TL DR: 18 Inseln zwischen Schottland, Norwegen und Island, 54.000 Einwohner. Tórshavn (22.000) als Hauptstadt auf Streymoy. Klima 10-14 °C Sommer, 3-7 °C Winter, sehr windig und regnerisch. Direktflüge aus Kopenhagen und Reykjavik täglich. Drei Vorteile: sehr sichere Gesellschaft, 18 % Körperschaftsteuer, einzigartige Natur. Drei Nachteile: knapper Wohnungsmarkt, kleiner Arbeitsmarkt, kühles Klima.

Die Färöer sind 2026 ein selten gewähltes, aber für spezifische Profile hochattraktives Auswanderungsziel im Nordatlantik. Der autonome Teil des Königreichs Dänemark liegt zwischen Schottland, Norwegen und Island – 18 vulkanische Inseln mit rund 54.000 Einwohnern, eigener Sprache (Färöisch), eigenem Parlament (Løgting), eigener Regierung und teils eigenständigem Aufenthaltsrecht. Anders als Dänemark selbst gehören die Färöer nicht zur EU.

Für Deutsche, Österreicher und Schweizer bedeutet das: Keine automatische Freizügigkeit, sondern ein regulärer Aufenthaltstitel ist erforderlich. Wer die Hürde nimmt, findet eine der sichersten Gesellschaften Europas, eine niedrige Körperschaftsteuer von 18 Prozent, sehr moderate Sozialabgaben (1,25 % AMBI) und eine kleine, aber wachsende internationale Community – vor allem in Tórshavn. Dieser Leitfaden zeigt dir die realistischen Wege, wie Steuern und Alltag wirklich aussehen und worauf du bei der Vorbereitung achten solltest.

Warum die Färöer als Auswanderungsziel besonders sind

Die Färöer bestehen aus 18 Inseln, von denen 17 bewohnt sind. Streymoy ist die Hauptinsel mit der Hauptstadt Tórshavn (rund 22.000 Einwohner in Tórshavn, weitere 5.000 in Vororten). Klaksvík auf Borðoy ist mit rund 5.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt. Die Inseln sind durch Tunnel (mehrere Unterwassertunnel seit 2020) und Fährverbindungen sehr gut miteinander verbunden. Klima ist kühl-atlantisch: Sommer 10 bis 14 °C, Winter 3 bis 7 °C, viel Wind, viel Regen (rund 250 Regentage pro Jahr), keine Extrem-Temperaturen. Direktflüge aus Kopenhagen und Reykjavik täglich, aus Edinburgh und Bergen regelmäßig, saisonal aus deutschen Städten wie Hamburg.

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Drei Faktoren machen die Färöer für spezifische Auswanderer-Profile attraktiv. Erstens die Sicherheit und der soziale Zusammenhalt: Die Kriminalitätsrate ist eine der niedrigsten weltweit, die Gesellschaft klein und dicht vernetzt. Zweitens die attraktiven Unternehmenssteuern: Nur 18 Prozent Körperschaftsteuer plus sehr niedrige Sozialabgaben (1,25 % AMBI) – deutlich günstiger als Deutschland. Drittens die einzigartige Naturkulisse: Steilküsten, Fjorde, grüne Berge und ein Klima, das für Menschen mit Bedarf nach Ruhe und Weite ideal ist. Dagegen stehen realistische Nachteile: knapper Wohnungsmarkt, sehr kleine Wirtschaft mit eingeschränktem Arbeitsmarkt, hohe Lebenshaltungskosten und ein Klima, das nicht jedem liegt.

Aufenthaltsoptionen: Diese Wege führen auf die Färöer

Wichtiger Grundsatz vorab: Die Färöer sind nicht Teil der EU und nicht Teil des EWR. Auch dänische EU-Rechte gelten hier nicht. Für Deutsche, Österreicher und Schweizer gibt es keine automatische Freizügigkeit – ein Residence Permit (Uppihaldsloyvi) ist für Aufenthalte über 90 Tage zwingend erforderlich. Nordische Bürger (Isländer, Norweger, Schweden, Finnen, Dänen) genießen dagegen unbeschränkte Freizügigkeit über das Nordische Passunions-Abkommen.

AufenthaltstypZielgruppeZentrale VoraussetzungAufenthaltsdauer (Erstvergabe)
Visumfreie Einreise (Kurzaufenthalt)Deutsche, Österreicher, SchweizerReisepass; Färöer akzeptieren auch dänisches Schengen-Visum für KurzaufenthalteBis 90 Tage in einem 180-Tage-Zeitraum
Residence Permit (Uppihaldsloyvi)Deutsche, Österreicher, Schweizer für längeren AufenthaltAntrag beim Útlendingastovan (färöische Einwanderungsbehörde). Färöer sind NICHT EU/EWR, daher keine Freizügigkeit für DACH-Bürger1-2 Jahre, verlängerbar
Arbeitsbewilligung (Arbeiðsloyvi)Arbeitnehmer mit konkretem JobangebotArbeitsvertrag mit färöischem Arbeitgeber, Nachweis dass Position nicht mit lokalem Personal besetzt werden kannMeist 2 Jahre, verlängerbar
Aufenthalt zum StudiumStudierende an der Universität Fróðskaparsetur FøroyaZulassung an der Universität in Tórshavn, Finanznachweis, KrankenversicherungStudiendauer
FamilienzusammenführungAngehörige färöischer oder ansässiger PersonenFamilienverhältnis, Wohnungsnachweis, Einkommensnachweis des BürgenAbhängig vom Status des Bürgen
Nordische Bürger (Freizügigkeit)Isländer, Norweger, Schweden, Finnen, DänenNur Personalausweis oder Reisepass. GILT NICHT für Deutsche, Österreicher oder SchweizerUnbefristet

In Kürze: Färöer nicht Teil von EU oder EWR – keine automatische Freizügigkeit für DACH-Bürger. 90 Tage visumfreier Aufenthalt in 180-Tage-Zeitraum. Residence Permit (Uppihaldsloyvi) beim Útlendingastovan nur mit konkretem Aufenthaltsgrund. Nordische Bürger (Isländer, Norweger, Schweden, Finnen, Dänen) genießen Freizügigkeit.

Visumfreie Einreise als Erstschritt

Deutsche, Österreicher und Schweizer dürfen bis zu 90 Tage in einem 180-Tage-Zeitraum ohne Visum auf die Färöer einreisen. Reisepass genügt, Personalausweis ist theoretisch möglich, aber nicht empfohlen. Dieser Aufenthalt eignet sich für die Erkundungsphase – tatsächlicher Umzug, Wohnungssuche, Kontaktaufbau, Einschätzung des Standorts. Arbeiten ist während dieser 90 Tage nicht erlaubt. Wer länger bleiben will, muss vor Ablauf einen Residence Permit beantragen.

Der Residence Permit wird beim Útlendingastovan (Färöische Einwanderungsbehörde) beantragt. Anders als bei EU-Ländern ist der Prozess weniger automatisch: Du brauchst einen konkreten Aufenthaltsgrund (Arbeit, Studium, Familienzusammenführung, in Ausnahmefällen selbstständige Tätigkeit). Bloßer Wohnsitzwunsch ohne wirtschaftliche Anknüpfung wird meist abgelehnt. Bearbeitungszeit typischerweise 2 bis 4 Monate.

In Kürze: Häufigster Weg für DACH-Auswanderer: Arbiðsloyvi mit konkretem Jobangebot. Arbeitgeber muss nachweisen, dass Position nicht mit einheimischem Personal besetzt werden kann. Bevorzugt: Ärzte, Ingenieure, IT-Spezialisten, Lehrer. Antragsgebühr DKK 3.000, Bearbeitungszeit 8-12 Wochen. Permit gilt 2 Jahre, verlängerbar. Nach 5 Jahren Aufenthalt Dauerstatus möglich.

Residence Permit über Arbeitsangebot

Der häufigste Weg für deutschsprachige Auswanderer: Residence Permit in Verbindung mit einem Arbiðsloyvi (Arbeitsbewilligung). Voraussetzung ist ein konkretes Jobangebot eines färöischen Arbeitgebers. Der Arbeitgeber muss beim Útlendingastovan nachweisen, dass die Position nicht mit einheimischem Personal oder EU-Personal (das nur mit Residence Permit arbeiten darf) besetzt werden kann. In der Praxis werden bevorzugt hochqualifizierte Fachkräfte in Mangelberufen berücksichtigt: Ärztinnen und Ärzte, Ingenieure, IT-Spezialisten, Lehrer, Wissenschaftler in Meeresbiologie und Fischerei, spezialisierte Handwerker.

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Der Arbeitgeber initiiert den Antrag, du reichst deine Unterlagen ergänzend ein: Ausbildungs- und Berufszeugnisse mit Apostille, Führungszeugnis, Krankenversicherungsnachweis, biometrisches Passfoto, Antragsgebühr rund DKK 3.000 (etwa EUR 400). Bewilligung typischerweise nach 8 bis 12 Wochen. Der Permit gilt zunächst 2 Jahre und wird bei fortdauerndem Arbeitsverhältnis unbürokratisch verlängert. Nach 5 Jahren durchgehendem Aufenthalt kann grundsätzlich ein dauerhafter Aufenthaltsstatus beantragt werden.

In Kürze: Selbstständigen-Permit aufwendiger: Nachweis wirtschaftlichen Nutzens für die Färöer. Etablierte Business-Modelle mit ausländischen Kunden (Consulting, IT) haben höhere Erfolgsaussichten. Kapitalgesellschaft P/F (Partafelag) braucht DKK 80.000 Mindestkapital, Registrierung im Skráseting Føroya.

Selbstständige Tätigkeit und Unternehmensgründung

Wer als Selbstständiger oder Unternehmer auf die Färöer ziehen will, hat einen aufwendigeren Weg. Ein Residence Permit für selbstständige Tätigkeit wird erteilt, wenn du nachweist, dass dein Unternehmen einen erkennbaren wirtschaftlichen Nutzen für die Färöer bringt (Arbeitsplätze schafft, Know-how überträgt, Devisen einbringt) und dass du finanziell in der Lage bist, dich selbst und ggf. deine Familie zu ernähren. In der Praxis werden Anträge dieser Kategorie eher zurückhaltend beschieden – ein etabliertes Geschäftsmodell mit ausländischen Kunden (Consulting, IT, Design, Content) hat höhere Erfolgsaussichten als der Versuch, ein lokales Geschäft aufzubauen. Gründung einer Kapitalgesellschaft (Partafelag, P/F) erfordert Mindestkapital von DKK 80.000, Registrierung im färöischen Handelsregister (Skráseting Føroya) und Steuernummer.

Steuern auf den Färöern: 42-45 % marginal, aber niedrige Unternehmenssteuer

Das färöische Steuersystem ist eigenständig, ähnelt aber in der Struktur dem dänischen und norwegischen Modell. Wichtig: Die Färöer sind KEIN Teil des dänischen Steuersystems, es gilt eigenes Recht (skattalógin). Zentrale Sätze für 2026:

SteuerartSatz / SpannweiteBemessungsgrundlage auf den Färöern 2026
Einkommensteuer (Skattur)Bis ca. 42-45 % marginalProgressive Kombination aus Staatssteuer (etwa 15 %), kommunalem Zuschlag (18-22 %) und Kirchensteuer (rund 0,5-1 %)
Kirchensteuer0,5 – 1 %Wird automatisch von Mitgliedern der Volkskirche Fólkakirkjan erhoben
Sozialabgaben (AMBI)1,25 %Auf Bruttoeinkommen; sehr niedrig im Vergleich zu Deutschland
Körperschaftsteuer (Skattur á virkjum)18 %Auf Gewinne färöischer Kapitalgesellschaften; einer der niedrigsten Sätze in Nordeuropa
Mehrwertsteuer (MVG/VAT)25 %Standardsatz; keine ermäßigten Sätze für Lebensmittel
Kapitalertragsteuer35 %Auf realisierte Veräußerungsgewinne (Aktien, Fonds)
Erbschaft- und Schenkungsteuer0 – 20 %Progressiv nach Verwandtschaftsgrad; Ehepartner steuerfrei
Vermögensteuer0 %Färöer erheben keine Vermögensteuer
Grundsteuer (Kommunalskattur)KommunalWird jährlich von der Wohnsitzgemeinde festgesetzt, sehr moderate Sätze

Marginalsteuer und Effektivbelastung

Bei einem Bruttojahreseinkommen von DKK 500.000 (etwa EUR 67.000) liegt die Effektivbelastung mit Einkommensteuer plus AMBI plus Kirchensteuer bei rund 33 bis 36 Prozent. Bei DKK 800.000 (etwa EUR 107.000) steigt die Belastung auf 40 bis 43 Prozent. Damit sind die Färöer bei Erwerbseinkommen etwa auf dem Niveau Deutschlands, aber teils günstiger als Norwegen oder Schweden. Der attraktive Punkt sind Unternehmenssteuern: 18 Prozent Körperschaftsteuer sind einer der niedrigsten Sätze in Nordeuropa und schlagen die deutschen Sätze deutlich.

In Kürze: Einkommensteuer marginal 42-45 % (Staat + Kommune + Kirche). AMBI-Sozialabgabe nur 1,25 %. Körperschaftsteuer 18 % (einer der niedrigsten in Nordeuropa). VAT 25 %. Kapitalertrag 35 %. Bei EUR 67.000 Brutto effektiv 33-36 %. Bei Erwerbseinkommen etwa auf deutschem Niveau, bei Unternehmensgewinnen deutlich günstiger.

Doppelbesteuerungsabkommen und Wegzugsplanung

Zwischen Deutschland und den Färöern besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen, das seit 1997 in Kraft ist. Die Regelungen entsprechen im Wesentlichen dem deutsch-dänischen Muster. Renten aus Deutschland werden nach DBA im Wohnsitzstaat (Färöer) besteuert, mit Ausnahme von Beamtenpensionen.

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Wichtig für die Wegzugsbesteuerung: Da die Färöer nicht zum EU/EWR-Raum gehören, ist eine zinslose Stundung nach § 6 Abs. 4 AStG grundsätzlich ausgeschlossen. Bei wesentlichen Beteiligungen (ab 1 Prozent an Kapitalgesellschaften) wird die Wegzugssteuer sofort fällig – ein wichtiger Planungspunkt für Unternehmerauswanderer.

In Kürze: DBA Deutschland-Färöer seit 1997. Renten nach DBA im Wohnsitzstaat besteuert, außer Beamtenpensionen. Wegzugsbesteuerung § 6 AStG: OHNE EU-Stundungsoption, da Färöer nicht EU/EWR. Bei Beteiligungen ab 1 % sofort fällig – kann sechsstellig werden. Frühzeitige Planung mit Steuerberater Pflicht.

Lebenshaltungskosten: Hoch, aber solide Infrastruktur

Die Färöer sind teuer. Als Inselstaat im Nordatlantik werden praktisch alle Konsumgüter außer Fisch, Lammfleisch, Kartoffeln und lokalen Milchprodukten importiert und mit erheblichen Aufschlägen versehen. Alkohol und Zigaretten sind besonders teuer (staatliches Monopol für Alkohol über Rúsdrekkasøla Landsins mit 25 % MwSt und zusätzlichen Verbrauchsteuern). Dafür sind Wohnkosten außerhalb Tórshavns überraschend moderat, Energiekosten dank Wasserkraft niedriger als in Deutschland.

KostenpunktSpanne (EUR/Monat)Hinweis
2-Zimmer-Wohnung Tórshavn (Zentrum)900 – 1.500Hauptstadt, sehr knappes Angebot, häufig lange Wartezeit
2-Zimmer-Wohnung Klaksvík oder andere Städte700 – 1.200Zweitgrößte Stadt Klaksvík, deutlich günstiger als Tórshavn
2-Zimmer-Wohnung ländlich (Dörfer außerhalb der Hauptinsel)500 – 900Vestmanna, Sørvágur, Fuglafjørður – oft günstig, dafür sehr wenige Angebote
Nebenkosten (Strom, Heizung, Wasser)150 – 300Heizkosten dominieren, ganzjährige Nachfrage. Färöer nutzen viel Wasserkraft
Internet (Glasfaser, ab 100 Mbit/s)35 – 55Sehr gute Abdeckung dank staatlicher Infrastruktur; Glasfaser fast überall
Lebensmittel (eine Person)400 – 650Sehr teuer wegen Import-Abhängigkeit. Frischer Fisch und Lammfleisch bezahlbar
Restaurant lokal25 – 45 pro MahlzeitWenige Restaurants außerhalb Tórshavn; internationale Küche selten
Auto (Treibstoff, Versicherung, Wartung)350 – 550Praktisch unverzichtbar außerhalb Tórshavn. Import-Zoll auf Neuwagen sehr hoch
Krankenversicherung0 – 50Staatliches System nach Anmeldung kostenfrei zugänglich; private Zusatz optional

Für eine Einzelperson mit moderatem Lebensstil sind in Tórshavn 1.800 bis 2.500 Euro pro Monat realistisch, in Klaksvík oder ländlichen Orten 1.400 bis 2.000 Euro. Familien mit zwei Kindern kommen in Tórshavn nicht unter 3.500 bis 4.500 Euro pro Monat aus, in ländlichen Orten 2.800 bis 3.800 Euro. Kinderbetreuung und Schulen sind kostenfrei bzw. sehr günstig. Öffentliches Schulsystem ist färöischsprachig, mit Dänisch als erster Fremdsprache.

In Kürze: Einzelperson Tórshavn: 1.800-2.500 €/Monat. Klaksvík oder ländlich 1.400-2.000 €. Familie 3.500-4.500 € in Tórshavn. Import-Waren sehr teuer, Alkohol Monopol mit Verbrauchsteuer. Fisch und Lamm günstig. Energie dank Wasserkraft moderat. Kinderbetreuung/Schulen kostenfrei oder sehr günstig.

Beliebte Wohnorte auf den Färöern

  • Tórshavn: Hauptstadt auf Streymoy, 22.000 Einwohner (mit Vororten 27.000), einzige echte Stadt der Färöer. Alle Behörden, Universität, Krankenhaus, Kulturangebot, Hafen. Praktisch die einzige realistische Adresse für internationale Auswanderer im Erwerbsalter.
  • Klaksvík: Zweitgrößte Stadt auf Borðoy, 5.000 Einwohner. Fischerei-Zentrum, ruhiger als Tórshavn, günstigere Mieten. Durch Unterwassertunnel gut mit Streymoy verbunden.
  • Runavík und Vororte (Eysturoy): Zweitwichtigste Region auf Eysturoy, moderne Infrastruktur, 30 Minuten von Tórshavn per Auto. Wachsende Wohnstandorte.
  • Vestmanna und Sørvágur (Vágar): Vágar mit dem einzigen internationalen Flughafen der Färöer. Sehr charaktervolle Küstenlandschaft, aber wenige Wohnungsangebote.
  • Kleinere Dörfer (Sandoy, Suðuroy): Für Ruhesuchende, sehr eng verzahnte Dorfgemeinschaften. Sozialer Anschluss braucht Zeit und Sprachfähigkeit.

Beim Immobilienkauf: Für Nicht-EWR-Bürger (auch für Deutsche) ist grundsätzlich eine Erlaubnis der färöischen Regierung erforderlich. In der Praxis wird die Erlaubnis für ansässige Ausländer mit dauerhaftem Aufenthalt regelmäßig erteilt. Kaufpreise in Tórshavn 3.000 bis 5.500 Euro pro Quadratmeter, in Klaksvík 2.000 bis 3.500 Euro, in ländlichen Orten ab 1.000 Euro. Der Markt ist eng, viele Verkäufe erfolgen über persönliche Kontakte statt öffentliche Inserate.

In Kürze: Tórshavn (Hauptstadt, 22.000+5.000 Vororte), Klaksvík (5.000, Fischerei), Runavík/Eysturoy (moderne Vororte), Vestmanna/Sørvágur (Vágar mit Flughafen), kleinere Dörfer (Sandoy, Suðuroy). Immobilienkauf für Ausländer nur mit Regierungserlaubnis. Preise Tórshavn 3.000-5.500 €/m², ländlich ab 1.000 €/m². Markt eng, viele Deals privat.

Krankenversicherung und Gesundheitssystem

Die Färöer haben ein eigenes staatliches Gesundheitssystem (Heilsuverkið), das nach Anmeldung beim Meldeamt (Landsfólkayvirlitið) für ansässige Personen weitgehend kostenfrei zugänglich ist. Für Personen mit Residence Permit gilt eine sechsmonatige Wartezeit, während der eine private oder ausländische Krankenversicherung nötig ist. Das Zentralkrankenhaus Landssjúkrahúsið in Tórshavn bietet solide Grundversorgung, für komplexere Behandlungen werden Patienten regelmäßig nach Dänemark (Kopenhagen, Aarhus) transportiert – die Kosten trägt das färöische System.

Die innovativsten Health-Startups

Die deutsche gesetzliche Krankenversicherung endet mit dem Wegzug. Eine Anwartschaftsversicherung kann für spätere Rückkehr sinnvoll sein. Wichtig für die Übergangsphase: Eine internationale Krankenversicherung mit Färöer-Deckung ist für die ersten sechs Monate zwingend nötig. Zahnmedizinische Leistungen sind auch für Ansässige nicht vollständig gedeckt und werden zu Marktpreisen abgerechnet.

In Kürze: Staatliches Heilsuverkið nach Anmeldung kostenfrei, aber 6 Monate Wartezeit für Neuankömmlinge. Zentralkrankenhaus in Tórshavn, komplexe Behandlungen in Dänemark. Amtssprachen Färöisch und Dänisch. Englisch im Alltag ausreichend, aber Färöisch/Dänisch für Integration und viele Berufe nötig.

Sprache, Kultur und Alltag

Amtssprachen sind Färöisch und Dänisch. Färöisch ist eine westnordische Sprache, eng verwandt mit Isländisch und Altnordisch. Etwa 66.000 Sprecher weltweit. Für den Alltag in Tórshavn kommst du mit Englisch gut zurecht (fast alle Färinger sprechen Englisch), aber langfristige Integration ist ohne Färöisch schwierig. Dänisch verstehen alle Färinger, und viele Verwaltungsdokumente sind zweisprachig. Als Deutscher hast du den Vorteil, dass Dänisch relativ zugänglich ist – Färöisch dagegen ist eine deutliche Hürde.

Kulturell sind die Färöer sehr eigenständig. Enge Gemeinschaftsbindungen, ausgeprägte lokale Traditionen (Kettentanz, Ólavsøka als Nationalfeiertag am 29. Juli), starke lutherische Prägung. Sozialer Anschluss braucht Zeit und Bereitschaft, sich in Vereine, Kirchen und Sportclubs einzubringen. Positives: Sehr sichere Gesellschaft, niedrige Kriminalitätsrate, sehr guter sozialer Zusammenhalt. Herausforderndes: Wenig Anonymität, alle kennen alle, Neuankömmlinge werden lange als solche wahrgenommen.

In Kürze: Enge Gemeinschaftsbindungen, starke Traditionen, lutherische Prägung. Sozialer Anschluss braucht Zeit. Sehr sicher, sehr geringe Kriminalität. 10-Schritte-Checkliste: Machbarkeit, Vor-Ort-Erkundung, Arbeitsangebot, Permit-Antrag, Wegzugsplanung, Wohnung, Krankenversicherung, Anmeldung, Abmeldung, Bankkonto.

Vorbereitung: Schritt für Schritt zur Auswanderung

  1. Grundlegende Machbarkeit prüfen: Konkreter Aufenthaltsgrund nötig (Arbeit, Studium, Familie oder tragfähige Selbstständigkeit). Ohne einen dieser Anker kein Residence Permit.
  2. Vor-Ort-Erkundung: 2 bis 4 Wochen visumfreier Aufenthalt für erste Einschätzung. Wohnungsmarkt, Sprachbarriere, Klima realistisch prüfen.
  3. Arbeitsangebot sichern: Bewerbungen bei Krankenhaus (Landssjúkrahúsið), Universität, größere Fischereiunternehmen, Bank, Telekom, Regierungsstellen. Fachkräftemangel v.a. in Medizin, IT, Ingenieurwesen.
  4. Residence Permit beantragen: Über den Arbeitgeber beim Útlendingastovan. Antragsgebühr DKK 3.000. Bearbeitungszeit 8-12 Wochen.
  5. Wegzugsplanung mit deutschem Steuerberater: § 6 AStG greift OHNE EU-Stundungsoption. Bei wesentlichen Beteiligungen sofort fällig.
  6. Wohnung sichern: In Tórshavn sehr knapp, Vorlaufzeit 2-3 Monate einplanen. Kontakt zu färöischen Immobilienportalen (Sølufelagið, Skyn.fo).
  7. Krankenversicherung für Übergangszeit: Internationale Deckung für die ersten 6 Monate bis zur Aufnahme ins färöische System.
  8. Anmeldung beim Landsfólkayvirlitið: Nach Ankunft und Einzug, mit Residence Permit, Wohnungsnachweis und Reisepass. Erhalt der P-Nummer (färöische Steuer- und Identitäts-ID).
  9. Wohnsitzabmeldung in Deutschland, Österreich oder Schweiz: Erst nach erfolgtem Aufenthalt vor Ort und aktivierter P-Nummer.
  10. Bankkonto eröffnen: Bei einer färöischen Bank (P/F Betri, Suðuroyar Sparikassi, BankNordik) mit P-Nummer und Wohnsitznachweis.

Häufige Fehler und Stolperfallen

  • EU-Freizügigkeit angenommen: Die Färöer sind NICHT Teil der EU, weder als Vollmitglied noch als EWR. Deutsche brauchen einen regulären Residence Permit wie Nicht-Europäer.
  • Arbeitsangebot fehlt: Ohne konkretes Jobangebot ist der Residence Permit für DACH-Bürger praktisch nicht zu bekommen. Reine Lifestyle-Migration wird abgelehnt.
  • Sprachbarriere unterschätzt: Färöisch ist eine deutliche Hürde für langfristige Integration. Englisch reicht im Alltag in Tórshavn, aber für tiefere Integration und viele Berufe wird Färöisch oder Dänisch erwartet.
  • Klima unterschätzt: Kühl, sehr windig, viel Regen, kurze Sommer. Wer viel Sonne braucht, sollte einen anderen Standort in Betracht ziehen.
  • Wegzugsbesteuerung übersehen: Ohne EU-Stundungsoption wird die Steuer bei Beteiligungen ab 1 % SOFORT fällig – kann sechsstellig werden.
  • Wohnungsmarkt-Realität: Wohnungen in Tórshavn sind knapp und teuer. Viele Verkäufe/Vermietungen laufen über persönliche Kontakte, nicht über öffentliche Portale.
  • Isolation nicht bedacht: Die Färöer sind eine geografisch abgeschlossene Welt. Regelmäßige Reisen nach Europa sind teuer und aufwändig – realistisch prüfen, ob das zum eigenen Lebensstil passt.

In Kürze: Häufige Fehler: EU-Freizügigkeit angenommen (falsch, Färöer sind NICHT EU), ohne Arbeitsangebot Auswanderung geplant, Sprachbarriere unterschätzt, Klima unterschätzt (kühl, windig, regnerisch), Wegzugsbesteuerung ignoriert, Wohnungsmarkt-Realität übersehen, Isolation nicht bedacht.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Brauche ich als Deutscher ein Visum für die Färöer?

Für Aufenthalte bis 90 Tage (in einem 180-Tage-Zeitraum) nein – Reisepass genügt. Für längere Aufenthalte JA: Die Färöer sind NICHT Teil der EU oder des EWR, daher gibt es keine automatische Freizügigkeit. Du brauchst einen Residence Permit (Uppihaldsloyvi) vom Útlendingastovan.

Kann ich einfach so auf die Färöer ziehen?

Nein. Ein Residence Permit wird nur mit konkretem Aufenthaltsgrund erteilt: Arbeitsangebot, Studium, Familienzusammenführung oder wirtschaftlich tragfähige Selbstständigkeit. Reine Lifestyle-Migration ohne wirtschaftliche Anknüpfung wird abgelehnt.

Welche Berufsfelder sind besonders gefragt?

Ärztinnen und Ärzte, Krankenpflegepersonal, IT-Spezialisten, Ingenieure (v.a. Meeres- und Fischereitechnik), Lehrer, Handwerker mit spezifischer Qualifikation. Universität Fróðskaparsetur Føroya und Krankenhaus Landssjúkrahúsið sind zentrale Arbeitgeber.

Wie hoch sind meine Steuern auf den Färöern?

Einkommensteuer marginal bis 42-45 % (Staatssteuer + kommunaler Zuschlag + Kirchensteuer). AMBI-Sozialabgabe nur 1,25 %. Körperschaftsteuer nur 18 %. VAT 25 %. Kapitalertragsteuer 35 %. Ehepartner erben steuerfrei. Bei Erwerbseinkommen etwa auf deutschem Niveau, bei Unternehmensgewinnen deutlich günstiger.

Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten?

Für eine Einzelperson in Tórshavn 1.800-2.500 €/Monat, in Klaksvík oder ländlichen Orten 1.400-2.000 €. Familie mit zwei Kindern in Tórshavn ab 3.500-4.500 €. Import-abhängige Waren sehr teuer (Alkohol, Zigaretten), Fisch/Lamm günstig. Energie dank Wasserkraft moderat.

Wie funktioniert das Gesundheitssystem?

Staatliches System Heilsuverkið, nach Anmeldung beim Landsfólkayvirlitið kostenfrei. Sechsmonatige Wartezeit für Neuankömmlinge – internationale Krankenversicherung für Übergangszeit nötig. Zentralkrankenhaus in Tórshavn, komplexe Behandlungen in Dänemark auf färöische Kosten.

Muss ich Färöisch lernen?

Für den Alltag in Tórshavn kommst du mit Englisch aus, alle Färinger sprechen es fließend. Für tiefere Integration, viele Berufe und langfristigen Erfolg wird Färöisch oder zumindest Dänisch erwartet. Dänisch ist für Deutsche relativ zugänglich, Färöisch deutlich schwieriger.

Wie ist das Klima wirklich?

Kühl-atlantisch. Sommer 10-14 °C, Winter 3-7 °C. Sehr viel Wind (Sturmtage über 30/Jahr), sehr viel Regen (rund 250 Regentage). Keine Extreme, sondern konstant kühl und feucht. Wer viel Sonne oder Wärme braucht, sollte ein anderes Ziel wählen.

Kann ich als Ausländer Immobilien auf den Färöern kaufen?

Grundsätzlich nur mit Erlaubnis der färöischen Regierung. Für Personen mit dauerhaftem Aufenthalt wird diese meist erteilt. Kaufpreise Tórshavn 3.000-5.500 €/m², Klaksvík 2.000-3.500 €/m², ländliche Orte ab 1.000 €/m². Markt eng, viele Deals über persönliche Kontakte.

Welche Anschlussmöglichkeiten gibt es nach dem Aufenthalt?

Nach 5 Jahren durchgehendem Aufenthalt kann dauerhafter Aufenthaltsstatus beantragt werden. Nach weiteren 3-5 Jahren ist färöische Staatsbürgerschaft möglich, allerdings mit Aufgabe der deutschen Staatsbürgerschaft (Deutschland und Dänemark akzeptieren mittlerweile aber viele Doppelstaatsbürgerschaften – Einzelfallprüfung erforderlich).

Fazit: Für wen die Färöer als Auswanderungsziel passen

Die Färöer sind 2026 kein Ziel für die breite Masse an Auswanderern, aber für sehr spezifische Profile eine überraschend attraktive Option. Erstens für Fachkräfte in Medizin, IT, Ingenieurwesen, Bildung und spezialisierten Handwerksberufen mit konkretem Jobangebot – die Fachkräftemangel-Situation macht den Residence Permit realistisch erreichbar. Zweitens für Unternehmer und Selbstständige mit etablierten ausländischen Kunden, die die niedrige Körperschaftsteuer (18 %) und die minimalen Sozialabgaben (1,25 % AMBI) nutzen wollen. Drittens für Menschen mit deutlicher Präferenz für ruhige, naturnahe, sichere Lebensumgebungen und Bereitschaft, sich in eine kleine Gemeinschaft zu integrieren.

Nicht geeignet sind die Färöer für: Lifestyle-Migranten ohne konkreten Anker, Menschen mit hohem Bedarf an internationaler Vielfalt und Anonymität, Warmklima-Suchende, Familien mit sehr spezifischen schulischen Anforderungen (internationale Schulen fehlen). Drei Punkte sind entscheidend für deinen Erfolg. Erstens: Aufenthaltsgrund frühzeitig strukturieren, ohne Job oder Studienplatz kein Residence Permit. Zweitens: Wegzugsbesteuerung planen – ohne EU-Stundungsoption sofort fällig. Drittens: Sprach- und Kulturbereitschaft mitbringen, Färöisch oder mindestens Dänisch lernen. Mit dieser Vorbereitung werden die Färöer zu einem der ruhigsten und sichersten europäischen Auswanderungsziele.

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