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Kanada gehört zu den wenigen Ländern, die die Einwanderung von Menschen aus aller Welt offen planen und dafür feste Ziele setzen: Für 2026 bis 2028 sieht der Einwanderungsplan der Regierung jedes Jahr 380.000 neue Daueraufenthalte vor, 2025 waren es nach Angaben der Einwanderungsbehörde IRCC rund 393.500. Wer nach Kanada auswandern will, braucht aber anders als in der EU ein Visum oder eine Aufenthaltsgenehmigung, und die Wege dorthin haben sich zuletzt deutlich verändert. Das Start-up-Visum für Gründer nimmt seit dem 1. Januar 2026 keine neuen Anträge mehr an, die Zahl befristeter Aufenthalte wird gesenkt, und die Gebühren sind gestiegen.

Dieser Leitfaden zeigt dir, welche Voraussetzungen 2026 gelten: Express Entry und Punktesystem, Provinzprogramme, Arbeitserlaubnis und Work and Travel, was Gründer und Selbständige heute noch für Möglichkeiten haben, wie du in Kanada eine Firma gründest, welche Steuern anfallen und was du in Deutschland regeln musst. Alle Zahlen stammen aus amtlichen Quellen, Stand Oktober 2026. Beträge in kanadischen Dollar (CAD) rechnen wir zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 9. Oktober 2026 um: 1 Euro entsprach 1,5942 CAD.

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Auswandern nach Kanada: das Wichtigste in Kürze

ThemaRegel 2026Was das für dich heißt
EinreiseVisumfrei für Besuche, elektronische Reisegenehmigung (eTA) nötigArbeiten und Leben nur mit Arbeitserlaubnis oder Daueraufenthalt
DaueraufenthaltExpress Entry, Provinzprogramme, FamiliennachzugPunktesystem mit Sprachtest, Abschlussbewertung und Geldnachweis
Einwanderungsziel380.000 Daueraufenthalte pro Jahr bis 2028239.800 davon über Wirtschaftsprogramme
Gebühren Daueraufenthalt1.590 CAD pro Erwachsenem, 270 CAD pro Kindrund 1.000 Euro pro Erwachsenem
Start-up-Visumseit 1. Januar 2026 pausiertNachfolgeprogramm für Unternehmer angekündigt
Einkommensteuer Bund14 bis 33 Prozentdazu Provinzsteuer, in Ontario 5,05 bis 13,16 Prozent
Körperschaftsteuer9 Prozent Bund für kleine Firmenin Ontario zusammen 12,2 Prozent auf die ersten 500.000 CAD Gewinn
Krankenversicherungstaatlich, je Provinzin Ontario ohne Wartezeit, in British Columbia bis zu drei Monate
DoppelbesteuerungDBA Deutschland und Kanada vom 19. April 2001angewendet seit 1. Januar 2001

Änderungen 2026: Was sich bei der Einwanderung nach Kanada geändert hat

Wer ältere Erfahrungsberichte deutscher Auswanderer liest, findet oft Regeln, die nicht mehr gelten. Die wichtigsten Änderungen für die Einwanderung nach Kanada im Überblick:

  • Weniger befristete Aufenthalte. Laut dem Jahresbericht der IRCC an das Parlament sollen 2026 nur noch 385.000 Menschen neu mit befristetem Status ins Land kommen, davon 230.000 Arbeitnehmer und 155.000 Studenten. Für 2025 lag das Ziel noch bei 673.650.
  • Mehr Gewicht auf Wirtschaftsprogrammen. Von den 380.000 Daueraufenthalten 2026 entfallen 239.800 auf die Wirtschaftsprogramme für Fachkräfte und Unternehmer. Der Schwerpunkt liegt damit klar auf Menschen mit gefragten Qualifikationen.
  • Auswahl nach Kategorien. Express Entry lädt verstärkt in Runden für einzelne Kategorien ein, etwa Gesundheit, Handwerk, Französisch oder Berufe in Technik und Bildung.
  • Start-up-Visum gestoppt. Seit dem 1. Januar 2026 nimmt das Programm keine neuen Anträge mehr an.
  • Niedrigere Bundessteuer. Der Eingangssatz der Einkommensteuer sank von 15 auf 14 Prozent.

Aktuelle Informationen zu jedem Programm veröffentlicht die IRCC auf ihrer Website, die Regeln ändern sich oft mit wenigen Wochen Vorlauf.

Voraussetzungen für die Einwanderung: Welche Wege nach Kanada führen

Als Deutscher darfst du ohne Visum nach Kanada reisen, brauchst für die Einreise per Flugzeug aber eine elektronische Reisegenehmigung (eTA). Zum Arbeiten oder Leben reicht das nicht. Du brauchst entweder eine befristete Arbeitserlaubnis oder den Daueraufenthalt, im Englischen Permanent Residence (PR). Mit dem Daueraufenthalt darfst du überall in Kanada leben und arbeiten, ein eigenes Unternehmen führen und nach drei Jahren den kanadischen Pass beantragen. Die Einwanderungsbehörde Immigration, Refugees and Citizenship Canada (IRCC) unterscheidet dabei mehrere Programme. Für Fachkräfte, Gründer und Selbständige aus Deutschland kommen vor allem diese Wege infrage:

WegFür wenStatus 2026
Express EntryFachkräfte mit Abschluss, Berufserfahrung und guten Sprachkenntnissenoffen, Auswahl in regelmäßigen Runden
Provinzprogramme (PNP)Bewerber, die eine Provinz gezielt sucht, auch Unternehmeroffen, je Provinz eigene Regeln
Arbeitserlaubnis mit JobangebotAngestellte, deren Arbeitgeber ein Arbeitsmarktgutachten (LMIA) hat oder davon befreit istoffen
Work and Travel (IEC)junge Deutsche von 18 bis 35 Jahrenoffen, Plätze je Saison begrenzt
Start-up-VisumGründer mit Zusage einer anerkannten Organisationpausiert seit 1. Januar 2026
SelbständigenprogrammKulturschaffende und Sportlerpausiert seit April 2024

Welcher Weg zu dir passt, hängt vor allem von deinem Beruf, deinem Alter und deinen Sprachkenntnissen ab. Englisch oder Französisch ist für fast jedes Programm Pflicht und wird mit einem anerkannten Test nachgewiesen. Für einen Daueraufenthalt prüft die Behörde außerdem deine Gesundheit und verlangt ein polizeiliches Führungszeugnis aus jedem Land, in dem du als Erwachsener länger als sechs Monate gelebt hast.

Express Entry: das Punktesystem für Fachkräfte

Express Entry ist das wichtigste Einwanderungsprogramm für Fachkräfte. Es ist kein eigenes Visum, sondern ein Online-Auswahlverfahren für drei Bundesprogramme: Federal Skilled Worker (Fachkräfte mit Berufserfahrung im Ausland), Federal Skilled Trades (Facharbeiter im Handwerk) und Canadian Experience Class (wer schon in Kanada gearbeitet hat). Du legst ein Profil an, wirst nach Punkten gerankt und kannst in einer der Auswahlrunden eine Einladung zum Antrag erhalten.

Schritt 1: die 67-Punkte-Schwelle. Für das Programm Federal Skilled Worker musst du nach dem Punkteraster der IRCC mindestens 67 von 100 Punkten erreichen. Zusätzlich brauchst du in der ersten Amtssprache mindestens das Sprachniveau CLB 7 in allen vier Bereichen, also Sprechen, Hören, Lesen und Schreiben.

KriteriumHöchstpunktzahlHinweis
Sprachkenntnisse28mindestens CLB 7, Englisch über IELTS General oder CELPIP, Französisch über TEF oder TCF
Ausbildung25ausländische Abschlüsse brauchen eine Bewertung (Educational Credential Assessment)
Berufserfahrung15qualifizierte, bezahlte Arbeit, mindestens ein Jahr
Alter12volle Punktzahl von 18 bis 35 Jahren, ab 47 Jahren null
Jobangebot in Kanada10unbefristetes Angebot, das bestimmte Bedingungen erfüllt
Anpassungsfähigkeit10etwa Sprachkenntnisse des Partners, frühere Arbeit oder Studium in Kanada

Schritt 2: das Ranking im Pool. Wer die Schwelle schafft, kommt in den Express-Entry-Pool und wird nach dem Comprehensive Ranking System (CRS) mit bis zu 1.200 Punkten bewertet. In regelmäßigen Runden lädt die Behörde die Bestplatzierten ein, neben allgemeinen Runden gibt es Runden für bestimmte Berufsgruppen wie Gesundheit, Handwerk oder Französischsprachige. Gehört dein Beruf zu einer gefragten Berufsgruppe, sinkt die nötige Punktzahl oft deutlich. Eine Nominierung durch eine Provinz bringt allein 600 zusätzliche Punkte und führt praktisch sicher zur Einladung. Die aktuellen Schwellen jeder Runde veröffentlicht die IRCC laufend.

Schritt 3: Geld und Gebühren. Ohne gültiges Jobangebot in Kanada musst du ausreichende finanzielle Mittel nachweisen, also zeigen, dass du die ersten Monate selbst finanzieren kannst. Als Nachweis dienen Kontoauszüge. Die Beträge passt die IRCC jährlich an, die geltende Tabelle zum Geldnachweis stammt vom Juli 2025:

Personen im HaushaltGeldnachweis in CADumgerechnet in Euro
115.263rund 9.570
219.001rund 11.920
323.360rund 14.650
428.362rund 17.790
jede weitere Person4.112rund 2.580

Dazu kommen die Antragsgebühren. Nach der Gebührenliste der IRCC kostet der Daueraufenthalt 1.590 CAD pro Erwachsenem, davon 600 CAD für das Recht auf Daueraufenthalt, und 270 CAD pro Kind. Für ein Paar mit zwei Kindern sind das 3.720 CAD oder rund 2.330 Euro, ohne Sprachtests, Abschlussbewertung, ärztliche Untersuchung und Übersetzungen.

Provinzprogramme: wenn eine Provinz dich auswählt

Fast alle Provinzen und Territorien haben eigene Programme, die Provincial Nominee Programs (PNP). Damit wählen sie Bewerber aus, die zu ihrem Arbeitsmarkt passen, oft mit niedrigeren Anforderungen als im Bundesverfahren. Viele Programme laufen über Express Entry: Die Provinz durchsucht den Pool oder nimmt eine Bewerbung direkt an, nominiert dich, und die 600 Zusatzpunkte sorgen für die Einladung. Andere Programme laufen außerhalb von Express Entry und dauern länger.

Für Gründer sind die Unternehmerprogramme einiger Provinzen interessant, die meist in Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaftsförderung laufen. Sie verlangen in der Regel eine Mindestinvestition, ein Mindestvermögen, einen Geschäftsplan, der im Einklang mit den Zielen der Provinz steht, und Arbeitsplätze für Einheimische. Zuerst bekommst du eine befristete Arbeitserlaubnis, nach erfolgreichem Betrieb folgt die Nominierung für den Daueraufenthalt. Québec wählt Einwanderer mit eigenen Programmen aus und verlangt in den meisten Fällen Französisch.

Arbeitserlaubnis und Work and Travel

Der schnellste Weg für viele Arbeitnehmer ist eine feste Stelle mit befristeter Arbeitserlaubnis, auch Arbeitsgenehmigung oder Work Permit genannt. Für die Einstellung ausländischer Mitarbeiter muss der Arbeitgeber in der Regel ein Arbeitsmarktgutachten (Labour Market Impact Assessment, LMIA) beantragen und zeigen, dass er keine kanadische Fachkraft findet. Davon befreit sind unter anderem Versetzungen innerhalb eines Konzerns: Führungskräfte und Spezialisten mit Fachwissen dürfen nach den Regeln des International Mobility Program ohne Gutachten in eine kanadische Niederlassung wechseln, Handelsabkommen wie CETA zwischen der EU und Kanada erleichtern das zusätzlich. Die Arbeitserlaubnis selbst kostet 155 CAD.

Für junge Erwachsene gibt es das Programm International Experience Canada (IEC). Deutsche zwischen 18 und 35 Jahren können damit als Working Holiday, als Young Professional oder für ein Praktikum nach Kanada, in der Regel für bis zu zwölf Monate. Die Plätze werden je Saison über einen Pool verlost. Viele nutzen das Jahr, um kanadische Arbeitserfahrung zu sammeln, die später im Express Entry Punkte bringt. Auch ein Studium kann der Einstieg sein: Wer als Student eine Studienerlaubnis hat und seine Ausbildung in Kanada abschließt, kann danach eine Arbeitserlaubnis beantragen.

Diejenigen, die sich für eine Reise nach Kanada interessieren und noch eine Versicherung suchen, können sich das folgende Angebot ansehen.

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Gründer und Selbständige: Was nach dem Start-up-Visum bleibt

Lange war das Start-up-Visum der bekannteste Weg für Gründer: Wer die Zusage eines anerkannten Investors, Risikokapitalgebers oder Inkubators hatte, konnte damit direkt den Daueraufenthalt beantragen. Die IRCC hat das Programm in ihrer Mitteilung vom 19. Dezember 2025 gestoppt. Seit dem 1. Januar 2026 nimmt sie keine neuen Anträge mehr an. Gründer, die vor dem Stopp schon eine Zusage hatten, konnten nur noch übergangsweise einreichen, auch diese Möglichkeit ist vorbei. Die zugehörige Arbeitserlaubnis wird seit dem 19. Dezember 2025 nicht mehr neu erteilt. Das Programm für Selbständige ist bereits seit April 2024 pausiert und bleibt es bis auf Weiteres.

Als Nachfolger hat die Regierung ein neues, enger gefasstes Pilotprogramm für Unternehmer angekündigt, Details sollen im Laufe des Jahres 2026 folgen. Bis dahin hast du als Gründer im Wesentlichen drei Möglichkeiten:

  • Als Fachkraft einwandern und dann gründen. Mit dem Daueraufenthalt über Express Entry darfst du sofort ein eigenes Unternehmen führen. Für viele ist das der sicherste Weg.
  • Über ein Unternehmerprogramm einer Provinz. Das setzt Kapital, Erfahrung als Unternehmer und einen tragfähigen Geschäftsplan voraus.
  • Mit deiner deutschen Firma expandieren. Gründest du eine kanadische Tochtergesellschaft, kannst du dich als Führungskraft dorthin versetzen lassen. Voraussetzung ist in der Regel, dass die deutsche Firma schon länger aktiv ist und du dort mindestens ein Jahr gearbeitet hast.

Ob Kanada als Standort für dein Unternehmen überhaupt die bessere Wahl ist, hängt vom Markt ab. Grundsätzliches zum Gründen außerhalb Deutschlands liest du in unserem Ratgeber Firma im Ausland gründen.

Firma gründen in Kanada: Corporation, Steuern und GST

Für Gründer ist die Kapitalgesellschaft, die Corporation, die übliche Rechtsform. Du gründest sie entweder auf Bundesebene oder in einer Provinz. Die Gründung auf Bundesebene erledigst du online bei Corporations Canada für 200 CAD, meist innerhalb eines Werktags. Eine Bundesgesellschaft darf in ganz Kanada unter ihrem Namen auftreten, muss sich aber zusätzlich in jeder Provinz registrieren, in der sie tätig ist. Wichtig für Zuwanderer: Nach Bundesrecht muss mindestens ein Viertel der Direktoren in Kanada wohnen und Staatsbürger oder Daueraufenthaltsberechtigter sein, bei weniger als vier Direktoren also mindestens einer. Einige Provinzen verzichten auf diese Vorgabe.

Bei der Körperschaftsteuer zahlen kleine, kanadisch kontrollierte Gesellschaften auf die ersten 500.000 CAD Gewinn aus aktiver Geschäftstätigkeit einen ermäßigten Satz. Nach den Körperschaftsteuersätzen der Steuerbehörde CRA sind das auf Bundesebene 9 Prozent, darüber 15 Prozent. Dazu kommt die Steuer der Provinz:

ProvinzSatz für kleine FirmenRegelsatzGesamt für kleine Firmen mit Bund
Ontario3,2 Prozent11,5 Prozent12,2 Prozent
British Columbia2 Prozent12 Prozent11 Prozent
Nova Scotia1,5 Prozent (bis 700.000 CAD)14 Prozent10,5 Prozent

Eine kleine Gesellschaft in Ontario zahlt auf 100.000 CAD Gewinn also 12.200 CAD Körperschaftsteuer. Zum Vergleich: Eine deutsche GmbH zahlt mit Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer bei einem Hebesatz von 400 Prozent rund 30 Prozent. Wie in Deutschland kostet die Ausschüttung an dich als Privatperson noch einmal Einkommensteuer. Der niedrige Satz lohnt sich vor allem für Gewinne, die im Unternehmen bleiben.

Die Umsatzsteuer heißt in Kanada GST. Der Bund erhebt 5 Prozent. Einige Provinzen haben ihre Steuer mit der GST zur HST zusammengelegt, andere erheben eine eigene Provinzsteuer (PST). Die Sätze nach dem GST/HST-Rechner der CRA: Ontario 13 Prozent HST, Nova Scotia 14 Prozent HST, British Columbia 5 Prozent GST plus 7 Prozent PST, Alberta nur 5 Prozent GST, Québec 5 Prozent GST plus 9,975 Prozent Provinzsteuer. Kleine Unternehmen mit weniger als 30.000 CAD Umsatz in vier aufeinanderfolgenden Quartalen müssen sich nicht registrieren.

Steuern in Kanada 2026 für Angestellte und Selbständige

In Kanada zahlst du Einkommensteuer an den Bund und an deine Provinz. Wer in Kanada ansässig ist, versteuert dort sein Welteinkommen. Ansässig bist du, wenn du in Kanada deinen Lebensmittelpunkt hast, also Wohnung, Familie und Arbeit. Wer sich im Jahr 183 Tage oder länger in Kanada aufhält, gilt in der Regel ebenfalls als ansässig. Das Steuerjahr ist das Kalenderjahr.

Die Bundessteuer beginnt 2026 laut den aktuellen Steuersätzen der CRA bei 14 Prozent, nachdem der Eingangssatz Mitte 2025 von 15 Prozent gesenkt wurde. Bei der Bundessteuer bleiben 2026 laut CRA 16.452 CAD durch den Grundfreibetrag (Basic Personal Amount) steuerfrei, die Provinzen haben eigene Freibeträge.

Zu versteuerndes Einkommen 2026Bundessteuer
bis 58.523 CAD14 Prozent
58.523 bis 117.045 CAD20,5 Prozent
117.045 bis 181.440 CAD26 Prozent
181.440 bis 258.482 CAD29 Prozent
über 258.482 CAD33 Prozent

Die Provinzen erheben ihre Steuer nach eigenen Stufen. Ontario verlangt zusätzlich einen Zuschlag (Surtax) auf hohe Provinzsteuerbeträge.

ProvinzEingangssatz 2026Spitzensatz 2026Spitzensatz ab
Ontario5,05 Prozent13,16 Prozent220.000 CAD
British Columbia5,6 Prozent20,5 Prozent265.545 CAD
Alberta8 Prozent15 Prozent370.220 CAD
Nova Scotia8,79 Prozent21 Prozent157.124 CAD

Dazu kommen Sozialabgaben. In die staatliche Rentenversicherung (Canada Pension Plan) zahlen Angestellte 2026 5,95 Prozent auf das Einkommen zwischen 3.500 und 74.600 CAD und 4 Prozent auf den Teil zwischen 74.600 und 85.000 CAD, so die CRA zu den CPP-Beiträgen. Die Arbeitslosenversicherung (EI) kostet 1,63 Prozent bis zu einem Einkommen von 68.900 CAD. Selbständige zahlen den Arbeitgeberanteil der Rentenversicherung zusätzlich, also den doppelten Satz.

Was bleibt am Ende? Die Tabelle rechnet für eine alleinstehende angestellte Person in Ontario mit den Sätzen und Freibeträgen 2026, einschließlich der Ontario Health Premium, die über die Steuer erhoben wird. Für Deutschland steht die Einkommensteuer nach dem Grundtarif aus § 32a EStG auf denselben Betrag in Euro, ohne Sozialabgaben, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

BruttojahresgehaltKanada: Steuer Bund und OntarioKanada: Rente und ArbeitslosenversicherungDeutschland: Einkommensteuer
60.000 CAD (37.636 Euro)8.320 CAD (13,9 Prozent)4.340 CAD6.470 Euro (17,2 Prozent)
100.000 CAD (62.727 Euro)20.024 CAD (20,0 Prozent)5.770 CAD15.298 Euro (24,4 Prozent)

Die Steuer ist in Kanada bei mittleren Einkommen spürbar niedriger, und die Sozialabgaben machen nur einen Bruchteil der deutschen aus, die für Arbeitnehmer zusammen rund ein Fünftel des Bruttolohns betragen. Dafür sind Mieten und viele Preise höher, und die staatliche Rente fällt deutlich kleiner aus. Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren oder Immobilien sind in Kanada zur Hälfte steuerpflichtig. Eine Erbschaftsteuer gibt es nicht.

Doppelbesteuerung und Wegzug aus Deutschland

Deutschland und Kanada haben ein Doppelbesteuerungsabkommen, das am 19. April 2001 unterzeichnet wurde und seit dem 1. Januar 2001 angewendet wird. Es regelt, welcher Staat welche Einkünfte besteuern darf, etwa Gehalt, Mieten aus einer Wohnung in Deutschland, Dividenden oder Renten. Wer in Kanada ansässig ist, bleibt mit deutschen Einkünften wie einer vermieteten Wohnung in Deutschland trotzdem beschränkt steuerpflichtig.

Wegzugsbesteuerung für Gründer. Hältst du mindestens 1 Prozent an einer Kapitalgesellschaft, etwa an deiner GmbH, behandelt das Finanzamt den Wegzug wie einen Verkauf zum gemeinen Wert, so § 6 des Außensteuergesetzes. Das gilt, wenn du in den letzten zwölf Jahren mindestens sieben Jahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig warst. Die Steuer kannst du auf Antrag in sieben Jahresraten zahlen, meist gegen Sicherheit. Kehrst du innerhalb von sieben Jahren zurück, entfällt sie unter Bedingungen. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Wegzugsbesteuerung für Gründer.

Rente und Sozialversicherung. Ein Abkommen über soziale Sicherheit verbindet die deutsche Rentenversicherung mit der kanadischen. Beiträge aus beiden Ländern werden für die Mindestversicherungszeiten zusammengerechnet, und Entsandte bleiben bis zu 60 Monate in der deutschen Sozialversicherung. Für Québec gilt eine eigene Vereinbarung. Einzelheiten beschreibt die Broschüre der Deutschen Rentenversicherung Arbeiten in Deutschland und in Kanada.

Vor dem Umzug meldest du deinen Wohnsitz in Deutschland ab, kündigst Versicherungen, die im Ausland nicht gelten, und klärst, was mit deiner Krankenversicherung und deinen Konten passiert. Hast du eine Firma in Deutschland, prüfe mit einem Steuerberater, ob durch deine Arbeit aus Kanada eine Betriebsstätte oder ein Sitz der Geschäftsleitung im Ausland entsteht.

Lebenshaltungskosten in Kanada

Kanada ist kein günstiges Land. Am stärksten fallen die Mieten ins Gewicht. Laut dem Mietmarktbericht der staatlichen Wohnungsbaugesellschaft CMHC kostete eine Zweizimmerwohnung im Mietwohnungsbau im Oktober 2025 im Landesdurchschnitt 1.550 CAD im Monat, das sind rund 970 Euro. In Vancouver waren es 2.363 CAD, in Toronto 2.034 CAD, in Montréal 1.346 CAD. Wer neu ankommt und eine frei werdende Wohnung mietet, zahlt oft mehr als den Durchschnitt.

Balkendiagramm: Durchschnittsmiete einer Zweizimmerwohnung in Kanada, Oktober 2025, in kanadischen Dollar: Vancouver 2.363, Toronto 2.034, Ottawa 1.926, Calgary 1.914, Edmonton 1.603, Kanada gesamt 1.550, Montréal 1.346
Mieten im Mietwohnungsbau, Oktober 2025. Quelle: CMHC, Rental Market Report 2025

Zur Miete kommen Nebenkosten für Strom und Heizung, die im Winter hoch ausfallen können, und eine Hausratversicherung, die viele Vermieter verlangen. Lebensmittel sind teurer als in Deutschland, ebenso Handyverträge und Internet. Weil Städte weitläufig sind und der Nahverkehr außerhalb der Metropolen dünn ist, brauchst du meist ein Auto. Den deutschen Führerschein kannst du in vielen Provinzen umschreiben lassen, die Regeln legt jede Provinz selbst fest.

PostenUngefähre GrößenordnungQuelle oder Hinweis
Miete Zweizimmerwohnung, Landesdurchschnitt1.550 CAD im MonatCMHC, Oktober 2025
Miete Zweizimmerwohnung, Vancouver2.363 CAD im MonatCMHC, Oktober 2025
Umsatzsteuer beim Einkauf5 bis 15 Prozentje nach Provinz, Preise im Laden ohne Steuer ausgezeichnet
Geldnachweis für Einwanderer, eine Person15.263 CADIRCC, Stand Juli 2025
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Krankenversicherung in Kanada

Kanada hat ein staatliches Gesundheitssystem, das jede Provinz selbst organisiert. Arztbesuche und Krankenhausbehandlungen sind für Versicherte kostenlos, Zahnarzt, Brillen und Medikamente außerhalb des Krankenhauses aber meist nicht. Viele Arbeitgeber bieten dafür eine Zusatzversicherung an.

Wann du versichert bist, hängt von der Provinz ab. In Ontario gibt es laut der Provinzregierung keine Wartezeit mehr: Mit Daueraufenthalt oder mit Arbeitserlaubnis und einer Vollzeitstelle bei einem Arbeitgeber in Ontario für mindestens sechs Monate bekommst du sofort die Krankenversicherung OHIP. In British Columbia beginnt der Schutz laut der Provinzregierung erst nach dem Rest des Ankunftsmonats plus zwei Monaten. Für diese Lücke brauchst du eine private Versicherung, ebenso für Work and Travel, wo sie Pflicht ist.

Regionen und Provinzen: Welche passt zu dir?

Ontario ist die bevölkerungsreichste Provinz mit Toronto, Ottawa und dem Technologiezentrum Kitchener-Waterloo. Hier gibt es die meisten Jobs in Finanzen, Technologie und Industrie, aber auch hohe Mieten.

British Columbia mit Vancouver hat das mildeste Klima Kanadas und eine starke Technologie- und Filmbranche. Die Wohnkosten sind die höchsten des Landes.

Alberta mit Calgary und Edmonton erhebt nur die Umsatzsteuer des Bundes von 5 Prozent und hat einen Arbeitsmarkt, der stark an Energie, Bau und Handwerk hängt.

Nova Scotia an der Atlantikküste wirbt aktiv um Zuwanderer, vor allem in Pflege, Medizin und Handwerk. Halifax ist günstiger als Toronto oder Vancouver, das Lohnniveau aber auch niedriger.

Québec ist französischsprachig und wählt Einwanderer selbst aus. Ohne gute Französischkenntnisse ist die Provinz für einen dauerhaften Umzug kaum geeignet.

Wenn du lieber auf dem amerikanischen Kontinent bleiben, aber andere Regeln vergleichen willst, lohnt ein Blick auf unseren Leitfaden zum Auswandern in die USA. Wer das raue Klima und die Weite mag, findet in unserem Beitrag über das Auswandern nach Grönland ein Land, das noch dünner besiedelt ist.

Schritt für Schritt nach Kanada auswandern

ZeitpunktWas du tustHinweis
12 bis 18 Monate vorherWeg wählen, Punkte mit dem Rechner der IRCC schätzenehrlich rechnen, Alter und Sprache zählen am meisten
9 bis 12 Monate vorherSprachtest ablegen, Abschlüsse bewerten lassenTestergebnisse gelten zwei Jahre
6 bis 9 Monate vorherExpress-Entry-Profil anlegen, parallel bei Provinzen bewerben, Jobs suchenLebenslauf nach kanadischem Muster ohne Foto
nach der EinladungAntrag mit Führungszeugnissen, ärztlicher Untersuchung und Geldnachweis einreichen60 Tage Zeit für den vollständigen Antrag
3 Monate vorherWegzugsbesteuerung prüfen, Wohnung und Versicherungen kündigenbei GmbH-Anteilen Steuerberater einbinden
AnkunftSozialversicherungsnummer (SIN) beantragen, Bankkonto eröffnen, Krankenversicherung anmeldenÜbergangsversicherung bis zum Start des staatlichen Schutzes
nach 3 JahrenStaatsbürgerschaft beantragen1.095 Tage Aufenthalt in den letzten fünf Jahren

Für die Staatsbürgerschaft musst du nach den Regeln der IRCC in den letzten fünf Jahren mindestens 1.095 Tage, also drei Jahre, in Kanada gewesen sein. Unsere Tipps aus der Beratung: Plane zuerst den Weg und die Sprachprüfung, dann den Job, und erst zuletzt die Wohnung. Ziehst du mit Familie um, findest du weitere Tipps in unserem Ratgeber Auswandern mit Kindern.

Auswandern Kanada: Vorteile und Nachteile

VorteileNachteile
klare, planbare Einwanderungsprogramme mit Punktesystemkein Zugang ohne Visum oder Arbeitserlaubnis, anders als in der EU
niedrigere Steuern und Sozialabgaben bei mittleren Einkommenhohe Mieten in Toronto und Vancouver
Englisch als Alltagssprache außerhalb von QuébecStart-up-Visum für Gründer pausiert
Staatsbürgerschaft schon nach drei Jahren möglichlange, kalte Winter in weiten Teilen des Landes
gutes Bildungssystem und kostenlose öffentliche Schulengroße Entfernung zu Deutschland, teure Flüge
Natur, Platz und eine offene Gesellschaft mit vielen Zuwanderernausländische Abschlüsse werden in regulierten Berufen nicht automatisch anerkannt

Wer eine englischsprachige Alternative in Europa sucht, bleibt mit Irland als Auswanderungsziel in der EU und braucht kein Visum. Ebenfalls englischsprachig und mit niedrigen Steuern für Firmen sind die Inselstaaten Malta mit seinem Steuersystem für Unternehmer und Zypern mit der 60-Tage-Regel. Wer Natur und Weite wie in Kanada sucht, aber in Europa bleiben will, liest unseren Leitfaden zum Leben und Arbeiten auf Island. Weitere Ziele, auch Australien und Neuseeland, vergleichst du in unserer Übersicht zu Visum und Steuern beim Auswandern.

Häufige Fragen zum Auswandern nach Kanada

Kann ich als Deutscher einfach nach Kanada auswandern?

Nein. Für einen Urlaub reicht die elektronische Reisegenehmigung eTA, zum Arbeiten und Leben brauchst du eine Arbeitserlaubnis oder den Daueraufenthalt. Der häufigste Weg für Fachkräfte ist Express Entry, für junge Erwachsene das Work-and-Travel-Programm IEC.

Welche Voraussetzungen brauche ich für Express Entry?

Für das Programm Federal Skilled Worker brauchst du mindestens ein Jahr qualifizierte Berufserfahrung, einen bewerteten Abschluss, Englisch oder Französisch auf dem Niveau CLB 7 und mindestens 67 von 100 Punkten im Punkteraster. Ohne Jobangebot musst du zusätzlich Geld nachweisen, für eine Person 15.263 CAD.

Wie viel Geld braucht eine Person, um nach Kanada auszuwandern?

Rechne mit dem Geldnachweis von 15.263 CAD für eine Person oder 28.362 CAD für eine vierköpfige Familie, dazu Antragsgebühren von 1.590 CAD pro Erwachsenem, Sprachtests, Übersetzungen, Flug und die ersten Mieten. Plane für eine Person deshalb deutlich mehr als 10.000 Euro ein.

Gibt es noch ein Visum für Gründer in Kanada?

Das Start-up-Visum nimmt seit dem 1. Januar 2026 keine neuen Anträge mehr an, ein Nachfolgeprogramm ist angekündigt. Gründer kommen heute vor allem als Fachkraft über Express Entry, über Unternehmerprogramme der Provinzen oder als Führungskraft ihrer eigenen Firma nach Kanada.

Wie hoch sind die Steuern in Kanada?

Die Bundessteuer beträgt 2026 zwischen 14 und 33 Prozent, dazu kommt die Steuer der Provinz. Eine alleinstehende Person mit 60.000 CAD Gehalt in Ontario zahlt zusammen rund 8.320 CAD Einkommensteuer, also knapp 14 Prozent. Kleine Firmen zahlen in Ontario 12,2 Prozent Körperschaftsteuer.

Wie lange darf ich als Deutscher in Kanada bleiben?

Als Tourist in der Regel bis zu sechs Monate. Mit Work and Travel meist bis zu zwölf Monate, mit einer Arbeitserlaubnis so lange, wie sie gilt. Mit dem Daueraufenthalt darfst du unbefristet bleiben, musst dich aber in fünf Jahren mindestens zwei Jahre in Kanada aufhalten, um deinen Aufenthaltsstatus zu behalten.

Welche Berufe sind in Kanada gesucht?

Gesucht sind vor allem Fachkräfte in Gesundheit und Pflege, Handwerk und Bau, Technik und IT sowie Lehrkräfte. Für diese Gruppen gibt es eigene Auswahlrunden im Express Entry mit oft niedrigeren Punkteschwellen. Ärzte, Pflegekräfte und Ingenieure brauchen zusätzlich eine Anerkennung durch die zuständige Kammer der Provinz.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten amtlichen Quellen abgeglichen und nachgerechnet, Stand Oktober 2026. Er ersetzt keine Steuer- oder Einwanderungsberatung im Einzelfall.

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Gründerfreunde
Dennis Weidner ist Gründer und Chefredakteur von Gruenderfreunde.de. Das Portal startete 2013 neben seiner eigenen Selbstständigkeit, gehört bis heute keinem Verlag und wird vom Gründer selbst geführt. Diese Unabhängigkeit entscheidet, worüber hier geschrieben wird und worüber nicht. Sein Weg begann in der Bankenbranche, es folgten rund zehn Jahre Krypto und Online-Marketing. Heute verantwortet er mehrere Gesellschaften in Medien, E-Commerce und KI und arbeitet im Tagesgeschäft mit KI-Agenten. Daher kommen die Themen, über die er schreibt: Finanzierung, Steuern und Bürokratie, Vertrieb und Automatisierung, Standortwahl und Auswandern. Er schreibt über das, was er selbst gemacht hat, Umwege eingeschlossen, und stützt sich auf amtliche Quellen und Kontakte vor Ort. Die Beiträge ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung, sie sollen die eigene Entscheidung vorbereiten. Kontakt und weitere Beiträge über LinkedIn oder dennis-weidner.com.