hocaboo – die Booster für die Hotelbranche

hocaboo – hinter diesem fröhlichen Namen verbirgt sich ein Berliner Startup, das mit seiner App die Personalsuche in der Hotelbranche revolutionieren möchte. Wie das funktionieren soll – das und vieles mehr haben uns die Gründer Garry Levin und Felix Mischke im Exklusivinterview verraten.

Was ist die Geschäftsidee von hocaboo und wie ist sie entstanden?

Garry: Wie so oft durch einen witzigen Zufall! Vor über 1 Jahr unterhielt ich mich mit einem ehemaligen Kommilitonen auf einem Alumnitreffen unserer Hotelfachschule. Er erzählte mir, dass er unbedingt den nächsten Karriereschritt machen wolle und es ihm egal sei, wo auf der Welt er dafür arbeiten müsste. Um uns herum standen natürlich auch andere Alumnis – diese starrten allerdings völlig konzentriert in ihre Smartphones. In dem Moment hat es klick gemacht und mir war klar: Die Hotellerie braucht eine moderne, smartphonebasierte und internationale Jobplattform.160525device_dt_hoteldetail

Ihr habt den Begriff „Pay-Per-Match“ geprägt. Was steckt dahinter?

Felix: Die Zukunft in der Personalvermittlung! Pay-Per-Match beschreibt unser Geschäftsmodell, welches darauf aufbaut nur bei einer erfolgreichen Verbindung von zwei Parteien Kosten zu verursachen. Im konkreten Fall bedeutet dies, dass für ein Hotel nur Kosten anfallen, wenn beide Parteien, also Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Interesse aneinander bekunden. Recruiter sind es satt, auf Jobportalen für das ledigliche Posten von Stellenanzeigen Geld zu bezahlen, ohne zu wissen, ob sie überhaupt Bewerbungen erhalten. Dieses veraltete Geschäftsmodell nennen wir „Post-and-Pray“, und es wird früher oder später der Vergangenheit angehören. Wir versuchen diesen Prozess zu beschleunigen

Was bedeutet der Name hocaboo?

Felix: Der Name hocaboo leitet sich aus unserem Claim ab: Boosting Hotels and Careers. Das „ho“ steht für hotels, das „ca“ für careers und das „boo“ für boosting. Wir sehen uns als Bbooster oder auch Unterstützer für die Branche und die Menschen die dort arbeiten. Die Hotellerie lebt von der Leidenschaft, und es gibt wohl kaum eine Branche, die so abhängig von zufriedenen Mitarbeitern ist wie diese. Am Ende zählt ja nur der zufriedene Gast, und dies erreicht man durch das freundliche Lächeln eines glücklichen Mitarbeiters besser als mit einer goldenen Badewanne.

C-LevelsGarry Levin (CEO), Felix Mischke (CCO), Thomas Wurzinger (COO) und Julius Nischk (CTO), das Gründerteam von hocaboo

Wer sind die Gründer, was haben sie vorher gemacht und wie haben sie sich kennengelernt?

Garry: Den Startschuss zu hocaboo haben Felix und ich gegeben. Wir kennen uns seit über 10 Jahren – noch vom Abitur. Glücklicherweise kamen dann schnell Thomas und Julius dazu. Thomas ist mit seiner langjährigen Erfahrung als Manager bei Ritz-Carlton unser Hotelexperte und Julius als Mathematiker und Physiker für die IT und natürlich den Algorithmus zuständig.

Wie seid Ihr finanziert?

Felix: An die Idee, das Geschäftsmodell und vor allem das Team haben wir von Anfang an geglaubt und haben daher bis vor kurzem alles komplett gebootstrapped. Um zu wachsen und das Produkt weiter zu entwickeln benötigen wir natürlich erhebliche Ressourcen. Diese stellen uns unter anderem Michael Mücke (ehemaliger Vorstand der Accor Gruppe) und Mike Zehden (Hotelier und Unternehmer) zur Verfügung.
Garry: Um Geld allein geht es aber nicht! Kontakte sind in der Branche der Erfolgsfaktor schlechthin. Hier sind wir nun sehr gut aufgestellt und freuen uns – speziell aus Sicht des Business Developments – auf die kommenden Monate.160525device_dt_chat

Was habt Ihr bisher erreicht, und wie seid Ihr an Eure Kunden gekommen?

Garry: Wir sind ja erst seit März am Markt, haben aber schon über 110 Hotels als Kunden gewinnen können. Diese befinden sich unter anderem in Bahrain und Dubai, aber natürlich zum großen Teil in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Kundenakquise gestaltet sich mit unseren Kontakten und dem Geschäftsmodell natürlich leichter als bei anderen Mitbewerbern, da die Hotels uns vertrauen und keinen finanziellen Verlust erleiden, wenn sie keine passenden Bewerber durch hocaboo finden.
Felix: Besonders schön und motivierend sind die kleinen, alltäglichen Erfolgsgeschichten! Es gibt da zum Beispiel ein inhabergeführtes Hotel am Tegernsee, welches vor wenigen Tagen durch unsere Plattform einen neuen Mitarbeiter gewonnen hat. Dies ist besonders schön, da gerade kleinere Hotels keine große Strahlkraft haben und so auch weniger Bewerbungen erhalten als die Kempinskis, Hyatts und Steigenbergers dieser Welt.

Gibt es Mitbewerber und wenn ja, wie unterscheidet Ihr Euch?

Garry: Natürlich gibt es auch in unserem Markt Konkurrenten, aber entweder sind sie völlig altbacken, ihnen fehlt die Technologie oder sie wollen ihr Geld mit „Post-and-Pray“ verdienen. In der Summe sind wir absolut einzigartig und arbeiten mit unserem 11-köpfigen Team hart daran, dass dies auch so bleibt. Die Vision von hocaboo unterscheidet uns aber wohl am deutlichsten von der Konkurrenz: Wir wollen DAS weltweite Tool für die Mitarbeiterrekrutierung in der Hotellerie werden und haben einiges an Neuerungen in der Pipeline!

Was sind die nächsten Pläne?

Garry: Für uns steht die Weiterentwicklung des Produktes im Vordergrund. Eine starke Expansion ist nur nachhaltig, wenn das Fundament stimmt und wir auch weiterhin unseren Technologievorsprung halten und ausbauen. Die Expansion in andere Verticals ist langfristig ebenfalls interessant!
Felix: Das Wachstum auf Seiten der App-User ist elementarer Bestandteil unserer Roadmap, um perspektivisch einen riesigen Pool an Hotelangestellten verwalten zu können. Durch die Beobachtung des Nutzerverhaltes können wir dann auch stärker saisonale Trends und langfristige Entwicklungen am Markt identifizieren und Bewerbern passgenaue Stellenangebote anzeigen lassen.

Dann wünschen wir viel Erfolg, und vielen Dank für das Gespräch!

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