In der Welt der Gründer*innen wird man ständig mit dem Phänomen der Marktlücke konfrontiert. Eine Geschäftsidee funktioniert schließlich nur dann, wenn es auch einen Markt für das jeweilige Produkt oder die entsprechende Dienstleistung gibt. Doch was ist eigentlich die genaue Definition des Begriffs und welche Strategien können dabei behilflich sein, eine solche Marktlücke nicht nur ausfindig zu machen, sondern sie ebenfalls im gleichen Schritt zu schließen? Die Antworten findet ihr hier. 

Was ist eine Marktlücke? 

K5-future-retail-conference

Um eine Marktlücke zu finden, sollte man mit der Definition des Begriffes vertraut sein. Wird darüber gesprochen, dass eine Marktlücke gefunden werden muss, ist damit gemeint, dass es Bedarf für ein spezifisches fehlendes Angebot einer bestimmten Ware oder Warenart gibt. Entdeckt man also eine Marktlücke und kann diese schließen, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen hohen Umsatz. 

Das hört sich in der Theorie sehr leicht an. Praktisch gesehen, sieht die Sache allerdings etwas komplizierter aus. Da herausgefunden werden muss, wo eine vorhandene Nachfrage in der Wirtschaft besteht, für die es noch kein entsprechendes Angebot gibt, braucht dieses Vorhaben eine ausführliche Marktanalyse. Mit den richtigen Strategien ist es allerdings keineswegs unmöglich eine Marktlücke zu finden. 

Strategien, zum Finden einer Marktlücke

Es gibt zahlreiche Mittel und Wege eine Marktlücke zu finden und zu schließen. Oft kann zu diesem Zweck eine Mindmap genutzt werden. Auch Brainstorming eignet sich in vielen Fällen als erste Möglichkeit, klaffende Lücken im Markt ausfindig zu machen. Auch bestimmte Kreativitäts-Strategien können bei der Suche behilflich sein. Darüber hinaus gibt es allerdings spezifische Strategien, die besonders für das Finden einer Marktlücke geeignet sind. Diese Strategien sollen im Folgenden weiter erläutert werden. 

Die Copy-Cat-Strategie

Die erste Strategie ist bekannt als die Copy-Cat-Strategie. Es scheint zunächst befremdlich, etwas zu kopieren, um eine Marktlücke zu finden. Allerdings ist diese Strategie keineswegs erfolglos. Besonders auf beruflichen oder privaten Reisen in anderen Kultur- und Wirtschafts-Kreisen stößt man schnell auf Geschäftsideen und -modelle, die im heimischen Markt funktionieren können, allerdings noch nicht entdeckt wurden. Internationale Geschäftsideen sollten demnach keineswegs von vornherein ausgeschlossen werden. Der Nachteil der Copy-Cat-Strategie ist, dass sie besonders in der Startup-Szene umstritten ist, da sie nicht auf eigentlicher Innovation, sondern auf dem Akt des Beobachtens und Kopierens beruht. Auf der anderen Seite ist sie ebenfalls nützlich und hat sich zuvor als erfolgreich bewiesen, da in diesem Fall bereits klar ist, dass das Geschäftskonzept der jeweiligen Idee durchaus funktionieren kann. 

Painspotting

Bei der zweiten Strategie handelt es sich um Painspotting. Diese Strategie gehört zu den wohl beliebtesten, wenn es darum geht eine Marktlücke zu finden, da sie sich am effektivsten bewährt hat und die jeweiligen Geschäftsideen aus einem tatsächlichen Mangel entstanden sind. Der Name der Strategie kommt aus dem Englischen (engl. pain = dt. Schmerz) und bezeichnet die Vorgehensweise dort eine Geschäftsidee zu sähen, wo es weh tut. Oft genug wird gesagt: Du willst ein Problem lösen? Dann gründe ein Startup! Genau hier setzt auch diese Strategie an. Achte darauf, was dich ärgert, wo ein bestimmtes Produkt fehlt oder wo ein bestimmter Service gewisse Makel hat und finde eine Lösung dafür. Kombiniere diese Lösung mit dem entsprechenden Branchen-Know-How und einer vorhandenen Zielgruppe und schon hast du deine Marktlücke gefunden. Dabei kann es ebenfalls helfen Kunden zu befragen und eine Analyse aufzustellen, welche Bereiche den Kunden auf dem Markt fehlen und wo sie sich bestimmte Lösungen für ein gewisses Problem wünschen würden.

Das Positionierungskreuz

Das Positionierungskreuz ist die dritte Strategie, die dabei behilflich sein kann, eine Marktlücke zu finden. Wie der Name bereits sagt, wird bei dieser Methode ein Kreuz erstellt, welches die Leistungsmerkmale des jeweiligen Marktes definiert. Ist dieser Schritt getan, geht es darum die bereits vorhandenen Produkte in die jeweiligen Bereiche des Kreuzes einzusortieren. Durch die geordnete Positionierung der Produkte kann daraufhin erfolgreich gesehen werden, an welcher Stelle es eventuell eine Marktlücke gibt. Ein Vorteil dieser Strategie ist, dass man im gleichen Schritt die bereits vorhandene Produktpalette mit im Blick hat und sich sogleich im Vergleich zu den anderen Konkurrenten im Wettbewerb positionieren kann. 

Die Blue-Ocean-Strategie

Last but not least: Die Blue-Ocean-Strategie. Auffällig bei dieser Strategie ist, dass man im Gegensatz zu den anderen Strategien einen Bogen um die Konkurrenz macht und auf diesem Wege eine entsprechende Nachfrage erschließt. Allerdings ist es nicht leicht, einen Markt zu schaffen, den bisher kein Kunde kennt. Nichtsdestotrotz ist diese Strategie eine der beliebtesten, da sie auf wahrhaftiger Innovation und Kreativität beruht. Darüber hinaus können jedoch ebenfalls kleine Bestandteile bereits existierender Produkte verändert werden. Änderungen die sich zu einem anderen Zeitpunkt, als der Markt eventuell noch anders aussah, vielleicht noch nicht rentiert hätten.

Newsletter abonnieren