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Von 14 Food-Startups, die wir 2021 vorgestellt haben, sind heute nur noch wenige sicher mit eigener Marke am Markt: Vly, HelloFresh, Haferkater und fairTEiLBAR. Viele andere haben aufgegeben, sind in einer größeren Firma aufgegangen oder durch eine Insolvenz gegangen. Wir haben damals zwei Listen veröffentlicht, eine mit den besten Food-Startups in Deutschland und eine mit nachhaltigen Food-Startups. Hier stehen beide zusammen, mit dem Stand von September 2026 für jedes einzelne Unternehmen.

Die Auswahl zeigt gut, wie hart der Lebensmittelmarkt ist. Gute Presse, Preise aus Gründerwettbewerben und selbst Millionen von Investoren schützen nicht davor, dass ein Geschäftsmodell nicht trägt. Wer selbst gründen will, findet in unserem Leitfaden für den Start eines Food-Startups die ersten Schritte. Die großen Namen aus ganz Europa stehen in unserer Übersicht der besten Food-Startups.

Was aus den 14 Food-Startups geworden ist

Startup Sitz und Gründung Idee Stand September 2026
Vly Berlin, 2018 Milchalternative aus Erbsenprotein aktiv, im Handel und im eigenen Shop
Lycka Hamburg und Elmshorn, 2014 Bio-Snacks, Spende an die Welthungerhilfe Muttergesellschaft 2023 in der Insolvenz
Agrilution München, 2013 Gewächsschrank für die Küche Betrieb im Juni 2023 eingestellt
HelloFresh Berlin, 2011 Kochboxen im Abo aktiv, börsennotierter Konzern
Foodist Hamburg, 2012 Genussbox im Abo 2024 Insolvenz in Eigenverwaltung, Boxgeschäft verkauft
Fein & Fertig Hamburg, 2014 Fertiggerichte im Glas aufgelöst, 2022 aus dem Register gelöscht
Haferkater Berlin, 2014 Porridge to go aktiv, Stores und Franchise
Infarm Berlin, 2013 Vertical Farming im Supermarkt 2023 Rückzug aus Europa, Insolvenzen in mehreren Ländern
fairTEiLBAR Münster, 2019 gerettete Lebensmittel aktiv, heute gemeinnützige GmbH
Dörrwerk Berlin, 2015 Snacks aus aussortiertem Obst 2024 mit followfood verschmolzen
UXA Wachtberg App zum Verschenken von Essen Seite und Firma bestehen
Once upon a bean Hamburg, 2021 Bean-to-Bar-Schokolade Shop nicht mehr online
Peace of Meat Belgien, 2020 kultiviertes Fett für Fleischersatz 2023 geschlossen
Beeskin Berlin, 2018 Bienenwachstücher statt Folie Firma eingetragen, Shop nicht erreichbar

Die Angaben zur Gründung stammen aus unseren Beiträgen von 2021, der heutige Stand aus Impressum, Handelsregister und Berichten, die wir im Text verlinken. Auffällig: Vier der vierzehn kamen aus Hamburg, und von diesen vier verkauft heute keines mehr unter seiner alten Adresse.

Food-Startups aus Deutschland, die es noch gibt

Vly

Niklas Katter, Nicolas Hartmann und Moritz Braunwarth gründeten Vly 2018 in Berlin. Hartmann hatte nach dem Studium als Ernährungsberater gearbeitet und fand die Milchalternativen im Handel schwach, entwickelt wurde der Drink aus Erbsenprotein an der TU Berlin. Heute betreibt die VF Nutrition GmbH die Marke, Geschäftsführer sind laut Impressum Nicolas Hartmann und Moritz Braunwarth. Einen Teil der Sorten gibt es nur im Supermarkt, den Rest auch im eigenen Onlineshop. Wie alles anfing, erzählt Hartmann in unserem Interview.

HelloFresh

HelloFresh ist der Riese dieser Liste. Jessica Nilsson, Dominik Richter und Thomas Griesel gründeten den Kochbox-Versender 2011 in Berlin. Die Pandemie brachte 2020 einen großen Schub. Richter führt das Unternehmen bis heute: Im Impressum steht er als Vorsitzender des Vorstands der HelloFresh SE.

Haferkater

Levin Siert eröffnete Haferkater 2014 in Berlin-Friedrichshain. Der Hafer kam schon damals als ganzes Korn und wurde in den Läden frisch gequetscht, geröstet und gekocht. Heute steht Haferkater vor allem an Bahnhöfen, in Hamburg etwa in Altona und am Dammtor, und sucht Franchisepartner für weitere Städte. Die Geschäfte führen laut Impressum Anna Schubert und Leandro Burguete. Siert ist nach dem Eintrag bei North Data seit Juni 2025 nicht mehr Geschäftsführer, sondern Prokurist.

Food-Startups, die aufgegeben haben oder übernommen wurden

Lycka

Sven Perten, Felix Leonhardt und Johannes Nass gründeten Lycka 2014, mit Büro in Hamburg und Sitz in Elmshorn. Von jedem verkauften Produkt ging ein fester Betrag an ein Schulessen-Projekt der Welthungerhilfe. Im Oktober 2023 bestellte das Gericht für die Muttergesellschaft purefood GmbH einen vorläufigen Insolvenzverwalter, wie vegconomist berichtete. Die alte Adresse lycka.bio führt heute zu einem Lohnverarbeiter gleichen Namens aus Bayern. Unser früheres Porträt von Lycka steht weiter online.

Agrilution

Max Lössl und Philipp Wagner gründeten Agrilution 2013 in München. Fünf Jahre lang entwickelten sie den Plantcube, einen hüfthohen Schrank, in dem Salat und Kräuter computergesteuert auf Saatmatten wachsen. Finanziert wurde das zunächst über Preisgelder und Business Angels, später stiegen Tengelmann Ventures und Kraut Capital ein. 2021 kostete das Gerät 2.979 Euro. Auf einer Seite von Miele heißt es, Agrilution habe den Geschäftsbetrieb zum 30. Juni 2023 eingestellt, weil es für das Modell keine wirtschaftlich tragfähige Basis gebe.

Foodist

Alexander Djordjevic und Ole Schaumberg lernten sich an der Hamburg School of Business Administration kennen und gründeten Foodist 2012. Einmal im Monat kam eine Box mit Snacks, Soßen und Getränken von rund acht Herstellern. Bekannt wurde Foodist 2014 durch den Auftritt in der Höhle der Löwen. Laut North Data hieß die Firma ab Dezember 2022 aboutfood GmbH und meldete im April 2024 Insolvenz in Eigenverwaltung an. Das Boxgeschäft übernahm zum 1. Mai 2024 die intan Gruppe, wie deren Kanzlei mitteilte. Wer heute foodist.de aufruft, landet bei einem Anbieter für Sporternährung.

Fein & Fertig

Susi Leyck startete zuerst als Gesund & Mutter, mit gesundem Essen für junge Mütter ohne Zeit. Als klar wurde, dass nicht nur Mütter bestellten, entstand in Hamburg Fein & Fertig mit Fertiggerichten im Glas. Die Fein & Fertig UG ging 2019 in Liquidation und ist seit November 2022 im Handelsregister gelöscht, so der Eintrag bei North Data.

Nachhaltige Food-Startups und was aus ihnen wurde

fairTEiLBAR

Janis Matheja gründete fairTEiLBAR 2019 in Münster. Das Team verkauft Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden, und bietet Workshops zur Verschwendung an. 2020 gewann Matheja damit den Hauptpreis im Wettbewerb „Neue Gründerzeit NRW“. Heute ist fairTEiLBAR eine gemeinnützige GmbH mit Laden, Manufaktur und Bildungsangebot, geführt von Janis Matheja und Luisa Taubenmann, so das Impressum.

Dörrwerk

Zubin Farhani gründete Dörrwerk 2015 in Berlin. Die Idee: Obst, das wegen kleiner Makel nicht in den Handel kommt, luftgetrocknet und ohne Zusätze als Snack verkaufen. Im Mai 2024 wurde die Dörrwerk GmbH mit der followfood GmbH verschmolzen, so der Registereintrag bei North Data. Wer heute doerrwerk.de aufruft, landet im Shop von followfood.

UXA

Mit der App von UXA lassen sich übrig gebliebene Lebensmittel verschenken, statt sie wegzuwerfen. Gegründet hat sie Elizaveta Zvonetskaya, damals als Lisa vorgestellt, in Wachtberg bei Bonn. Die UXA Foodsharing UG betreibt die Seite laut Impressum weiter.

Infarm

Osnat Michaeli sowie Erez und Guy Galonska wollten Kräuter und Salat dort wachsen lassen, wo sie verkauft werden: in Schränken direkt im Supermarkt. 2021 war Infarm das erste deutsche Foodtech-Startup mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar. 2023 zog sich die Firma aus dem europäischen Handel zurück, was die Händler verärgerte, wie die Lebensmittel Zeitung berichtete. Die niederländische Gesellschaft wurde im September 2023 für insolvent erklärt, die britische Niederlassung 2025 aufgelöst.

Once upon a bean

Lisa Sanders und Marvin Coböken gründeten Once upon a bean 2021 in Hamburg. Sie wollten die Bean-to-Bar-Bewegung nach Deutschland bringen, also Schokolade von kleinen Herstellern, die ihre Bohnen bis zur Kooperative zurückverfolgen. Nach einer Crowdfunding-Runde verschickten sie Probierpakete. Der Onlineshop ist inzwischen nicht mehr erreichbar.

Peace of Meat

Peace of Meat war kein Berliner Startup, wie es 2021 bei uns hieß, sondern eine belgische Firma. Sie züchtete Fett aus Zellen, das pflanzlichem Fleisch den Geschmack von tierischem geben sollte. Der Mutterkonzern Steakholder Foods schloss die Tochter im April 2023, um Kosten zu sparen, wie vegconomist meldete.

Beeskin

Christina und Christian Sauer starteten Beeskin im Herbst 2018 in ihrer Küche. Bienenwachstücher sollten Frischhaltefolie und Alufolie ersetzen. 2021 hatte das Berliner Startup 20 Mitarbeitende, einen siebenstelligen Umsatz und Händler in mehreren Ländern Europas. Die Beeskin GmbH ist laut North Data weiter eingetragen, 2024 wechselten Firmensitz und Geschäftsführung. Der Onlineshop ist derzeit nicht erreichbar.

Was die Liste über Food-Startups verrät

Am besten gehalten haben sich einfache Produkte mit klarem Nutzen im Alltag: ein Milchersatz im Kühlregal, ein Frühstück am Bahnhof, eine Kochbox. Schwer hatten es Ideen mit teurer Technik oder teurer Logistik. Agrilution und Infarm brauchten Geräte, Strom und Service vor Ort, und beide sind heute nicht mehr am Markt. Auch Abo-Boxen mit wechselndem Inhalt kämpfen, sobald die Kosten für Versand und Neukunden steigen.

Wer 2026 ein Food-Startup plant, sollte deshalb früh rechnen, was ein Kunde über ein Jahr einbringt und was es kostet, ihn zu gewinnen. Mehr Beispiele für technische Ideen stehen in unserer Liste der besten Food-Tech-Startups, Gründungen aus der Hauptstadt in der Übersicht der Food-Startups in Berlin. Wie Gründer Nachhaltigkeit zum Geschäft machen, zeigt unser Beitrag über Nachhaltigkeit in der Gründerszene.

Häufige Fragen

Welche Food-Startups aus Deutschland sind besonders erfolgreich?

Aus unserer Liste ist HelloFresh mit Abstand am größten, ein börsennotierter Konzern aus Berlin. Vly und Haferkater sind kleiner, aber seit Jahren mit eigener Marke im Handel und in eigenen Läden.

Welche Food-Startups gibt es in Hamburg?

Aus Hamburg kamen Lycka, Foodist, Fein & Fertig und Once upon a bean. Keines davon ist heute noch mit eigener Marke aktiv. Haferkater aus Berlin betreibt dafür Läden an den Hamburger Bahnhöfen Altona und Dammtor.

Warum ist Infarm gescheitert?

Infarm hat 2023 den Handel in Europa verlassen. Das Anbauen in Schränken direkt im Supermarkt brauchte viel Technik, Strom und Personal, und die Firma kam damit nicht in die Gewinnzone.

Gibt es Foodist noch?

Nein. Die Firma hinter Foodist hieß zuletzt aboutfood GmbH und ging 2024 in die Insolvenz. Das Boxgeschäft wurde verkauft, die Adresse foodist.de führt heute zu einem Anbieter für Sporternährung.

Aktualisiert am 29. September 2026: Unsere Liste vom April 2021 ist überarbeitet und für jedes Unternehmen um den heutigen Stand ergänzt. Die Liste der nachhaltigen Food-Startups vom Mai 2021 haben wir hier eingearbeitet.

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