Um die Bekanntheit Ihres Start-ups zu vergrößern, empfänden Sie die ein oder andere Erwähnung in relevanten Medien als hilfreich? Doch wie schaffen Sie es, Journalisten*innen davon zu überzeugen, dass Ihr Unternehmen die Berichterstattung wert ist? Clara Armand-Delille hat einige Tipps zusammengestellt, um Ihnen den Start zu erleichtern.

Natürlich wissen Sie, dass Ihr Start-up relevant und berichtenswert ist – viel schwieriger ist zu wissen, wie man sich durch das undurchsichtige Dickicht der Medienlandschaft schlägt. Um guten Kontakt zu Pressevertretern zu pflegen, ist es entscheidend, nicht sein Ziel aus den Augen zu verlieren. Fehltritte können bitter bestraft werden, wenn man danach auf der Blacklist des*r Gesprächpartners*in landet. Doch mit sorgfältiger Vorbereitung, der richtigen Technik und ein wenig gesundem Menschenverstand sollten Sie ins Gespräch kommen.

Zu Beginn erfolgreicher Pressearbeit stehen drei elementare Dinge, an die man sich immer wieder erinnern sollte:

  • Kenne deine Message – Ist sie inhaltlich gelungen?
  • Stecke dein Ziel fest ab – Welche Publikation will ich ansprechen, mit welchem*r Journalisten*in sollte ich sprechen?
  • Timing ist entscheidend – Wann schreibe ich jemanden an und wann hake ich bei jemandem nach?

Kenne deine Message

Wie auch in der Pressemitteilung ist das Rückgrat einer jeden Nachricht ihr Inhalt. Ein Großteil Ihrer Korrespondenz mit Journalisten*innen wird über E-Mail laufen und die müssen einwandfrei sein. Sie haben nur ein paar Sekunden Zeit, um den*die Empfänger*in von Ihrer Nachricht zu überzeugen. Dann entscheidet er*sie sich, ob Ihr Pitch die Zeit wert ist. Fragen Sie sich, ob klar und deutlich wird, was Sie ankündigen wollen. Haben Sie auch alle Informationen gebündelt, die er*sie braucht, um herauszufinden, ob ihn*sie das Thema wirklich interessiert? Und scheuen Sie auch nicht davor zurück, sich zu fragen, ob Ihre Nachricht tatsächlich interessant ist.

Egal ob man eine Pressemitteilung (bei Zweifeln gibt’s hier Claras Tipps zum Erstellen einer PM), ein Interviewangebot oder einen Gast-Kommentar anbietet, müssen sowohl Inhalt als auch Form stimmen.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass der*die Journalist*in Ihr Start-up noch gar nicht kennt. Machen Sie kurz und deutlich klar, wer Sie sind und was Sie tun. Verzichten Sie weitestgehend auf Fachjargon und schwer verständliche Anglizismen. Versetzen Sie sich in die Lage des*r Journalisten*in: Täglich erreichen Sie mehrere hundert Mails… Sie würden Ihren Gesprächspartner auch nicht mit schwer bekömmlichen Schachtelsätzen ärgern.

Stecke deine Ziele ab

Eine weitere Option eine*n Journalisten*in zu verstimmen, ist ihm*ihr eine Meldung schicken, die rein gar nichts mit seinem*ihren Themenbereich zu tun hat. Üblicherweise besetzt ein*e Reporter*in eine spezifische Themenauswahl. Sprechen Sie beispielsweise eine*n Journalisten*in mit Ihrer Ankündigung als Elektroroller Start-up an, der*die sich normalerweise mit Food-Themen beschäftigt, ist der Effekt möglicherweise nicht der gewünschte…

Bevor Sie eine Meldung verschicken, sollten Sie sorgfältig und gewissenhaft die Kandidaten*innen auswählen, die Sie anschreiben werden. Das ist nicht besonders kompliziert, aber eine durchaus zeitaufwendige Recherchearbeit, die den gewissen Unterschied machen kann.

Wie Sie am besten bei der Erstellung dieser Liste vorgehen? Fangen Sie mit einer Recherche über beispielsweise Google News an. Finden Sie Medien, die über vergleichbare Themen und Unternehmen schreiben. Es schadet auch nicht herauszufinden, wer über ihre direkten oder indirekten Konkurrenten auf dem Markt spricht. Über die Verfasserzeile ist dann schnell herausgefunden, wer der*die Autor*in des Artikels ist sowie dessen*deren E-Mail-Adresse.

Gehen Sie erschienene Artikel des*r Journalisten*in durch, bekommen Sie ein besseres Gefühl für die thematische Bandbreite. Zögern Sie auch nicht, in Ihrer Mail auf das Herausgefundene Bezug zu nehmen. Je individueller Sie Ihre E-Mail zuschneiden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der*die Empfänger*in angesprochen fühlt und schneller Ihren Gedanken nachvollziehen kann. Sie sollten außerdem unbedingt daran denken, keine pauschale Ansprache zu verwenden, sondern die Anrede zu personalisieren.

Beispiel:
Sehr geehrter Herr Mustermann, // Lieber Herr Mustermann, // Lieber Max, // Hallo Max,

ich habe gesehen, dass Sie/du kürzlich über Elektroroller (Hyperlink des entsprechenden Artikels gerne einfügen) geschrieben haben/hast und wollte Ihnen/dir einen Vorschlag passend zum Thema machen…

Das Timing

Eine weitere Möglichkeit sich bei Journalisten*innen unbeliebt zu machen? Sie bombardieren ihn*sie mit Anrufen und E-Mail, um sicherzugehen, dass Ihre Mitteilung gesehen wurde und zu einem Artikel verarbeitet wird. Auch hier ist Fingerspitzengefühl gefragt: Setzen Sie Ihrem Gegenüber den Finger auf die Brust, wird er*sie möglicherweise nicht die größte Lust auf ein Gespräch haben.

Das Gefühl für das richtige Timing macht hier den entscheidenden Unterschied. Natürlich kann man eine*n Journalisten*in an eine versendete Mail erinnern, aber es sollten doch mindestens 48 Stunden verstrichen sein. Sollte es sich bei Ihrem Angebot um eine exklusive Story oder ein Interview handeln, können Sie auch versuchen, den*die entsprechende*n Kandidaten*in ans Telefon zu bekommen. Gibt es darauf auch keine Reaktion? Dann haken Sie es getrost ab und verschwenden nicht Ihre und seine*ihre Zeit.

Bedenken Sie, dass das Schlüsselwort zu jeder guten Mitteilung Aktualität lautet: Im Mittelpunkt Ihrer Mitteilung sollten alle relevanten Neuerungen stehen – ob Finanzierung, Partnerschaft oder Produktlaunch. Noch besser ist es, wenn Sie Ihre Meldung mit einem tagesaktuellen Ereignis in Verbindung bringen können. Wenn Sie beispielsweise großartige Tennisschläger produzieren, bieten Wimbledon oder Roland Garros auch medial ein ideales, thematisches Umfeld zur Platzierung von Mitteilungen. Launchen Sie eine Shopping-App? Es könnte sich lohnen auf die Sale-Saison zu warten. Behalten Sie das Timing stets im Blick!

Natürlich beansprucht dieser Artikel keine Vollständigkeit für sich, aber so können Sie eine gute Basis für eine professionelle Medienansprache schaffen. Dass Höflichkeit und korrekte Rechtschreibung auch hilfreiche Tools sind, sollten wir eigentlich nicht mehr anbringen müssen.

Einen guten Start und viel Erfolg!

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