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Bürostuhl, Schreibtisch, Regal: Wer zu Hause oder im eigenen Büro arbeitet, kann Büromöbel von der Steuer absetzen. Selbstständige buchen sie als Betriebsausgabe, Arbeitnehmer setzen sie als Werbungskosten an. Wie viel im Jahr des Kaufs zählt, hängt vom Nettopreis ab: Bis 800 Euro geht alles auf einmal, darüber wird über 13 Jahre abgeschrieben. Am Beispiel eines Bürostuhls zeigen wir, was 2026 gilt.

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Büromöbel absetzen: die Grenzen 2026 auf einen Blick

Nettopreis je MöbelstückSelbstständige (Betriebsausgabe)Arbeitnehmer (Werbungskosten)
bis 800 € (brutto 952 € bei 19 % Umsatzsteuer)sofort in voller Höhe als geringwertiges Wirtschaftsgutsofort in voller Höhe
über 250 € bis 1.000 €wahlweise Sammelposten, aufgelöst über 5 Jahrenicht vorgesehen
über 800 €Abschreibung über 13 Jahre, für Käufe vom 1. Juli 2025 bis Ende 2027 auch degressivAbschreibung über 13 Jahre

Grundlage sind § 6 Abs. 2 und 2a EStG für die Sofortabschreibung und den Sammelposten, § 7 EStG für die Abschreibung und die AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums, die für Büromöbel eine Nutzungsdauer von 13 Jahren vorsieht (AfA-Tabelle AV, Nr. 6.15).

Für Selbstständige: Büromöbel als Betriebsausgabe absetzen

Büro- und Geschäftsausstattung gehört für Selbstständige zu den Betriebsausgaben nach § 4 Abs. 4 EStG. Sie mindert den Gewinn und damit die Einkommensteuer, bei Gewerbetreibenden auch die Gewerbesteuer.

Bis 800 Euro netto: sofort absetzen

Kostet ein Möbelstück höchstens 800 Euro netto, darfst du es im Jahr der Anschaffung voll als Betriebsausgabe abziehen. Das gilt für den Bürostuhl ebenso wie für den Rollcontainer oder das Regal, solange jedes Stück für sich nutzbar ist. Liegt der Preis über 250 Euro, führst du das Möbel in einem Verzeichnis mit Tag der Anschaffung und Preis; die Buchhaltung kann dieses Verzeichnis sein.

Über 800 Euro: Abschreibung über 13 Jahre

Teurere Möbel verteilst du über die Nutzungsdauer. Ein Schreibtisch für 1.300 Euro netto, gekauft im Januar 2026, bringt linear 100 Euro Betriebsausgabe im Jahr. Für bewegliche Wirtschaftsgüter, die nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschafft werden, erlaubt § 7 Abs. 2 EStG wieder die degressive Abschreibung: höchstens das Dreifache des linearen Satzes und höchstens 30 Prozent. Bei 13 Jahren sind das 23,08 Prozent vom Restwert, für den Schreibtisch also 300 Euro im ersten Jahr und 230,77 Euro im zweiten. Wie die Abschreibung im Detail funktioniert, erklärt unser Ratgeber Abschreibung (AfA).

Sammelposten für Möbel zwischen 250 und 1.000 Euro

Statt der Sofortabschreibung kannst du Möbel mit einem Nettopreis über 250 und bis 1.000 Euro in einen Sammelposten legen, der über fünf Jahre mit je einem Fünftel aufgelöst wird. Das Wahlrecht gilt einheitlich für alle Anschaffungen eines Wirtschaftsjahres. Für die meisten Gründer ist die Sofortabschreibung bis 800 Euro einfacher.

Für Arbeitnehmer: Büromöbel als Arbeitsmittel absetzen

Bürostühle, Schreibtische oder Regale, die du für deine Arbeit brauchst, sind Arbeitsmittel. Ihre Kosten sind Werbungskosten nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 und 7 EStG. Ein eigenes Arbeitszimmer brauchst du dafür nicht: Auch der Stuhl am Esstisch zählt, wenn du ihn beruflich nutzt. Für Arbeitnehmer gilt dieselbe Grenze von 800 Euro netto, also 952 Euro brutto. Bis dahin setzt du den Preis im Jahr des Kaufs an, darüber verteilst du ihn über 13 Jahre.

Homeoffice-Pauschale und Büromöbel

Für jeden Tag, an dem du überwiegend zu Hause arbeitest, kannst du 6 Euro Tagespauschale ansetzen, höchstens 1.260 Euro im Jahr (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG). Die Pauschale deckt die Kosten des Raums, nicht die Arbeitsmittel. Bürostuhl und Schreibtisch setzt du deshalb zusätzlich an. Alle Regeln zur Tagespauschale stehen in unserem Ratgeber zur Homeoffice-Pauschale.

Berufliche Nutzung: wie viel du absetzen darfst

Entscheidend ist, wie viel du das Möbelstück beruflich nutzt:

Berufliche NutzungAbsetzbar
unter 10 %nichts
10 bis 89 %der berufliche Anteil, zum Beispiel 62,5 % bei 5 Stunden beruflich und 3 Stunden privat
ab 90 %der volle Preis

Rechenbeispiel: Lohnt sich der Bürostuhl in der Steuererklärung?

Jedem Arbeitnehmer zieht das Finanzamt automatisch einen Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro ab (§ 9a EStG). Einzelne Werbungskosten wirken sich erst aus, wenn sie zusammen darüber liegen.

Beispiel: Du kaufst einen Bürostuhl für 650 Euro brutto und nutzt ihn zu 62,5 Prozent beruflich. Absetzbar sind 406,25 Euro. Hast du daneben 900 Euro andere Werbungskosten, etwa für Fahrten und Fachliteratur, kommst du auf 1.306,25 Euro. Das sind 76,25 Euro mehr als der Pauschbetrag, um die sich dein zu versteuerndes Einkommen zusätzlich mindert.

Außerdem gut zu wissen

  • Beleg aufbewahren: Die Rechnung musst du nicht mit der Steuererklärung einreichen, das Finanzamt kann sie aber nachfordern.
  • Reparatur und Wartung: Auch Kosten für Reparatur, Reinigung und Wartung deiner Arbeitsmittel sind absetzbar.
  • Umwidmung: Einen privat gekauften Stuhl, den du später beruflich nutzt, kannst du zum Arbeitsmittel umwidmen und ab dann absetzen.
  • Buchhaltung: Wie Selbstständige Belege und Anlagen sauber erfassen, zeigt unser Vergleich der Buchhaltungsprogramme für Gründer.

Es lohnt sich, in Qualität zu investieren, damit du möglichst lange von deinem neuen Bürostuhl und deiner Gesundheit profitierst. Hochwertige Bürostühle findest Du zum Beispiel bei Interstuhl*.

Fazit: Bürostuhl steuerlich absetzen, so geht’s

Für Selbstständige sind Büromöbel Betriebsausgaben: bis 800 Euro netto sofort, darüber verteilt über 13 Jahre, bei Käufen bis Ende 2027 auch degressiv. Arbeitnehmer setzen Bürostuhl und Schreibtisch als Arbeitsmittel an, anteilig nach der beruflichen Nutzung und zusätzlich zur Homeoffice-Pauschale. Ob sich das in der Steuererklärung auszahlt, entscheidet der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro.

Häufige Fragen zum Absetzen von Büromöbeln

Kann ich einen Bürostuhl von der Steuer absetzen?

Ja. Selbstständige buchen ihn als Betriebsausgabe, Arbeitnehmer setzen ihn als Arbeitsmittel bei den Werbungskosten an. Bis 800 Euro netto zählt der volle Preis im Jahr des Kaufs.

Brauche ich ein Arbeitszimmer, um Büromöbel abzusetzen?

Nein. Arbeitsmittel wie Bürostuhl und Schreibtisch sind unabhängig vom Arbeitszimmer absetzbar, auch wenn sie in der Wohnung stehen.

Wie lange werden Büromöbel abgeschrieben?

13 Jahre, so steht es in der AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums. Das gilt für Möbel, die netto mehr als 800 Euro kosten.

Sind Büromöbel mit der Homeoffice-Pauschale abgegolten?

Nein. Die Tagespauschale von 6 Euro deckt die Raumkosten. Arbeitsmittel wie Schreibtisch und Bürostuhl kommen zusätzlich dazu.

Hinweis: Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Interstuhl. Die Redaktion hat ihn im Oktober 2026 unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz aktualisiert und alle Beträge gegen das Einkommensteuergesetz und die AfA-Tabelle nachgerechnet. Er ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

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