In jedem Unternehmen, in jedem Team, werden früher oder später Konflikte zwischen den individuellen Mitarbeiter*innen auftauchen. Kommt es zu einer solch unausweichlichen Situation, sind Konfliktmanagement und der Umgang mit den Beteiligten entscheidend. Nicht nur als Gründer*in oder Arbeitgeber*in, sondern auch als Arbeitnehmer*in lohnt es sich, gewisse grundlegende Verhaltensmuster zu identifizieren und Techniken zu erlernen, die im Konfliktmanagement hilfreich sein können. Hier findet ihr 5 Tipps, die bei der Lösung von Konflikten am Arbeitsplatz helfen können. 

Konfliktmanagement am Arbeitsplatz

Konflikt im Team: Man muss nicht immer das letzte Wort haben

Geht es um Konflikte, will nicht selten jeder das letzte Wort haben. Schnell wird vergessen, dass es am anderen Ende eines Konflikts keinen Gewinner gibt. Besonders, wenn es um Konflikte am Arbeitsplatz geht. Als Gründer*in, oder Arbeitgeber*in ist der Umgang mit den Beteiligten hier von größter Bedeutung. Der Fokus sollte darauf liegen eine Lösung für das Problem zu finden und die angespannte Situation zu deeskalieren. Grundlegend sollte das Gegenüber (egal ob Einzelperson, oder Gruppe) nicht als Gegner gesehen werden, der besiegt werden muss. So verrennt man sich schnell im Irrgarten verschwendeter Energie und am Ende ist weder dem Unternehmen noch den Beteiligten geholfen. Konflikte können sich wie ein Geschwür auf das ganze Team ausbreiten, aus diesem Grund ist es enorm wichtig, sie durch gesunde und transparente Kommunikation zu lösen und deren Ursachen einzudämmen. Wer am Ende recht hat, ist in Bezug auf den Erfolg des Unternehmens zweitrangig. Wichtiger ist, dass das Team an einem Strang zieht, als sich gegenseitig durch Konflikte und verschwendete Zeit im Wege zu stehen. 

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Es soll gesagt sein: Die Relevanz des letzten Wortes ist deutlich überbewertet. 

Streitgespräche: Emotionen wahrnehmen und ausdrücken 

Menschen verfügen über Emotionen. Das ist auch gut und richtig, denn Emotionen sind bekanntlich das Navigationssystem durchs Leben. Nur durch eine gesunde Verbindung zu der inneren Gefühlswelt kann rational ausgedrückt werden, inwiefern Emotionen betroffen sind. Kann man seine Gefühle nicht ausdrücken, ist es oft schwer eine Ursache für Konflikte ausfindig zu machen und eine Lösung für das besagte Problem zu finden.

Gesundes Konfliktmanagement schließt dementsprechend immer die Benennung von Emotionen mit ein. Dies kann allein als Reflexion oder im Rahmen eines Konfliktgesprächs in einer Gruppe stattfinden. Spricht man Emotionen angemessen aus und benennt sie beim Namen, verlieren sie an Macht und Kraft und es kann auf effizientem, gesunden Weg eine Lösung für alle gefunden werden.

Den Ursprung des Konflikts ausfindig machen

Leitet man ein Team und wird mit der Lösung von Konflikten konfrontiert, gerät man schnell in die Schusslinie der Allgemeinheit. Menschen machen Fehler. Jeder einzelne Mensch, das perfekte Lebewesen muss erst noch gefunden werden. Passieren Fehler ist es leicht einen Sündenbock zu suchen, anstatt den Ursprung des Problems zu identifizieren. Den Finger auf vermeintlich Schuldige zu richten ist schließlich immer leichter, als die Arbeit und Zeit zu investieren, die Ursache des Konfliktes zu benennen und folglich aus der Welt zu schaffen, um produktives, funktionierendes Arbeiten im Team zu ermöglichen.

Kann der Zeitpunkt an dem Fehler begangen wurden, die Ursache im Prozess, definiert werden, kann Verbesserung geschehen. Aus Fehlern lernt man schließlich und ohne diese Fehler, kann Entwicklung und persönliche/professionelle Weiterentwicklung nur schwer geschehen. Niemand ist perfekt, Fehler sind menschlich. 

Was zählt ist, was man aus diesen Fehlern lernt. 

Schwerpunkt: Verhalten

Verhalten und Persönlichkeit hängen zwar eng miteinander zusammen, jedoch sollte in der Lösung von Konflikten nicht eines mehr, als das andere betrachtet werden. Vor allem im Konfliktmanagement ist die Differenz von Verhalten und Persönlichkeit keine unwichtige. Zwar sollten Persönlichkeit und Charakter immer in die Problemlösung miteinbezogen werden, allerdings sollte besonders in einer professionellen Umgebung auch das Verhalten der Involvierten inspiziert und beachtet werden. Es kann schnell eine toxische Stimmung entstehen, wenn Persönlichkeit und Verhalten starr miteinander verglichen werden. Die Konzentration auf Charakteristika und Festlegung auf Persönlichkeitseigenschaften kann außerdem schnell von der Ursache und der möglichen Lösung des Problems ablenken. Kognitive Verhaltensbeispiele und Lösungstechniken für problematisches Verhalten hingegen, helfen dabei die Diskussion in eine effektive, gesunde Richtung zu lenken. 

Zielgerichtete Konfliktgespräche führen

Konfliktmanagement im Unternehmen sollte immer zielgerichtet sein. Gemeint ist hier die Konzentration auf den individuellen Konflikt-Entwicklungsprozess und die allgemeine Teamkultur und -atmosphäre. Wie oft erwähnt wird, ist Kommunikation, wenn es um Teamarbeit geht, bereits die halbe Miete. Fällt diese Kommunikation durch Konflikte aus, muss fokussiert gemeinsam an einem Strang gezogen und daraufhin gearbeitet werden, diese Kommunikation wieder zum Funktionieren zu bringen. Grundlegend können hier Fortbildungen und Team-Building-Maßnahmen helfen, die Mitarbeiter*innen bereits mit einem fundierten Gewicht an Konfliktlösungstechniken ausstatten. So können bevorstehende Streitgespräche gesund und lösungsorientiert geführt werden und im Idealfall zum Wachstum des gesamten Team-Zusammenhalts führen.  

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