ihren Daten. Oder schlimmer: Sie vernachlässigen den Schutz der Daten ihrer Kunden! Deshalb haben wir uns gefragt: Kann man die Vorteile von Cloud-Diensten wie Dropbox & Co. mit vollständiger Datenhoheit und maximaler Sicherheit kombinieren? Das Ergebnis ist uSpace: Eine private Cloud für jeden: Einfach, hochsicher und vollkommen privat.

Das Top-Modell unter den Uniki-Servern „Ultimate“ ©Uniki
GF: Ist Dein Start-up eigen- oder fremdfinanziert? Welche Vor- und Nachteile siehst du in der Eigen-/Fremdfinanzierung?

MB: Anfangs haben wir uns über das Exist-Stipendium finanziert. Zusätzlich nach vorne gebracht haben uns der Techfounders Accelerator und das LMU Lab. Nach der Gründung haben wir sowohl selbst einen ordentlichen Betrag investiert, als auch ein externes Investment von unserem Business Angel Matthias Jungmann bekommen, der uns auch mit seinem Know-How unterstützt. Gerade am Anfang ist es wichtig, dass möglichst wenige Leute mitreden, also nicht zu viele Investoren dabei sind, damit das Team schnell vorankommt. Geplant ist, dass wir schon ab Anfang 2018 profitabel sind.

 GF: Für welche Unternehmensform hast Du dich entschieden und warum?

MB: Wir haben eine GmbH gegründet. Zum einen, weil ich den Prozess schon kannte und zum anderen, weil der Bürokratieaufwand bei dieser Rechtsform für deutsche Verhältnisse überschaubar ist.

GF: Im Rückblick: Würdest Du vom heutigen Wissenstand aus in der Gründungsphase etwas anders machen?

MB: Ich würde noch früher verstärkt mit dem Verkauf beginnen. Außerdem würde ich noch stärker darauf achten, dass möglichst wenig Kapital gebunden ist, z.B. in Kautionen – das kann sich ein Startup nicht leisten.

GF: Welche Tipps kannst Du anderen Gründern geben? Findest Du spezielle Tools besonders hilfreich? Wenn ja, welche und warum?

MB: Jedes Team und jedes Startup braucht verschiedenste Tools. Anfangs vor allem Kommunikation im Team, Datenaustausch und Projektmanagement. Später Kundenkartei, Website, Online-Shop etc. Man will ja z.B. auch den ITler im Team nicht mit der Website-Erstellung oder Nutzerkonten-Management nerven, denn dann bleibt die Produktentwicklung auf der Strecke. Gute Tools, die bezahlbar sind und trotzdem mitwachsen, sind schwer zu finden. Zum Glück macht unser Produkt genau das! Wir haben es von Anfang an selbst benutzt und viele der Module auf uSpace sind aus eigenem Bedarf und dem anderer Startups in unserem App-Store gelandet.

Uniki Gründer v.r.n.l. Matthias Bollwein und Roman Leuprecht mit uSpace ©Uniki
GF: Der fulminante Aufstieg von Bitcoin ist ja gerade in aller Munde. Was hältst Du eigentlich vom Thema Bitcoins Blockchain, also der Architektur hinter der berühmten Kryptowährung?

MB: Die Blockchain ist eine aufregende Technologie, die in einigen Bereichen für Veränderungen sorgen wird und auch uns in die Hände spielt. Genau wie bei der Blockchain geht es nämlich auch bei unserer Idee um Dezentralisierung. So wie Bitcoin die Kontrolle über Geldflüsse in die Hände der Bevölkerung legt, entreißen wir den großen Cloud-Konzernen die Kontrolle über die Daten und geben sie unseren Kunden zurück. Und tatsächlich findet genau deshalb die Blockchain auch in unserem Produkt Anwendung! Sie wird dafür sorgen, dass die Server unserer Kunden noch eigenständiger werden und flexibel und privat Rechen- und Speicherkapazitäten und Daten austauschen können. Damit werden wir unseren Kunden ganz neue Möglichkeiten der Kooperation bei voller Datenhoheit eröffnen.

GF: Wie schätzt Du die Chancen von Virtual Reality ein? Spielt das bei Deinem Start-up eine Rolle?

MB: Wie die Blockchain hat auch Virtual Reality ein paar ganz spezielle Einsatzbereiche, wo es sein Potential ausspielen kann. Wir hatten einige Startups mit richtig interessanten Ideen in unserem Umfeld, aber auch viel Spielerei. Bei uns spielt Virtual Reality aber keine Rolle, außer es würde irgendwann mal Teil der Kollaborations-Software auf unseren Servern.

GF: Zuguterletzt: Wo siehst Du Dein Euer Start-up in 5 Jahren? Wo soll die Reise hingehen?

MB: Unser Ziel in fünf Jahren: Zu diesem Zeitpunkt sollte unsere silberne Uniki-Box in über 50 Prozent der Büros stehen und die tägliche Zusammenarbeit der Teams bereichern und sicher machen. Und auch in privaten Bereichen, in denen Datenschutz eine große Rolle spielt, wie z.B. Smart Home, werden wir eine Anlaufstelle sein.

Wir bedanken uns für die ausführlichen Antworten und wünschen Uniki viel Erfolg!

Weitere Gründer-Interviews findet ihr bei Gründerfreunde hier.