Ihr habt es: The next big thing! Jetzt gilt es nur noch Venture Capital einzusammeln. Investoren zu begeistern. Voraussetzung für alle, die ihre Geschäftsidee an Start bringen wollen, ist nach wie vor der Businessplan. Und für den Pitch – ganz klar – eine knackige Visualisierung in Form eines gut durchdachten Pitch-Decks. Beide Präsentationsformen bringen Euch, wenn denn alles passt – in die richtige Startposition. Mit Betonung auf „wenn“. Wer bereit bei der Erarbeitung des Businessplans ins Stocken gerät, sollte das ernst nehmen und noch einmal am Drehbuch und Storyboard seiner Vision feilen. So lange, bis alles passt.

Wie der Businessplan bei der Selbstreflexion hilft

Die Idee ist da, die innovative Lösung für ein Problem, und natürlich der Markt für Eure Idee? Fantastisch. Dann habt Ihr die besten Voraussetzungen, einen gut strukturierten Businessplan aufzusetzen und daraus hervorgehend ein überzeugendes und begeisterndes Pitch-Deck zu kreieren. Wer aber glaubt, den Businessplan allein für seine Adressaten zu schreiben, der irrt.  Natürlich sollte man auf die unterschiedlichen Zielgruppen individuell eingehen. Doch nicht allein Investoren, Sachbearbeiter bei der Beantragung des Gründungszuschusses, Bürgschaftsbanken und mögliche Geschäftspartner sind potentielle Leser. Jeder, der einen Businessplan schreibt und sich beim Pitch-Deck auf das Nötigste fokussiert, macht das in erster Linie für sich selbst. Denn: Wer seine Strategie in klare Worte fassen kann und sich über die Details der Gründung klar wird, hat plötzlich nicht mehr nur die Idee in der Hand, sondern ein ausgewachsenes Konzept.

Der Businessplan hilft dabei, die Geschäftsidee aus den Sphären der Phantasiewelt in die Realität zu verfrachten: offene Fragen, Fehler und Unstimmigkeiten bringt er gleich ans Licht. Und damit ist er das perfekte Instrument, um sich selbst zu reflektieren und auf die zentralen Fragen zu fokussieren.

Runtergrbochen auf das Nötigste ist das Pitch-Deck schließlich das Storyboard, an dem Ihr Eurer Drehbuch skizzieren könnt. Erst wenn Ihr an dem Punkt angelangt seid, Eure Pläne, Ziele, Euer Geschäftsmodell, Euer Team und euren USP fundiert und realistisch zu präsentieren, könnt Ihr überzeugen. Also geht den Businessplan so früh wie möglich an. Er gibt die Richtung vor und zeigt, wo noch Schwachstellen im Unternehmenskonzept brachliegen und wo nachgebessert werden muss.

 

Fehler Nummer eins beim Pitch: Die falsche Perspektive wählen

Mit dem richtigen Gerüst an der Hand, sollte es doch eigentlich klappen, oder? Und dennoch scheitern viele Gründer bereits bei der ersten großen Hausaufgabe. Ein grundlegendes Problem bei der Erarbeitung des Businessplans ist für viele der Perspektivwechsel. Um Investoren begeistern zu können, stehen nämlich nicht die eigenen Interessen und Ziele an erster Stelle. Ganz vorn steht erst einmal der Bedarf. Warum braucht die Gesellschaft ausgerechnet dieses eine Produkt? Wo ist die Marktlücke in der Industrie oder der Technology? Welche Personen sind es, die auf Eure Lösung warten. Habt Ihr Euch mit der Zielgruppe beschäftigt? Wo liegt überhaupt das Problem?  Könnt Ihr das erklären? Sehr gut. Falls nicht: dann solltet Ihr noch einmal den Rückwärtsgang einlegen und gründlicher mit dem Thema auseinandersetzten.

Fehler Nummer zwei: unrealistische Vorstellungen

Ihr habt schon exorbitante Marktentwicklungschancen, bombastische Marktanteile und steigendes Volumen der kommenden Jahre kalkuliert – wunderbar verpackt in Tortendiagrammen und Statistiken, die keinen Zweifel an der Investition lassen? Wundervoll. Seid Euch aber bewusst darüber, dass Investoren illusorische Ziele sofort erkennen. Ihnen ist vor allen wichtig, dass Gründer, in die sie investieren sollen, sich erreichbare Ziele setzen und sich darüber bewusst sind, welchen Teil der Torte sie für sich erschließen können – und zwar ganz konkret: in realistischen Zahlen!

Fehler Nummer drei: den eigenen USP außer Acht lassen

Wenn Ihr von Eurer Idee überzeugt seid, dann doch vor allem, weil Ihr etwas entwickelt habt, das es bisher in dieser Form auf dem Markt nicht gibt. Ihr seid unique. Weil Ihr es besser könnt, als andere. Weil ihr hipper seid. Mehr Service bietet. Voll hinter Eurem Produkt steht. Doch was sind ganz konkret Eure Alleinstellungsmerkmale. Welchen Vorteil bietet Ihr Euren Kunden im Vergleich zu anderen Playern am Markt? Der USP ist ein ganz entscheidender Faktor für Investoren. Und für Euren Unternehmenserfolg. Erst wenn Ihr das verinnerlicht habt und Euch Eurer Einzigartigkeit bewusst seid, überzeugt ihr andere: Investoren wie Kunden.

Fehler Nummer vier: den Wettbewerb unterschätzen

Es waren einmal zwei Gründer, die sich auf die Fahne geschrieben hatten die beste Matratze der Welt anzubieten: superbequem, ergonomisch einwandfrei, passend für alle. Und – plop – plop – plop – gab es neben der einen besten Matratze der Welt plötzlich eine zweite und dritte und vierte. Allesamt in kleinen handlichen Kartons verpackt. Eine so stylish, wie die andere. Tatsache ist: Wir sind nicht allein. Ihr seid nicht allein. Der Markt ist groß und die Wahrscheinlichkeit geht geradezu gen Null, dass neben Euch nicht noch jemand zum gleichen Zeitpunkt eine gleiche oder ähnliche Idee entwickelt und umsetzt. Was aber niemanden daran hindern sollte, es mit genau seiner Idee zu versuchen. Denn jeder entwickelt sein Unternehmen und seine Marke auf seine individuelle Art. Wichtig ist vielmehr die eigene Positionierung. Erster Schritt, um Wettbewerber richtig einordnen zu können ist daher die umfassende Konkurrenzanalyse. Hab Ihr diese hinter Euch gebracht, ist es Zeit Euer i-Tüpfelchen zu finden. Findet es und präsentiert es.

Fehler Nummer fünf: Beim Finanzierungsbedarf nicht mit offenen Karten spielen

Investoren wollen vor allem eins: wissen, worin sie investieren sollen, und wieviel Geld dafür nötig ist. Das Dilemma: Realistischerweise lässt sich nicht sagen, wie sich die Anlaufphase entwickeln wird. Dazu gibt es viel zu viele Unbekannte in der Gleichung.  Und trotzdem ist der Finanzplan ein wichtiges Detail des Businessplans und auch bei der Präsentation im Pitch. Denn er zeigt, wie nüchtern Gründer ihre Lage einschätzen, er gibt eine grobe Richtung vor, wo es denn hingehen soll und er beinhaltet außerdem, wofür das Geld benötigt wird. Unerlässlich ist daher eine umfassende Meilensteinplanung für das erste Jahr.

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Nur, wenn auch das Team überzeugt, beißen Investoren an.

Fehler Nummer 6: Gutes Produkt, schlechte Teampräsentation

Es ist erschreckend. Obwohl das Team für Geldgeber zu einem der wichtigsten Faktoren zählt, wird es oftmals im Pitch-Deck erst einmal unter den Teppich gekehrt. Fast ebenso sehr wie das Produkt oder die Geschäftsidee zählen für Investoren die Personen, die dahinterstehen. Schließlich hängt bei einer Unternehmensgründung sehr viel von den handelnden Personen ab – und allem voran ihren Entscheidern. Wer sind die Gründer, welche Erfahrungen haben sie und welchen Background: All das sind Wichtige Informationen. Doch ebenso sehr zählen im Pitch Sympathiewerte und sicheres Auftreten und die Harmonie untereinander. Nichts wäre schließlich schlimmer, als beim ersten Pivot aufgrund interner Differenzen zu scheitern.

Einer der wichtigsten Fahler ist allerdings, gar nicht erst anzufangen. Also: Geht es an. Do it! Wenn dann die Inhalte Eures Businessplans stimmen, könnt Ihr getrost auf Investoren zugehen. Falls Ihr dann noch unsicher seid: Tipps für die Präsentation ohne Lampenfieber findet Ihr hier.