Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Welche Entwicklung nimmt die Share Economy? Zwei Fragen, auf die Drivy, eine Autovermietungsplattform für Privatpersonen, ihre eigenen Antworten hat. Wir Gründerfreunde waren beim Launch für Hamburg dabei und haben ein Geschenk für unsere Leser mitgebracht.

Das Auto ist auch nicht mehr das, was es in Deutschland einmal war, zumindest nicht für viele junge Leute, die in Großstädten leben. Kein Prestigeobjekt, erst recht kein Familienmitglied, sondern höchstens ein Mittel zum Zweck, einen von A nach B zu bringen. Da überlegt man sich schon ganz genau, ob es überhaupt lohnt, sich so ein Vehikel anzuschaffen, zumal es mittlerweile neben dem öffentlichen Personnahverkehr zahlreiche Startup-Alternativen gibt. Carsharing mit car2go oder DriveNow etwa, den Taxikonkurrenten uber oder Mitfahrplattformen wie BlaBlaCar. Ein weiteres Modell ist die Autovermietung von privat an privat, wie es das französische Unternehmen Drivy seit November 2014 auch hierzulande offeriert. (Bild oben: das Firmenlogo als Spielzeugauto)

Die Geschäftsidee ist einfach: Viele Autos stehen die meiste Zeit ungenutzt herum, da ihre Besitzer in der Woche mit der Bahn zur Arbeit fahren oder der Zweitwagen von der Familie am Wochende nicht gebraucht wird. Warum also nicht zwischendurch den Wagen vermieten? Über Drivy, verfügbar im Web und als App für iOS und Android, kann man sein Auto zum Verleih anbieten, auch für mehrere Tage und schon ab 15 Euro, wovon 70 % an den Besitzer gehen (Benzinkosten werden extra abgerechnet). Interessierte Kunden suchen sich den Anbieter heraus, der dem eigenen Wohnort am nächsten ist; idealerweise liegt dann die Autovermietung direkt in der Nachbarschaft. Kommt es zur Einigung zwischen Besitzer und Mieter, wird das Fahrzeug automatisch über die Allianz versichert, die eigene Versicherung tritt vorübergehend außer Kraft und wird daher im Schadensfall auch nicht belastet. Einen kostenlosen Pannendienst gibt es ebenfalls.

Gero-praesentiert
Gero Graf, Managing Director von Drivy, bei der Präsentation in Hamburg

Seit dem Start von Drivy Ende letzten Jahres in Berlin wurden dort  über 100 potenzielle Mietfahrzeuge registriert, in dieser Woche startete die Plattform auch in Hamburg. In den Räumen der Internet-Mitfahrzentrale BlaBlaCar, ebenfalls ein französisches Unternehmen und mit Drivy befreundet, aber nicht geschäftlich vereint, fand am 22. Januar der offizielle Launch in der Hansestadt statt. Deutschland-Chef Gero Graf, früher bei Google, konnte bereits über knapp 30 angemeldete Wagen berichten, und über die erste positive Resonanz einer Kundin, einer älteren Dame, was zeigt, dass die Geschäftsidee nicht nur ein junges Publikum anspricht. Gerade die gegenseitige Bewertung von Mietern und Vermietern ist ein wichtiges Instrument zur Kontrolle der Qualität von Fahrern und Fahrzeugen, die Drivy allein nicht vollständig gewährleisten kann.

Als wichtigstes Kriterium für die Nutzung von Drivy nannte Graf für die Vermieterseite die Möglichkeit, zumindest einen Teil der Haltungsfixkosten auf diese Weise wieder reinzuholen. Für die Mieter stehen die im Vergleich zu anderen Leihkonzepten günstigen Preise und die Standortnähe des Wagens im Vordergrund. Gerade dieses Nachbaschaftsprinzip mit genügend zeitgerechter Verfügbarkeit funktioniert natürlich nur, wenn das Anbieternetz dicht genug geknüpft werden kann. In Frankreich ist das sehr erfolgreich geglückt, in Deutschland steht Drivy erst am Anfang und muss sich unter anderem mit dem hiesigen Marktführer Autonetzer auseinandersetzen, der nach eigenen Angaben 10.000 registrierte Autos hat. Bedarf ist sicherlich da.

Wie versprochen, haben die Gründerfreunde für ihre Leser speziell in Hamburg noch ein besonderes Geschenk: Wer bei der Erstbestellung eines Mietwagens den Code HH30 eingibt, sichert sich ein Guthaben von 30 Euro!

app-kollage
Die App von Drivy zeigt, an welchen Standorten welche Autos zur Verfügung stehen

Über Drivy

Drivy wurde 2010 als Voiturelib in Frankreich von Paulin Dementhon gegründet. Seit 2013 firmiert das Unternehmen mit Sitz in Paris unter dem Namen „Drivy“, ein erster Schritt in Richtung Internationalisierung. Bis heute hat das Startup knapp 400.000 registrierte Nutzer und 20.000 Fahrzeuge in Frankreich und ist damit europäischer Marktführer. Zum Vergleich: Traditionelle Autovermietungen haben insgesamt knapp 3.000 Filialen in Frankreich. Hauptinvestoren sind Index Ventures und Alven Capital, die Drivy bereits 2012 mit knapp zwei Mio. Euro unterstützten; weitere sechs Millionen konnte das heute 30-köpfige Unternehmen im Mai 2014 einsammeln. Damit wird derzeit expandiert. Nach Berlin und Hamburg sollen bald München und weitere deutsche Städte folgen.