Die USA bleiben eines der gefragtesten Auswanderungsziele weltweit. Ein klassisches Rentnervisum gibt es nicht, dafür mehrere etablierte Wege: das E-2 Investor Visa für Unternehmer aus Vertragsstaaten, die EB-5 Green Card für vermögende Investoren ab 800.000 US-Dollar, das L-1 für firmeninterne Versetzungen sowie die Diversity Visa Lottery.
Die Bundessteuer reicht von 10 bis 37 Prozent, sieben Bundesstaaten erheben gar keine Einkommensteuer. Größter Stolperstein für Auswanderer aus dem deutschsprachigen Raum sind das teure private Krankenversicherungssystem und die strenge US-Steuerpflicht auf das Welteinkommen. Dieser Leitfaden zeigt dir, welches Visum zu deinem Profil passt, mit welchen Lebenshaltungskosten du rechnen musst, wie das Steuersystem funktioniert und worauf du bei der Vorbereitung achten solltest.
Warum die USA als Auswanderungsziel interessant sind
Die Vereinigten Staaten verbinden mehrere Faktoren, die für eine Auswanderung relevant sind: ein starker, breit aufgestellter Arbeitsmarkt, ein unternehmerfreundliches Geschäftsumfeld, niedrige Steuern im Vergleich zu Deutschland, Österreich und Teilen der Schweiz sowie eine enorme regionale Vielfalt zwischen Sonnenstaaten, Großstadtmetropolen und ländlichen Regionen.

Für Fachkräfte sind vor allem drei Punkte ausschlaggebend: hohe Bruttogehälter in Tech-, Finanz- und Healthcare-Sektoren, eine moderate Steuerbelastung von rund 20 bis 35 Prozent gegenüber 35 bis 50 Prozent in Deutschland und ein flexibler Arbeitsmarkt. Familien profitieren vom kostenlosen Schulsystem bis zur High School, Unternehmer von einem investorenfreundlichen Rechtsrahmen und vergleichsweise günstigen Firmengründungen.
Visumoptionen: Diese Wege führen in die USA
Aufenthalte bis 90 Tage sind für deutsche, österreichische und schweizerische Staatsbürger über das ESTA-System visafrei möglich. Wer länger bleiben, arbeiten oder dauerhaft auswandern will, braucht einen Aufenthaltstitel. Die Wahl des Visums hängt von Qualifikation, Kapital, Arbeitgebersituation und langfristigen Zielen ab.
| Visumtyp | Zielgruppe | Zentrale Voraussetzung | Aufenthaltsdauer (Erstvergabe) |
| ESTA (Visa Waiver) | Touristen und Geschäftsreisende | Gültiger biometrischer Reisepass, kein Arbeiten erlaubt | Bis zu 90 Tage |
| E-2 Investor Visa | Unternehmer und Investoren aus Vertragsstaaten | Substanzielle Investition (Praxis: ab ca. 100.000 USD), aktive Geschäftsführung | 5 Jahre, unbegrenzt verlängerbar |
| L-1 (Intracompany Transfer) | Führungskräfte und Spezialisten internationaler Unternehmen | Mindestens 1 Jahr Beschäftigung beim ausländischen Mutterunternehmen | L-1A bis 7 Jahre, L-1B bis 5 Jahre |
| H-1B Specialty Occupation | Akademische Fachkräfte mit Jobangebot | Hochschulabschluss, US-Arbeitgeber als Sponsor, jährliches Lotterieverfahren | 3 Jahre, verlängerbar auf 6 |
| EB-2 NIW (National Interest Waiver) | Hochqualifizierte mit nationalem US-Interesse | Master-Abschluss oder außergewöhnliche Fähigkeiten, kein Jobangebot nötig | Direkter Weg zur Green Card |
| EB-5 Investor Green Card | Vermögende Investoren | 800.000 USD (TEA) oder 1.050.000 USD plus Schaffung von 10 Vollzeit-Arbeitsplätzen | Direkte Green Card, zunächst auf zwei Jahre konditioniert |
| Diversity Visa Lottery | Staatsangehörige berechtigter Länder | Schulabschluss oder zweijährige Berufserfahrung, jährliches Losverfahren | Direkte Green Card |
Wichtig: Im September 2025 wurde die Pflicht zum persönlichen Konsulatsinterview für viele Nichteinwanderungsvisa wieder eingeführt. Im Januar 2026 hat das US-Außenministerium zudem die Vergabe von Einwanderungsvisa für Staatsangehörige aus 75 Ländern vorübergehend ausgesetzt; Deutschland, Österreich und die Schweiz waren davon nicht betroffen, das politische Umfeld kann sich jedoch kurzfristig ändern.
E-2 Investor Visa: Der Klassiker für Unternehmer
Das E-2 Visum richtet sich an Staatsangehörige aus Ländern mit einem Handels- und Investitionsabkommen mit den USA. Deutschland, Österreich und die Schweiz gehören dazu. Es gibt keine gesetzliche Mindestinvestition, in der Praxis solltest du jedoch mit mindestens 100.000 USD und einem überzeugenden Geschäftsplan rechnen. Das E-2 ist ein Nichteinwanderungsvisum, lässt sich aber unbegrenzt verlängern, solange das US-Unternehmen aktiv betrieben wird. Ehepartner erhalten automatisch eine Arbeitserlaubnis.
EB-5 Investor Green Card: Direkter Weg zur Daueraufenthaltsgenehmigung
Mit dem EB-5 Programm bekommst du gegen eine substanzielle Kapitalinvestition direkt eine Green Card für dich, deinen Ehepartner und unverheiratete Kinder unter 21 Jahren. Die Mindestinvestition liegt bei 800.000 USD in einer Targeted Employment Area (ländliche Region oder Gebiet mit hoher Arbeitslosigkeit) oder bei 1.050.000 USD außerhalb solcher Zonen. Die Investition muss mindestens zehn Vollzeit-Arbeitsplätze für US-Bürger oder Permanent Residents schaffen. Pro Jahr werden weltweit 10.000 EB-5 Visa vergeben, das Kontingent ist für deutsche Antragsteller praktisch nie ausgeschöpft.

L-1 Visum und EB-1C: Expansion bestehender Unternehmen
Wer bereits ein Unternehmen außerhalb der USA leitet, kann sich mit dem L-1 Visum als Manager oder Spezialist in eine bestehende oder neu gegründete US-Niederlassung versetzen lassen. Voraussetzung sind mindestens zwölf Monate Beschäftigung beim Mutterunternehmen innerhalb der letzten drei Jahre. Das L-1A für Führungskräfte gilt bis zu sieben Jahre und kann anschließend in eine EB-1C Green Card überführt werden, ohne dass das US Department of Labor eine Arbeitsmarktprüfung verlangt.
EB-2 NIW: Green Card ohne Arbeitgeber
Die EB-2 National Interest Waiver Kategorie richtet sich an hochqualifizierte Fachkräfte, deren Tätigkeit im nationalen Interesse der USA liegt: Forscher, Entwickler, Spezialisten in Schlüsseltechnologien, Healthcare-Profile. Du brauchst weder ein Jobangebot noch eine Labor Certification. Voraussetzung sind ein Master-Abschluss oder ein Bachelor mit mindestens fünf Jahren einschlägiger Berufserfahrung sowie der Nachweis, dass dein Vorhaben substanziellen Nutzen für die USA hat.
Diversity Visa Lottery: Der Lottoschein zur Green Card
Jährlich werden rund 55.000 Green Cards über die Diversity Visa Lottery verlost. Bewerbungen für die Lotterie 2028 sind vom 2. Oktober bis 1. Dezember 2026 möglich, die Vergabe erfolgt 2028. Voraussetzung sind ein Schulabschluss (entspricht etwa der mittleren Reife) oder zwei Jahre Berufserfahrung in einem qualifizierten Beruf. Die Gewinnchancen liegen je nach Region zwischen 0,5 und 5 Prozent.
Steuern in den USA: Bundes- und Landessteuern verstehen
Das US-Steuersystem ist mehrschichtig: Auf Bundesebene gilt eine progressive Einkommensteuer von 10 bis 37 Prozent. Hinzu kommen Bundesstaaten- und teilweise Kommunalsteuern. Sieben Bundesstaaten erheben keine eigene Einkommensteuer: Florida, Texas, Nevada, Washington, Wyoming, South Dakota und Alaska, in Tennessee und New Hampshire werden nur Kapitaleinkünfte besteuert. Wer hingegen in Kalifornien oder New York City lebt, kommt schnell auf eine Gesamtbelastung von über 50 Prozent.
| Steuerart | Satz | Bemessungsgrundlage |
| Federal Income Tax (progressiv) | 10 % – 37 % | Welteinkommen ab Status als US-Steuerresident |
| State Income Tax | 0 % – 13,3 % | Je nach Bundesstaat (Florida, Texas, Nevada, Washington und vier weitere ohne staatliche Einkommensteuer) |
| Long-Term Capital Gains | 0 %, 15 % oder 20 % | Veräußerungsgewinne ab einem Jahr Haltedauer |
| Self-Employment Tax | 15,3 % | Sozialabgaben für Selbstständige (Social Security und Medicare) |
| Sales Tax | 0 % – 11 % | Kombinierte Bundesstaaten- und Kommunalsteuer auf Konsum |
| Property Tax | 0,3 % – 2,5 % p. a. | Auf den Verkehrswert von Immobilien, je nach Bundesstaat und County |
| Federal Estate Tax | Bis 40 % | Erbschaft ab Freibetrag (2026: ca. 13,99 Mio. USD pro Person) |
Citizenship-Based Taxation: Die Lebenslang-Falle
Die USA besteuern als eines von wenigen Ländern weltweit nicht nach Wohnsitz, sondern nach Staatsangehörigkeit. Wer US-Bürger wird oder eine Green Card erhält, ist mit dem Welteinkommen in den USA steuerpflichtig, auch nach einem späteren Wegzug. Eine Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft ist möglich, kann aber eine Exit Tax auslösen. Vor der Annahme einer Green Card oder einer Einbürgerung ist eine sorgfältige steuerliche Vorabprüfung Pflicht.
Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland, Österreich, Schweiz
Zwischen den USA und Deutschland besteht seit 1989 ein Doppelbesteuerungsabkommen, das 2008 zuletzt umfassend überarbeitet wurde. Vergleichbare Abkommen existieren auch mit Österreich und der Schweiz. Diese Abkommen verhindern eine doppelte Besteuerung des gleichen Einkommens, ersetzen aber nicht die Pflicht zur Abgabe von Steuererklärungen in beiden Staaten. Wer in den USA lebt und weiterhin Einkünfte aus Deutschland bezieht (Mieten, Renten, Beteiligungserträge), muss seine steuerliche Lage in beiden Ländern jährlich klären.
Wegzugsbesteuerung in Deutschland beachten
Bei der Aufgabe des deutschen Wohnsitzes greift unter Umständen die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG. Wenn du an einer Kapitalgesellschaft mit mindestens 1 Prozent beteiligt bist, werden die stillen Reserven so behandelt, als hättest du die Anteile verkauft. Auch bei Selbstständigen mit Betriebsvermögen oder Inhabern größerer Wertpapierdepots kann ein Wegzug erhebliche Steuerfolgen auslösen. Eine frühzeitige Planung mit einem auf internationale Steuern spezialisierten Berater ist hier zwingend.

Lebenshaltungskosten: Mit diesen Ausgaben musst du rechnen
Die Lebenshaltungskosten in den USA schwanken stärker als in fast jedem anderen Land. Zwischen einer Kleinstadt im Mittleren Westen und Manhattan oder San Francisco liegt häufig der Faktor drei oder vier. Lebensmittel und Konsumgüter sind außerhalb der teuren Metropolen oft günstiger als in Deutschland, Krankenversicherung und Mieten dagegen meist deutlich teurer.
| Kostenpunkt | Spanne (USD/Monat) | Hinweis |
| 2-Zimmer-Wohnung, Großstadt-Top-Lagen (Manhattan, San Francisco) | 3.500 – 6.500 | Höchste Mieten in den USA |
| 2-Zimmer-Wohnung, mittlere Großstadt (Austin, Denver, Atlanta) | 1.800 – 3.000 | Stark vom Stadtteil abhängig |
| 2-Zimmer-Wohnung, kleinere Stadt oder Mittlerer Westen | 1.000 – 1.700 | Deutlich niedrigere Mieten als an den Küsten |
| Nebenkosten (Strom, Gas, Wasser, Müll) | 150 – 400 | Klimaanlage im Süden treibt die Stromkosten |
| Internet (Glasfaser, ab 200 Mbit/s) | 60 – 100 | Oft Bündelangebote mit TV |
| Krankenversicherung, Single | 400 – 900 | Marktplatztarif (ACA), stark altersabhängig |
| Krankenversicherung, Familie | 1.300 – 2.500 | Plus Selbstbeteiligungen von 2.000 – 8.000 USD pro Jahr |
| Lebensmittel (eine Person) | 400 – 700 | Lebensmittel günstiger als in Deutschland, Importwaren teurer |
| Auto (Leasing oder Finanzierung inkl. Versicherung) | 500 – 900 | Außerhalb weniger Großstädte praktisch zwingend |
Für eine Einzelperson mit moderatem Lebensstil sind in einer mittleren Großstadt 3.500 bis 5.500 USD pro Monat realistisch (rund 3.250 bis 5.100 Euro). Familien mit zwei Kindern müssen mit 7.000 bis 12.000 USD rechnen, abhängig von Wohnlage, Schulwahl (öffentlich oder privat) und Krankenversicherung. Zwei Posten gelten als Hauptkostentreiber: Wohnen und Krankenversicherung.
Wohnen: Mietmarkt und beliebte Bundesstaaten
Der US-Mietmarkt funktioniert anders als in Deutschland. Üblich sind Jahresverträge mit zwölf Monaten Laufzeit. Vermieter verlangen Bonitätsprüfung (Credit Check) und Einkommensnachweise, häufig ein Mehrfaches der Monatsmiete als Mindesteinkommen. Wer noch keine US-Credit-History hat, muss oft drei bis sechs Monatsmieten als Sicherheit hinterlegen oder einen US-Bürgen stellen.

Beliebte Bundesstaaten für deutschsprachige Auswanderer:
- Florida: Keine State Income Tax, mildes Klima, große deutschsprachige Community in Tampa, Cape Coral und Naples.
- Texas: Keine State Income Tax, niedrigere Lebenshaltungskosten als an den Küsten, starke Wirtschaft in Austin, Dallas und Houston.
- Kalifornien: Lebensqualität, Tech-Branche, Klima – aber hohe Steuern und sehr hohe Miet- und Immobilienpreise.
- North Carolina und Tennessee: Gemäßigtes Klima, moderate Kosten, wachsende Wirtschaftsregionen rund um Charlotte, Raleigh und Nashville.
- Arizona und Nevada: Trockenes Klima, niedrige Steuern, beliebt bei Senioren und Remote Workern.
Krankenversicherung: Größter Kostenfaktor für Auswanderer
Die USA haben kein einheitliches gesetzliches Krankenversicherungssystem. Wer auswandert, muss sich privat versichern. Die Kosten gehören für viele Auswanderer aus dem deutschsprachigen Raum zum größten finanziellen Schock. Eine Familie sollte realistisch mit 15.000 bis 25.000 USD pro Jahr für Beiträge und Selbstbeteiligungen rechnen.
Drei Versicherungswege stehen offen:
- Arbeitgeberversicherung: Größere Unternehmen bieten in der Regel eine Gruppenkrankenversicherung an, oft mit Zuschuss zu den Beiträgen. Bei Jobverlust endet der Schutz mit kurzer Übergangsfrist (COBRA).
- ACA-Marktplatz (Obamacare): Über healthcare.gov oder die Marktplätze der einzelnen Bundesstaaten kannst du als Privatperson einen Tarif wählen. Die Beiträge variieren stark mit Alter, Bundesstaat und Einkommen.
- Internationale Krankenversicherung: Für die ersten Monate oder Jahre ohne Green Card oft die beste Lösung. Der bestehende deutsche oder österreichische PKV-Tarif lässt sich teilweise zu einem internationalen Tarif erweitern.
Wichtig: Medicare, das staatliche Gesundheitsprogramm für Senioren ab 65, steht ausländischen Rentnern erst nach fünf Jahren legalem Daueraufenthalt zur Verfügung.
Arbeitsmarkt und Geschäftsumfeld
Wirtschaftsstark sind in den USA Technologie (Silicon Valley, Seattle, Austin), Finanzdienstleistungen (New York, Charlotte, Chicago), Healthcare und Biotech (Boston, San Diego, Research Triangle) sowie Energie (Texas, Oklahoma). Bruttogehälter in Tech- und Finanzberufen liegen häufig 50 bis 100 Prozent über dem Niveau vergleichbarer Positionen in Deutschland.

Englisch ist Geschäfts- und Verwaltungssprache, ein deutscher Akzent stellt im professionellen Umfeld in der Regel kein Hindernis dar. Wichtig sind hingegen US-spezifische Bewerbungsformate (Resume statt Lebenslauf, Cover Letter, LinkedIn-Profil) und ein belastbares lokales Netzwerk. Die Anerkennung von Berufsabschlüssen erfolgt nicht zentral, sondern durch Arbeitgeber, Universitäten oder Berufsverbände im Einzelfall.
Für Selbstständige bietet sich die Gründung einer LLC oder einer Corporation in einem unternehmensfreundlichen Bundesstaat wie Delaware, Wyoming oder Texas an. Eine LLC ist steuerlich flexibel, eine S-Corporation kann bei höheren Gewinnen Self-Employment Tax sparen.
Vorbereitung: Schritt-für-Schritt zur Auswanderung
Eine geordnete Vorbereitung verhindert kostspielige Fehler bei Visum, Steuern und Versicherung. Die folgenden Schritte haben sich als praktikable Reihenfolge bewährt:
- Visumstrategie festlegen: Prüfe E-2, EB-5, L-1, EB-2 NIW, H-1B und Diversity Visa Lottery gegen dein Profil. Plane realistisch sechs bis 24 Monate Bearbeitungszeit ein, je nach Visumtyp.
- US-Anwalt für Einwanderungsrecht beauftragen: Bei investitions- oder beschäftigungsbasierten Visa praktisch unverzichtbar. Anwaltshonorare liegen typischerweise zwischen 5.000 und 15.000 USD.
- Wegzugsplanung mit deutschem Steuerberater: Klärung der Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG, Behandlung von Beteiligungen und Immobilien, Abmeldung beim Finanzamt.
- Dokumente vorbereiten: Apostillierte Geburts-, Heirats- und Hochschulurkunden, polizeiliches Führungszeugnis, Impfnachweise (für Schulen häufig erweiterte Anforderungen).
- Krankenversicherung organisieren: Lückenlose internationale Krankenversicherung für die Übergangsphase, anschließend Wechsel in einen US-Tarif.
- Wohnsitzabmeldung in Deutschland: Erst nach Abschluss aller laufenden steuerlichen und behördlichen Themen.
- US-Bankkonto und Social Security Number beantragen: Beides ist nach Einreise zügig möglich, idealerweise innerhalb der ersten 30 Tage.
- Credit History aufbauen: Ohne US-Kreditgeschichte sind Wohnung, Auto und Kreditkarten schwer zu bekommen. Eine Secured Credit Card hilft im ersten Jahr.
- Steuerliche Erstberatung in den USA: Klärung des Status als Resident Alien, FBAR-Meldepflicht für ausländische Konten ab 10.000 USD und FATCA-Reporting.
Häufige Fehler und Stolperfallen
- FBAR und FATCA übersehen: Wer als US-Steuerresident gilt und ausländische Konten von zusammen über 10.000 USD hält, muss diese jährlich melden. Strafen bei Versäumnis können den Kontostand übersteigen.
- Green Card und deutsche PKV: Wer den deutschen Wohnsitz aufgibt, verliert die GKV-Mitgliedschaft. Eine PKV-Anwartschaft kann sinnvoll sein, falls eine Rückkehr nicht ausgeschlossen ist.
- Wegzugsbesteuerung unterschätzt: Beteiligungen ab 1 Prozent an Kapitalgesellschaften lösen beim Wegzug eine Besteuerung der stillen Reserven aus, auch ohne tatsächlichen Verkauf.
- ESTA als Auswanderungsweg: ESTA erlaubt nur Touristen- und Geschäftsreisen, kein Arbeiten und keinen Wohnsitz. Wer mit ESTA einreist und in den USA arbeitet, riskiert ein lebenslanges Einreiseverbot.
- Krankenversicherungslücke: Eine Lücke zwischen GKV-Ende und US-Versicherung kann bei einer einzigen Notaufnahme leicht 50.000 USD oder mehr kosten.
- Zollwert für Umzugsgut: Übersiedlungsgut ist bei dauerhaftem Umzug abgabenfrei, aber der Antrag (Form 3299) muss vollständig vorbereitet sein. Neuwaren und Auto unterliegen separaten Regeln.
Häufig gestellte Fragen zum Auswandern in die USA (FAQ)
Brauche ich ein Visum, um in die USA auszuwandern?
Ja. Visafrei sind nur Aufenthalte bis zu 90 Tagen über das ESTA-System für deutsche, österreichische und schweizerische Staatsbürger. Für Arbeit, Selbstständigkeit, Studium oder dauerhaften Aufenthalt ist ein entsprechendes Visum oder eine Green Card erforderlich. Die häufigsten Wege sind das E-2 Investor Visa, EB-5, L-1, H-1B, EB-2 NIW und die Diversity Visa Lottery.
Wie hoch ist die Steuerbelastung in den USA wirklich?
Die Bundeseinkommensteuer ist progressiv und reicht von 10 bis 37 Prozent. Hinzu kommt die Steuer des jeweiligen Bundesstaats von 0 bis 13,3 Prozent. In Florida, Texas oder Nevada zahlst du nur die Bundessteuer. Insgesamt liegt die Belastung mittlerer und höherer Einkommen typischerweise bei 20 bis 35 Prozent, in Hochsteuerstaaten wie Kalifornien oder New York auch deutlich darüber.
Was bedeutet Citizenship-Based Taxation?
US-Bürger und Green-Card-Inhaber sind mit ihrem Welteinkommen in den USA steuerpflichtig, unabhängig davon, wo sie wohnen. Wer sich später wieder aus den USA abmeldet, bleibt als US-Bürger weiterhin steuererklärungspflichtig, bis die Staatsbürgerschaft formell aufgegeben wird. Bei Aufgabe können erhebliche Exit-Tax-Folgen entstehen.
Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten für eine Einzelperson?
Für eine Einzelperson mit moderatem Lebensstil sind in einer mittleren Großstadt 3.500 bis 5.500 USD pro Monat realistisch (rund 3.250 bis 5.100 Euro). Größter Posten ist meist die Miete (1.000 bis 4.000 USD), gefolgt von Krankenversicherung (400 bis 900 USD) und Auto (500 bis 900 USD). Lebensmittel und Konsumgüter sind außerhalb teurer Metropolen oft günstiger als in Deutschland.
Wie funktioniert die Krankenversicherung in den USA?
Es gibt kein einheitliches gesetzliches System. Versicherung läuft über den Arbeitgeber, den Affordable Care Act Marketplace oder private internationale Tarife. Eine Familie sollte mit 15.000 bis 25.000 USD pro Jahr für Beiträge und Selbstbeteiligungen rechnen. Medicare für Senioren ist erst nach fünf Jahren legalem Aufenthalt zugänglich.
Welches Visum eignet sich für Unternehmer?
Das E-2 Investor Visa ist der schnellste Weg, wenn du substantielles Kapital (in der Praxis ab ca. 100.000 USD) investierst und ein Unternehmen aktiv führst. Es gewährt aber keine Green Card. Wer dauerhafte Aufenthaltsberechtigung will, kann das EB-5 Programm wählen (800.000 USD in einer TEA, 10 Arbeitsplätze) oder bei bestehendem Mutterunternehmen das L-1 mit anschließender EB-1C Green Card.
Wann kann ich US-Staatsbürger werden?
Mit einer Green Card auf Basis von Heirat mit einem US-Bürger nach drei Jahren, in allen anderen Fällen nach fünf Jahren ununterbrochenem Aufenthalt. Voraussetzung sind unter anderem ausreichende Englischkenntnisse, ein bestandener Staatsbürgerschaftstest, ein einwandfreier Leumund (Good Moral Character) und der Nachweis tatsächlicher physischer Anwesenheit.
Kann ich Familie nachholen?
Ja. Bei den meisten Visa erhalten Ehepartner und unverheiratete Kinder unter 21 Jahren ein abgeleitetes Visum. Bei E-1, E-2 und L-Visa erhalten Ehepartner automatisch eine Arbeitserlaubnis. Bei einer Green Card haben alle direkten Familienangehörigen ebenfalls Anspruch auf Permanent Residency. Für entferntere Verwandte gelten Quoten und teilweise lange Wartezeiten.
Wie sieht es mit der Altersvorsorge aus?
Die deutsche gesetzliche Rente kannst du grundsätzlich auch in den USA beziehen. Die Auszahlung läuft auf das US-Konto, der steuerliche Umgang folgt dem DBA. Im Rahmen einer US-Beschäftigung baust du gleichzeitig Ansprüche auf Social Security auf. Beide Systeme können unter dem Sozialversicherungsabkommen zusammengezählt werden, wenn du in keinem Land allein die Mindestbeitragsdauer erreichst.
Was passiert mit meiner deutschen Krankenversicherung?
Bei dauerhafter Auswanderung endet die GKV-Mitgliedschaft mit der Wohnsitzaufgabe. Eine Anwartschaftsversicherung kann sinnvoll sein, falls eine Rückkehr möglich ist. PKV-Versicherte sollten prüfen, ob sich der bestehende Tarif zu einem internationalen Tarif erweitern lässt, das ist häufig deutlich günstiger als ein kompletter Neuabschluss in den USA.
Fazit: Für wen die USA als Auswanderungsziel passen
Die USA eignen sich besonders für Fachkräfte mit international gefragten Qualifikationen, für Unternehmer mit ausreichend Kapital und einem belastbaren Geschäftsmodell sowie für Investoren, die eine direkte Green Card über das EB-5 Programm anstreben. Wer hingegen primär ein soziales Sicherheitsnetz nach europäischem Maßstab erwartet oder als Selbstständiger ohne Plan für eine Krankenversicherung einreist, wird die ersten Jahre als finanziell anstrengend erleben.
Der wichtigste Hebel für eine erfolgreiche Auswanderung in die USA liegt in der Vorbereitung. Visumstrategie, Wegzugsbesteuerung in Deutschland, US-Krankenversicherung und Aufbau einer Credit History gehören vor den Umzug auf den Tisch, nicht danach. Mit sauberer Planung bleibt die USA-Auswanderung das, wofür sie steht: einer der attraktivsten Standorte weltweit für unternehmerisch denkende Menschen mit globaler Perspektive.







