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In Teil 2 unseres Podcasts mit Fabian Scholz von rubarb geht es um die Sicherheiten der Kunden, Nachhaltigkeit in der Fintech-Branche, das Verwandtschaftsverhältnis der Gründer und wie rubarb eigentlich Umsatz machen will. Momentan ist die rubarb-App für Nutzer kostenlos und für jeden in Deutschland ab 18 Jahren zugänglich. Geplant ist ein Freemium-Modell für die App, in der Kunden sich zum Beispiel Tipps zum Sparen im Alltag holen können oder eventuell Rabatte bei Partnerunternehmen. Mehr Informationen und Einblicke gibt es in der Podcastfolge.

Ihr habt den ersten Teil verpasst? Hier gehts zum ersten Teil des Podcasts mit Fabian Scholz vom Fintech rubarb.

Welche Sicherheiten habe ich eigentlich, wenn ich über die rubarb-App investiere? Begebe ich mich direkt ins Risiko?

Zunächst einmal ist wichtig zu verstehen, dass ETF-Investments grundsätzlich auf Langfristigkeit ausgelegt sind und aufgrund der breiten Streuung der Anlage ein ganz anderes Risikoprofil haben, als eine einzelne Aktie. Wer also einen schnellen Euro machen will, ist hier gänzlich falsch. Jeder Nutzer eröffnet mit der Anmeldung bei rubarb automatisch ein Depot bei der DAB BNP Paribas. Die DAB ist die führende B2B-Depotbank Deutschlands und eine Tochter der europäischen Großbank BNP Paribas. Die Sparbeträge unserer Nutzer, bestehend aus Einmalzahlungen, Sparplänen und Aufrundungen, werden einmal in der Woche gesammelt von der DAB eingezogen und dann dort via ein Transaktionskonto automatisch in das ausgewählte nachhaltige ETF-Portfolio investiert. Die Ersparnisse eines Nutzers sind, solange sie auf dem Transaktionskonto liegen, über den deutschen Einlagensicherungsfonds mit bis zu einhunderttausend Euro abgesichert.

Sobald das Geld in die ETFs investiert ist, gibt es ebenfalls mehrere Sicherheitsnetze: Sollte es rubarb einmal nicht mehr geben, behält der Nutzer natürlich trotzdem sein Depot bei der DAB, nur muss er dann die Kosten tragen, könnte es aber natürlich auch zu einer anderen Bank umziehen. Innerhalb der DAB sind die ETF-Anlagen wiederum Sondervermögen, das heißt, wenn die DAB aus welchen Gründen auch immer Insolvenz anmelden sollte, hat der Nutzer immer noch seine Anteile an den ETFs. Und wenn auch einer der Fonds einmal Probleme haben sollte, bleiben dem Nutzer immer noch die dahinterstehenden Einzelaktien. Langer Rede kurzer Sinn: Bevor ein Nutzer hier wirklich alles bis auf den letzten Euro verliert, muss schon ganz schön viel zusammenkommen. Normale Wertschwankungen der Portfolios sind aber natürlich völlig normal. Allerdings gibt es über einen Anlagezeitraum von 20 Jahren historisch gesehen immer eine positive Wertentwicklung.

Verstanden – Themenwechsel: Lockern wir das Gespräch doch nochmal auf und schauen auf den Nachnamen “Scholz”. Jakob und du, ihr seid die Neffen von Olaf Scholz, unserem Finanzminister. Das Thema Finanzen liegt also scheinbar in den Genen. Hat Olaf Scholz denn irgendwelchen Einfluss auf euer Startup gehabt?

Scholz ist ja vor allem ein Allerweltsname, aber Spaß beiseite: Bei der Kombination “Hamburg, Scholz, Finanzen” bekommen wir die Frage durchaus häufiger gestellt. Wir sind tatsächlich die Neffen von Olaf, aber unser Onkel hat natürlich rein gar nichts mit unserer ursprünglichen Idee oder dem Unternehmen rubarb zu tun. Unser Verwandtschaftsverhältnis ist rein zufällig. Alles Andere wäre ja auch vollkommen unangebracht. In gewisser Hinsicht kann dieser Verwandtschaftsgrad hier und da sogar von Nachteil sein.

Okay, weiter im Text. Kommt die Möglichkeit, einen Betrag aufrunden zu lassen, gut bei euren Kunden an? Wird die Funktion genutzt?

Das war auch für uns eine wahnsinnig spannende Frage. Wir sind heute allerdings super happy, weil wir die Funktion in der App aktuell zwar nur als Beta-Feature ausweisen, aber trotzdem schon sehr viele Nutzer von der Funktion Gebrauch machen. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme sind wir ca. 3 Wochen auf dem Markt und weit über die Hälfte aller Nutzer rundet täglich beim Einkaufen auf. Fast noch spannender ist, wie viele Zahlungsmittel ein Nutzer jeweils verknüpft. Hier ist der Trend sehr klar: Durchschnittlich verbinden Nutzer direkt alles, was sie für bargeldlose Zahlungen nutzen, in der Regel also das Bankkonto (=EC-Karte), die Kreditkarte und das PayPal-Konto. Für uns ist das ein super Feedback hinsichtlich des Vertrauens in die App.

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Hier geht es nochmal zum ersten Teil des Interviews. Unbedingt anschauen für die komplette Story

Eher eine untypische Frage für ein Fintech, aber wie sieht es mit dem Thema Nachhaltigkeit bei rubarb aus?

Für uns ist Nachhaltigkeit seit dem Tag der Gründung ein wichtiger Punkt. So sind unsere ETFs ganz grundsätzlich schon auf Branchen ausgerichtet, die als nachhaltig gelten. Darüber hinaus haben wir noch einmal einen sogenannten “Best of Class”-Ansatz angewandt, mit dem lediglich die unter Nachhaltigkeitskriterien top 25 Prozent der am besten performenden Unternehmen einer jeder dieser Kategorien in den ETFs zugelassen sind. Der Markt nachhaltiger Finanzmarktinvestitionen ist noch sehr jung und hat viel Potenzial. Deshalb prüfen wir regelmäßig, wie wir hier noch bessere Produkte anbieten können, die trotzdem die Bedürfnisse unserer Nutzer an Qualität, Risikodiversifikation und Liquidität erfüllen. Eigene Produkte sind hier zeitnah vorstellbar. Schon heute tragen unsere Nutzer aber dazu bei, den Finanzmarkt und damit auch das Weltgeschehen auf nachhaltige Unternehmen zu fokussieren. Zusätzlich pflanzen wir übrigens für jeden neuen Nutzer einen Baum – natürlich ist das nur eine Geste, aus unserer Sicht aber vor allem auch ein sehr schönes Projekt. In Zukunft wollen wir dann noch einen Bildungsfonds aufsetzen, weil wir finden, Finanzen haben sehr viel mit Bildung zu tun. Bildung ist das letzte hohe Gut Europas und als Gesellschaft tun wir entschieden zu wenig, um dem gerecht zu werden. Da wollen wir helfen.

Am Ende immer die beliebte Frage, welche Probleme ihr bei der Gründung hattet oder was euch besonders in Erinnerung geblieben ist.

Ich glaube, bei uns ist das vor allem auf die BaFin-Lizenzierung herunterzubrechen. Das ist für ein Start-up natürlich ein Riesenbrocken. Ob das jetzt ein großes Problem war, sei mal dahingestellt, aber es war eine extreme Herausforderung, die für uns alle vollkommen neu und anspruchsvoll war – auch zeitlich. Ich glaube, alleine der Antrag hatte ohne Anlagen schon hundert Seiten – und wir mussten noch sehr, sehr viele Dokumente drumherum ausfüllen. Auch nach dem Einreichen war es nicht getan, sondern wir mussten über viele Monate immer wieder Informationen nachreichen, mit den Behörden kommunizieren, mit der Bundesbank die Businessplanung besprechen usw. Schlussendlich aber hat sich der Aufwand gelohnt, weil wir mit der Lizenz nun grundsätzlich europaweit agieren zu können.

Vielen Dank Fabian für das spannende Gespräch über rubarb!

Mehr über die Möglichkeiten, mit rubarb deinen eigenen Sparplan anzulegen gibt es hier.

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