Der Buddhismus versucht seit jeher zu verstehen, was den Mensch bewegt, wie er tickt und welche Gründe er für sein Handeln hat. Lange bevor Freud lebte oder die ersten psychologischen Fakultäten gegründet wurden, sinnierten Buddhisten bereits über die Textur der inneren Welt. In dem Text „The Path to Purification“ von dem indischen Gelehrten Buddhaghosa, verfasst vor knapp 1.500 Jahren, wurde die Menschheit bereits in drei Persönlichkeitstypen eingeteilt.

Buddhisten führen Unruhe und übermäßiges Leiden auf eine zu große Identifikation mit den eigenen Gedanken zurück. Der Mensch hat am Tag ca. 60.000 Gedanken. Viele davon wiederholen sich in einer Endlosschleife und sorgen für eine ungesunde Obsession mit unkontrollierbaren Ereignissen. Die Welt ist nicht so, wie man sich wünscht, dass sie wäre. Der Konjunktiv regiert. Die Erwartungen wollen nicht zur Realität passen und daraus erwächst Unzufriedenheit und Leiden.

Gemäß der buddhistischen Philosophie haben ungesunde Gedanken drei Ursachen: Anhaftung, Abneigung, Unwissenheit – so werden auch die drei Persönlichkeitstypen eingeteilt.

1.Anhaftungs-Persönlichkeit

Der erste Typ, der der Anhaftung zugeneigt ist, wird von seinen Bedürfnissen regiert und erliegt zumeist dem Hedonismus. Dieser Typ Mensch ist ein Genießer. Er erwacht am Morgen in aller Ruhe, lässt sich Zeit, frühstückt ausgiebig und ausgewogen, fährt gelassen zur Arbeit und lässt sich auch von zähem Straßenverkehr nicht aus der Ruhe bringen. Abends schläft er ruhig und ist nur selten von Insomnia geplagt. Seine Beziehungen pflegt er ausgiebig und mit vollem Herzen. Allerdings ist er auch sehr konfliktscheu und lieber unehrlich statt offen, wenn er dadurch eine Konfrontation vermeiden kann.

Er bekommt nie genug und das kann zu großen Problemen führen: Sucht, allzu großem Stolz, Egozentrismus, Eifersucht und Unehrlichkeit sind nur einige der Schattenseiten dieses Typs.

2. Abneigungs-Persönlichkeit

Der zweite Typ trifft seine Urteile schnell und unerbittlich und lehnt sich und seine Mitmenschen ab. Dieser Typ wacht irritiert oder nervös auf, er macht sich Sorgen über die Verpflichtungen des Tages. Er isst schnell und unbedacht, im Straßenverkehr ist er angespannt und flucht viel. Probleme sieht er in allem und überall, er schläft nicht durch. In Beziehungen charakterisiert ihn Streitlustigkeit.

Lässt man dieser Natur ihren freien Lauf kann das in übersteigerter Wut, Hass, Aggression oder Grausamkeit resultieren.

3. Unwissenheits-Persönlichkeit

Die dritte Form, der unwissende Typ, verliert sich schnell in Unsicherheit und Verwirrung. Dieser Typ verpasst den Alarm und wacht zu spät auf, er isst unregelmäßig, ist auf der Arbeit unorganisiert und weiß nicht, wie er sich in größeren Gruppen verhalten soll. Oft kopiert er andere Menschen, denn er selbst, weiß nicht, wer er ist.

Dieser Typ sollte sein Innerstes kennenlernen, sonst ist er ständig geplagt von Selbstzweifeln, Vernachlässigung, Ignoranz, Untätigkeit und innerer Unruhe.

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Wer sich eingehender mit dem Buddhismus beschäftigen möchte, dem sei das Werk von Verena Reichle empfohlen: